Amt Ravensberg

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Burgruine Ravensberg
Lage des Amtes Ravensberg in der Grafschaft Ravensberg im Jahr 1801
Historische Ansicht der Burg Ravensberg

Das Amt Ravensberg war eines von vier Ämtern der Grafschaft Ravensberg. Es bestand mit kurzer Unterbrechung während der napoleonischen Zeit bis zur Auflösung der Grafschaft durch Preußen im Jahr 1816.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Amt lag naturräumlich nur zu einem geringen Teil im Ravensberger Hügelland und zum überwiegenden Teil in der Emssandebene südlich des Teutoburger Waldes. Die namensgebende Burg Ravensberg, die heute nur noch als Ruine erhalten ist, befand sich am Nordrand des Amtes. Sie war Landesburg und Keimzelle der Grafschaft.

Nachbarterritorien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1797 grenzte das Amt im Westen und Süden an das Fürstbistum Münster, im Osten an das Amt Sparrenberg und im Norden an das Fürstbistum Osnabrück.

Gegenwärtige Zugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgehend von seinen letztgültigen Grenzen (1652–1807) gehört das Gebiet des ehemaligen Amtes heute vollständig zum Kreis Gütersloh und darin zu den Städten und Gemeinden Borgholzhausen, Halle, Steinhagen und Versmold.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spätestens ab 1652 bestand das Amt Ravensberg aus den drei Vogteien Borgholzhausen, Halle und Versmold. Für 1772 wird die Gliederung des Amtes folgendermaßen beschrieben:[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grundlagen der Grafschaft Ravensberg und damit der Ämter wurden geschaffen, als die Grafen von Calvelage, begütert um Vechta und Bersenbrück, um 1100 Gebiete im Teutoburger Wald nordwestlich von Halle erwarben und die Burg Ravensberg errichteten. Otto (I.) verlegte um 1140 seinen Hauptsitz auf die Burg und führte fortan wie auch alle seine Nachfolger den Titel „Graf von Ravensberg“. Im Verlauf des 12. Jahrhunderts konnte das Gebiet durch Besitzungen im Raum Halle erweitert werden.

Bielefeld, das 1214 erstmals als Stadt erwähnt wurde, entwickelte sich in der Folge des Baus der Sparrenburg bis etwa 1250 zum Hauptort der Grafschaft. Für die folgenden hundert Jahre war die Sparrenburg der bevorzugte Sitz der Herrscher und die Burg Ravensberg hatte ihre besondere Bedeutung für die Grafschaft nicht mehr.

Seit etwa 1525 verbreitete sich im Amt die Reformation, so dass hier die Bevölkerung allmählich aber schließlich bis 1600 vollständig zum Luthertum übertritt.

Im Zuge der Neuordnung Deutschlands durch Napoleon I. wurde die Grafschaft Ravensberg 1807 dem Königreich Westphalen (Kanton Bielefeld im Departement der Weser) eingegliedert und damit das Amt Ravensberg aufgelöst. 1813 erlangte Preußen infolge der Befreiungskriege das Gebiet zurück und stellte die Grafschaft mit ihren Unterstrukturen zunächst symbolisch wieder her.

Das Amt Ravensberg hörte mit Auflösung der Grafschaft endgültig 1816 auf zu bestehen und das Gebiet ging im neugebildeten Kreis Halle (Westf.) auf. Bei der Bildung des Kreises wurde die ehemals zum Amt Sparrenberg gehörende Vogtei Werther dem neuen Kreis angegliedert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. CHARTE VON DER GRAFSCHAFT RAVENSBERG auf hohen Befehl aufgenommen und aufgetragen von J. C. Schloenbach im Jahr 1772

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 52° 4′ 57,4″ N, 8° 17′ 49,8″ O