Alfred Margul-Sperber

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Alfred Margul-Sperber

Alfred Margul-Sperber (* 23. September 1898 in Storozynetz (Bukowina); † 3. Januar 1967 in Bukarest) war ein deutschsprachiger Schriftsteller in Rumänien.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alfred Sperber kam am 23. September 1898 als Sohn einer deutsch assimilierten jüdischen Familie in Storozynetz am Sereth zur Welt.[1] Er besuchte das Gymnasium in Czernowitz und Wien. Nach Kriegsabitur wurde er zum Militär berufen und kämpfte an der Ostfront. 1918 kehrte er in seine Heimat zurück, ging jedoch schon 1920 nach Paris, wo er mit Yvan Goll Freundschaft schloss.[2] Nach dem Krieg kam er nach Amerika, lebte von 1921 bis 1924 in New York und wurde Redakteur bei der New Yorker Volkszeitung.[3] Nach der Rückkehr nach Czernowitz war er zuerst als Journalist beim „Bukowiner Provinzboten“ und 1924 beim Czernowitzer Morgenblatt tätig. Zwischen 1934 und 1940 war er Beamter in Burdujeni/Suceava, ab 1940 in Bukarest als Privatlehrer für Fremdsprachen tätig. Nach 1944 war er Redakteur beim Bukarester Rundfunk, dann Journalist und freischaffender Schriftsteller.

Die Jugendgedichte erschienen zu Sperbers Lebzeiten nur vereinzelt, in Zeitschriften und Zeitungen, die beiden Gedichtbände der Zwischenkriegszeit kamen in winzigen Auflagen in Czernowitz heraus, die geplante Kooperation mit deutschen Verlagen zerschlug sich nach Hitlers Machtergreifung. In der Zeitspanne 1951–1964 veröffentlichte er acht Gedichtbände. Sperber hat sich dem enggeschnürten Literaturkonzept der frühen fünfziger Jahre des real existierenden Sozialismus in Rumänien unterworfen und es durch Herrscherlobgesänge und affirmative Gesellschaftshymnik konsolidiert,[1] ohne jedoch der Partei beizutreten.[2]

Sperber war der Förderer von Paul Celan und Rose Ausländer. Seine sozial engagierten und programmatischen Gedichte beeinflussten die Entwicklung der deutschsprachigen Literatur in Rumänien maßgeblich.[4]

Er starb 1967 in Bukarest.[3]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gleichnisse der Landschaft, 1934
  • Geheimnis und Verzicht, 1939
  • Sternstunden der Liebe, 1963
  • Aus der Vorgeschichte, 1964
  • Ausgewählte Gedichte, 1968
  • Das verzauberte Wort, 1969
  • Das lyrische Werk in Auswahl, 1975
  • Sinnloser Sang – Frühe Gedichte 1914–1928, mit einem Nachwort von Erich Ruchleben; Rimbaud, Aachen 2002, ISBN 3-89086-765-0
  • Ins Leere gesprochen – Ausgewählte Gedichte 1914–1966, Rimbaud, Aachen 2002, ISBN 3-89086-792-8
  • Jahreszeiten – Ausgewählte Gedichte, Rimbaud, Aachen 2002, ISBN 3-89086-741-3
  • Die Buche - Eine Anthologie deutschsprachiger Judendichtung aus der Bukowina, zusammengestellt von Alfred Margul-Sperber. Aus dem Nachlass herausgegeben von George Gutu, Peter Motzan und Stefan Sienerth, IKGS Verlag, München 2009, ISBN 978-3-9809851-4-7

Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Weltstimmen. Nachdichtungen., Literaturverlag Bukarest 1968.

Anthologien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfred Kittner: Margul-Sperber, Alfred. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 16, Duncker & Humblot, Berlin 1990, ISBN 3-428-00197-4, S. 171 f. (Digitalisat).
  • Martin A. Hainz: Verhaltenes Ermöglichen – zu Alfred Margul-Sperber (1898 – 1967). In: Im Schatten der Literaturgeschichte. Autoren, die keiner mehr kennt? Plädoyer gegen das Vergessen, hrsg.v. Jattie Enklaar, Hans Ester u. Evelyne Tax. Amsterdam, New York: Rodopi 2005 (=Duitse Kroniek, Bd 54), S. 113–128
  • Claus Stephani: „Grüne Mutter Bukowina“. Deutsch-jüdische Schriftsteller der Bukowina. Eine Dokumentation in Handschriften, Büchern und Bildern. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung vom 22. April zum 25. Juni 2010. Haus des Deutschen Ostens: München, 2010. 48 S., 9 Abb. ISBN 978-3-927977-27-3
  • Lexikon deutsch-jüdischer Autoren, Band 19, de Gruyter, Berlin 2012, S. 329–339

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Der Lyriker Alfred Margul-Sperber. Ein Forschungsbericht. Nebst einer kurzen Nachrede
  2. a b NDB-Artikel, Margul-Sperber, Alfred
  3. a b perlentaucher.de, Alfred Margul-Sperber
  4. austria-forum.org, Margul-Sperber, Alfred
  5. Ausstellungskatalog. Der Titel stammt aus einem Brief Kolniks an Ausländer. Weitere Autoren Rose Ausländer, Alfred Margul-Sperber, Alfred Kittner, Edith Silbermann, Helios Hecht und andere. Weitere ISBNs: ISBN 3932670051 ISBN 3931826074