Alfred Schönenberg

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Alfred Schönenberg (* 1921; † 2006) war im Dritten Reich Offizier der Waffen-SS. Am 12. August 1944 war er als Untersturmführer der 16. SS-Panzergrenadier-Division „Reichsführer SS“ beteiligt am Massaker von Sant’Anna di Stazzema, einem Bergdorf bei Lucca in der Toskana. Im Jahr 2005 wurde er von einem italienischen Gericht in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt.[1]

Späte juristische Aufarbeitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prozess in Italien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahrzehntelang lagerten die Akten über das Massaker unbeachtet im Keller der Militärstaatsanwaltschaft in Rom. Sie wurden Mitte der 1990er Jahre zufällig in einem mit den Türen zur Wand gestellten Schrank der Schande wiedergefunden.[2] Auf Grundlage dieser Funde wurden Schönenberg, Sommer, Sonntag und sieben weiteren im April 2004 vor dem Militärgericht von La Spezia der Prozess gemacht. Nach über einjähriger Verhandlung wurde am 22. Juni 2005 das Urteil verkündet: Alle zehn Angeklagten wurden in Abwesenheit zu lebenslänglichen Freiheitsstrafen verurteilt.

Ermittlungen in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2002 ermittelte die Staatsanwaltschaft in Stuttgart gegen neun der in Italien verurteilten Personen, zu denen noch weitere fünf kommen, die nicht in La Spezia angeklagt waren. Das Verfahren wurde 2011 eingestellt[3].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Prozess in Ferne und Abwesenheit, taz.de, 20. April 2004
  2. Deutsche Kriegsverbrechen in Italien Teil 1: 60 Jahre seit dem Massaker von Sant’ Anna di Stazzema
  3. auf Spiegel NS-Kriegsverbrechen: Verfahren zu SS-Massaker in Italien eingestellt