Aleksander Gabryś

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Aleksander Gabryś (2009)

Aleksander Gabryś (* 22. Oktober 1974 in Siemianowice Śląskie, Polen) ist ein polnischer Komponist und Kontrabassist.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gabryś wurde 1974 in Oberschlesien geboren. Er absolvierte jeweils mit Auszeichnung die Musikakademie Kattowitz und die Musik-Akademie der Stadt Basel im Jahr 1998 und 2008. Er ist Preisträger mehrerer Kompositions- und Interpretationswettbewerbe wie beispielsweise des Tadeusz-Baird-Wettbewerbs in Warschau, Andrzej-Panufnik-Wettbewerbs in Krakau, Adam-Bronisław-Ciechański-Wettbewerbs in Posen, sowie des Internationalen Krzysztof-Penderecki-Wettbewerbs für Kammermusik in Krakau. Er hat ebenso an verschiedenen Meisterkursen für Kontrabass und Komposition in Polen, wie auch im Ausland teilgenommen. Er perfektionierte seine Fähigkeiten als Performer mit Waldemar Tamowski, Ovidiu Bădilă, und Wolfgang Güttler. Als Komponist folgte er den Kursen von Thomas Kessler und Hanspeter Kyburz in Basel. Bevor er in die Schweiz kam, studierte er bei seinem Vater Ryszard Gabryś und konsultierte Witold Szalonek und Tadeusz Moryto.

Aleksander Garbyś war Stipendiat der Ernst-von-Siemens-Musikstiftung und der Gesellschaft der Freunde des Warschauer Herbsts. Bei diesem Festival hatte er sein Debüt mit der theatralischen Komposition Deus Irae (2002), die gemeinsam mit dem Bukarester Trio Pro Contemporania spielte. Er tritt regelmäßig als Solist und Kammermusiker (Ensemble Phoenix Basel, Klangforum Wien, Ensemble Modern, Collegium Novum Zürich unter anderem) auf und interpretiert dabei auch seine eigenen Stücke, wie Nano bei den 16. Internationalen Komponistentagen in Krakau, Jekyll/Hyde bei dem Ersten Welt-Kontrabass-Festival in Wrocław und bei dem Zyklus Musica Experimento in Rom, weiterhin Don Quixote readymade und Kapitel VII, welches in einer Triobesetzung in Basel, Bern, Zürich und Visp aufgeführt wurde. Seine Komposition If it’s Truths interpretierte er gemeinsam mit dem Schlesischen Streichquartett bei dem Festival der Uraufführungen, organisiert durch das Nationale Symphonieorchester des Polnischen Rundfunks in Kattowitz.

Sein künstlerisches Werk beinhaltet vor allem Kammermusik und Kontrabassstücke, sowie Computermusik der Neo-Expressionistischen Avantgarde. Die Tendenz für paratheatralische Formen zeigt sich bereits in seinen ersten Partituren (Voak gefeustich, 1992) und setzt sich konsequent in der Benutzung von Regieanweisungen fort, so unter anderem bei dem Solo-Werk Pax, Freunde, Pax für Trompete (2008) oder elUle (2010) für Horn, Violine und Stimmen. Sehr bedeutsam für den Output des Komponisten sind spezielle Computer-Soundscapes: Eco-Ethno-Polish-Mountains-Spehroid, basierend auf Musikaufnahmen der Beskiden-Region – das Stück hat ebenso die Inspiration und die musikalische Partitur für den Animationsfilm Chowańszczyzna (2009) von Ewa Słowik-Grabowska geliefert – oder L`ultima volta con de-cadenza, aufgeführt und prämiert (2000) durch das Institut international de musique électroacoustique de Bourges.

Im Jahr 2009 hat Aleksander Gabryś Musik für die künstlerische Para-Dokumentation Avunculus von Alicja Żebrowska über die Bergarbeiter des Wujek-Kohlebergwerkes, die 1981 vom kommunistischen Regime getötet wurden, sowie für die Photographischen Impressionen des nächtlichen Katowices Nocturnes, des Französischen Photographen und Regisseurs Carl Cordonnier komponiert. 2009 zeichnete ihn das Polnische Ministerium für Kultur und Nationales Erbe für seine künstlerischen Leistungen mit dem Stipendium „Junges Polen“ aus, das ihm die Herausgabe der Solo-Doppel-CD Bassolo (2011) auf dem Label DUX ermöglichte.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bestiarium (2012) für Violine und Horn
  • Kadenz zum ersten Satz des Hornkonzerts von W.A. Mozart KV 447 (2009)
  • Glorietta (2007) für Solistenchor und Tonband – Gemeinschaftskomposition mit Ryszard Gabryś
  • Bas-El (2006) für Tonband
  • Da ich ein Knabe war (2004) für Sopran, Horn, Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier, nach dem gleichnamigen Gedicht Friedrich Hölderlins
  • Aleksandrietta (2004) für Kontrabass solo
  • Deus Irae (2002) für Ensemble, Tonband und Licht
  • Folklorietta (2001) Musik vom Tonband
  • L’Ultima volta con de-cadenza (2000) für Tonband, Auftragswerk des Festivals „Synthèse 2000“, Frankreich
  • Eco-Ethno-Polish-Mountains-Spheroid (1998) nach schlesisch-beskidischen Folkloreaufnahmen, Computermusik
  • Abraxas (1998) für Streicher und Tonband
  • Printemps Mandale (1997) für Tonband, zu eigenen Versen in der Aufnahme des Autors
  • Quadrofonietta (1996) für Streichinstrument, Stereotonband und Computer
  • Święty Boże (1993) für Sopran, Klaviersaiten, Tonband und Licht
  • Lux in Tenebris (1992) für Tonband
  • Voak gefeustich (1992) Musiktheatralische Aktion für fünf Performer
  • Miniaturen (1990) für Kontrabass und Computerklang

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]