Andenfelsenhahn

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Andenfelsenhahn

Männlicher Andenfelsenhahn (Rupicola peruvianus)

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Schreivögel (Tyranni)
Familie: Schmuckvögel (Cotingidae)
Unterfamilie: Rupicolinae
Gattung: Felsenhähne (Rupicola)
Art: Andenfelsenhahn
Wissenschaftlicher Name
Rupicola peruvianus
(Latham, 1790)
Männlicher Andenfelsenhahn
Weibchen des Andenfelsenhahns

Der Andenfelsenhahn (Rupicola peruvianus), auch Andenklippenvogel oder Roter Felsenhahn genannt, ist eine südamerikanischer Vogelart aus der Familie der Schmuckvögel (Cotingidae). Er ist der Nationalvogel von Peru.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Andenfelsenhähne haben eine gedrungene Gestalt mit starken Füßen. Das Männchen hat eine Größe von 35 bis 38 cm. Man unterscheidet zwei Unterarten: das Männchen der Unterart Rupicola peruvianus aequatorialis ist tief orange gefärbt, der weibliche Vogel orange-braun, Männchen von Rupicola peruvianus sanguiolenta sind scharlachrot, die Weibchen dunkel kastanienrot. Die Flügel und der Schwanz der männlichen Vögel sind schwarz und die verlängerten Flügeldecken hellgrau gefärbt. Das auffälligste Merkmal ist der bogenförmige Federkamm, der vom Hinterkopf bis zum Schnabel reicht und den Schnabel beinahe verdeckt. Das Weibchen hat eine kleinere Haube.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vogel lebt in tropischen und subtropischen Höhenlagen der Anden von Venezuela bis Bolivien. Dort besiedelt er dichte, feuchte Wälder und auch Sekundärwald in der Nähe von Flüssen und Strömen mit locker baumbestandenen, felsigen Schluchten und Wälder mit kahlem Fels.[1]

Verhalten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Andenfelsenhahn ernährt sich von Früchten, Insekten und kleinen Wirbeltieren.

Fortpflanzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Brutzeit treffen sich bis zu 50 Männchen auf einer Lichtung zur Gruppenbalz. Das Männchen sitzt auf einem Ast oder einem Felsvorsprung und wirbt mit dem Aufstellen der Federnhaube und lautem Rufen um Weibchen.

Das Weibchen baut an einer geschützten Felswand oder in einer Höhle ein schalenförmiges Nest aus Lehm und bebrütet die gewöhnlich zwei Eier alleine.

Unterarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bisher sind vier Unterarten bekannt:[2]

  • Rupicola peruvianus aequatorialis Taczanowski, 1889[3]
  • Rupicola peruvianus peruvianus (Latham, 1790)[4]
  • Rupicola peruvianus sanguinolentus Gould, 1859[5]
  • Rupicola peruvianus saturatus Cabanis & Heine, 1859[6]

Die Unterart sanguinolentus kommt in den Westanden Kolumbiens und im Nordwesten Ecuadors vor. Die Subspezies aequatorialis findet man in den Anden des westlichen Venezuelas, in den Zentral- und Ostanden Kolumbiens sowie an den Osthängen des Süden Ecuadors bis in den Amazonas Perus. In Venezuela ist dies nordwestlich von Barinas sowie im Bundesstaat Táchira. In Peru ist sie auch im Norden der Region San Martín präsent. In Zentralperu, im Süden San Martíns bis in den Süden Junín kann man auf die spp. peruvianus treffen. Schließlich ist im Südosten und Westbolivien die ssp. saturatus heimisch. Hier kann man sie um La Paz und Cochabamba beobachten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Baars: Fruchtfresser und Blütenbesucher. Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart 1986, ISBN 3-8001-7088-4.
  • Colin Harrison, Alan Greensmith: Vögel. Dorling Kindersley Limited, London 1993, 2000, ISBN 3-8310-0785-3.
  • Bryan Richard: Vögel. Parragon, Bath, ISBN 1-4054-5506-3.
  • Das moderne Tierlexikon. Verlagsgruppe Bertelsmann, Band 3, 1981.
  • John Latham: Index ornithologicus, sive, Systema ornithologiae; complectens avium divisionem in classes, ordines, genera, species, ipsarumque varietates: adjectis synonymis, locis, descriptionibus, &c. Band 2. Prostant Venales Apud Leigh et Sotheby, London 1790 (biodiversitylibrary.org).
  • John Gould: On the Members of the Genus Rupicola, and whether there be two or mor species. In: Proceedings of the Zoological Society of London. Band 27, Nr. 304, 1859, S. 99–100 (biodiversitylibrary.org).
  • Władysław Taczanowski: Kollekc i Zoologičeskago kabineta Imperatorskago Varšavskago universiteta.I. Spisok” tipičnyh” ekzemplârov” ptic”, po kotorym” byli ustanovleny novye vidy. In: Varšavskiâ Universitetskiâ Izvestiâ. Band 4, 1889, S. 1–40.
  • Jean Louis Cabanis, Ferdinand Heine junior: Museum Heineanum Verzeichniss der ornithologischen Sammlung des Oberamtmann Ferdinand Heine auf Gut St. Burchard vor Halberstadt. Mit kritischen Anmerkungen und Beschreibung der neuen Arten systematisch bearbeitet von Jean Cabanis, erstem Custos der Königlichen zoologischen Sammlung zu Berlin und Ferdinand Heine, Stud. philos. Band 2. R. Frantz, Halberstadt 1859 (biodiversitylibrary.org – 1859–1860).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Andenfelsenhahn (Rupicola peruvianus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Baars: Fruchtfresser und Blütenbesucher. S. 47.
  2. IOC World Bird List Cotingas, manakins, tityras, becards
  3. Władysław Taczanowski, S. 19.
  4. John Latham, S. 555.
  5. John Gould, S. 100.
  6. Jean Louis Cabanis u. a., S. 99.