Allegorie der Tulipomanie

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Allegorie der Tulipomanie (Jan Brueghel der Jüngere)
Allegorie der Tulipomanie
Jan Brueghel der Jüngere, 1640er Jahre
Öl auf Holz (parkettiert)
30 × 47,5 cm

Allegorie der Tulipomanie ist ein satirisches Gemälde Jan Brueghels des Jüngeren aus den 1640er Jahren. Thema des Ölgemäldes auf Holz ist die Tulpenmanie in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts. Die Maße betragen 30 × 47,5 cm. Es wurde 2011 im Auktionshaus Im Kinsky versteigert und befindet sich in Privatbesitz. Eine ähnliche Version gehört zur Sammlung des Frans Hals Museums in Haarlem.

Das Gemälde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufbau und Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorder- und Mittelgrund werden von vermenschlichten Affen dominiert, nur vor dem Wohnhaus im Mittelgrund links sind drei echte Menschen zu sehen. Das linke Bildviertel nimmt fast zur Gänze der überwölbte Vorbau eines palastartigen Gebäudes ein. Am Wohnhaus und einer Baumgruppe vorbei verläuft diagonal ein Bach- oder Flusslauf zu einem See mit Wasserschloss. Dahinter und am rechten Ufer befindet sich Wald.

Es ist eine Ölmalerei auf Holz (parkettiert).[1] Der Vordergrund ist in dunklen, erdigen Tönen gehalten, der Mittelgrund in Gelb- und Grüntönen und die Ferne in Blautönen. Damit verstärkt der Maler den Eindruck räumlicher Tiefe.

Deutung und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Affen galten in der Renaissance als satirische Versinnbildlichung menschlicher Gier und Dummheit. Das Bildthema ist der in den Niederlanden der 1630er Jahre grassierende Tulpenwahn. Unter einem eingewölbten Vorbau tafelt eine Affengesellschaft, ein „Kaufmann“ im grünen Wams bahnt eben ein neues Geschäft an, ein orange- gelbfarben gekleideter Affe hat sein ganzes Vermögen in eine Tulpe investiert und ein Buchhalteraffe wiegt Tulpenzwiebeln mit Gold auf. Eine Gruppe rot gewandeter Spekulanten versammelt sich im Mittelgrund, rechts davon kämpfen (fechten) enttäuschte Käufer. Rechts im Vordergrund wird ein Affe, der sein Geld verspekuliert hat, zum Richter geführt und direkt davor uriniert ein anderer auf die teuerste Tulpensorte. Dies ist vielleicht die Verbildlichung eines niederländischen Sprichwortes über die Illusion, Unmögliches zu erreichen. [2]

Das Bild befand sich seit den 1920er Jahren in einer österreichischen Privatsammlung. 2011 wurde es Jan Brueghel dem Jüngeren zugeschrieben und im Wiener Auktionshaus Im Kinsky versteigert. Gutachter war Klaus Ertz.[1] Der Ausrufungspreis betrug 25.000 Euro, den Zuschlag um 74.000 Euro (mit Aufgeld 92.500) erhielt ein französischer Telefonbieter.[3]

Andere Versionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Satire op de Tulpomania im Frans Hals Museum

Es gibt noch zwei andere Fassungen, eine davon befindet sich als Satire op de Tulpomania (Persiflage auf die Tulpomanie) im Frans Hals Museum im niederländischen Haarlem.[4]

Historischer Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tulipomanie, auch genannt Tulpenwahn, Tulpenfieber oder Tulpenhysterie war eine kurze Periode im Goldenen Zeitalter der Niederlande, in der Tulpenzwiebeln zum Spekulationsobjekt wurden. Am Höhepunkt des Tulpenwahns erreichten etwa 1633 in Hoorn drei seltene Tulpenzwiebeln den Gegenwert eines Hauses, 1637 kam es zu einem raschen Preisverfall mit empfindlichen finanziellen Einbußen für die Spekulanten. Die Tulpenmanie wird als die erste Spekulationsblase der Wirtschaftsgeschichte angesehen. Die wertvollste Tulpenart war die Semper Augustus, die Anfang 1637 für einen Preis von 10000 Gulden gehandelt wurde.[5] Breughels Bild ist reich mit dieser Tulpensorte bestückt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Im Kinsky – 87. Kunstauktion am 8. November 2011 (Memento vom 26. Januar 2013 im Webarchiv archive.is) aufgerufen am 21. Januar 2012
  2. Olga Kronsteiner:Historisch belegte Dummheit, (aufgerufen am 21. Januar 2012) DER STANDARD/ALBUM - Printausgabe, 22./23. Oktober 2011
  3. Olga Kronsteiner:Brueghels Affenzirkus in Wien (handelsblatt.com, 16. November 2011, 17:52 Uhr) aufgerufen am 21. Januar 2012
  4. Geheugen van Nederland: Satire op de Tulpomania aufgerufen am 16. August 2013
  5. Pflanzenjagd (Memento vom 5. Mai 2013 im Internet Archive)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Allegorie der Tulipomanie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien