Venezuela

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Dieser Artikel behandelt den Staat. Für das Municipio und die Stadt Venezuela in Kuba siehe Venezuela (Kuba), für die militärische Attrappe von Karlsruhe im Zweiten Weltkrieg siehe Venezuela (Scheinanlage).
República Bolivariana de Venezuela
Bolivarische Republik Venezuela
Flagge Venezuelas
Wappen Venezuelas
Flagge Wappen
Amtssprache Spanisch
daneben Wayuu, Warao, Pemon, Mapoyo, Panare, Puinave, Pémono, Sapé, Sikiana, Yabarana und Yaruro[1]
Hauptstadt Caracas
Staatsform Bundesrepublik
Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef Präsident Nicolás Maduro
Fläche 912.050[2] km²
Einwohnerzahl 30.930.000[2] (September 2015)
Bevölkerungsdichte 34[3] Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung +1,28 %[4] (2016) pro Jahr
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nominal)
  • BIP/Einw. (KKP)
2016[5]
  • $ 287,2 Milliarden (41.)
  • $ 426,9 Milliarden (45.)
  • $ 9.258 (70.)
  • $ 13.761 (91.)
Index der menschlichen Entwicklung 0,767 (71.) (2016)[6]
Währung Bolívar (VEF)
Unabhängigkeit 5. Juli 1811 (von Spanien)
1821 anerkannt
Nationalhymne Gloria al bravo pueblo
Nationalfeiertag 5. Juli (Freiheitserklärung)
Zeitzone UTC−4
Kfz-Kennzeichen YV
ISO 3166 VE, VEN, 862
Internet-TLD .ve
Telefonvorwahl +58
Antarktika Vereinigtes Königreich (Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln) Chile Uruguay Argentinien Paraguay Peru Bolivien Brasilien Ecuador Panama Venezuela Guyana Suriname Kolumbien Trinidad und Tobago Costa Rica El Salvador Guatemala Belize Mexiko Jamaika Kuba Haiti Dominikanische Republik Bahamas Nicaragua Vereinigte Staaten Kanada Inseln über dem Winde (multinational) Puerto Rico (zu Vereinigte Staaten) Vereinigtes Königreich (Kaimaninseln) Vereinigtes Königreich (Turks- und Caicosinseln) Vereinigtes Königreich (Bermuda) Frankreich (St.-Pierre und Miquelon) Dänemark (Grönland) Island Irland Frankreich Spanien Portugal Spanien (Kanarische Inseln) Marokko Libyen Kap Verde Mauretanien Mali Burkina Faso Elfenbeinküste Ghana Liberia Sierra Leone Guinea Guinea-Bissau Gambia Senegal Niger Algerien Togo Benin Nigeria Kamerun Äquatorialguinea Gabun Republik Kongo Angola Namibia Südafrika Lesotho Botswana Sambia Honduras Frankreich (Französisch-Guayana) Vereinigtes Königreich (Falklandinseln)Venezuela on the globe (South America centered).svg
Über dieses Bild

Venezuela (amtlich Bolivarische Republik Venezuela, spanisch República Bolivariana de Venezuela [reˈpuβlikɑ βoliβɑˈɾjɑnɑ ðe βeneˈswelɑ]) ist ein südamerikanischer Staat an der Karibikküste. Er grenzt im Süden an Brasilien, im Westen an Kolumbien und im Osten an Guyana.

Venezuela wurde 1811 von der Kolonialmacht Spanien unabhängig. In dem Land herrscht seit der Bolivarischen Revolution 1999 ein sozialistisch ausgerichtetes Präsidialsystem. Seit 2014 wird Venezuela von der Vereinigten Sozialistischen Partei unter dem Parteivorsitzenden Nicolás Maduro regiert, dessen Regierungszeit zunehmend von politischen Protesten und internationaler Isolation geprägt ist. Opposition und internationale Beobachter beanstanden die Einschränkungen von Gewaltenteilung, freier Wahl und demokratischen Prinzipien und schätzen den Regierungstil mithin als autoritär ein.[7] Im Zuge der Entmachtung des Parlaments durch den de facto vom Staatspräsidenten kontrollierten Obersten Gerichtshof[7], der verfassungswidrigen[8] Einberufung einer verfassungsgebenden Versammlung, der nicht vom dazu ermächtigten Parlament, sondern von eben dieser Versammlung beschlossenen Entlassung der Generalstaatsanwältin Ortega Díaz[9] und der Inhaftierung prominenter Oppositionspolitiker[10] wird Venezuela zunehmend als auf dem Weg zu einer Diktatur beschrieben.[11][12][13]

Die venezolanische Wirtschaft, die fast vollständig vom Erdölexport abhängig ist, befindet sich derzeit in einer schweren Krise, geprägt von Hyperinflation, Versorgungsengpässen und Hungersnöten.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie des Namens Venezuela[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über den Ursprung des Namens „Venezuela“ gibt es zwei Theorien: Manche schreiben ihn Amerigo Vespucci zu, der zusammen mit Alonso de Ojeda 1499 eine Expedition entlang der nordwestlichen Küste führte (heute bekannt als der Golf von Venezuela). Als sie die Guajira-Halbinsel erreichten, beobachtete die Mannschaft die Pfahlbauten (palafitos), die die Añu über dem Wasser errichtet hatten. Diese erinnerten Vespucci an die Stadt Venezia (Venedig) und infolgedessen wurde die Region Venezuela genannt, was so viel wie „Klein-Venedig“ bedeutet.

Andererseits sagt der spanische Conquistador und Geograph Martín Fernández de Enciso, Mitglied der gleichen Mannschaft, in seiner Schrift „Suma de Geografía“, dass die Bevölkerung dieser Region einen flachen Felsen bewohnte und „Veneciuela“ genannt wurde

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

El Valle, Mérida

Venezuela hat eine etwa 2800 km lange Küste. Von der Gesamtfläche sind etwa 39 % bewaldet, 20 % bestehen aus Wiesen- und Weideland, 4 % machen Felder und Ackerland aus.

Es grenzt an drei Staaten: im Osten an Guyana mit 743 km Grenze, im Süden liegt Brasilien mit 1819 km Grenze und im Westen Kolumbien mit 2050 km Grenze. Die gesamte Länge der Landesgrenzen Venezuelas beträgt 4612 Kilometer.

Venezuela lässt sich in vier Regionen einteilen: die Anden, die sich in einem breiten Ost-West-Bogen von der kolumbianischen Grenze entlang des Karibischen Meeres nach Osten erstrecken; die Orinoco-Ebenen (Llanos) im Zentrum; die Maracaibo-Tiefländer im Nordwesten sowie das Hochland von Guayana im Südosten. Venezuela ist das sechstgrößte Land Südamerikas. Es ist landschaftlich so vielfältig wie kein anderer südamerikanischer Staat. Den stärksten Kontrast bilden die Dünenlandschaften am Isthmus von Coro und die Sümpfe des Delta Amacuro, beziehungsweise die schneebedeckten Berge der Cordillera de Mérida und die weiten Ebenen im Herzen des Landes. Das Land kann auch in sechs geographische Großräume untergliedert werden: die venezolanischen Anden, die Llanos del Orinoco, der Maracaibo-See, das Bergland entlang der karibischen Küste, die venezolanischen Karibikinseln sowie das Hochland von Guayana.

Anden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gipfel der venezolanischen Anden reichen bis knapp 5000 m Höhe. In den fruchtbaren Tälern zwischen den Bergen lebt ein großer Teil der Bevölkerung Venezuelas und auch Industrie und Landwirtschaft sind hier konzentriert. Die zerklüfteten Gebirgszüge an der kolumbianischen Grenze sind hingegen der am dünnsten besiedelte Teil dieser Region.

Südlich des Maracaibo-Sees erhebt sich der höchste Berg Venezuelas, der Pico Bolívar mit 4981 m. Einige Gipfel in dieser Region sind das ganze Jahr über schneebedeckt. Ein breites Tal trennt diesen Gebirgszug von einem weiteren, der der Küste folgt. In diesem Tal liegt auch die Hauptstadt Caracas. Dieser verhältnismäßig kleine Bereich ist die am dichtesten besiedelte Region des Landes. Hier wird die intensivste Landwirtschaft betrieben und das Verkehrsnetz ist am besten ausgebaut.

Orinoco-Ebene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich der Berge erstrecken sich die großen Ebenen der Llanos. Sie dehnen sich von der karibischen Küste im Osten bis an die kolumbianische Grenze aus. Der Orinoco bildet die südliche Grenze. Dem Festland vorgelagert ist die Insel Margarita.

Neben den Grasländern umfasst diese Region auch Sumpfgebiete im Orinoco-Delta und an der kolumbianischen Grenze. Die Erhebungen in den Llanos übersteigen die 200-Meter-Marke nicht.

Das Maracaibo-Tiefland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage des Maracaibo-Tieflandes

Das Maracaibo-Tiefland ist umgeben von Gebirgsketten, ausgenommen ist nur der Norden. Hier grenzt es an das Karibische Meer. Diese Region ist sehr flach und steigt nur leicht in Richtung der umliegenden Berge an. Der 13.000 km² große und bis zu 50 m tiefe Maracaibo-See nimmt einen Großteil der niedriger liegenden Bereiche ein. Er ist durch die ungefähr 75 km lange Meerenge Canal de San Carlos mit dem Golf von Venezuela verbunden. Unter dem Ostufer des Sees lagern die reichsten Erdölvorräte Venezuelas.

Die größte Stadt der Region ist die Hafenstadt Maracaibo am gleichnamigen See.

Hochland von Guayana[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hochland von Guayana erhebt sich südöstlich des Orinoco und ist eine der ältesten Landschaften Südamerikas. Dieses Hochland, das von Plateaus und Nebenflüssen des Orinoco geprägt ist, nimmt mehr als die Hälfte der Landesfläche Venezuelas ein. Die auffälligste Formation dieser Region ist die Gran Sabana, eine große, stark erodierte Hochebene. Im Laufe von Jahrmillionen wurden die Sandsteinmassen abgetragen und übrig blieben zerklüftete Täler und gewaltige massive Tafelberge (Tepuis). Ihr Alter wird auf 70 Millionen Jahre geschätzt. Die 115 verschiedenen Tepuis in diesem Gebiet zeichnen sich durch eine einzigartige und eigentümliche Flora und Fauna auf ihren Hochplateaus aus, denn aufgrund der Isolation haben sich viele endemische Arten entwickelt.

Salto Ángel, Nationalpark Canaima

Von den Tafelbergen herab stürzen die höchsten Wasserfälle der Welt, wie zum Beispiel der Salto Kukenan und der höchste Wasserfall der Welt, der Salto Ángel mit einer Fallhöhe von 978 Metern. Er ist zugleich eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Nationalparks Canaima, der von der UNESCO zum Weltnaturerbe ausgerufen wurde.

Flüsse und Hydrografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Orinoco ist mit einer Länge von 2.574 km der größte und wichtigste der über tausend Flüsse des Landes. Noch im Jahr 1958 verfügte er in seiner ganzen Länge über keine Brücke, die ihn überquerte. Er entspringt im Grenzgebiet zwischen Venezuela und Brasilien an einer der größten Wasserscheiden Lateinamerikas. Der Wasserstand des Orinoco schwankt je nach Jahreszeit beträchtlich. Die höchsten Stände werden im August gemessen und übersteigen die Tiefststände von März und April um über sieben Meter.[14] Der Großteil des Flussbettes weist nur ein geringfügiges Gefälle auf.

Unterhalb der Oberläufe findet sich ein weltweit seltenes geographisches Phänomen: der Fluss spaltet sich in zwei Arme auf, eine sogenannte Bifurkation. Der Brazo Casiquiare (wörtlich: Casiquiare-Arm), ein natürlicher Kanal, verbindet die beiden unabhängigen Flusssysteme des Orinoco und des Amazonas miteinander. Dabei fließt ein Drittel des Wassers über den Rio Negro (Amazonien) in den Amazonas, der Rest fließt weiter in den Hauptkanal des Orinoco. Diese Passage erlaubt es Schiffen mit niedrigem Tiefgang, vom Orinoco in das Flusssystem des Amazonas zu wechseln. Dadurch bilden die riesigen Gebiete zwischen Orinoco, Amazonas und Atlantik eine Insel.

Die meisten Flüsse, die in den nördlichen Gebirgen entspringen, fließen in südöstlicher Richtung zum Río Apure, einem Nebenfluss des Orinoco. Der Apure durchfließt die Llanos in östlicher Richtung. Im niederschlagsarmen Gebiet südlich des Apure gibt es keine nennenswerten Quellgebiete.

Ein anderer wichtiger Fluss ist der Río Caroní, der sich vor allem durch seine hohe Fließgeschwindigkeit auszeichnet. Er entspringt im Hochland von Guyana und mündet auf der Höhe von Ciudad Guayana in den Orinoco. Der Caroní eignet sich besonders gut für den Bau von Wasserkraftwerken und trägt so erheblich zum Energiehaushalt Venezuelas bei.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl Venezuela mitten in der tropischen Klimazone liegt, findet man, abhängig von der Höhenlage, der Topographie und der Richtung und Intensität der vorherrschenden Winde, alle Klimatypen vom tropisch feuchten bis zum alpinen Klima. Jahreszeitliche Schwankungen unterscheiden sich weniger durch die Temperatur als durch die unterschiedlichen Niederschlagsmengen. Im Großteil des Landes herrscht von Mai bis Oktober Regenzeit.

Das Land teilt sich in vier Temperaturzonen, die sich größtenteils auf die jeweilige Höhenlage zurückführen lassen: In der tropischen Zone (unterhalb von 800 m) herrschen im Jahresdurchschnitt Temperaturen zwischen 26 °C und 28 °C. Die gemäßigte Zone mit Durchschnittstemperaturen von 12 °C bis 25 °C erstreckt sich zwischen 800 und 2000 m Seehöhe. Hier liegen die meisten Städte Venezuelas, einschließlich der Hauptstadt Caracas. Kältere Bedingungen mit Temperaturen von 9 °C bis 11 °C findet man in der kühlen Zone zwischen 2000 und 3000 m. Weideland prägen die Landschaft im Hochgebirge (ab 3.000 m Seehöhe) und über 4000 Meter gibt es dauerhafte Schneefelder. Hier liegen die Temperaturen im Jahresdurchschnitt unter 8 °C.

Die jährlichen Niederschläge reichen von 430 mm in den halb-ariden Tiefländern und Ebenen im westlichen Teil der Karibikküste bis zu etwa 1000 mm im Orinoco-Dreieck. In den Gebirgsregionen schwanken die Niederschlagsmengen beträchtlich, denn in den Senken fällt weniger Regen als an den Steilwänden, die den Nordostwinden ausgesetzt sind. In Caracas fällt von Juni bis August mit 750 mm die Hälfte des dortigen jährlichen Niederschlags.

Die mittlere Höchsttemperatur des Landes liegt zwischen 30 °C und 31 °C. Allerdings kann die Temperatur an einzelnen Orten von diesem Durchschnittswert abweichen, so kommt es nicht selten zu Höchsttemperaturen um die 40 °C. Die mittlere Minimaltemperatur bewegt sich je nach Monat zwischen 7 °C und 12 °C, wobei sie von April bis November kaum unter 10 °C fällt. Von Juli bis Januar regnet es mitunter fast einen halben Monat lang, in den anderen Monaten gibt es nur einen bis sieben Regentage pro Monat.

Klimadiagramm von Caracas
Caracas
Klimadiagramm von Maracaibo
Maracaibo
Klimadiagramm von Ciudad Bolívar
Ciudad Bolívar
Klimadiagramm von Barcelona
Barcelona
Klimadiagramm von Santa Elena de Uairén
Santa Elena de Uairén
Klimadiagramm von Puerto Ayacucho
Puerto Ayacucho

Zeitzone[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1964 wurde in Venezuela die Zeitzone nach dem 60. Längengrad neu gerichtet (UTC-4, zuvor UTC-4:30). Am 9. Dezember 2007 wurde die Uhr um eine halbe Stunde zurückgestellt, und es galt wieder die Zeitzone UTC-4:30 (VST – Venezuelan Standard Time). Seit dem 1. Mai 2016 gilt wieder die Zeit UTC-4, dies unter anderem in der Hoffnung, den Stromverbrauch reduzieren zu können.[15]

Wichtige Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptstadt Caracas ist zugleich die größte Stadt des Landes. Andere wichtige Städte sind:

Armenviertel (Barrios), Caracas
Skyline des Stadtteils Chacao, Caracas
Stadt Einwohner
Caracas 2.104.423
Maracaibo 1.609.000
Valencia 1.196.000
Barquisimeto 811.000
Ciudad Guayana 629.000
Barcelona 455.000
Mérida 196.000

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Venezuela gibt es heute 43 Nationalparks (siehe Liste der Nationalparks in Venezuela) und 36 Naturdenkmäler. 62,9 Prozent (2007) der Landesfläche sind als geschützt ausgewiesen. Venezuela verfügt somit (gegenüber zum Beispiel Brasilien mit 18,5 Prozent) über den höchsten Prozentsatz an Naturschutzgebieten in Nord- und Südamerika.[16]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungspyramide Venezuela 2016
Bevölkerungspyramide Venezuela, 2016

Venezuela hat rund 31 Millionen Einwohner. Davon sind 51,6 % Mestizen. 43,6 % der Venezolaner sind europäischer, 3,6 % afrikanischer und 2,8 % indianischer Abstammung. Das Bevölkerungswachstum beträgt jährlich 1,3 % (2016).[17]

Die Geburtenrate liegt bei 19,2 (pro 1000 Einwohner, Wert 2016). Durchschnittlich bringt jede Frau 2,35 Kinder zur Welt (Wert 2016), wobei die Säuglingssterblichkeit 12,5 (pro 1000 Geburten, Wert 2000) beträgt. Die Todesrate liegt mit 5,2 (pro 1000 Einwohner, Wert 2016) deutlich unter der Geburtenrate. Das Median-Alter betrug 28 Jahre.[18]

Entwicklung der Kindersterblichkeit in Venezuela 1990–2011 laut INE

Ungefähr 85 % der Bevölkerung leben in den städtischen Gebieten im Norden des Landes. Im Gebiet südlich des Orinoco, das immerhin fast die Hälfte der Landesfläche einnimmt, leben nur 5 % der Einwohner, darunter indigene Stämme mit traditioneller Lebensweise wie die Waika.

Die 2 % Ureinwohner gehören etwa 24 unterschiedlichen Gruppen an. Die größten indigenen Völker sind die Wayúu (Guajiro) nördlich von Maracaibo, die De’áruwa (Piaroa), Wayapopihíwi (Guajibo), Ye’kuana und Yanomami in der Amazonasregion, die Warao im Orinoco-Delta und die Pemón im Südosten von Guayana.[19]

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Gallup[20] vom Dezember 2012 zählten die Einwohner des Landes mit zu den glücklichsten Menschen auf der Erde.[21] 4 Jahre später herrschte eine Versorgungskrise. Zehntausende Menschen hatten das Land verlassen, alleine Kolumbien stellte Ende Sommer 2017 innert vier Wochen 62.000 temporäre Aufenthaltsbewilligungen für geflüchtete Venezolaner aus.[22]

Entwicklung der Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl
1950 5.482.000
1960 8.147.000
1970 11.588.000
1980 15.344.000
1990 19.862.000
2000 24.488.000
2010 29.028.000
2017 31.977.000

Quelle: UN[23]

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Artikel 9 der Verfassung von 1999 besagt: „Die Amtssprache ist Kastilisch. Die indigenen Sprachen sind ebenfalls Amtssprachen für die indigenen Völker und müssen im gesamten Territorium der Republik respektiert werden, da sie einen kulturellen Reichtum der Nation und der Menschheit darstellen.“ Die 35 verschiedenen indigenen Gruppen Venezuelas gehören zu den großen Sprachgruppen der Arahuaca (Araguaca), Kariben (karibische Sprachen), Chibcha und Tupí-Guaraní. Etwa ein Dutzend der in Venezuela gesprochenen Sprachen ist keiner größeren Sprachgruppe zuzuordnen. Bekannt sind davon vor allem Wayúu, Pemón und Warao (indigene Sprachen). Warao wird weltweit von etwa 30.000 Stammesmitgliedern der Warao-Indianer gesprochen, die fast ausschließlich in Venezuela leben. Der karibische Indianerstamm der Pemón lebt zu seiner Mehrheit in Gran Sabana in Bolívar, wo ebendiese Sprache gesprochen wird.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

96 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, zwei Prozent gehören dem protestantischen Glauben an.[24] 104.000 Venezolaner (0,3 %) waren im Jahr 2007 Anhänger der Zeugen Jehovas.[25] 12.000 Einwohner (0,04 %) bekannten sich 2005 zur Neuapostolischen Kirche.[26] Zum Islam bekennen sich etwa 95.000 Einwohner (0,3 %).[27] Juden und Anhänger von indigener südamerikanischer Religionen bilden weitere Minderheiten (Stand: 2006). Zusätzlich haben sich einige kleinere synkretistische Kulte im Land verbreitet, darunter der María-Lionza-Kult. Der wichtigste Heilige ist José Gregorio Hernández. Seine Figuren, mit schwarzem Filzhut und elegantem Anzug, sind in Wohnungen, Läden und Kirchen zu finden.[19]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Venezuelas

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Venezuela lebten in vorkolumbianischer Zeit indianische Gruppen, nomadisierende Jäger und Sammler, sowie Fischer und Bauern. Christoph Kolumbus erreichte auf seiner dritten Reise 1498 die östliche Küste Venezuelas und ging an der Mündung des Flusses Orinoco an Land. Es war das erste Mal, dass er und seine Mannschaft das amerikanische Festland betraten. Am 24. August 1499 folgte eine Expedition von Alonso de Ojeda und Amerigo Vespucci, die dem Land wegen der häufigen Verwendung von Pfahlbauten angeblich den Namen Venezuela (Klein-Venedig) gaben. Diese Theorie stammt aus Vespuccis Reisebericht Cuatro Navegaciones („vier Schifffahrten“) und ist auch allgemein bekannt, jedoch historisch nicht belegt.

Skizze von Nueva Cádiz

Die erste feste Siedlung der Spanier mit dem Namen Nueva Cádiz entstand 1522. 1528 bis 1545 versuchten die Welser mit Klein-Venedig erfolglos ihr Glück. Die heutige Hauptstadt Caracas wurde 1567 gegründet und 1577 setzte die spanische Krone zur Verwaltung einen Gouverneur ein.

Martin Tovar y Tovar: Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung, Gemälde von 1876

Die Kolonie wurde im 16. und 17. Jahrhundert von den Spaniern eher vernachlässigt, da sie sich auf das Gold aus anderen Teilen Amerikas konzentrierten. Der Anbau von Kakao, Zucker, Tabak, Kaffee und Baumwolle führte dazu, dass eine große Anzahl an Sklaven nach Venezuela gebracht wurde, die, nachdem die einheimische Kultur zu einem Großteil zerstört war, die Kultur in Venezuela nachhaltig beeinflussten. Im 17. und 18. Jahrhundert begann die Christianisierung indianischer Stämme durch Missionare der römischen Kirche. Das Land war politisch zunächst Bestandteil des 1535 gebildeten Vizekönigreichs Neuspanien (Nueva España) mit seiner Hauptstadt Mexiko. 1777 wurde die Statthalterschaft von Venezuela gegründet.

Simón Bolívar, Befreier von Venezuela, Kolumbien, Panama, Ecuador, Bolivien, und Peru

Von 1797 bis 1821 gab es immer wieder Versuche, Neu-Granada, dessen Teilregion Venezuela war, von der spanischen Herrschaft loszulösen. 1821 gelang es Simón Bolívar, die Unabhängigkeitskriege in Venezuela zu einem siegreichen Ende zu führen. Venezuela wurde ein Teil der von Bolívar schon 1819 neu geschaffenen Republik Großkolumbien. Wenige Tage nach seinem Tod 1830 fiel Venezuela aus dieser Verbindung ab und erklärte sich für selbstständig.

1864 wurde Venezuela in eine Bundesrepublik umgewandelt. Es folgten noch eine Reihe Bürgerkriege und Revolutionen, die die politische Entwicklung des Landes hemmten.

Erste Hälfte des 20. Jahrhunderts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts waren durch die Diktatur von Juan Vicente Gómez bestimmt. Auf dessen Tod folgte eine teilweise Liberalisierung des Landes, unter anderem durch Eleazar López Contreras. Diese Politik wurde von Isaías Medina Angarita fortgeführt. So wurde im Juni 1941 die sozialdemokratische Partei Acción Democrática (AD) und im Oktober 1945 die Kommunistische Partei legalisiert und im April eine Verfassungsreform durchgesetzt.

Aufgrund einzelner Mängel, die die Regierung mit zu verantworten hatte, kam es von Seiten der Opposition und Teilen des Militärs am 18. Oktober 1945 zum Putsch gegen die Regierung Medina Angaritas. Die durch den Putsch an die Macht gekommene Regierung setzte die angestrebten Reformen sofort durch. So wurde am 14. Dezember 1947 zum ersten Mal ein Präsident direkt vom Volk gewählt. Rómulo Gallegos sollte der erste gewählte Präsident werden. Allerdings blieb er nicht lange im Amt, denn kurz darauf kam es zu einem erneuten Putsch des Militärs.

1948–1982[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1948 wurde Venezuela von einer Militärjunta geführt, von 1952 an unter Diktator Marcos Pérez Jiménez. Mit seinem Sturz 1958 wurde Venezuela eine Demokratie. Seitdem waren bis in die 1990er Jahre die beiden bestimmenden Parteien die sozialdemokratische Acción Democrática und die konservative COPEI, die auch die Präsidenten stellten. In der ersten Amtszeit von Carlos Andrés Pérez (1974–1979) stiegen die Einkünfte des Landes aus dem Erdölexport so rapide, dass das Land eines der wohlhabendsten Länder Südamerikas war, „[…] durch den Verkauf von Erdöl hat Venezuela von 1973 bis 1983 rund 240 Milliarden Dollar eingenommen, das heißt etwa das Zehnfache dessen, was der Marshallplan vorsah“ (Arturo Uslar Pietri), die damit einhergehende Verteilungspolitik führte zur, für lateinamerikanische Verhältnisse, außerordentlich hohen politischen Stabilität des Landes. Die Entwicklung des Bildungssystems manifestierte sich ebenfalls in einer verbesserten Verteilung im Land.[28]

1983–1997[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem schnellen Verfall des Ölpreises seit 1983 brachen diese Einkünfte jedoch weg, und da es keine anderen Wirtschaftszweige gab, die die sinkenden Erdöleinnahmen zu kompensieren vermochten, führte dies gemeinsam mit den immer höher werdenden Auslandsschulden (1993: 45 Milliarden Dollar) zu einer anhaltenden Wirtschaftskrise.

Carlos Andrés Pérez war aufgrund massiver Korruption heftig kritisiert worden. Er wurde für die Amtsperiode 1989–1994 mit großen Erwartungen wiedergewählt. Michael Zeuske sieht vor allem innenpolitische Probleme, Korruption, Elitenmisswirtschaft, massive Fehlinvestitionen, eine mangelhafte Bildungspolitik und die Vernachlässigung ganzer Wirtschaftszweige, wie der Landwirtschaft, als wesentliche Ursachen für die nachfolgende größte Rezession in der Geschichte des Landes. Venezuela war faktisch bankrott und die für Kredite des Internationalen Währungsfonds eingeforderten Einsparmaßnahmen wurden einseitig auf dem Rücken der Ärmsten ausgetragen. Es kam am 27. Februar 1989 nach einer über Nacht erfolgten starken Erhöhung der Preise für den öffentlichen Nahverkehr zu landesweiten Aufständen und Hungerrevolten, der sogenannten Caracazo. Durch deren gewaltsame Niederschlagung kamen offiziell 246, nach inoffiziellen Schätzungen in kaum zwei Tagen weit über 1000–3000 Menschen ums Leben. Langfristige Folge war eine zunehmende Machtverschiebung hin zum Militär, wie der Zusammenbruch des sozialen Konsens und der bis dahin etablierten Parteien. Nach zwei Putschversuchen im Jahre 1992, einem am 4. Februar durch Hugo Chávez und einem weiteren am 27. November 1992, einem Volkswirtschaftsjahr mit Minuswachstum und der Absetzung des Präsidenten Pérez durch den Obersten Gerichtshof wegen Veruntreuung und Korruption wurde 1994 Rafael Caldera als neuer Präsident gewählt. Bis 1998 gelang ihm zwar die politische Stabilisierung, der Wirtschaftskrise aber wurde auch er nicht Herr (1994: Inflationsrate: 71 Prozent, schwere Währungskrise und Bankencrash).

Ab 1998: „Chavismus“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hugo Chávez bei einem Besuch in Guatemala

Am 6. Dezember 1998 wurde Hugo Chávez, der Gründer der Movimiento Quinta República und Anführer eines Putschversuches gegen die venezolanische Regierung unter Carlos Andrés Pérez (1992), mit 56 Prozent der Stimmen zum Präsidenten gewählt. Chávez war ein Verfechter der Bolivarischen Revolution, seine erklärten Ziele waren der Kampf gegen Korruption, die Schaffung und Stärkung möglichst direkter Demokratie sowie die nationale und ökonomische Unabhängigkeit. Nach der Ausarbeitung einer neuen „bolivarischen“ Verfassung und deren Annahme per Referendum wurde Chávez im Jahr 2000 mit einer gegenüber 1998 sogar nochmals deutlich gestiegenen Mehrheit (60 Prozent) bestätigt. Venezuelas Staatsbezeichnung lautet seitdem „Bolivarische Republik Venezuela“ und wird oft auch als „Fünfte Republik“ (quinta república) bezeichnet.

Am 11. April 2002 scheiterte ein Putsch gegen die Regierung Chávez. Die zuvor in einer niedrigeren Instanz verurteilten Putschisten, darunter drei hohe Militärs, wurden vom Obersten Gerichtshof TSJ jedoch freigesprochen.[29][30]

Dem Putsch voran gingen Streiks beziehungsweise Aussperrungen des Unternehmerverbandes. Beim staatlichen Erdölkonzern Petróleos de Venezuela (PDVSA) kam es zu Sabotageaktionen und dem unerlaubten Fernbleiben von der Arbeit durch höhere Angestellte und Management. Da der vermeintliche Streik nicht einmal innerhalb der Gewerkschaft abgestimmt war, erkannte ihn die Internationale Arbeitsorganisation nicht als Streik an. Hinzu kam auch ein sogenannter Steuerstreik des wohlhabenden Teils der Bevölkerung.

2004 sammelte die Opposition Unterschriften für ein Referendum gegen Chávez. Nachdem das zuständige Wahlamt festgestellt hatte, dass die notwendige Anzahl von Unterschriften (etwa 2,5 Millionen) knapp erreicht war, erklärte Chávez, er würde sich diesem Referendum stellen. Aufgrund des bemerkenswert hohen Andrangs am Abstimmungstag wurde Chávez bei hoher Wahlbeteiligung (73 Prozent) mit 59,25 Prozent (knapp fünf Millionen Wähler) im Amt bestätigt. Die Opposition warf Chávez Wahlbetrug vor, aber eine von ihr initiierte und von der Organisation Amerikanischer Staaten und dem Carter Center durchgeführte Nachzählung der Stimmen bestätigte das Wahlergebnis.

Am 3. Dezember 2006 wurde Chávez bei den Präsidentschaftswahlen mit 62,89 Prozent der Stimmen aufs Neue im Amt bestätigt. Es gab insgesamt 18 Kandidaten für das Amt. Der sozialdemokratische Gegenkandidat Rosales, Führer der Opposition gegen Chávez, erreichte 36,85 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung war mit etwa 75 Prozent die höchste seit 1988.[31] Die von der Europäischen Union entsandten Beobachter gingen von einer reibungslosen Wahl aus, im offiziellen Bericht wurde allerdings unter anderem die starke institutionelle Propaganda hauptsächlich für Präsident und Kandidat Chávez sowie die unausgeglichene Berichterstattung sowohl in den öffentlichen als auch in den privaten Medien kritisiert. Außerdem sei auf Staatsangestellte Druck ausgeübt worden, für Chávez zu stimmen beziehungsweise an Wahlkampagnen für seine Wiederwahl teilzunehmen. Dies sei ein Verstoß gegen die internationalen Prinzipien der freien Stimmabgabe.[32]

Im September 2010 fanden die Wahlen für die Nationalversammlung statt. Die PSUV und die PCV erhielten 98 Sitze mit einem Stimmenanteil von 48,13 %, der Tisch der demokratischen Einheit (Mesa de la Unidad) erzielte 65 Sitze bei einem Stimmenanteil von 47,22 % und Patria Para Todos bekam 2 Sitze für 3,14 % der Stimmen. Später erklärte Patria Para Todos, dass sie ein Teil der MUD sein würden.

Die abtretende Nationalversammlung verabschiedete jedoch ein Ermächtigungsgesetz für Chávez, das dem Präsidenten 18 Monate lang erlaubte, Sondergesetze ohne parlamentarische Zustimmung zu verabschieden.

Am 7. Oktober 2012 wurde Hugo Chávez zum dritten Mal als Präsident wiedergewählt[33] und blieb dies bis zu seinem Tod am 5. März 2013. Danach übernahm Vizepräsident Nicolás Maduro als stellvertretendes Staatsoberhaupt die Amtsgeschäfte des Präsidenten, obwohl eine Entscheidung des Verfassungsgerichts darüber, ob die Aufgabe nicht stattdessen Diosdado Cabello als stellvertretendem Staatsoberhaupt zusteht, noch ausstand.[34]

Nach dem Tod von Hugo Chávez am 5. März 2013 kam es am 14. April 2013 zu Neuwahlen, die Nicolás Maduro mit 50,78 % gewann.

Regierung Maduro ab 2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2014 wurde Venezuela von einer Protestwelle gegen Staatschef Nicolás Maduro erschüttert. Nach offiziellen Angaben kamen mindestens 42 Menschen während ihrer gewaltsamen Niederschlagung sowohl auf Seiten der Regierungsgegner als auch auf Seiten ihrer Anhänger ums Leben.[35] Mindestens 785 Menschen wurden verletzt. Zudem gab es rund 2.200 Verhaftete, darunter 58 Ausländer, unter dem Vorwurf, Unruhen im Land zu schüren.[36][37] Grund für die Proteste seien eine hohe Inflation, eine verbreitete Korruption sowie die hohe Kriminalität im Land. Der Präsident bezeichnete die Proteste als versuchten Staatsstreich.[38]

Am 5. März 2014 brach Venezuela die diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Panama ab. Präsident Maduro warf dem Land Konspiration mit den USA gegen Venezuela vor. Ursache war eine durch Panama beantragte Sondersitzung der Organisation Amerikanischer Staaten wegen der andauernden Unruhen in Venezuela.[39]

Im Jahr 2014 betrug die Inflation 64 Prozent. Als Grund nannte Maduro eine „Verschwörung der USA“ durch tief gehaltene Ölpreise. Der offizielle Kurs des Bolivar gegenüber dem Dollar betrug seit Jahren 6,3 Bolivar, auf dem Schwarzmarkt wurden Anfang 2015 183 Bolivar bezahlt. Für 21.000 Produkte und Dienstleistungen gab es bis dahin staatlich festgesetzte Preise, Güter der Grundversorgung fehlten. Da es vor allem auch an Grundnahrungsmitteln fehlte, litten die Menschen teilweise bereits Hunger. Vor großen Supermärkten wurden Soldaten der Nationalgarde stationiert. Fitch stufte die Staatsanleihen auf CCC ein. Im Februar 2015 wurde nicht mehr die Kriminalität als größte Sorge eingestuft, sondern die Versorgungslage. Die Regierung übte sich in Blick auf die Parlamentswahlen in der Rhetorik von Komplott und Putschversuch der „rechtsextremen Opposition“. Unter solchen Vorbehalten wurde am 19. Februar 2015 einer der prominentesten Oppositionspolitiker, der Bürgermeister der Hauptstadt Caracas, Antonio Ledezma verhaftet. Die Bischofskonferenz nannte mittlerweile das totalitäre System als das zentrale Problem. Verlöre der Präsident den Rückhalt der Armee, der Nationalgarde, der Colectivos (paramilitärische Gruppierungen) oder Teilen davon, wäre ein kritischer Punkt für einen Militärputsch erreicht worden.[40][41][42]

Bei den Parlamentswahlen 2015 erreichte ein Oppositionsbündnis eine Zweidrittelmehrheit. Der Oberste Gerichtshof Venezuelas erklärte jedoch die Wahl von vier Abgeordneten (darunter drei der Opposition) für ungültig, womit die Opposition die Zweidrittelmehrheit wieder verlor.

Im Februar 2016 erhöhte die Regierung die „absurd“ tiefen Benzinpreise um bis zu 6.000 Prozent. Damit kostete eine Tankfüllung nun den Gegenwert einer Dose Bier (eine ähnliche Subventionskürzung hatte noch im Jahr 1989 zu Aufständen mit mehreren Hundert Toten geführt). Mineralwasser hingegen wurde zur Mangelware, da der staatlich regulierte Höchstpreis nicht einmal den Preis der Flaschenproduktion gedeckt hätte. Die Getreidelieferungen aus dem Ausland nahmen ab, dies wegen der Schulden des Staates bei den Lieferanten von 15 Milliarden Dollar. Nach Angaben des Apothekerverbandes waren 90 Prozent aller Medikamente Mangelware. Lebensmittel und Hygieneartikel wurden knapp. Aufgrund des Warenmangels wurde für 2016 bei einer um über 18 Prozent gesunkenen Wirtschaftsleistung eine extrem hohe Inflation von gegen 800 Prozent[43] verzeichnet, nachdem sie für 2015 offiziell bei 141 bis 180 Prozent gelegen hatte[44][45], für Nahrungsmittel eher um 300 Prozent.[46] Der Schwarzmarktpreis für einen US-Dollar stieg bis April 2016 auf 1.150 Bolivares.[47] Im April 2016 führte die Regierung eine vorübergehende 4-Tage-Woche ein, um den Stromverbrauch zu senken. Die größten Mobilfunk-Anbieter des Landes kündigten an, wegen unbezahlter Rechnungen künftig keine internationalen Gespräche mehr aus dem Land anzubieten. Zahlreiche Fluglinien stellten ihre Routen wegen nicht zugänglicher Ticket-Einnahmen ein, Post wurde nur unregelmäßig zugestellt.[48] Bereichen der Gesundheitsversorgung drohte aufgrund mangelnder Versorgung der Kollaps.[49]

Während dieser Versorgungskrise wurde ein großangelegtes Militärmanöver durchgeführt mit 520.000 Soldaten, Reservisten und Freiwilligen. Der oppositionelle Präsidentschaftskandidat von 2013, Henrique Capriles, meinte dazu: „Den Krieg, den man in Venezuela erklären muss, ist der gegen den Hunger.“[50]

Zwischenzeitlich hatte Venezuela im Juli 2016 nach 11 Monaten der Abschottung die Grenze zu Kolumbien für 12 Stunden geöffnet, damit die Menschen dort einkaufen konnten – zuvor war die Grenze schon von hunderten Frauen für Lebensmittelkäufe durchbrochen worden.[51] Ein Artikel in der Weltwoche stellte fest, es sei keine Frage, ob es eine Hungerrevolte geben würde, die Frage wäre vielmehr wann.[52] Schon länger waren allen Erwachsenen aufgrund der Endziffern ihrer Personalausweise Tage zugeordnet worden, an welchen sie regulierte Waren einkaufen durften, zwei Endziffern teilen sich dabei einen Tag.[53] Für Juli 2016 beschrieb Jan Christoph Wiechmann im Tagesanzeiger-Magazin eine frühmorgendliche 500 Meter lange Schlange vor einem erst vier Stunden später öffnenden Supermarkt.[54] An der offenen Brasilianischen Grenze herrschte reger Einkaufsverkehr.[55]

Die Regierung stellte im Juli 2016 die wichtigsten 5 Häfen unter militärische Kontrolle; am 11. Juli hatte Maduro angekündigt, dass er und sein Verteidigungsminister das „vollständige Kommando über die Versorgung des Landes“ übernähmen.[56] Dass die Minister in vielen Fragen darauf hin General Vladimir Padrino López Bericht erstatten mussten, wurde auch als stiller Militärputsch kommentiert[57].

Im Oktober befand das regimetreue Oberste Gericht, dass die Regierung das Staatsbudget als Dekret und unter Umgehung des Parlaments beschließen könne. Stattdessen hätte eine Genehmigung ebendiesen Gerichts zu erfolgen.[58] Andererseits schien unter dem Druck, unter dem die Regierung stand, die staatliche Preiskontrolle de facto abgeschafft; die Versorgungslage verbesserte sich etwas dank des Verkaufs der Waren in den Läden zu eigentlich illegalen Schwarzmarktpreisen.[59]

Abberufungs-Referendum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 24. April 2016 sammelte die Opposition Unterschriften für ein Abberufungsreferendum gegen die Regierung Maduro. Zur Eröffnung des dazu nötigen Prozesses wurden 200.000 Unterschriften innerhalb 30 Tagen benötigt. Innerhalb zweier Tage unterschrieben eineinhalb Million Menschen.[60][61] Als nächster Schritt mussten von den anerkannten Unterschriften deren 200.000 durch Fingerabdrücke verifiziert werden.[62] Der Vizepräsident Venezuelas, Aristobulo Isturiz, hatte jedoch schon im Mai 2016 bemerkt, ein solches Referendum werde es „nie geben“.[63] Laut Umfragen (Herbst 2016) hätte Maduro an der Urne keine Chance.[64]

400.000 Unterschriften wurden bis Anfang August geprüft und für gültig befunden. Als nächster Schritt hätten für zwei Tage die Wahllokale geöffnet werden und 20 Prozent der Wähler (4 Millionen Venezolaner) sich für ein Abwahlreferendum aussprechen müssen – laut den vorgegebenen Fristen bis in der ersten Septemberhälfte 2016.[65] Die Wahlkommission zögerte stattdessen den Termin unter Verletzung der Verfassung[66] bis Ende Oktober hinaus. Damit wurde das Ziel des Regimes erfüllt, Neuwahlen zu vermeiden[67], denn mit der Durchführung eines Referendums nach Anfang 2017 wurden keine Neuwahlen mehr fällig, sondern es würde der Vizepräsident eingesetzt.[68] Eine friedliche Demonstration mit bis zu einer Million Protestierender[69] gegen diese Verzögerung am 1. September 2016 wurde von der Regierung mit den Worten kommentiert, es „sei nicht gelungen, das Volk und seine Regierung einzuschüchtern“.[70] Journalisten waren ausgewiesen worden und Maduro sprach von festgenommenen „bewaffneten Putschisten“. Personen, welche das Referendum unterschrieben hatten und in höheren Chargen in fünf Ministerien arbeiteten, wurde per Dekret gekündigt.[71]

Der nationale Wahlrat von Venezuela setzte das Datum für das Referendum auf Februar 2017 fest und stellte die (verfassungswidrige) Hürde auf, dass das Quorum von 20 Prozent in allen Staaten erreicht werden müsse.[72] Das Verfahren wurde jedoch in der Woche vor der zweiten Phase überraschend von der Wahlbehörde gestoppt: Vom 26. bis 28. Oktober hätte die zweite Unterschriftensammlung statt finden sollen.[73] Bei Massenprotesten am folgenden 26. Oktober wurden 120 Personen verletzt. Zu den Forderungen der Opposition während vom Vatikan vermittelten Gesprächen hatten auch Freilassungen von politischen Gefangenen gehört. Die Freilassung von 5 Gefangenen auf Weisung des Präsidenten bestätigten zwar auch das Nichtfunktionieren der Gewaltentrennung[74][75], Regierung und Opposition erkannten jedoch die Vermittlung durch den Vatikan an und es wurden Vorschläge zur Deeskalation gemacht: Allenfalls könnten auch vorgezogene Neuwahlen im Herbst 2017 in Betracht gezogen werden.[76] Der Dialog brachte außer einem Zeitgewinn für Maduro wenig und die Opposition unterbrach ihn Ende des Jahres.

Am 9. Januar 2017 erklärte das Parlament den Präsidenten in der Hoffnung auf Neuwahlen für abgesetzt; Begründung für die Absetzung war Artikel 233 der Verfassung, wonach das Parlament feststellen könne, dass der Präsident seine Pflichten nicht erfülle respektive sein Amt nicht ausführe. Auch aufgrund des Vorhandenseins des von Maduro handverlesenen Obersten Gerichtshofs dürfte das Votum kaum Auswirkungen haben.[77][78]

„Staatsstreich von oben“ Ende März 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 29. März 2017 hatte das Oberste Gericht allen Parlamentariern die Immunität entzogen sowie dem Parlament alle Kompetenzen entzogen und sich selber übertragen. Zwei Tage später hatte die Generalstaatsanwältin dieses Vorgehen als Verfassungsbruch bezeichnet.[79] Am 1. April wurde die Entscheidung rückgängig gemacht. Unklar war, auf wessen Veranlassung hin das Gericht so gehandelt hatte[80], der Druck der internationalen Diplomatie zur Rückgängigmachung war dementsprechend groß. Tatsächlich hatte das Oberste Gericht die Funktionen der Legislative ausgeübt, womit die Gewaltentrennung aufgehoben und die Situation de facto einer Diktatur gleichzusetzen war. Präsident Maduro wollte ohne Konsequenzen zur Normalität zurückkehren [81], die Opposition verlangte die Absetzung der Richter.[82] OAS-Generalsekretär Luis Almagro verurteilte Maduros autoritären Regierungsstil, Venezuelas Mitgliedschaft im Mercosur war bereits im Dezember suspendiert worden. Die Vollmachten, die das Gericht gleichzeitig an Maduro übertragen hatte, blieben jedoch bestehen, so dass Maduro eigenständig Verträge des staatlichen Ölkonzerns PDVSA mit anderen Firmen aushandeln kann.[83]

Nach der Entmachtung des Parlaments im April 2017, kam es zu verschiedenen Demonstrationen gegen Maduro mit mehreren Zehntausend Teilnehmern und mehreren tödlichen Zwischenfällen bei Konfrontationen mit Sicherheitskräften.[84]

Schon Mitte Mai hatte die Opposition das für die Gewalt gegen Demonstranten mitverantwortliche Militär zum Dialog aufgerufen.[85] Der regimetreue Oberste Gerichtshof leitete am 20. Juni ein Verfahren zur Absetzung der Generalstaatsanwältin Luisa Ortega ein, jener Frau, die die Machtübernahme eben jenes Gerichts Ende März als verfassungswidrig bezeichnet hatte.[86]

Am 1. Mai 2017 erklärte Maduro, eine 540-köpfige Verfassungsgebende Versammlung einzuberufen, die eine neue Verfassung ausarbeiten solle. Einen Monat später erklärte er dazu, dass das Volk (im Gegensatz zur ursprünglichen Ankündigung) erst über die ausgearbeitete Verfassung werde abstimmen können, nicht aber über den Prozess. Die Verfassung schreibt ein vorgängiges landesweites Referendum für die Einberufung einer solchen Versammlung vor, womit das Vorgehen Maduros eindeutig verfassungswidrig ist.[8][87] Parlament oder Opposition sollten durch ein ausgeklügeltes Verfahren bei der Auswahl der Mitglieder nicht beteiligt werden. Mit über 364 "territorialen Abgeordneten", erhielten Vertreter kleiner, stark im Chavismus verankerter ländlicher Gemeinden, überproportionalen Einfluss. 168 Sitze waren gleich direkt für regierungsnahe Sektoren vorgesehen und acht für Vertreter von Ureinwohnern. Für die seit Dezember 2016 ausstehenden Regionalwahlen gab es kein Datum und die von Maduro angekündigte Verfassungsreform würde Wahlen zusätzlich hinausschieben.[88] Auch dagegen wurde demonstriert und bis zum 6. Mai 2017 waren bei allen Protesten insgesamt 37 Personen zu Tode gekommen, bis 23. Juni hatte sich diese Zahl auf 76 erhöht und bis Ende Juli auf über 100.[89][90]

Maduro kündigte an, dass die Verfassungsänderung durchgesetzt würde und «Wenn wir es nicht mit den Stimmen schaffen, dann mit Waffen.»[91] Anfang Juli wurde das Parlament von Colectivos blockiert, welche rund 350 Personen am Verlassen des Gebäudes hinderten.[92] Im Vorfeld der Wahl der Verfassungsgebenden Versammlung war ein Generalstreik organisiert[93] sowie durch die Opposition am 16. Juli ein symbolisches Anti-Maduro-Referendum abgehalten worden, bei welchem sich sieben Millionen Venezolaner, also ein Drittel aller venezolanischen Wahlberechtigten, gegen Maduro aussprachen.[94] Die drei mit ja oder nein zu beantwortenden Fragen lauteten: 1. Wollen Sie eine Verfassungsgebende Versammlung? 2. Soll die Armee die gültige Verfassung verteidigen? 3. Unterstützen Sie Wahlen vor 2019? und war damit auch ein Aufruf zur Verfassungstreue an die Armee.[95]

Ab der Bildung der „Verfassunggebenden Versammlung“ Juli 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maduros Regierung gab an, die verfassungswidrige, weil ohne vorheriges Referendum, beschlossene Wahl der verfassunggebenden Versammlung Asamblea Nacional Constituyente am 30. Juli 2017 „gewonnen“ zu haben, obschon das Resultat aufgrund des Wahlmodus schon im Vornherein feststand.[96] Zwei Drittel der Sitze gingen an Gemeindevertreter, unabhängig von der Größe der Gemeinde, womit kleine Dörfer die Städte bei weitem überstimmen. Das restliche Drittel ging an acht von den Chavisten kontrollierte sektorielle Organisationen.[97] Die Opposition bezeichnete das Ergebnis darüber hinaus als manipuliert,[98] da sich nach offiziellen Angaben 41,5 % bzw. mehr als acht Millionen Venezolaner an der Abstimmung beteiligt hätten, während die Opposition 2,5 Millionen nennt. Smartmatic, ein in Venezuela gegründetes Unternehmen, welches das venezolanische elektronische Wahlsystem seit 2004 entwickelt hatte, erklärte in London, "ohne jeden Zweifel" zu wissen "dass die Beteiligung bei der jüngsten Wahl für eine verfassungsgebende Versammlung manipuliert worden ist."[99] Die Nachrichtenagentur Reuters gibt an, Zugang zu internen Dokumenten der Wahlkommission zu haben, die zeigen, dass bis 17:30 Ortzeit nur 3,7 Millionen Stimmen abgegeben wurden.[100]

International wird die Abstimmung weitgehend als nicht demokratisch verlaufen angesehen und das Gremium nicht anerkannt, sogar der Vatikan verurteilte diese loyalistische Versammlung im katholischen Land, weil sie ein „Klima der Spannung und des Konflikts“ schüre.[101]

Nachdem die UNO die exzessive Gewalt des Regimes aufs Schärfste verurteilt hatte[102], ordnete die Verfassungsgebende Versammlung an, dass die Anklagen von Demonstranten vor Militär- anstatt Zivilgerichten zu stoppen sei.[103]

Die neue Versammlung übertrug sich selber die Kompetenzen aller Staatsgewalten[104] inklusive der Legislative. Zwar wurde das ordentliche Parlament nicht explizit für aufgelöst erklärt, doch besaß es nach einem Beschluss der regimetreuen Versammlung vom Freitag, 18. August 2017 keinerlei Befugnisse mehr.[105] Die Anzahl der Toten bei Protesten gegen die Regierung war Ende August bis 125 gestiegen. Die Fernsehsender Caracol und RCN wurden nicht mehr verbreitet und zwei Radiostationen die Lizenz entzogen.

Einer erneuten Militärübung wurde als Ziel die Einschüchterung nach innen zugeschrieben und zur Einschwörung der Loyalität zur Regierung.[106] Diese Übungen waren in Venezuela schon früher und seit Chavez’ Zeiten mit der "Bedrohung durch die USA"[107] begründet worden. Präsident Maduro ließ auch verlauten, wer Zweifel hege, solle die Armee verlassen.[108]

Die USA nahmen zwar auch im Sommer 2017 immer noch fast die Hälfte der venezolanischen Ölausfuhren ab, erschwerten aber die Geldbeschaffung des ständig vor dem Staats-Bankrott stehenden Regimes. Verzögerungen und Korruption hielten den größten Gläubiger China von weiteren Engagements ab; es streckte offenbar seine Fühler auch in Richtung Opposition aus. Russland verblieb als größter aktiver Investor und im Gegensatz zum nur am Geschäft interessieren China will es seinen Verbündeten nicht verlieren. Ein Beitrag in einer angesehenen russischen Militärzeitschrift warb für die "grösstmögliche Unterstützung" der venezolanischen Führung, auch wenn die Möglichkeiten beschränkt seien.>[109]

Im September 2017 wurden unter dem "Kaninchenplan" den Kommunen Kaninchen verteilt, um der Bevölkerung einen mittlerweile zu einem Luxus gewordenen Fleischkonsum zu ermöglichen. Ein Drittel der Knaben waren laut nichtstaatlichen Erhebungen zu diesem Zeitpunkt fehlernährt. Wie sich herausstellte, wurden die Tiere von den Empfängern stattdessen als Kuscheltiere in der Familie gehalten. Präsident Maduro schlug daraufhin eine Kampagne vor, die den Venezolanern beibringen sollte, ein Kaninchen nicht als Kuscheltier, sondern als zweieinhalb Kilo Fleisch zu sehen.[110]

Auf den 27. September 2017 waren Gespräche zwischen Opposition und Regierung in Santo Domingo unter Beisein von Vertretern aus Bolivien, Chile, Mexico und Nicaragua angekündigt.[111] Mit initiiert waren die voraus gegangenen geheimen Erkundungsgespräche am 14. September von José Luis Rodríguez Zapatero. Die Opposition nannte dafür die Bedingung, dass das Parlament wieder seine Kompetenzen erhält. Alles Andere sei die Verhinderung eines echten Dialogs und reine Taktiererei. Auch nachdem die Regierungsdelegation in Santo Domingo eingetroffen war, ließ die Opposition verlauten, an einer reinen Show nicht teilnehmen zu wollen.[112] Auch noch am 2. Oktober bestritt der Verhandlungsführer der Opposition, Luis Florido, Behauptungen des Präsidenten Maduro, welcher die "Vorbereitungsphase für fast beendet" verkündet hatte.[113]

Vor der Gouverneurswahlen im Oktober 2017 war klar, dass die verhafteten 16 Bürgermeister als aussichtsreiche Kandidaten für der Opposition fehlen würden. Henrique Capriles war auch nicht zur Wahl zugelassen. In sieben weiteren Gliedstaaten konnte die MUD aus juristischen Gründen keine Kandidaten stellen. Darüber hinaus stilisierte das Regime die Wahlen zu einem Plebiszit zur Verfassungsgebenden Versammlung hoch, sodass die Opposition uneins war, ob der Wahlgang nicht boykottiert werden sollte. Es war vorauszusehen dass es auch viele Stimmenthaltungen geben würde, welche den Sozialisten einen Erfolg ermöglichen würden.[114] Es gab keine Kontrollen gegen Mehrfachabstimmungen, Wahllokale wurden kurzfristig verschoben in Hochburgen des Regimes, wo bewaffnete Milizen die Wähler einschüchterten.[115] Dementsprechend gewann die Opposition nur 5 Bundesstaaten.[116] Einer der Gewinner der Opposition weigerte sich, seinen Eid vor der "Verfassungsgebenden Versammlung" abzulegen und wurde sogleich entmachtet. Dass die anderen vier es taten, führte zu einer weiteren Krise innerhalb der Opposition. Um von dieser Krise zu profitieren, beschloss die "Verfassungsgebende Versammlung", die Bürgermeisterwahlen vorzuziehen.[117]

Im November 2017 stand das Land vor dem Staatsbankrott und bemühte sich um eine Umschuldung.[118] Die Gespräche dauerten knapp 30 Minuten und stifteten mehr Verwirrung als Klarheit. Maduro nannte die Banken, die überwiesene Gelder verstecken würden "Gangster"[119] und Delcy Rodriguez behauptete währenddessen, die USA würden einen militärischen Schlag gegen Venezuela planen.[120]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Regierungsform Venezuelas war seit 1999 eine Form der Präsidialdemokratie mit starken direktdemokratischen Elementen, einer komplizierten Gewaltenteilung zwischen den fünf Gewalten Legislative, Exekutive, Judikative, Bürgergewalt (Art. 273-291) und Wahlgewalt (Art. 292-298) sowie zahlreichen Wahlen auf verschiedenen Ebenen. Die neue Verfassung Venezuelas verbietet die Privatisierung der Erdölindustrie und der sozialen Sicherungssysteme, verfügt die kostenlose Volksbildung und Maßnahmen zur Reaktivierung ungenutzten Großgrundbesitzes, respektiert darüber hinaus aber das Privateigentum, auch das Privateigentum an Produktionsmitteln. Der Umbau von Staat und Gesellschaft erfolgte durch plebiszitäre Akte: Bei den Präsidentschaftswahlen im Dezember 1998 entfielen 56 Prozent der Stimmen auf Hugo Chávez, im April 1999 stimmten 88 Prozent der Wähler für die Einberufung einer verfassungsgebenden Versammlung, im Dezember desselben Jahres 71 Prozent für die neue Verfassung des nun als „Bolivarische Republik Venezuela“ bezeichneten Staates.

In der „Bolivarischen Verfassung“, mit der die „Bolivarische Revolution“ umgesetzt werden sollte, ist die Gewaltenteilung durch direktdemokratische Partizipationsmöglichkeiten erweitert: Sowohl die Abgeordneten als auch der Präsident (6-jährige Amtszeit) können ab der Mitte ihrer Amtszeit per Referendum abgewählt werden (Art. 72). Der Präsident ist das Staatsoberhaupt und der Regierungschef. Letzter Amtsinhaber vom 2. Februar 1999 bis zu seinem Tod am 5. März 2013 war Hugo Chávez. Vizepräsident und somit stellvertretender Staats- und Regierungschef war von 2007 bis 2008 Jorge Rodríguez, ehemaliger Präsident des CNE (Wahlbehörde von Venezuela), von 2008 bis 2010 übte diese Funktion Ramón Carrizales aus, dem von 2010 bis 2012 Elías Jaua nachfolgte. Am 10. Oktober 2012 wurde der bis dahin als Außenminister tätige Nicolás Maduro in die Funktion des Vizepräsidenten berufen, den Hugo Chávez vor seinem Tod zum Nachfolger bestimmte und der bis zu einer Neubesetzung des Amtes die Amtsgeschäfte übernahm.

Das Parlament ist die Nationalversammlung (Asamblea Nacional) mit einem Einkammersystem mit fünfjähriger Legislaturperiode. Sie hat 165 Sitze, wovon die linke PSUV und die Kommunistische Partei Venezuelas im Jahre 2010 98 Sitze innehatten. Die Parteien des Oppositionsbündnis Mesa de la Unidad Democrática – u. a. Un Nuevo Tiempo, Acción Democrática, Copei, Primero Justicia − 65, die oppositionelle Linkspartei Patria Para Todos (PPT) 2 Sitze. Aufgrund des geltenden Wahlrechts werden die Sitze nicht proportional zu den Stimmen verteilt. Der Stimmenanteil der Regierungsparteien bei den Wahlen 2010 lag bei 48 %, der Anteil ihrer Sitze jedoch bei 59,4 %.[121] Vor diesen Wahlen hatten die Regierungsparteien sämtliche Sitze inne, da die Opposition die Wahlen boykottiert hatte. Bei den Wahlen von 2015 errang die Opposition mit dem Bündnis MUD rund zwei Drittel der Parlamentssitze, womit die 17-jährige Hegemonie der PSUV beendet wurde.

Zur Obstruktion des neu gewählten Parlaments wurde das Nationale Kommunalparlament aktiviert, über dessen Verfassungsmäßigkeit und Kompetenz unter Rechtsgelehrten keine Einigkeit besteht.[122] Nachdem der Präsident drei Abgeordnete der Opposition trotz Einsprachen der Regierung zu deren Wahl vereidigt hatte, erklärte das regierungstreue Oberste Gericht, das in 9 Jahren und 40.000 Verfahren nie gegen die Regierung entschieden hatte, alle Beschlüsse des Parlaments für ungültig.[123] Darauf traten die drei von ihrem Amt zurück, um das Parlament wieder handlungsfähig zu machen. Dabei verlor die Opposition die Zweidrittelmehrheit.[124] Maduro hob zudem die Auskunftspflicht der Zentralbank gegenüber dem Parlament auf, während es für Unternehmen zunehmend schwieriger wurde, rationierte Devisen zu bekommen, um ihre Produktion fortzuführen.[125]

Nationalversammlung 2015

Im Dezember 2016 bezeichnete das Oberste Gericht einen Vorstoß des Parlaments für verfassungswidrig, welches gestützt auf knapp 2 Millionen Unterschriften der Bevölkerung, dem zehnfachen des in der Verfassung vorgesehenen Wertes, eine Amtsenthebung Maduros gefordert hatte.[126]

Organisationen und Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt fünf Gewerkschaftsdachverbände: die Unión Nacional de Trabajadores (UNT), die Confederación de Trabajadores de Venezuela (CTV), die Confederación de Sindicatos Autónomos de Venezuela (CODESA), die Confederación General de Trabajadores (CGT) und die Central Unitaria de Trabajadores de Venezuela (CUTV).[127]

Venezuela ist Mitglied der Vereinten Nationen und ihrer Unterorganisationen, der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), dem Lateinamerikanischen Wirtschaftssystem (SELA), der OPEC, G15, G20 der Entwicklungsländer, G33 und G77,[128] dem Amazonaspakt, der Südamerikanischen Union sowie Gründungsmitglied der ALBA und der CELAC.

Beim Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) des Jahres 2010 lag Venezuela an 164. Stelle der 178 erfassten Länder mit einem CPI-Wert von 2,0 (beziehungsweise das 90 %-Vertrauensintervall liegt zwischen 1,8 und 2,1). Somit wird die Regierung Venezuelas als korrupter wahrgenommen als die von Russland, Weißrussland, Kenia oder Demokratische Republik Kongo und als das korrupteste Land der amerikanischen Kontinente.[129]

Die 3 Milliarden US-Dollar Schulden bei der Weltbank und Internationalem Währungsfonds von 1998 waren am 12. April 2007 getilgt. Am 30. April 2007 kündigte der Präsident Hugo Chávez den Rückzug seines Landes aus Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) an, da diese Institutionen „Mechanismen des Imperialismus“ seien. Trotzdem blieb Venezuela Mitglied beider Organisationen.[130][131][132]

Im Jahr 2012 begann der Eintritt in den Wirtschaftsraum Mercosur. Brasilien drohte im September 2016 noch vor der kompletten Integration mit dem temporären Ausschluss Venezuelas, wenn es nicht bis Anfang 2017 mehr als ein Drittel der Auflagen erfülle, zu denen es verpflichtet war.[133] Venezuela ist Anfang Dezember 2016 von Mercosur ausgeschlossen worden.[134]

Militärpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Militärkräfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der gegenwärtige Verteidigungsminister ist Vladimir Padrino López. Die venezolanischen Streitkräfte (Fuerza Armada Nacional Bolivariana, FANB) umfassen 85.000 Soldaten, und der Verteidigungshaushalt belief sich 2006 auf rund 1,2 % des BIP. Allerdings wird ein großer Teil der Militärausgaben durch FONDEN, den Fonds für die endogene Entwicklung, abgewickelt.[135][136] Über die Jahre wurde das Militär immer stärker in der Wirtschaft involviert. Die Anzahl der Generäle in Venezuela erhöhte sich von 50 im Jahre 1993 auf rund 4000 im Jahre 2016.[137]

Zusätzlich zur regulären Armee bewaffnete Präsident Chavez sogenannte Colectivos, paramilitärische Milizen. Präsident Maduro kündigte im April 2017 während der großen Versorgungskrise an, deren Bestand von 100.000 auf eine halbe Million aufzustocken und dafür zu sorgen, dass alle bewaffnet würden.[138] Der Kardinal Jorge Urosa Savino verlangte hingegen die Entwaffnung der bestehenden Milizen, welche für die Tötung von Demonstranten verantwortlich gemacht wurden.[139] Nicht nur deren Zahl und Stärke ist unklar, sondern auch ihre eigentliche Aufgabe und die hierarchische Einordnung.[140]

Die Militärdoktrin Venezuelas ist eine territoriale Verteidigung, die sich an der Präsenz eines weitaus stärkeren Feindes orientiert und ist geprägt durch die Auffassung, dass eine starke Militärmacht nicht durch konventionelle Kräfte gebrochen werden kann. Venezuela sieht sich bedroht durch eine Umzingelung des Landes mit US-Militärbasen.

Das Militär besitzt große wirtschaftliche und politische Macht.[141] Die Loyalität der Armee zur chavistischen Regierung beruhte auf politischen Säuberungen zu Chavez’ Zeiten, zudem Privilegien, wirtschaftlichen Vorteilen und der Kontrolle des Schmuggels.[142]

In der Versorgungskrise ab 2015 wurde das Militär auch zur Verteilung von Wirtschaftsgütern herangezogen. Im Juli 2016 wurde die Ankündigung, die Regierung und die Armee übernähmen die volle Kontrolle über die Versorgung des Landes, auch als stiller Armeeputsch interpretiert. 2017 erinnerte der venezolanische Bischof Mario Moronta das Militär an ihr Gelübte, Volk und Demokratie zu verteidigen, und forderte das Militär auf, die Seiten zu wechseln: „Wir fordern die Sicherheitskräfte dazu auf, umzukehren und sich auf die Seite der Menschenrechte zu stellen“.[143]

Mittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Berichten des britischen Guardian strebte Venezuela im Jahr 2006 an, die größte Reserve auf dem lateinamerikanischen Kontinent aufzubauen.[144] 54 Kampfflugzeuge und -hubschrauber, unter anderem vom Typ Suchoi Su-30 MK2, wurden in Russland bestellt, und Russland bildete 196 venezolanische Luftwaffenpiloten aus. Die USA bewerteten das Waffengeschäft als Verteidigungsmaßnahme überzogen.[145]

Im Frühjahr 2005 hatte der russische Waffenexporteur Rosoboronexport einen Vertrag über die Lieferung von 100.000 AK-103 Sturmgewehren an Venezuela abgeschlossen. Im Sommer 2006 unterzeichnete Venezuela einen Vertrag über die Lieferung von 53 Hubschraubern vom Typ Mil Mi-17 W5, Mil Mi-35 Hind und Mil Mi-26 Halo für die Streitkräfte und die Nationalgarde. Im April 2008 wurde bekanntgegeben, dass neun U-Boote des Types 636 aus Russland im Wert von 640 Millionen Euro geliefert würden.[146] Im Juli 2008 wurde bekannt, dass das Luftabwehrsystem Tor M1 an die venezolanischen Streitkräfte ausgeliefert werden soll.[147]

Mitte November 2009 kündigte das Verteidigungsministerium an, zwei weitere Einheiten, eine Feldartillerie- und eine Flugabwehrgruppe aufzustellen, für Letztere unterstützt Weißrussland das Land mit Trainingskursen. Präsident Chávez kündigte kurz darauf an, dass die ersten von 300 bestellten gepanzerten Fahrzeugen kurz vor der Auslieferung stehen, hierzu zählen T-72 Panzer.

Im Februar 2010 erhielt die neu aufgestellte 17th Special Operations Air Group (GAOE) auf dem Luftwaffenstützpunkt Teófilo Luis Méndez im Bundesstaat Bolívar sechs neue Transporthubschrauber vom Typ Mi-17V-5, die mit ungelenkten Raketen und Maschinenkanonen ausgestattet sind.[148]

Militärausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem russischen Zentrum für Analyse des Waffenhandels zufolge nahm Venezuela im Jahr 2011 den achten Platz der Länder ein, die Waffen importierten, nach den USA und vor der Türkei und Pakistan.[149] Für das Jahr 2013 hat die Nationalregierung Ausgaben für das Verteidigungsministerium von 26,47 Milliarden Bolívares vorgesehen, zehnmal mehr als für die Polizei und das Justizministerium insgesamt.[150]

Ab 2012 hatte Venezuela bei Russland Schulden in Höhe von 7,2 Milliarden Dollar für den Kauf von Waffen.[151] Es handelt sich hauptsächlich um Panzer, Hubschrauber, Flugzeuge, Raketen und Raketenwerfersysteme Smertsch.[152] Im 2016 streckte Russland die Rückzahlung von 2,8 Milliarden Dollar um drei Jahre.[153]

Grenzkonflikt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Guayana Esequiba
Kolumbien Niederlande Grenada Trinidad und Tobago Guyana Brasilien Guayana Esequiba Zulia Falcón Yaracuy Carabobo Vargas Aragua Caracas Miranda Lara Trujillo Mérida Táchira Portuguesa Barinas Apure Cojedes Guárico Dependencias Federales Nueva Esparta Sucre Delta Amacuro Anzoátegui Bolívar Amazonas Monagas
Karte Venezuelas mit Guayana Esequiba

Venezuela beansprucht das gesamte Gebiet westlich des Essequibo, das von Guyana kontrolliert wird. Ein im Jahre 1899 von einer internationalen Vermittlungskommission gefällter Schiedsspruch, der damals von Venezuela angenommen wurde, bestimmte die heutigen Grenzen. In den 1960er Jahren wurden Informationen bekannt, die nach Ansicht von Venezuela die Voreingenommenheit der damaligen Vermittlungskommission bewiesen, woraufhin Venezuela seither seine Ansprüche auf die Grenzziehung entlang des Essequibo erneuerte.

Außenpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel der Außenpolitik der gegenwärtigen Regierung ist es, im Rahmen der Alianza Bolivariana para los Pueblos de nuestra América (ALBA; span. für Bolivarische Allianz für die Völker unseres Amerikas) ein geeintes und sozialistisches Lateinamerika zu verwirklichen. Die Regierung sieht sich hierbei selbst in einer Führungsrolle in Lateinamerika. Im August 2017 distanzierten sich 17 amerikanische Regierungen von der befürchteten Errichtung einer Diktatur.[154] Peru unterstützte stattdessen Flüchtlinge aus Venezuela mit Niederlassungs- und Arbeitserlaubnis.[155] Venezuela suchte derweil die Unterstützung von Bolivien, Nicaragua, Kuba und Ecuador.[156] Außer Ecuador waren diese Länder auf verbilligte Öl-Importe aus Venezuela angewiesen.[157]

Ausdruck dieser Leitidee ist beispielsweise der Abschluss des Handelsvertrags der Völker zwischen Venezuela, Kuba und Bolivien, während gleichzeitig Freihandelsverträge mit den USA, die Kolumbien und Peru bereits abgeschlossen hatten, scharf kritisiert wurden. Im Rahmen der Kontroverse um diese Freihandelsverträge trat Venezuela auch aus der Andengemeinschaft aus, der es zusammen mit Peru, Ecuador, Bolivien und Kolumbien angehörte. Das Verhältnis zwischen Venezuela und den USA entgegenkommenderen lateinamerikanischen Staaten – vor allem Mexiko, Peru und Kolumbien – gilt als schwierig.

In seinem Streben nach Unabhängigkeit gegenüber den USA ist Venezuela in intensive wirtschaftliche und politische Beziehungen u. a. zur Volksrepublik China und zum Iran eingetreten. Die USA blieben jedoch bis 2017 der wichtigste Handelspartner und der größte Abnehmer des venezolanischen Öls.[158]

In der Außenpolitik versucht Venezuela, vor allem den anderen ärmeren lateinamerikanischen Ländern wirtschaftliche Unterstützung zu gewähren, zum Beispiel durch Infrastrukturerrichtung in Nicaragua, Kuba und Dominica, oder durch Unterstützung bei der Bezahlung ihrer fälligen Auslandsschulden bei Ecuador und Argentinien.

Die Ölgemeinschaft Petrocaribe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit zahlreichen Ländern im karibischen Raum wurde das Projekt Petrocaribe gegründet, durch das die Mitgliedsstaaten dank Lieferkonditionen auf Kredit-Basis[159] Erdöl vergünstigt erhielten. Von den 2008 täglich in Venezuela geförderten rund 3 Millionen Barrel Öl wurden rund 180.000 für den PetroCaribe-Verband aufgewandt, auf dem Höhepunkt im Jahr 2012 gar 200.000 Fass. Nicht immer erfolgte die Bezahlung in Form von Geld. Kuba zum Beispiel entsandte als Gegenleistung tausende Ärzte und anderes medizinisches Personal, Lehrer, Sporttrainer und Regierungsberater.

In den USA wurde 2005 zusammen mit der NGO Citizens Energy Corporation des Kennedy-Sohns Joseph Patrick Kennedy das »CITGO-Venezuelan Heating Oil Program« zur Unterstützung des ärmeren Teils der US-Bevölkerung geschaffen, um Ausfälle in der Ölversorgung nach den Hurrikans Katrina und Rita und Einschnitte im staatlichen Sozialprogramm »Federal Heating Oil Assistance Program« zu kompensieren.

Venezuela subventionierte auf Grundlage eines Abkommens mit dem damaligen Londoner Bürgermeister Ken Livingstone ab August 2007 ÖVM-Tickets für einkommensschwache Londoner, im Gegenzug unterstützten englische Techniker den Aufbau und die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs in Venezuela.[160]

Verhältnis zu den USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Venezuela ist einer der drei größten Erdöllieferanten der USA und zugleich einer der wichtigsten Importeure. Es gibt enge wirtschaftliche Beziehungen zwischen beiden Ländern, auch wenn die USA ein Waffenembargo gegen das Land verhängt haben.

Die USA warfen Venezuela unter anderem vor, die kolumbianische FARC zu unterstützen. So habe das kolumbianische Militär bei der Kommandoaktion gegen den FARC-Vize Raúl Reyes vier Computer sichergestellt, die belegen sollen, dass Chávez Waffen und Bargeld im Wert von rund 300 Millionen US-Dollar an die FARC geliefert hat.[161][162] Venezuela bestreitet dies und beklagt im Gegensatz dazu die Unterstützung der USA für kolumbianische Paramilitärs. Ebenso halten sich in den USA zahlreiche Exilvenezolaner und Exilkubaner auf, die in Venezuela in Terroranschläge auf ein Passagierflugzeug und diverse Botschaften verwickelt waren, darunter die bekannten Terroristen Luis Posada Carriles und Orlando Bosch Ávila.

Im September 2008 verwies Venezuelas Regierung den US-Botschafter des Landes, unter anderem wegen des Vorwurfs der Einmischung in den Konflikt in Bolivien, und brach die diplomatischen Beziehungen ab. Unter der Regierung von US-Präsident Barack Obama kam es auf dem Amerika-Gipfel im April 2009 zu einem Treffen beider Regierungschefs, und es wurde eine Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen vereinbart.[163]

Am 6. Juli 2013 wurde Edward Snowden Asyl aus humanitären Gründen angeboten.[164]

Ende 2016, wenige Tage nachdem Rosneft an Citgo herangerückt war,[165] hatte der venezolanische Raffinerie-Konzern Citgo 500.000 Dollar gespendet für das Budget der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Trump.[166] Nie zuvor hatte der von Venezuela kontrollierte amerikanische Raffineriekonzern für Inaugurationsfeiern von US-Präsidenten gespendet.

Der einberufenen Verfassunggebenden Versammlung spricht die US-amerikanische Regierung die Legimität ab und verhängte Sanktionen gegen Nicolás Maduro. Am 11. August 2017 verkündete US-Präsident Donald Trump, er ziehe auch militärische Optionen in Betracht.[167] Am 25. August 2017 verhängte der US-Präsident ein Verbot zum Handel bestimmter[168] Anleihen des venezolanischen Staates und der PDVSA.[169]

Menschenrechte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Menschenrechte in Venezuela

In einem Bericht über Chávez’ Regierungsarbeit warf die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) ihm im September 2008 vor, demokratischen Institutionen und den Menschenrechten geschadet zu haben. Seine Regierung sei politisch intolerant und diskriminierend und verachte das Prinzip der Gewaltenteilung. Die Situation sei ab dem gescheiterten Putschversuch einer bürgerlich-militärischen Allianz gegen den seit Februar 1999 regierenden Chávez im April 2002 schlimmer geworden. In dem HRW-Bericht wird unter anderem beklagt, dass die Zahl der Richter am Obersten Gericht in Caracas von 20 auf 32 erhöht wurde, wodurch die Unabhängigkeit des Gerichtshofes ausgeschaltet worden sei. Seitdem entscheide das Oberste Gericht nur noch im Sinne der Regierung.[170]

Der Lateinamerika-Chef von Human Rights Watch wurde aus Venezuela ausgewiesen. Die Vorsitzende des Meinungsforschungsinstituts Latinobarómetro betonte hingegen, dass in Venezuela in den letzten Jahren die Zufriedenheit mit der Demokratie gestiegen sei.[171][172][173]

Laut Amnesty International waren bis 2010 in Venezuela „Angriffe, Drangsalierungen und Einschüchterungen von Regierungskritikern, darunter Journalisten und Menschenrechtsverteidiger […] weit verbreitet.“ Gegen Oppositionelle würden „Anklagen mit fadenscheinigen Begründungen erhoben.“ Menschenrechtsverteidiger und die Opfer von Menschenrechtsverletzungen sowie deren Familienangehörige würden regelmäßig „von den Sicherheitskräften […] angegriffen, eingeschüchtert und bedroht.“ Ähnliches gelte für Journalisten, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen wollen. Allein im Jahre 2009 wurde mindestens 34 Radiosendern die Sendelizenz entzogen. Aufgrund von Äußerungen von Regierungsmitgliedern nahm Amnesty International an, dass die Schließung auf Grund der redaktionellen Grundhaltung der jeweiligen Sender erfolgte. Außerdem erfolgten gewalttätige Angriffe auf Büros des regierungskritischen Senders Globovisión. Bis Ende 2009 waren noch keine Ermittlungen seitens der venezolanischen Behörden zur Aufklärung der Vorfälle aufgenommen worden.[174]

Laut Amnesty International waren 2010 u. a. folgende politische Gefangene der Regierung-Chavez inhaftiert:[175]

  • Richard Blanco, Mitglied der Oppositionspartei Alianza Bravo Pueblo
  • María Lourdes Afiuni, Richterin
  • Oswaldo Álvárez Paz, ehemaliger Gouverneur des Bundesstaates Zulia
  • Guillermo Azuaje Zuloaga, Leiter des Fernsehsenders Globovisión
  • Wilmer Azuaje, Oppositionsabgeordneter

Während der Amtszeit von Hugo Chávez ist die allgemeine Kriminalität und Gewalt, die schon vor dessen Amtszeit auf vergleichsweise hohem Niveau lag, weiter stark angestiegen. Gemäß einer Studie des Nationalen Instituts für Statistik gab es im Jahr 2009 rund 75 Morde auf 100.000 Einwohner. Das ist eine doppelt so hohe Mordrate wie im Bewaffneten Konflikt in Kolumbien.[176][177]

Unter der Regierung Maduro nahm die Machtkonzentration und Repression weiter zu. Human Rights Watch sprach bis 2017 von 600 politischen Gefangenen und warf den Sicherheitskräften Folter vor. 120 Protestierende waren zum Teil sicher von Milizen des Regimes getötet worden. Die Ernährungs- und Gesundheitsversorgung war nicht sichergestellt.[178] Im Herbst 2017 berichtete der Deutschlandfunk, der Hunger würde als Waffe der Günstlingswirtschaft und Repression eingesetzt. Bei der Verleihung des Sacharow-Preises an die Opposition im Herbst 2017 war die Begründung, dass das entmachtete Parlament die "einzige demokratisch gewählte Versammlung sei.[179] [180]

Politische Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Staaten Venezuelas

Venezuela untergliedert sich in 23 Bundesstaaten, die abhängigen Gebiete (Dependencias Federales) sowie den Hauptstadtdistrikt.

Technologieentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo Canaima GNU/Linux

Im Jahr 2004 verabschiedete die venezolanische Regierung das „Gesetz über Technologie und Information“, das alle öffentlichen Einrichtungen verpflichtet, ihre Rechner auf freie Software umzustellen, falls geeignete Produkte existieren. Im Jahr 2008 meldete das Nationale Zentrum für Informationstechnologie (CNTI) entscheidende Fortschritte bei der Umstellung auf freie Software: mehr als ein Drittel aller Bürgermeisterämter haben ihre Computer inzwischen auf den Betrieb mit freier Software umgestellt, und es konnten eine Reihe von Kooperationen zwischen neu gegründeten IT-Unternehmen und öffentlichen Institutionen sowie selbstverwalteten Gemeinden vermittelt werden. Zudem nahmen im Jahr 2008 500 Ausbilder in 400 Gemeinden ihre Arbeit auf, um sowohl Mitarbeiter öffentlicher Verwaltungen und Unternehmen wie auch die Bevölkerung allgemein zur Arbeit mit freier Software zu befähigen. Ein zentrales Projekt des CNTI ist die Entwicklung des Betriebssystems Canaima GNU/Linux, einer eigenen venezolanischen Debian-basierten Linux-Distribution. Auch der wiederverstaatlichte Telefonanbieter CANTV will auf freie Software umstellen, und der staatliche Ölkonzern PDVSA will in Kooperation mit Kuba ein eigenes Software-Unternehmen gründen. In Caracas und in Mérida wurde jeweils eine Akademie für freie Software aufgebaut, und zwei weitere Akademien sollen im Jahr 2009 in den Bundesstaaten Falcón und Trujillo eröffnet werden.[181]

Venezuela kam im Jahr 2012 auf Platz 118 von 141 beim Global Innovation Index, der von der INSEAD und der Weltorganisation für geistiges Eigentum jedes Jahr veröffentlicht wird.[182]

Umweltpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den ersten fünf Jahren des 21. Jahrhunderts rangierte Venezuela unter den zehn Ländern mit der höchsten Entwaldungs­rate des Planeten.[183] Durch das im Jahr 2006 gestartete Wiederaufforstungsprogramm Misión Árbol konnten bis zum Jahr 2010 42 Millionen Bäume auf 34.000 Hektar Landfläche aufgeforstet werden.[184]

Zum Schutz der Artenvielfalt des Meeres ist seit dem 14. März 2008 in venezolanischen Küstengewässern das Fischen mit Trawlern verboten.[185]

In den letzten Jahren haben sich ständig Erdölverschmutzungen in heiklen Regionen ereignet, wodurch die staatliche Erdölgesellschaft PDVSA von der Opposition kritisiert wurde.[186]

Die Umweltverschmutzung im Valenciasee­gebiet hat in den letzten Jahren zugenommen, wodurch das Leitungswasser in einer Region mit mehr als 2 Millionen Einwohnern hoch verseucht ist.[187]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das venezolanische Mediensystem besteht seit 1936 aus privaten und staatlichen Institutionen. In diesem Jahr nahm der erste staatliche Radiosender seine Arbeit auf. Im Jahr 1952 wurde außerdem ein erster staatlicher Fernsehsender gegründet.[188] Allerdings dominieren wie in allen lateinamerikanischen Ländern private Medien das Angebot. Das duale Mediensystem wurde seit dem Jahr 2002 um die Möglichkeit ergänzt, Bürgermedien zu gründen. Dabei handelt es sich größtenteils um Radiosender mit einer lokalen Reichweite, die von nachbarschaftlichen Vereinen betrieben werden.[189] Seitdem besteht das Mediensystem des Landes aus drei Säulen: Private Medien, staatliche bzw. öffentlich-rechtliche und Bürgermedien.

Presse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Zeitung wurde mit La Gazeta de Caracas im Jahr 1806 gegründet. Im Jahr 2011 erschienen zwölf Tageszeitungen landesweit. Der Verband der Anzeigenkunden (ANDA-Fevap) registrierte in diesem Jahr insgesamt 57 Zeitungen.[190] Zumeist handelt es sich um Regionalblätter, die einen oder mehrere Bundesstaaten abdecken.

Die höchste Auflage erreicht Ultimás Noticias mit einer verkauften Auflage von täglich 200.000 Exemplaren. Sie wird vom Unternehmen Cadena Capriles herausgegeben. Es gehört der Familie des Oppositionspolitikers Henrique Capriles und gibt auch die Tageszeitungen El Mundo und Líder heraus.

Die ältesten Zeitungen des Landes sind El Nacional und El Universal. Die Tageszeitung Diario VEA wurde im Jahr 2003 als Genossenschaft gegründet. Die Bundesregierung publiziert seit 2009 die Zeitung Correo del Orinoco, die auch in einer englischen Ausgabe erscheint. Die kostenlose Tageszeitung Ciudad CCS wird seit 2010 von der Stadtverwaltung des Hauptstadtbezirks Libertador herausgegeben. Zudem besteht in Venezuela ein großer Markt für Zeitschriften und Magazine. Alleine der Verlag Bloque de Armas führt 29 Titel im Angebot. Insgesamt geht ANDA-Fevap von etwa 220 Zeitschriften für das Jahr 2011 aus.

Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fernsehen gilt seit den 1980er Jahren als das Leitmedium in Venezuela. Im Jahr 2011 verfügten 99 % der Haushalte über ein Fernsehgerät. Etwa 96 % der Bevölkerung gaben an, circa sechs Mal die Woche fernzusehen[191]. Damit liegt der Nutzungsgrad deutlich über allen anderen Medien. Bei allen Anbietern erfreuen sich Nachrichten und politische Informationssendungen der höchsten Nachfrage.

Landesweit strahlen sechs Kanäle offen terrestrisch aus. Vier davon gehören privaten Anbietern. Das größte Medienunternehmen des Landes, die Grupo Cisneros, betreibt den Kanal Venevisión. Das Programm besteht hauptsächlich aus Spielfilmen, Telenovelas und Show-Sendungen. Der Unterhaltungskanal Televen gehört zu 46 % dem zweitwichtigsten Medienkonzern des Landes, der Grupo 1BC. Das Unternehmen produziert außerdem den Kanal RCTV, der seit 2007 nur noch über Kabel und Satellit zu empfangen ist. Der Nachrichtenkanal Globovisión sendet hauptsächlich Informationen und kooperiert mit CNN-International und dem kolumbianischen Medienunternehmen RCN. Der Sportkanal Meridiano Televisión gehört dem Verlag Bloque de Armas.

Außerdem sind die beiden Sender VTV und Tves landesweit zu empfangen. Venezolana de Televisión (VTV) ist der älteste staatliche Fernsehkanal. Er wurde 1964 von der Time Warner-Gruppe gegründet und 1967 verstaatlicht. Verwaltet vom Ministerium für Kommunikation sendet VTV hauptsächlich politische Information. Der Unterhaltungskanal Televisora Venezolana Social (Tves) ist der erste öffentlich-rechtliche Sender Venezuelas. Er wird von einer Stiftung verwaltet[192] und sendet hauptsächlich lateinamerikanische Spielfilme.

In den verschiedenen Regionen Venezuelas senden weitere 29 kommerzielle Fernsehsender. Teilweise gehören sie den großen Medienunternehmen des Landes. Die katholische Kirche betreibt vier Fernsehsender (Vale TV, Niños Cantores, TV Andina und Amavisión), die auch überregional zu empfangen sind.[193] In den meisten Regionen sind außerdem der im Jahr 2002 gegründete staatliche Kulturkanal ViveTv und der internationale Nachrichtenkanal Telesur zu empfangen.

Seit 2002 haben landesweit zahlreiche Bürgerinitiativen eigene Fernsehsender gegründet. Nach Angaben der Regulierungsbehörde CONATEL arbeiten seit 2009 bereits 37 kommunitäre TV-Sender in 19 Bundesstaaten.[194] Die meisten haben eine lokale Bedeutung. Überregional zu empfangen ist der älteste Bürger-TV-Sender Catia TV.

Kabelabdeckung und Satelliten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Offen ausgestrahltes Fernsehen verliert seit Anfang der 2000er Jahre kontinuierlich Zuschauer aus den Haushalten mit höheren Einkommen an Kabel- und Satellitenanbieter. Im Jahr 2011 verfügte etwa die Hälfte aller Haushalte über einen kostenpflichtigen Zugang zum Fernsehen. Die verschiedenen Anbieter stellen jeweils etwa 150 Kanäle zur Verfügung. Landesweit dominieren vier große Anbieter: der große lateinamerikanische Anbieter DirectTV gehört teilweise der Grupo Cisneros. Inter, Supercable und Net Uno sind kleinere nationale Anbieter. Die meisten der über Kabel vertriebenen Inhalte stellen internationale Medienunternehmen wie Fox Latinamerica Channels, Invermedia, das Discovery Network und Venevisión, das eine Reihe von Spartensendern unterhält. Der private Telefonanbieter Movistar und der verstaatlichte Telekommunikationsanbieter CANTV bieten außerdem Satellitenfernsehen an.[195]

Radio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Radio ist das mit Abstand vielfältigste Medium im Venezuela. Im Jahr 2011 strahlten insgesamt 560 Radiosender Vollprogramme aus. Davon waren laut ANDA-Fevap 385 als private Unternehmen registriert.[196]

Wie im Fernsehbereich dominieren mehrere private Unternehmen die Radiolandschaft. Der am weitesten verbreitete Sender FM Center gehört dem größten Medienunternehmen des Landes, der Grupo Cisneros. Die Kette Unión Radio ist im Eigentum der spanischen El-País-Gruppe, die in ganz Lateinamerika zahlreiche Medien besitzt. Der drittgrößte Anbieter, Circuito Nacional Belfort (CNB), gehört Cadena Capriles, das auch die wichtigste Tageszeitung des Landes herausgibt. Alle großen Radiosender produzieren neben ihren Kernsendern zahlreiche Programme, die auch von kleineren Kooperationspartnern übernommen werden. Die neun privaten Unternehmen, die landesweit über solche "Cadenas" präsent sind, betreiben 59 % der Stationen.[194] Die katholische Kirche besitzt landesweit 21 Sender.

Der älteste staatliche Radioanbieter ist Radio Nacional de Venezuela (RNV). Im Jahr 1999 Jahren kaufte der Staat die Radiokette YVKE Mundial. Das einzige neue staatliche Radioprojekt ist Radio del Sur. Dabei handelt es sich um ein internationales Radionetzwerk, das administrativ an den Nachrichtenkanal Telesur angebunden ist. Diese drei staatlichen Sender sind landesweit zu empfangen. Zudem betreiben einige Bundesstaaten und Gemeinden eigene Radios.

Den stärksten Zuwachs erlebten seit 2002 die Bürgerradios. Nach Angaben der Regulierungsbehörde Conatel verfügten 2009 landesweit 234 Bürgerradios über eine Lizenz.[194] Da viele Projekte ohne formale Genehmigung arbeiten, ist die tatsächliche Zahl schwer zu schätzen. Presseartikel nennen bis zu 500 Projekte. Anders als in vielen lateinamerikanischen Ländern ist der Staat verpflichtet die Bürgerradios zu unterstützen. Außerdem können sich die venezolanischen Bürgerradios über Werbung finanzieren. Die Gruppe der „Freien Radios“, wie etwa Radio Libre Negro Primero 101.1 FM in Caracas, finanziert sich ausschließlich über Spenden der Nutzer. Zu den Bürgerradios gehören auch die kommunitären Radioprojekte der indigenen Bevölkerungsgruppen. Laut "Netz der Sprecherinnen und Sprecher der indigenen Gemeinden" (Renavive) betrieben sie im Jahr 2013 etwa 50 indianische Radios zumeist in entlegenen Regionen.[197]

Einschränkung der Pressefreiheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Putschjahr 2002 sah sich die damalige Chávez-Regierung noch einer starken Medienmacht gegenüber, die die neue Regierung kritisch begleitete und den Putsch teilweise unterstützte. Zahlreiche Radio- und TV-Sender, darunter das prominente RCTV, wurden geschlossen, indem ihnen ihre Sendelizenz entzogen wurde. Die Abschaltung des privaten Senders RCTV sorgte für starke Proteste vor allem von Studenten, die der Regierung Zensur vorwarfen. Zwischen 2007 und Januar 2010 konnte RCTV über Kabel und Satellit empfangen werden, wodurch nach Schätzungen nur noch 35 % der Bevölkerung erreicht wurden, statt vorher fast 98 %.[198]

Ein Phänomen ist die sogenannte Cadena nacional (Kette). Schon aus den früheren Regierungsformen im Land waren sie bekannt wie auch in anderen Ländern Südamerikas. Während einer Kette sind alle Radio- und Fernsehsender gesetzlich verpflichtet, Botschaften des Staates zu senden. Üblicherweise wurden Ketten für Notfälle wie Naturkatastrophen, jährliche Amtsansprachen der Präsidenten und an nationalen Feiertagen, um Paraden zu übertragen, eingesetzt. Die Ketten werden seit ihrem stark verbreiteten Einsatz durch die Chávez-Regierung im Inland stark kritisiert, denn sie werden von Regierungsgegnern als Propagandamittel wahrgenommen. Stundenlang verbreitete sich Hugo Chavez auf solchen Zwangssendungen über Gott und die Welt.[199]

Seit 2009 müssen auch die früher von den Ketten ausgeschlossenen Kabelfernsehsender, die überwiegend in Venezuela produzieren, diese Paraden übertragen. Im Januar 2010 wurden ohne administrative Verfahren sechs Sender aus allen Kabelanbietern verbannt, nachdem sie sich weigerten, eine Kette während einer Gegnerdemonstration zu übertragen.[200]

Im Jahr 2013 mussten zahlreiche nicht der Regierung nahestehende Zeitungen ihr Erscheinen einstellen oder erscheinen nur noch im Internet. Prominentestes Beispiel ist El Nacional, die am 27. Oktober bekanntgab, die Printausgabe wegen Papiermangels vorübergehend einzustellen.[201] Grund dafür ist die Regulierung von Devisengeschäften durch die Regierung und die daraus folgende mangelnde Zuteilung von Devisen zum Import von Papier. Dieses strich die Regierung 2012 von der „Liste der wichtigsten Importgüter“.[202][203] Weil unabhängige Medien vom Regime unterdrückt wurden, wurden Formate im Internet immer wichtiger.[204]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Venezuelas Wirtschaftssystem zeichnet sich durch eine typische Rentenwirtschaft aus, wie sie auch in anderen rohstoffreichen Staaten zu beobachten ist. Die Wirtschaft ist nahezu vollständig abhängig vom venezolanischen Hauptrohstoff Erdöl. Der im März 2013 verstorbene Präsident Hugo Chávez ist zwar 1998 angetreten, um unter anderem diese Abhängigkeit zu verringern, tatsächlich hat sie sich innerhalb seiner Amtszeit noch vergrößert.[205] Im Jahr 2014 stammten 96 Prozent der Staatseinnahmen aus dem Ölgeschäft.[206]

Im Januar 2016 rief die Regierung Maduro den „Wirtschaftsnotstand“ aus. Ein Erlass gab dem Präsidenten 60 Tage Zeit, Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur einzuleiten. Die Wirtschaftsleistung war in den ersten neun Monaten 2015 um 4,5 Prozent gesunken, während die Preisbeschleunigung auf 141,5 Prozent kletterte, die zu diesem Zeitpunkt höchste Inflationsrate weltweit[207]. Insgesamt war die Wirtschaftsleistung Venezuelas von 2013 bis 2017 um einen Drittel gesunken. Die unverzichtbaren Importe wurden von den Chavisten innert 5 Jahren um 75 Prozent reduziert.[97]

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegte Venezuela im Jahr 2016 Platz 130 von 138 Ländern (Stand 2016).[208] Im Index der Wirtschaftlichen Freiheit belegt das Land 2017 Platz 179 von 180 Ländern.[209]

Erdöl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erdöl sicherte schon im Jahr 2005 vier Fünftel der Exporterlöse, die Hälfte der Staatseinnahmen und 25 Prozent des Sozialproduktes. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe schätzte die Erdölressourcen für 2015 auf 65.320 Millionen Tonnen. Damit nimmt Venezuela den Spitzenplatz ein.

Kritiker werfen dem Staat und der staatlichen Ölfördergesellschaft PDVSA mangelnde Erhaltungsinvestitionen in die Ölförderanlagen vor. 1997 förderte Venezuela noch 3,3 Millionen Barrel (Fass) Öl täglich.[210] Staatlichen Angaben zufolge betrug die tägliche Ölfördermenge im Jahre 2008 3,4 Millionen Barrel pro Tag. Veröffentlichungen der Organisation der Erdölförderländer OPEC, deren Mitglied Venezuela ist, beziffern diese jedoch auf lediglich 2,33 Millionen.[211] Im ersten Halbjahr 2010 lag die tägliche Fördermenge laut Bericht der PDVSA nur noch bei 2,45 Millionen Fass, dem niedrigsten Wert seit 2003. Davon wurden 600.000 Fass in Venezuela selbst verbraucht, 300.000 Fass gingen zu Vorzugsbedingungen an Mitgliedstaaten von Petrocaribe. Weitere 300.000 Fass täglich gingen für Swap-Geschäfte zur Kredittilgung nach China. Demzufolge standen lediglich rund 1,25 Millionen Barrel für den Verkauf zu Weltmarktpreisen zur Verfügung.[212] Der seit Ende 2014 stark fallende Ölpreis machte Venezuelas Staatshaushalt zunehmend zu schaffen. Er fiel ab 2014 von rund 100 auf unter 35 Dollar pro Barrel zu Beginn 2016. Dabei schätzte die Deutsche Bank im Jahr 2014, dass Venezuela einen Ölpreis von 162 Dollar für einen ausgeglichenen Staatshaushalt bräuchte und die Credit Suisse ging von einem Preis von 97 Dollar pro Barrel aus, bei dem Venezuela noch in der Lage sei, seine Verbindlichkeiten zu bedienen.[213] Ein Ende des niedrigen Ölpreises ist wegen des weltweiten Überangebots nicht absehbar.[214]

Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl der Wald in Venezuela weit verbreitet ist, wird dieser aufgrund seiner schwierigen Zugänglichkeit nur in relativ geringem Ausmaß für die Forstwirtschaft genutzt. Nutzholz wird hauptsächlich für die Bau-, Möbel- und Papierindustrie verwendet.[215]

Der Ackerbau spielt in Venezuelas Landwirtschaft nur eine geringe Rolle, etwa die Hälfte der Erträge der Landwirtschaft kommt aus der Rinderzucht. Große Bedeutung für die Lebensmittelwirtschaft haben die großen Fischfangflotten und die -vorkommen an der Küste Venezuelas. Gefangen werden hauptsächlich Thunfisch, Schalentiere und Sardinen.

Regulierter Binnenhandel und Devisenkontrolle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Inflation, die rigide Devisenkontrolle und das daraus folgende Missverhältnis zwischen Schwarzmarktkurs und offiziellem Wert des Bolívars gegenüber dem Dollar sorgten für große Verwerfungen in der venezolanischen Wirtschaft. Zahlreiche Waren des täglichen Bedarfs waren häufig nicht erhältlich. Exemplarisch dafür machte Mitte 2013 die Nachricht Schlagzeilen, in Venezuela sei das Toilettenpapier knapp, was die Regierung durch den Import von 50 Millionen Rollen zu kompensieren versuchte. Präsident Nicolas Maduro wirft dabei Unternehmen vor, sie produzierten weniger und versteckten Waren, um später die Preise in die Höhe zu treiben.[216][217] Es ließ sich aber aufgrund des Unterschieds zwischen dem offiziellen und inoffiziellen Dollar-Wechselkurses auch Geld verdienen durch den Re-Export solcher Waren des Tagesgebrauchs.[218] Weil entsprechend der Öl-Exporte 96 Prozent der Exporterlöse und somit der Devisen über den Staat ins Land kamen, war die Zuteilung dieser Devisen der größte Korruptionsherd im Land.[46]

Als Wahlgeschenk verordnete die Regierung Maduro im November 2013 einigen Einzelhändlern Zwangsrabatte, was teils sogar zur Plünderung von Filialen unter den Augen der Soldaten der Nationalgarde und der Aufsicht von Beamten des «Instituts zur Verteidigung des Zugangs des Volkes zu Gütern und Dienstleistungen» der betroffenen Elektrogeräte-Händler führte.[219] Die Händler verkauften ihre Waren tatsächlich mit hohen Margen, möglicherweise zur Kompensation der behördlichen Wechselkurs-Zuteilung, die großen Schwankungen unterliegt und kaum kalkulierbar ist. Den Elektrogeräten sollen Rabatt-Diktate für Schuhe und Kleider, Spielzeug, Nahrungsmittel, Eisenwaren und Autoteile folgen.

Venezuela schuldete 2015 ausländischen Fluggesellschaften rund vier Milliarden Dollar wegen des strikten Devisenkontrollsystems und der Vorschrift, dass Fluggesellschaften ihre Ticket-Einnahmen im Land nur mit Genehmigung in ausländischer Währung ausführen durften.[220] Im Juni 2016 stellten verschiedene Fluggesellschaften ihre Flüge nach Venezuela ein.[221]

Als (erneutes) Geschenk der Regierung für die Landbevölkerung wurde die Beschlagnahmung von 3,8 Millionen Stück Spielzeug der Firma Kreisel im Dezember 2016 gewertet. Der Preisüberwacher William Contreras ließ die Lager der Firma konfiszieren wegen "Verzerrung der Preise und Verheimlichung der Lagerbestände"[222][223]

Der Staat verbietet leere Supermarktregale. Es gilt eine Anordnung, leeren Platz mit erhältlichen Produkten zu füllen. So kommt es vor, dass ganze Rgale nur Haferbrei führen, wenn es den gerade gibt.[143]

Außenhandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Citgo-Tankstelle in Erie County (Pennsylvania). Die 100%ige Tochter der PDVSA ist einer der größten Tankstellenbetreiber in den USA.

Venezuela exportierte 2008 Waren im Wert von 93,5 Milliarden US-Dollar, hauptsächlich Erdöl und Erdölprodukte, die Importe lagen im selben Jahr bei 48,1 Milliarden $, womit die Handelsbilanz positiv ausfiel. Hauptimporte sind Maschinen und elektrische Ausrüstungen, chemische Erzeugnisse und landwirtschaftliche Erzeugnisse. Wichtigster Handelspartner sind die Vereinigten Staaten, weit dahinter folgten Kolumbien, Mexiko, Brasilien und China.[224]

Im Jahr 2015 wurden noch Waren im Wert von 29,5 Milliarden US-Dollar ausgeführt, hauptsächlich Erdölprodukte, die Importe lagen jedoch im selben Jahr bei 30,2 Milliarden US-Dollar, womit die Handelsbilanz negativ ausfiel. Wichtigster Handelspartner sind die Vereinigten Staaten, China und Brasilien, dahinter folgen Kolumbien, Argentinien, Mexiko, und Deutschland.[225]

Dank ergiebiger Lagerstätten am Orinoco ist Venezuela der weltweit achtgrößte Exporteur von Eisenerz. Auch exportiert das Land Stahl, Edelmetalle, Aluminium, Zement und Textilien. Weiterer wichtiger Wirtschaftszweig war die Tourismusbranche, bis sie im Zuge der Krise um das Jahr 2016 komplett zusammenbrach.[226]

Venezuela ist Mitglied der International Cocoa Organization.

Elektrizität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der größte Teil der Elektrizität stammt aus Wasserkraft. Beispiele sind die Staudämme am Caroní, von denen der Damm am Guri-Stausee der prominenteste ist. Er ist das derzeit drittgrößte Wasserkraftwerk weltweit.

Der Anteil von anderen erneuerbaren Energien an der Energieversorgung ist unbedeutend, obwohl die Möglichkeit zur Nutzung von Wind- und Sonnenenergie in Venezuela in erheblichem Maße vorhanden wäre. Die einseitige Abhängigkeit von Wasserkraft, ein in den letzten Jahren gestiegener Energieverbrauch, unzureichende Planung und mangelhafte Wartung der Infrastruktur führten in den letzten Jahren zu teilweise massiven Problemen bei der Elektrizitätsversorgung. 2010 musste aufgrund einer extremen Dürre die Energieversorgung durch täglich mehrstündige Stromabschaltungen rationiert werden.[227][228][229]

Ein geplantes Atomenergieprogramm[230] wurde angesichts der Nuklearkatastrophe von Fukushima 2011 vorerst wieder aufgegeben.[231]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das bei weitem größte Unternehmen in Venezuela ist der staatliche Erdölkonzern Petróleos de Venezuela (PDVSA) mit etwa 80.000 Arbeitnehmern.[232]

Der Lebensmittelkonzern Empresas Polar mit etwa 30.000 Angestellten ist das größte private Unternehmen des Landes.

Weiterhin gibt es die Linea Aeropostal Venezolana, die zehntgrößte südamerikanische Fluggesellschaft. Die Venezolana Internacional de Aviación, Sociedad Anónima (VIASA), die staatliche Fluggesellschaft, existierte bis 1997. Die Regierung versucht mit der 2004 gegründeten Conviasa, eine neue staatliche Fluglinie zu etablieren – bisher nur mit mäßigem Erfolg.

In Venezuela gibt es eine Wertpapierbörse, die Bolsa de Valores de Caracas.

Von Mitte der 1990er Jahre bis 2007 war Caracas Sitz der World Boxing Association; seit 2007 ist er wieder in Panama.

Im Juli 2016 übernahm der Staat eine Fabrik zur Herstellung von Hygieneartikeln von Kimberly-Clark, die wegen Rohstoffmangels stillgelegt werden sollte.[233]

Verstaatlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Unternehmen, die in den 80er und 90er Jahren privatisiert wurden, wurden wieder verstaatlicht; seit 2007 wurden vom Staat 347 Unternehmen aus einer breiten Reihe von Industrien (Energie, Banken, Zement, Einzelhandel, Tourismus etc.) verstaatlicht. Für den Erwerb der Anteile wurden 11 Prozentpunkte des BIP aufgewandt (Stand Oktober 2010), in wenigen Fällen wurden bei der Enteignung Vermögenswerte ausländischer Unternehmen anerkannt. Laut des Vorsitzenden der Conindustria, Carlos Larrazábal, haben sich die Übernahmen negativ auf das Investitionsklima in Venezuela ausgewirkt.[234][235]

Im April 2017 wurde ein Werk von General Motors von den venezolanischen Behörden beschlagnahmt. Das Unternehmen stellte daraufhin seine Tätigkeit in dem Land ein[236][237].

Währung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon im Frühjahr 2016 hatte Venezuela Mühe, seine in immer grösserer Menge benötigten Banknoten zu bezahlen[238]. Ab dem Jahr 2003 gab es eine Währungskontrolle, die den Umtausch des Bolívar (Bs bzw. BsF) in andere Währungen beschränkte. Der Bolívar war also nicht frei konvertierbar. Zum Januar 2008 wurde in Venezuela ein Währungsschnitt von 1:1000 zum Bolívar Fuerte (BsF) durchgeführt.[239]

Die Comisión de Administración de Divisas, CADIVI (dem Finanzministerium zugeordnet), teilte die Devisen an Firmen und private Personen nach bestimmten Schlüsseln zu. Ab 1. Januar 2009 lag für Privatpersonen das Limit bei 3000 US$ pro Jahr (vorher 5600 US$).[240] Basis war der staatlich festgelegte Wechselkurs. Um den Großteil dieser Dollars (2500 US$) von CADIVI zugestanden zu bekommen, musste der Antragsteller eine Kreditkarte besitzen, weitere 500 US$ konnten pro Jahr in bar getauscht werden.[241]

Die Chávez-Regierung hatte lange versucht, den offiziellen Wechselkurs trotz hoher Inflationsraten stabil zu halten. Der Wechselkurs lag von 2005 bis Anfang 2010 unverändert bei 2150 Bs bzw. 2,15 BsF (nach dem Währungsschnitt) für 1 US$.[242] Im Januar 2010 wurde zunächst ein System mit zwei Wechselkursen eingeführt, mit 2,60 BsF je US-Dollar für besondere Importgüter, wie Lebensmittel und Medikamente, und 4,30 BsF/USD für sonstiges. Ab 1. Januar 2011 gilt wieder ein einheitlicher Wechselkurs von 4,30 BsF/USD. Der unreglementierte Schwarzmarktkurs betrug Ende 2010 rund 8,4 Bolívares pro Dollar und war damit fast doppelt so hoch wie der offizielle Wechselkurs.[243] Im Januar 2014 galt ein offizieller Wechselkurs von 6,3 Bolívares pro Dollar, während der Schwarzmarktkurs rund 55 Bolívares pro Dollar betrug. Mitte 2015 musste man auf dem Schwarzmarkt mit über 600 Bolívares schon das hundertfache des offiziellen Wechselkurses für einen Dollar hinlegen.[244] Die Inflation betrug 70 Prozent.[245]

Im Jahr 2016 betrug der Gegenwert von sechs US-Dollar 110 Gramm 100-Bolívar-Noten, das waren 10.000 Bolívar, die oft nicht mehr gezählt, sondern gewogen wurden. Zur Verschleierung der Inflation wollte die Regierung keine größeren Geldscheine heraus geben; die tägliche Inflation betrug derweilen sechs Prozent und die Prognose für 2017 ließ eine Jahresinflation von 2400 Prozent erwarten.[246]

Während die Einziehung der – zuletzt größten – 100-Bolívar-Note schon lief (geplant innert nur 72 Stunden und bei geschlossenen Grenzen), hätte ab 15. Dezember 2016 eine neue Note zu 500 Bolívar ausgegeben werden sollen mit einem Gegenwert am Schwarzmarkt von etwa 0,14 US$. Danach sollten Scheine zu 1.000, 2.000, 5.000, 10.000 und 20.000 ("schwarz": 5,6 US$) Bolívar folgen.[247] Am 16. Dezember (Ortszeit) kam es, nachdem in verschiedenen Städten von den Banken keine neuen Geldscheine ausgegeben werden konnten zu Protesten, Plünderungen und 3 Toten.[248] Die Ausgabe der neuen Noten wurde danach auf Januar 2017 angekündigt und die 100 Bolivar-Scheine bis dann wieder für gültig erklärt. Die Grenzen wurden weiter bis am 2. Januar 2017 geschlossen; die Regierung hatte für den Ersatz der Scheine ausländische Kriminelle verantwortlich gemacht, welche das Geld im Ausland gehortet hätten.[249] Ebenso mysteriös war die Erklärung, dass die neuen Noten wegen angeblicher Sabotage von Flugzeugen nicht hätten verteilt werden können. Mindestens eine Lieferung neuer in Schweden gedruckter Noten mit einem Nennwert von 500 Bolivar erreichte Venezuela am 19. Dezember 2016[250], weitere Noten mit einem Nennwert von 20,000 Bolívares wurden aus Malta geliefert. 100-Bolívar-Scheine galten nochmals verlängert bis 20. Januar 2017[251]

Am 31. Mai 2017 wurde der Bolívar um 64 % auf einen Kurs von 2010 VEF für einen US-Dollar abgewertet. Der Schwarzmarktkurs betrug zu diesem Zeitpunkt bereits 6100:1.[252]

Aufgrund der Hyperinflation stellte Präsident Maduro Anfang November 2017 den zukünftigen 100.000-Bolivar-Schein vor, er hatte zu dem Zeitpunkt den Gegenwert von etwa 2 Dollar.[253]

Internationale Wirtschaftsbeziehungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Abschnitt bedarf einer Überarbeitung: Nicht mehr aktuell, wurde im Mercosur aufgenommen. Genauer Ablauf, wie es dazu kam, muss erarbeitet werden. NZZ
Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Am 9. Dezember 2005 bekundete Venezuela, als fünftes Mitglied dem südamerikanischen Wirtschaftsbündnis Mercosur beitreten zu wollen. Im Juli 2006 wurde die Aufnahme Venezuelas in den Mercosur von den Präsidenten der vier Mitgliedsländer beschlossen und später von den Parlamenten Argentiniens und Uruguays angenommen. Die Chávez-kritischen Parlamente Brasiliens und Paraguays verweigern aber bis heute die Zustimmung.[254][255]

Seit 2004 gibt es die durch Hugo Chávez initiierte Alianza Bolivariana para las Américas (abgekürzt „ALBA“, deutsch „Bolivarische Allianz für die Amerikas“), die dem Aufbau einer Wirtschaftsgemeinschaft zwischen Kuba und Venezuela dient. Seitdem sind auch Bolivien, Nicaragua, Honduras, Ecuador, Dominica, Antigua und Barbuda sowie St. Vincent und die Grenadinen der ALBA beigetreten. Ziel ist es, eine Alternative zu der von den USA angestrebten gesamtamerikanischen Freihandelszone zu schaffen und möglichst viele Staaten Lateinamerikas für einen gemeinsamen Wirtschaftsmarkt zu gewinnen.

Ein weiteres Abkommen ist das Petrocaribe. Es erlaubt den Karibikstaaten den Kauf von Erdöl aus Venezuela, allerdings muss nur ein kleiner Teil sofort bezahlt werden. Der restliche Betrag kann zu einem Zinssatz von 1 % für 25 Jahre gestundet werden. Das Abkommen hat inzwischen schon 19 Mitglieder im Karibik- und Zentralamerikaraum.

Wirtschaftskennzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatsausgaben stiegen vor allem dank Erdöleinnahmen zwischen 1998 und 2012 von 10 Milliarden auf gut 160 Milliarden US-Dollar.[256] Der Anteil der unterhalb der Armutsgrenze lebenden Venezolaner verringerte sich von 1998 mit 50 % auf 31 % im Jahr 2013 und stieg 2014 auf 52 % an und bis 2016 auf 82 %.[257][258][259]

Anteil der in Armut lebenden Personen an der Gesamtbevölkerung
Jahr 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Quote
2. Halbjahr
50,4 % 48,7 % 46,3 % 45,4 % 55,4 % 62,1 % 53,9 % 43,7 % 36,3 % 33,6 % 32,6 % 31,8 % 32,5 % 31,6 % 25,4 % 32,1 % 52 % 76 % 82 %
Quelle: INE[257]
Anteil der in extremer Armut lebenden Personen an der Gesamtbevölkerung
Jahr 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Quote
2. Halbjahr
20,3 % 20,1 % 18,0 % 16,9 % 25,0 % 29,8 % 22,5 % 17,8 % 11,1 % 9,6 % 9,2 % 8,8 % 8,6 % 8,5 % 7,1 % 9,8 %
Quelle: INE[257]

Der Gini-Koeffizient, der die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums misst, ist von 0,5 im Jahr 2002[260] auf 0,39 im Jahr 2009 gesunken.[257]

Die registrierte Arbeitslosigkeit entwickelte sich wie folgt:

Arbeitslosigkeit
Jahr 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2016
Arbeitslosenquote 16,8 % 15,3 % 12,2 % 10,0 % 9,4 % 7,1 % 21,2%
Quelle: bfai,[224] Germany Trade and Invest,[261] EFE[262]

Dabei beträgt der Anteil der Bevölkerung, der im informellen Sektor beschäftigt ist, 41,3 %.[263] Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen Bruttoinlandsprodukt, Inflation, Haushaltssaldo und Außenhandel entwickelten sich in den letzten Jahren folgendermaßen:

Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), real
in % gegenüber dem Vorjahr
Jahr 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Veränderung in % gg. Vj. −1,0 −7,2 3,2 2,8 −8,9 −7,7 18,3 10,3 10,3 8,4 4,8 ~−2,2 1,5 4,2 5,7 1,3 -3,9 -5,7 −18,0
Quelle: Germany Trade and Invest[261]

ab 2010 CIA-Factbook[264]

Entwicklung des BIP (nominal)
absolut (in Mrd. US$) je Einwohner (in Tsd. US$)
Jahr 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Jahr 2011 2012 2013 2014 2015 2016
BIP in Mrd. US$ 331,4 331,0 228,0 215,3 260,1 284,7 BIP je Einw. (in Tsd. US$) 11,2 11,5 7,6 7,1 8,4 9,2
Quelle: IMF[265]
Entstehung und Verwendung des BIP (2015)
Entstehung des BIP (in %) Verwendung des BIP (in %)
Bergbau/Industrie 35,9 Privater Konsum 121,3
Handel/Gaststätten/Hotels 18,7 Bruttoanlageinvestitionen 39,5
Baugewerbe 8,8 Staatsverbrauch 12,9
Transport/Logistik/Kommunikation 5,3 Bestandsveränderungen 2,6
Land- und Forstwirtschaft 5,3 Außenbeitrag −76,4
sonstiges 26,0
Quelle: GTAI[266]
Entwicklung der Inflationsrate Entwicklung des Haushaltssaldos
in % gegenüber dem Vorjahr in % des BIP
(„minus“ bedeutet Defizit im Staatshaushalt)
Jahr 2012 2013 2014 2015 2016 Jahr 2012 2013 2014 2015 2016
Inflationsrate 21,9 40,3 62,1 121,7 254,6 Haushaltssaldo 0,8 2,0 1,6 -7,8 -39,9
IMF[265]
Haupthandelspartner (2016)
Ausfuhr (in %) nach Einfuhr (in %) von
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 31,1 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 24,2
SchweizSchweiz Schweiz 13,1 China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 14,5
BrasilienBrasilien Brasilien 9,8 BrasilienBrasilien Brasilien 10,7
KolumbienKolumbien Kolumbien 9,3 KolumbienKolumbien Kolumbien 5,5
NiederlandeNiederlande Niederlande 8,2 ArgentinienArgentinien Argentinien 4,9
sonstige Länder 28,5 sonstige Länder 40,2
Quelle: Germany Trade and Invest[266]
Hauptprodukte des Außenhandels (2013)
Ausfuhrgüter (Anteil in %) Einfuhrgüter (Anteil in %)
Erdöl 85,1 Maschinen u. elektr. Ausrüstungen 27,6
chemische Erzeugnisse 12,5 Nahrungsmittel 16,0
Industriechemikalien 0,9 Arzneimittel 7,8
Sonstiges 1,5 Sonstiges 48,6
Quelle: Germany Trade and Invest[267]
Entwicklung des Außenhandels
in Mrd. US$ und seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
2013 2014 2015
 % gg. Vj. Mrd. US$  % gg.Vj. Mrd. US$  % gg.Vj. Mrd. US$  % gg.Vj.
39,0 57,2 −13,3 47,5 −16,9 36,5 −23,2
39,8 88,7 −9,3 74,7 −15,8 37,2 −50,2
+31,6 +27,2 +0,8
Quelle: Germany Trade and Invest[266]

Finanzielle Entwicklung seit 2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Venezuela hatte sich seit 2000 trotz der größten Öleinnahmen seiner Geschichte stark weiterverschuldet. Die Schulden in Devisen stiegen zwischen 2000 und 2010 von 21,7 Milliarden auf 36,8 Milliarden US-Dollar. Landesintern wuchsen die Schulden im selben Zeitraum von 1,7 Milliarden auf 19,3 Milliarden US-Dollar (eine Steigerung von 1045 %).[268] Das Bruttoinlandsprodukt hatte sich während der Regierungszeit von Chavez bis 2013 verdreifacht,[269] Experten zufolge war das hauptsächlich auf den gleichzeitigen Ölpreisboom zurückzuführen.[270]

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 228,8 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 95,6 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 39,9 % des BIP.[271] Venezuelas Haushaltsdefizit war damit in Relation zur Wirtschaftsleistung das dritthöchste der Welt und wurde vor allem mit ausländische Krediten finanziert. Die Staatsverschuldung betrug 2016 122,5 Mrd. US-Dollar oder 36.7 % des BIP.[271]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

2014 lag die Staatsverschuldung bei 66 Mrd. US-Dollar oder 51 % des BIP.[273] Bis 2017 hatten Staat und PDVSA 110 Milliarden Dollar an Anleihen aufgelegt, zusammen mit Krediten und Zinsen ergäben sich daraus Forderungen bis 170 Milliarden Dollar. Händler verlangten zur Absicherung auf Anleihen im Frühjahr 2017 um die 40 Prozent Zins.[274]

Die Regierung Maduro bediente die ausländischen Gläubiger auch noch im Jahr 2017, trotz aller Kriegsrethorik gegen die USA. Die Washington Post nannte es „selbstmörderische Zahlungsmoral“.[275] Als Grund wurde auch angegeben, dass die Regierung offene Finanzkanäle brauche, um an die Dollars zu kommen, mit welchen sie sich die Loyalität und Repression der Armee und Milizen kaufe; „Ein Zahlungsausfall würde den sofortigen Regierungswechsel bedeuten“ meinte der Bankenfachmann Alejandro Grisanti.[274]

Das Land befindet sich seit 2016 in einer Versorgungskrise. Während das Benzin extrem stark subventioniert ist[276], kosten Waren des täglichen Bedarfs ein Vielfaches davon. So bezahlte man Anfang 2016 für ein Liter Wasser mehr als für die Tankfüllung eines Lastwagens[277], im Mai 2017 wurde der Preis, trotz einer zwischenzeitlich starken Preiserhöhung für Sprit, eine Flasche Trinkwasser mit 1500 Litern Normalbenzin gleichgesetzt.[275] Die Inflationsrate betrug 2016 rund 800 Prozent.[278] 80 Prozent der Bevölkerung waren nach 4 Jahren galoppierender Inflation verarmt.[274]

Der letzte verbleibende Kreditgeber für neue Kredite war im Jahr 2017 Russland via die staatseigene Ölfirma Rosneft, welche 6 Milliarden Dollar Vorauszahlungen leistete.[279]

Am 3. November senkte Standard & Poor’s die Kreditwürdigkeit des Landes von CCC auf CC herab. Zu dem Zeitpunkt hatte Venezuela 155 Milliarden Dollar Schulden, über deren Umschuldung die Regierung mit den Gläubigern verhandeln will.[280]

Kultur und Soziales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kulturellen Höhepunkte des Landes bietet die Hauptstadt Caracas. Im Landesinneren ist das kulturelle Leben dagegen weniger entwickelt.

Feiertage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Jahr beginnt mit dem 1. Januar, dem Neujahr. Im März/April gibt es das Osterfest. Seit dem 19. April 1810 wird jährlich die Verkündung der Unabhängigkeit gefeiert. Wie in anderen Ländern gibt es am 1. Mai den Tag der Arbeit. Am 24. Juni wird die Schlacht von Carabobo gefeiert.

Der Nationalfeiertag ist der 5. Juli (Tag der Unabhängigkeit, Día de la Independencia), der Tag, an dem 1811 die Unabhängigkeitserklärung verfasst wurde. Ein weiterer Feiertag ist der 24. Juli, das Geburtsdatum Simón Bolívars. Die „Entdeckung Amerikas“ wird am 12. Oktober gefeiert und Weihnachten am 25. Dezember.

Bedingt durch die starke katholische Tradition des Landes werden die verschiedensten Heiligentage in kleinen lokalen Festen das ganze Jahr hindurch gefeiert.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Universidad Central de Venezuela, Ciudad Universitaria, Caracas

In Venezuela gibt es sowohl ein staatliches als auch ein privates Schul- und Hochschulsystem. Im lateinamerikanischen Vergleich ist das Hochschulsystem sehr gut, jedoch sind noch deutliche Defizite im staatlichen Schulsystem zu erkennen. Die Schulpflicht beträgt neun Jahre, allerdings erfüllten diese 1998 nur etwa 60 % der schulpflichtigen Kinder.

Analphabetismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quote des Analphabetismus in Venezuela entsprechend der UNESCO[281][282] und dem "Instituto Nacional de Estadística" Venezuelas.[283]

Es gab immer wieder Alphabetisierungskampagnen. Diese wurden besonders in den Vierzigern und in den Achtzigern vorangetrieben.[284] Mit der hohen Staatsverschuldung in den späten Achtzigern und der Einführung der strengen Sparprogrammen des IWF wurden in der zweiten Präsidentschaft von Carlos Andrés Pérez und seinen Nachfolgern Ramón José Velásquez und Rafael Caldera die Bildungsausgaben stark zurückgefahren. Die Analphabetenquote lag im Jahr 1997 knapp unter zehn Prozent.[285] Unter der Regierung Chávez wurden erneut Anstrengungen unternommen, die Rate zu senken. Misión Robinson I und II waren Alphabetisierungsprogramme für Erwachsene, an dem bis Ende 2005 fast 1,5 Millionen Personen, respektive 600.000 Personen teilgenommen hatten; es bot Kurse zur Erlangung eines Primarschulabschlusses (6. Klasse) an. Damit wurden die Kriterien der Unesco erfüllt, die erlauben, ein Land mit weniger als vier Prozent Analphabetenquote für frei von Analphabetismus zu erklären.[286][287][288] Diese Aussagen wurden von The Economist und El Universal in Frage gestellt.[289][290]

Die Programme wurden unter venezolanischer und kubanischer Hilfe auch in Bolivien aufgenommen, wo die Analphabetenquote von 14 % nach dem Zensus von 2001 auf weniger als 5 % im Jahr 2008 gesenkt wurde.[291] Laut den Statistiken des INE (Instituto Nacional de Estadística) lag die Analphabetenquote im Jahr 2001 bei 7,02 % der Bevölkerung. Der Zensus von 2011 ergab eine Quote von 5,23 %.

Staatliches Bildungssystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem privaten, kostenpflichtigen Schulsystem gab es seit 1870 ein kostenloses Schulsystem.[292] Im Jahr 1975 wurde die Fundación Gran Mariscal de Ayacucho (Fundayacucho) errichtet, eine Stiftung, die seitdem Stipendien für Studierende im Inland und im Ausland organisierte.

Entwicklungen nach der Bolivarischen Revolution 2003[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 2003 erweiterte der Staat das System mit einem parallelen, sogenannten bolivarischen Schulsystem. Dieses neue System ließ aber Defizite erkennen. Das bolivarische Bildungssystem richtet sich sowohl an Erwachsene als auch an Schulpflichtige. Die Erwachsenenbildungsprogramme sind in so genannten Misiones organisiert. Sie sind nach dem Generalstreik im Frühjahr 2003 angelaufen und werden dezentral angeboten:

Misión Ribas ist ein Erwachsenenbildungsprogramm zur Erlangung eines Sekundarschulabschlusses (Abschluss nach der 11. Klasse). Darüber hinaus gibt es noch das Programm Misión Sucre.[293]

2003 wurde die Universidad Bolivariana de Venezuela gegründet, an der im Gegensatz zur nationalen Uni alle Interessenten mit Sekundarschulabschluss studieren können. An dieser Uni existieren zurzeit 11 entwicklungstechnisch relevante Studiengänge (zum Beispiel Gemeindemedizin, Sozialarbeit, Pädagogik, Jura). Die Ausbildung besteht paritätisch aus universitären und praktischen Anteilen. Da die bolivarianische Uni nicht alle Interessenten aufnehmen kann, wurden dezentral Studierzirkel eingerichtet, die von Dozenten, Studenten höherer Semester sowie über Fernkurs versorgt werden. Die dezentrale Hochschulausbildung ist der Inhalt der Misión Sucre.

In den Armenvierteln werden bolivarianische Vorschulen, Grundschulen und Sekundarschulen errichtet. Die Schulen sind als Ganztagsschulen konzipiert; an der Konzeption der Schulen sollen zudem alle Beschäftigten (Lehrer, Psychologen und Handwerker) beteiligt werden. Die Schulen sollten Schulkleidung, zwei Mahlzeiten am Tag und die medizinische Versorgung der Kinder bereitstellen. Lerninhalte sind nicht nur die gewöhnlichen Schulfächer, sondern auch die Bewältigung des Alltags.

Im Jahr 2003 wurden 2800 neue Schulen gegründet, in denen die Konzeption teilweise schon verwirklicht war. Laut der NGO Organisation for the Defence of the Right to Education versuchen Schuldirektoren im Bundesstaat Anzoátegui bei schlechter Sicherheitslage jedoch illegal, Schulgebühren für den Unterricht zu verlangen und schlechtere Schulqualität anzubieten als in offiziellen Erklärungen.[294]

Ab dem Jahr 2009 wurden Schüler an über 1000 Schulen in Venezuela ab der ersten Klasse im Umgang mit Computern unterrichtet. Die Schulen sind mit Laptops ausgestattet, auf denen eine eigene Linux-Distribution namens Canaima installiert ist. Ab März 2010 sollten alle 5700 Grundschulen des Landes entsprechend ausgestattet sein.[295] Bis Dezember 2012 wurden 30.000 Schüler mit diesen Computern ausgestattet.[296]

Venezuela ist mit Bolivien, Paraguay, Ecuador, Guyana und Surinam eines der südamerikanischen Länder, die an der PISA-Studie nicht teilnehmen.

Musikpädagogik El Sistema[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1975 hat der venezolanische Wirtschaftswissenschaftler und Musiker José Antonio Abreu ein landesweites Netz von Jugendorchestern (El Sistema) aufgebaut, das inzwischen über 300.000 Kindern und Jugendlichen kostenlos Zugang zu Musikunterricht und zu einem eigenen Instrument geschaffen hat und zu höchsten musikalischen Leistungen wie unter anderem der international renommierten Orquesta Sinfónica de la Juventud Venezolana Simón Bolívar geführt hat. Die musikpädagogische Arbeit von El Sistema hilft den Kreislauf von Armut und Gewalt zu durchbrechen. 2009 entstand der Dokumentarfilm El Sistema von Paul Smaczny und Maria Stodtmeier.[297]

Volkskunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

"Venezuela hat eine sehr ausgeprägte Volkskunst. Viele Regionen haben ihre typischen Handarbeiten, die eine Identifikation mit ihren kulturellen Wurzeln darstellen."[Zitat aus margaritainfo.com] Weltbekannt wurde der Joropo, die Tanzmusik der kolumbianisch-venezolanischen Region Llanos.

Gesundheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch ein Projekt der Regierung, an dem zuerst nur 2000 kubanische, später auch einheimische Ärzte teilnahmen, konnte die Versorgung der Bevölkerung, besonders der ärmsten Schichten, zwischenzeitlich angehoben werden. Ergänzend wurde ein Ernährungsprojekt gestartet, das die Versorgung der Armen mit Lebensmitteln in den Mercal-Märkten zu subventionierten Preisen sichergestellt hat.

Medizinische Versorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte 2003 begann die Misión Barrio Adentro (tief im Viertel) zum Aufbau einer flächendeckenden kostenlosen medizinischen Versorgung. Ende 2006 arbeiteten in dem Programm 20.000 kubanische und 4.000 venezolanische Ärzte, um in den Armenvierteln die Gesundheitsversorgung aufzubauen. Die Versorgung ist kostenlos, die Medikamente werden vom Staat zur Verfügung gestellt. Die Medizinstationen werden aus einem Baukastenset errichtet, das aus einer kleinen Praxis und einer kleinen Wohnung besteht. Die Bevölkerung wird durch je einen kubanischen und einen venezolanischen Arzt (beziehungsweise Studenten höheren Semesters) versorgt. Nahziel ist, dass der kubanische Arzt nach zwei Jahren zurückkehren kann und der Venezolaner einen weiteren Venezolaner einarbeitet. Fernziel ist die Ausbildung von 200.000 Ärzten innerhalb von zehn Jahren, die dann ganz Lateinamerika versorgen sollen. Schon sechs Monate nach dem Start des Programms 2003 waren 3 Millionen Personen medizinisch versorgt.

Bis 2015 hatte sich die Situation dramatisch verändert: Ärztliches Personal fehlte immer wieder, Apparate waren kaputt und die Apotheken führten selbst in der Hauptstadt nur knapp die Hälfte der üblichen Medikamente.[298] Bis 2016 ergab sich eine weitere Verschlechterung[299] und anstatt sich auf ein kostenloses Gesundheitssystem verlassen zu können, kaufte, wer eine rasche Behandlung wollte, die Medikamente selber auf dem Schwarzmarkt. Die NZZ beschrieb im Dezember 2016 das Spital von Valencia, ein einstiges Referenzzentrum, als "Referenzzentrum für die humanitäre Krise". Erhebungen zeigten eine steigende Mangel- und Unterernährung.[300] Im März 2017 bat Präsident Maduro die UNO um Hilfe bei der Versorgung mit Arzneimitteln.[301] Ärzte konnten aus Mangel an Mitteln ihre Patienten nicht nach den Regeln der Kunst behandeln.[302] Die Kinder- und Müttersterblichkeit stieg nach 2014 um 30, respektive 65 Prozent.[303]

Ernährung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Städten wurden seit 2003 in Mercal-Märkten staatlich subventionierte Lebensmittel angeboten. Die Mercal-Märkte setzten 2005 landesweit 40 % der Grundnahrungsmittel und 20 % aller Nahrungsmittel um. Die Preise liegen zwischen 30 % und 70 % unter denen der normalen Läden. Ziel war die flächendeckende Lebensmittelversorgung vor allem der armen Bevölkerung. 2006 gab es 14.000 Läden. Ein weiteres Programm zur Verbesserung der Ernährungssituation der armen Bevölkerung sind die sogenannten Casas de Alimentación (Volksküchen), die in den Barrios selbst organisiert werden und mit staatlicher Finanzierung kostenlos 2–3 Mahlzeiten zur Verfügung stellen. Seit dem Amtsantritt Chávez’ wurde zudem die Verpflegung von Kindern in der Schule ausgebaut, um eine Ernährung auch ohne finanzielle Mittel sicherzustellen.

Dank der Ernährungsprogramme und der verbesserten Lebensmittelproduktion konnte die Zahl der an Unterernährung leidenden Personen im Land deutlich verringert werden. Der Vertreter der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, Alfedo Missair, sagte, Venezuela sei auf dem Weg die Millenniumsziele der UNO zu erreichen, die zwischen 1990 und 2015 eine Halbierung der Anzahl von Personen mit Unterernährung vorsehen. Mit 3,7 Prozent der Bevölkerung, die an Unterernährung leidet, liege Venezuela deutlich unter dem lateinamerikanischen Durchschnittswert von sechs Prozent.[304] Die durchschnittliche Zufuhr von Nahrungsenergie stieg von 8.870 kJ (= 2.120 kcal) im Jahr 1999 auf 11.640 kJ (= 2.780 kcal) pro Tag im Jahr 2010.[305] Venezuela wurde das Land mit der höchsten Fettleibigkeitsrate in Südamerika und das dritte in Lateinamerika nach Saint Kitts und Nevis sowie Mexiko.[306]

Während der Versorgungskrise der Jahre 2015/2016 schien hingegen eine Hungersnot absehbar.[59] Der Kauf von zu viel Essen konnte zu einer Verhaftung führen und das mit der Verteilung von Lebensmitteln beauftragte Militär wurde der Bereicherung verdächtigt[307].

Comité Local de Abastecimiento y Producción (CLAP) 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 2016 wurden Lokalkomitees geschaffen, um die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln zu verbessern.[308] Sie sollten gemäß den Worten des Präsidenten die Spekulanten und Kriminellen des „parasitären Kapitalismus“ ausschalten, förderten jedoch die Günstlingswirtschaft und öffneten dem Diebstahl Tür und Tor.[309] Das System erreichte nicht alle Menschen.[310]

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eines der größten Probleme Venezuelas, die Kriminalität, hatte sich nach dem Amtsantritt Chávez’ noch einmal deutlich verschärft.

Die Mordrate pro 100.000 Einwohner entwickelte sich laut Angaben der Vereinten Nationen[311][312] folgendermaßen:

  • 1998: 19,61
  • 1999: 25,21
  • 2000: 33,15
  • 2001: 33,17
  • 2002: 38,50
  • 2015: 57,15

Ab 2003 hatte die venezolanische Regierung keine Statistiken über Morde an die Vereinten Nationen geliefert. 2006 sind etwa 16.059 Menschen umgebracht worden, wie das Innenministerium mitteilte. Statistiken lassen sich aus den CICPC-Berichten jeder Region erstellen. In Venezuela sind demzufolge von 2000 bis 2007 über 85.000 Menschen durch Gewaltdelikte verstorben, Zahlen, die viel höher sind als in den letzten Jahrzehnten, wie NGOs (unter anderem Amnesty International Venezuela) in einer Konferenz im April 2007 informierten.[313] Täglich starben in Venezuela im Jahr 2005 bis zu 44 Menschen (Stand 2005[314]) an den Folgen von Gewaltverbrechen. Nach UNO-Angaben hatte Venezuela im Jahr 2007 die weltweit höchste Rate an Verbrechen mit Schusswaffengebrauch.[315] Mit beginn der Wirtschaftskrise ab 2014 stieg die Kriminalität weiter an. Laut Zahlen der UN hatte Venezuela 2015 die dritthöchste Mordrate der Welt. In diesem Jahr gab es insgesamt 17.778 Morde im Land (Deutschland hatte 682).[316] Caracas war 2015 die gefährlichste Großstadt der Welt.[317]

Nach Berichten von amnesty international wurden damals auch Personen, die krimineller Handlungen verdächtigt wurden, von der Polizei erschossen oder verschwanden spurlos; ihre Angehörigen wurden anschließend von der Polizei unter Druck gesetzt nicht auszusagen. Eine Organisation (COFAVIC) zur Aufklärung der Verbrechen des Volksaufstandes vom Caracazo 1989 wurde ohne Polizeischutz von Anonymen eingeschüchtert[294][318]. Im März 2007 wurde in Venezuela ein Gesetz zum Schutz von Frauen gegen Gewalt verabschiedet. Amnesty international kritisierte 2008, dass trotz des neuen Gesetzes es jedoch auch fortdauernd Gewalt gegen Frauen gebe sowie anhaltende gewalttätige politische Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und Gegnern der Regierung, gegen die die Regierung nichts Effektives unternehme.[319] Der Drogenhandel hat in wenigen Jahren bis 2015 markant zugenommen; Kolumbianische Drogenhändler finden offenbar in Venezuela bessere Bedingungen als in Kolumbien. Der Drogenbaron Makled brüstete sich damit, 40 venezolanische Generäle auf seiner Lohnliste zu haben.[320]

Nach dem Auswärtigen Amt besteht in Venezuela insbesondere Gefahr durch Entführungen zur Erpressung von Geldzahlungen und Überfälle mit Waffengewalt. Die Straßenkriminalität in venezolanischen Großstädten, besonders in Caracas, sei hoch. Bei Kontrollen durch Uniformierte im Stadtgebiet, bei Straßenkontrollen, und selbst am Flughafen sind in der Vergangenheit Reisende von uniformierten Kontrolleuren beraubt oder zu Geldzahlungen bzw. Geldumtausch genötigt worden. In den Gebieten entlang der kolumbianischen Grenze besteht als Folge des kolumbianischen Binnenkonflikts eine erhöhte Gefahr von Entführungen und anderen Gewaltverbrechen. Besondere Vorsicht sollte man bei Taxis und nachts walten lassen – es ist aber in Vergangenheit auch sogar in Hotelanlagen zu Übergriffen gekommen.

Kontrollen an den venezolanischen Flughäfen gehen über das allgemein an internationalen Flughäfen übliche Maß hinaus: Bei der Ausreise aus Venezuela sowie beim Flughafentransit kann es zu zeitaufwändigen Kontrollen kommen, da die venezolanischen Behörden zur Bekämpfung des internationalen Drogenhandels umfassende Kontrollen von Gepäck und Personen durchführen – Beschädigungen des Gepäcks können die Folge sein. Zur Kontrolle von Personen kommen in den Flughäfen regelmäßig so genannte Ganzkörperscanner zum Einsatz. Es ist aber nicht auszuschließen, dass auch weiterhin in nicht vorhersehbaren Fällen und Situationen die zuvor als Regel übliche Kontrolle durch Röntgen in einem Krankenhaus in der Umgebung des Flughafens erfolgt. Der Transport zum Krankenhaus erfolgt dabei durch die venezolanische Armee. Die Einhaltung üblicher medizinischer Standards bei Erstellung der Röntgenaufnahme (z. B. Schutz durch Bleischürze) ist dabei oft nicht gewährleistet.[321]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Venezolanische Literatur

Bildende Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den bekanntesten Gebäuden gehören die Kathedrale von Coro, die Chiesa de San Clemente, die Kathedrale von Ciudad Bolívar, die Kathedrale von Caracas sowie die Kirche von San Francisco. Besonders sehenswert sind auch das „Capitol von Caracas“ und das „Haus der Gouverneure in Ciudad Bolívar“.

Das Panteón und das „Stadttheater“ gehören zu den bedeutenden Bauwerken Caracas'.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museum für moderne Kunst Jesús Soto, Ciudad Bolívar

Zu den bekanntesten Museen in Caracas zählen die Colección Cisneros, die Colección Fundación Polar, das nationale Kunstmuseum, das Museo Alejandro Otero (zeitgenössische Kunst), das Museo de Arte Colonial Quinta de Anauco (Museum für Kunst der Kolonialzeit) und das Museo de Arte Contemporáneo de Caracas Sofía Imber (zeitgenössische Kunst).

Weitere bekannte Museen finden sich in Acarigua, Barquisimeto, Ciudad Bolívar, Maracaibo, Mérida, San Carlos, San Cristóbal, San Felipe und Valencia.

Kino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Venezuelas Filmbranche ist klein, kam die letzten Jahre aber in Schwung. Sie produziert vor allem zeitgenössische sozialkritische Filme oder Historiendramen. Der größte Erfolg der letzten Jahre war Secuestro Express (Express Kidnapping, 2005) von Jonathan Jakubowicz.[19]

Nahrungsmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Nationalgericht ist der Pabellón Criollo, eine Kombination aus schwarzen Bohnen (Caraotas), Kochbanane (Plátano), Reis und zerrissenem Faserfleisch (Carne Mechada). Typische Gerichte sind außerdem die Hallacas (ein Ragout aus Rindfleisch, Rosinen, Gemüse, Kapern, Oliven und Nüssen in Maisteig) und Mondongo (ein kräftig gewürzter Eintopf mit Kutteln). Dazu wird vor allem Saft, darunter Papelón con limón, gemischt aus Panela, Limettensaft und Wasser getrunken. Das Grundnahrungsmittel der Venezolaner sind die Arepas, gebratene bzw. gebackene Maisfladen mit mannigfaltigen Füllungen. Der Sancocho ist eine Suppe, die in der Regel in einem großen Topf für viele Menschen angerichtet wird und verschiedene Gemüse- und Fleischsorten enthält.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Nationalsport Venezuelas ist Baseball. Das Land besitzt in der Liga Venezolana de Béisbol Profesional eine Profiliga. Die zweitbeliebteste Sportart ist Fußball, und danach folgt der Basketball. Pferderennen gab es in Llanos schon seit Jahrhunderten, aber heute finden sie auf Rennbahnen von internationalem Zuschnitt statt. Mit dem spanischen Kolonisator kam auch der Stierkampf nach Venezuela. Viele Städte verfügen über eine Stierkampfarena. Der Coleo, eine Rodeoveranstaltung, bei der vier Reiter darum kämpfen, vom galoppierenden Pferd aus einen Stier beim Schwanz zu packen und zu Boden zu werfen, ist auch beliebt. Der Hahnenkampf ist in fast allen Städten zu finden. Außerdem haben Schach und Domino viele Anhänger, meist wird es im Freien gespielt.[19] Von 2011 bis 2013 fuhr in der Formel 1 der Venezolaner Pastor Maldonado für das Williams F1 Team. 2014 und 2015 fuhr er für das Lotus F1 Team, ehe er bekannt gab 2016, trotz eines laufenden Vertrags mit dem Rennstall, aufgrund der wirtschaftlichen Lage seines Sponsors Petróleos de Venezuela nicht mehr anzutreten[322].

Außerdem hat Venezuela eine Futsalnationalmannschaft.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infrastruktur Venezuelas

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Venezuela verfügt über ein Straßennetz von 82.700 Kilometer, davon sind 38.998 Kilometer befestigt, wovon wiederum 2.690 Kilometer durch Hauptverkehrsstraßen gebildet werden. Die Hauptausbauphase waren die Sechzigerjahre, als für die Öl- und Aluminiumindustrie viele Fahrwege neu erschlossen wurden.

Eisenbahn- und öffentlicher Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Eisenbahnnetz umfasst 584 Kilometer, von denen jedoch nur 336 Kilometer staatlich betrieben werden. Aufgrund der wenigen Eisenbahnlinien sind Busse beinahe im ganzen Land das Hauptverkehrsmittel.

Seit 1999 treibt die Regierung Pläne zu einem massiven Ausbau des Eisenbahnnetzes voran. Geplant sind bis zu 4000 km Eisenbahnstrecken. Der Ausbau soll nach verschiedenen Teilnetzen gegliedert geschehen. Gebaut werden derzeit Strecken vom wichtigsten Hafen des Landes, Puerto Cabello, nach La Encrucijada (etwa 100 km, Fertigstellung 2012) und nach Barquisimeto und Acarigua (insgesamt 240 km). Die Arbeiten haben japanische, italienische und chinesische Unternehmen übernommen. Auch die Armee wird zu Bauarbeiten eingesetzt. In späteren Ausbauabschnitten soll die Hauptstadt Caracas mit den Wirtschaftszentren Valencia und Barquisimeto und dem Hafen Puerto Cabello verbunden werden. Die Finanzierung wird teilweise über den nationalen Entwicklungsfonds abgewickelt. Zudem versucht Venezuela, bei der Vergabe der Teilprojekte gleichzeitig eine Mitfinanzierung der jeweiligen nationalen Förder- oder Entwicklungsbanken der Länder zu erreichen, deren Unternehmen die Aufträge erhalten.[323]

In Caracas gibt es seit 1983 ein U-Bahn-Netz, seit 2006 in Maracaibo und Valencia.

Schiffsverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Erschließung des Landesinneren sind die Wasserstraßen (insgesamt 7100 Kilometer) sehr wichtig, vor allem der Orinoco. Die wichtigsten Häfen sind La Guaira und Puerto Cabello. Die venezolanische Flotte umfasst 268 Schiffe mit einer Gesamttonnage von 872.000 Bruttoregistertonnen.

Flugverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Simón-Bolivar-Flughafen

Das Land verfügt über sieben internationale Flughäfen, darunter der Flughafen Caracas, der Flughafen Porlamar und der Flughafen Maracaibo. Der Simón-Bolivar-Flughafen in Caracas ist dabei mit einem Passagieraufkommen von jährlich 6,69 Millionen Passagieren (vor dem Jahr 2011) der größte.

Die Linea Aeropostal Venezolana, Santa Barbara Airlines und Conviasa sind die drei wichtigsten Fluggesellschaften des Landes.

Alitalia, Gol, Air Canada und Lufthansa, aber auch die wichtige lateinamerikanische LATAM flogen ab Mitte Juni 2016 nicht mehr nach Venezuela. LATAM hatte schon zuvor Verbindungen von Ecuador oder Brasilien eingestellt, Air Canada und Aeroméxico die ihren bereits 2014. Grund waren die wegen der herrschenden Devisenkontrolle unmögliche Ausfuhr der Ticket-Einnahmen.[221] Ende Juni 2017 stellten Avianca, United und (angekündigt) Delta die Flüge ein, womit im August 2017 noch Iberia, Air France, TAP, American Airlines und Aerolineas Argentinas mit stark verminderten Frequenzen nach Venezuela flogen.[324] Die Hauptverbindung aus dem Land blieb die Copa Airlines aus Panama.[226] TAP Portugal verbindet rund 500'000 in Venezuela lebende Menschen, welche zu einem grossen Teil von Madeira stammen, mit dem Heimatland, die direkten Flüge nach Funchal waren jedoch schon 2014 gestrichen worden.[325]

Weitere Themen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Portal: Venezuela – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Venezuela

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Netzwerk Venezuela und Botschaft der Bolivarischen Republik Venezuela in der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.): Verfassung der Bolivarischen Republik Venezuela vom 24. März 2000. 1. deutschsprachige Auflage. Neue Impulse Verlag, Essen 2005, ISBN 3-910080-48-0 (Offizielle Übersetzung aus dem Spanischen).
  • Michael Zeuske: Von Bolívar zu Chávez. Die Geschichte Venezuelas. Rotpunktverlag, Zürich 2008, ISBN 3-85869-313-8.
  • Zeuske, Michael: Kleine Geschichte Venezuelas. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-54772-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Venezuela – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Venezuela – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Venezuela – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Venezuela – Reiseführer
 Wikimedia-Atlas: Venezuela – geographische und historische Karten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Venezuela’s New Constitution |1= venezuelanalysis.com
  2. a b CIA World Factbook, abgerufen am 12. Februar 2015
  3. Gerundet, genauerer Wert 33,913
  4. [1]
  5. [2] des Internationalen Währungsfonds
  6. [3] United Nations Development Programme (UNDP),
  7. a b Venezuela: Weitere oppositionelle Richter in Venezuela festgenommen, auf zeit.de, vom 26. Juli 2017. Abgerufen am 01. August 2017
  8. a b ¿Por qué la Constituyente convocada por Maduro es considerada un fraude?, diariolasamericas.com, 28. Juli 2017
  9. Entlassene Luisa Ortega Díaz: Die Frau, der Maduro nicht traute, auf welt.de, vom 05. August 2017. Abgerufen am 06. August 2017
  10. z. B. López und Ledezma: [4]
  11. Venezuela steht vor einer Rückkehr zur Diktatur, auf welt.de, vom 06. August 2017. Abgerufen am 06. August 2017
  12. Washington nennt Maduro "Diktator": USA verhängen Sanktionen gegen Venezuelas Staatschef, auf rp-online.de, vom 01. August 2017. Abgerufen am 07: August 2017
  13. vgl. Abschnitt „Staatsstreich von oben“ Ende März 2017
  14. Vom Orinoco zu den Anden (Humboldt-Gedächtnis-Expedition 1958). Von Karl Mägdefrau., München, Buchdruckerei Gebr. Fretz, 1960, Seite 53
  15. Kein Strom und kein Bier in Venezuela, NZZ, 22. April 2016
  16. Venezuela in: Microsoft Encarta
  17. [5]
  18. The World Factbook — Central Intelligence Agency. Abgerufen am 24. Juli 2017 (englisch).
  19. a b c d Spiegel Almanach 2008
  20. Gallup, Inc.: Latin Americans Most Positive in the World. Abgerufen am 6. Juli 2016.
  21. Sandro Benini: Das Glück wohnt in Lateinamerika. In: Tages-Anzeiger. ISSN 1422-9994 (bazonline.ch [abgerufen am 6. Juli 2016]).
  22. Tobias Käufer: Kolumbien als gelobtes Land, NZZ, 23. September 2017, Seite 5
  23. World Population Prospects – Population Division – United Nations. Abgerufen am 24. Juli 2017.
  24. Länderinformationen des Auswärtigen Amtes zu Venezuela
  25. Wachtturm Bericht 2007 (Memento vom 8. August 2008 im Internet Archive)
  26. Unsere Familie – Kalender 2005, Seite 80
  27. Muslim Population by Country, Pew Research Religion & Public Life Project, vom Januar 2011, abgerufen am 10. April 2014
  28. Jörg Baten: A History of the Global Economy. From 1500 to the Present.. Cambridge University Press, 2016, ISBN 978-1-107-50718-0, S. 150.
  29. eluniversal.com
  30. rnv.gov.ve
  31. República Bolivariana de Venezuela – Consejo Nacional Electoral (CNE)
  32. European Union Election Observation Mission: Final Report Presidential Elections Venezuela 2006 Kapitel 9.6.
  33. Klarer Sieg für den "Comandante" (Memento vom 10. Oktober 2012 im Internet Archive) tagesschau.de 8. Oktober 2012
  34. Maduro, Cabello, Capriles y FFAA, los protagonistas larepublica.pe 6. März 2013
  35. Studierendenproteste in Venezuela: Polizei räumt Protestcamps, taz.de, vom 9. Mai 2014
  36. Proteste in Venezuela: Polizei räumt Straßencamps, taz.de vom 9. Mai 2014
  37. Anhaltend Proteste in Venezuela: Kerry droht mit Sanktionen,taz.de vom 14. März 2014, abgerufen am 14. März 2014
  38. Zehntausende protestieren gegen Maduro, ZEIT ONLINE vom 3. März 2014
  39. Venezuela bricht Beziehungen zu Panama ab, DPA in Handelsblatt vom 6. März 2014, abgerufen am 6. März 2014
  40. Erdölpreis bestimmt Schicksal – Jahr der Entscheidung für Venezuela, NZZ, 5. Januar 2015
  41. Ölpreis stürzt Venezuela ins Elend, NZZ, 28. Januar 2015
  42. http://taz.de/Krise-in-Venezuela/!5313187/
  43. Venezuela 2016 inflation hits 800 percent, GDP shrinks 19 percent: document, reuters, 20. Januar 2017
  44. Öl-Roulette treibt Venezuela in den Ruin, Die Welt, 20. Februar 2016
  45. Andreas Fink: Das System Chavez steht vor dem Kollaps, Tagesanzeiger, 20. Februar 2016, Seite 9
  46. a b Edgardo Lander: Die Implosion Petro-Venezuelas, publiziert in Standpunkte 17/2016 der Rosa-Luxemburg-Stiftung
  47. http://www.economist.com/news/americas/21695934-venezuela-today-looks-zimbabwe-15-years-ago-spot-difference
  48. Energiekrise: Venezuelas Frauen sollen aufs Föhnen verzichten. In: Spiegel Online. 11. April 2016, abgerufen am 11. April 2016.
  49. Kollaps der Altenheime und Kliniken, Tagesschau.de, 15. Juli 2016
  50. Militärübung in Venezuela: Maduro mobilisiert Volk und Armee, SPON, 22. Mai 2016
  51. Versorgungskrise in Venezuela – Tausende kaufen fehlende Lebensmittel in Kolumbien ein, NZZ, 10. Juli 2016
  52. Weltwoche 27/16: Verlottertes Kinderparadies
  53. My Venezuela Nightmare: A 30-Day Hunt for Food in a Starving Land, Bloomberg, 9. Juni 2016
  54. Die Letzte Ration, Tagesanzeiger-Magazin, 6. August 2016
  55. Flucht durch Venezuelas Hintertür, NZZ, 2, November 2016
  56. NZZ, 14. Juli 2016, Seite 2
  57. Coup nouvelle: Did we just witness a new type of coup in Venezuela?, latinamericagoesglobal.org, 15. Juli 2016
  58. NZZ, 14. Oktober 2016, Seite 2
  59. a b Venezuela droht mit Zahlungsstopp, NZZ, 21. Oktober 2016
  60. Licht aus in Venezuela, NZZ, 28. April 2016
  61. 1,5 Millionen unterschreiben gegen Maduro, luzernerzeitung.ch, 30. April 2016
  62. Opposition nimmt erste Hürde zur Abwahl Maduros, Die Zeit, 8. Juni 2016
  63. Venezuela’s President Maduro 'won't face recall referendum', BBC, 17. Mai 2016
  64. Krisengipfel des Misstrauens, NZZ, 31. Oktober 2016
  65. Unterschriften sammeln ohne Ende, NZZ, 2. August 2016
  66. Mit Vollgas auf den Abgrund zu, NZZ, 21. April 2017
  67. Betrug an den Wählern in Venezuela, NZZ, 11. August 2016, Seite 2
  68. Venezuela’s Maduro rules out referendum on his rule until 2017, France24, 12. Juni 2016
  69. «Venezuelas Regierung sät Angst, während das Volk hungert», SRF 1, 2. September 2016
  70. SRF 3 Nachrichten, 2. September 2016
  71. Venezuela public workers face sack over referendum, BBC, 23. August 2016
  72. Maduro verschanzt sich vor den Bürgern, NZZ, 22. September 2016
  73. NZZ, 22. Oktober 2016
  74. Mehr als 100 Demonstranten bei Protesten gegen Maduro in Venezuela verletzt, elpais, 27. Oktober 2016
  75. Radionachrichten Schweizer Radio SRF, 2. November 2016
  76. Friedensgesten in Venezuela, NZZ, 3. November 2016
  77. Venezuelan parliament declares president Maduro in “abandonment of post”, panamatoday, 9. Januar 2017
  78. Denkzettel für Venezuelas Präsidenten, NZZ, 11, Januar 2017
  79. Umstrittene Urteile des Obersten Gerichts in Venezuela sollen revidiert werden, swissinfo, 1. April 2017
  80. Venezuela: Entmachtung Parlament aufgehoben, 18 Uhr Nachrichten Radio SFR, 1. April 2017
  81. Maduro krebst nur halbherzig zurück, NZZ, 3. April 2017
  82. Venezuela: Parlamentarier wollen Richter absetzen, heute.de, 6. April 2017
  83. Ein Land am Abgrund – Was sich in Venezuela abspielt, ist keine Krise – es ist eine Katastrophe. (Titel der Printausgabe: Venezuelas entlarvte Diktatur), NZZ, 13. April 2017
  84. Zweites Todesopfer bei Ausschreitungen, SRF, 19. April 2017
  85. Opposition fordert das Militär zum Dialog auf, NZZ, 15. Mai 2015
  86. NZZ, 22. Juni 2017, Seite 2
  87. Venezuela in den Morgennachrichten, SRF, 30. Juli 2017
  88. Venezuela crisis: What is behind the turmoil?, BBC, 4. Mai 2017
  89. Sandro Benini: Nicolas Maduro macht einen taktischen Rückzieher, Tagesanzeiger, 3. Juni 2017, Seite 5
  90. Behörden melden 76. Todesopfer, Deutschlandfunk, 23. Juni 2017
  91. Venezuela president says supporters will take up arms if government falls, The Guardian, 27. Juni 2017
  92. Maskierte Angreifer stürmen Parlament in Caracas, Tagesanzeiger, 5. Juli 2017
  93. Generalstreik in Venezuela Erneut Tote bei Protesten gegen Maduro, SPON, 27. Juli 2017
  94. Más de siete millones de personas votaron en la consulta simbólica de la oposición en Venezuela, rtve, 17. Juli 2017
  95. Venezuela: Protesters, troops clash ahead of Sunday vote, CNN, 30. Juli 2017
  96. NZZ, 3. August 2017, Seite 2
  97. a b ist fünf vor zwölf in Venezuela, NZZ 5. August 2017
  98. Klaus Ehringfeld: Nach der Wahl in Venezuela: Stunde null in Caracas. Spiegel online vom 31. Juli 2017
  99. Wahlcomputer-Firma spricht von manipulierter Abstimmung. Spiegel Online. 2. August 2017.
  100. Girish Gupta: Exclusive: Venezuelan vote data casts doubt on turnout at Sunday poll (en) Reuters. 2. August 2017.
  101. Venezuela crisis: loyalist assembly inaugurated amid Vatican criticism, The Guardian, 4. August 2017
  102. Uno kritisieren Vorgehen gegen Demonstranten, Handelsblatt, 8. August 2017
  103. 50 Jahre Haft für Landesverrat in Venezuela, sda, 16. August 2017
  104. Folter und Verfolgung: Uno klagt systematische Gewalt in Venezuela an, NZZ, 9. August 2017
  105. Venezuela’s pro-government constitutional assembly seizes powers of opposition-led congress, The Telegraph, 19. August 2017
  106. Maduro hält großes Militärmanöver in Caracas ab, Die Zeit, 26. August 2017
  107. Venezuela stages military exercise to counter U.S. 'threat', Reuters, 15. März 2015
  108. Maduro lässt die letzten Getreuen aufmarschieren, NZZ, 28. August 2017
  109. Putin stärkt Venezuelas Regime mit Dollars den Rücken, NZZ, 9. September 2017, Seite 6
  110. Plan Conejo, la insólita medida de Maduro para paliar el hambre en Venezuela, La Nacion, 15. September 2017
  111. Beobachter sollen Dialog über Venezuela begleiten, NZZ, 16. September 2017, Seite 2
  112. Die Wiederaufnahme des Prozesses zur Weiterführung des Dialogs in Venezuela hängt in der Luft, efe.com, 28. September 2017
  113. Oposición venezolana niega avances en fase exploratoria de diálogo político, eldia.com, 2. Oktober 2017
  114. NZZ, 14. Oktober 2017, Seite 5
  115. SRF 1 Nachrichten, 16. Oktober 2017
  116. https://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/maduro-gewinnt-in-17-von-23-bundesstaaten/story/22058435
  117. Die Verfassunggebende Versammlung beschleunigt Wahlen der Bürgermeister in Venezuela, elpais, 27. Oktober 2017
  118. Venezuela droht Zahlungsunfähigkeit7
  119. Venezuela's Maduro dismisses default possibility on eve of debt talks, Reuters, 12. November 2017
  120. Venezuela's crunch debt talks leave creditors without answers, France24, 14. November 2017
  121. Venezuela: la polarización llega a la Asamblea Nacional con los resultados electorales
  122. Maduros Regierung ringt um die Macht – Krieg der Parlamente in Venezuela, NZZ, 20. Dezember 2015
  123. Nach dem Wahlsieg der Opposition – Venezuelas Justiz stoppt Parlamentsarbeit, NZZ, 12. Januar 2016
  124. NZZ, 14. Dezember 2015, Seite 2
  125. Die Notenbank als Maduros Privatkasse, NZZ, 6. Januar 2016
  126. Kein Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Maduro, Deutschlandfunk, 16. Dezember 2016
  127. Kurt-Peter Schütt: Zur Lage der Gewerkschaften in Venezuela (PDF; 200 kB), Friedrich-Ebert-Stiftung Februar 2008, Seiten 1 und 4
  128. CIA World Factbook
  129. Korruptionswahrnehmungsindex 2010
  130. imf.org
  131. web.worldbank.org
  132. universo.eluniversal.com
  133. Brasilien droht Venezuela mit Mercosur-Ausschluss, 14. September 2016
  134. Eklat um Venezuelas Ausschluss bei Mercosur-Treffen, orf.at, 14. Dezember 2016, abgerufen 15. Dezember 2016.
  135. Fonden wird für Waffen benutzt
  136. Russisch-venezolanische Bank für Waffengeschäfte (Rosbalt – auf Russisch)
  137. Venezuela’s Military Needs to Get Out of Business, Bloomberg, 6. Mai 2016
  138. „Es ist sehr besorgniserregend, dass Maduro diese Gruppen bewaffnen will“: José Miguel Vivanco, Direktor von Human Rights Watch, ntn24america.com, 18. April 2017
  139. El cardenal de Caracas exige a Maduro desmantelar sus «colectivos» armados, abc.es, 13. April 2017
  140. Der letzte Schritt zur Diktatur, NZZ, 31. März 2017
  141. Venezuela: Los civiles que se preparan para una "guerra" con Estados Unidos, El Comercio, 27. August 2017
  142. Wie loyal ist Venezuelas Sicherheitsapparat? Die Stunde der Aufständischen, NZZ, 8. August 2017
  143. a b Venezuelas Untergang begann mit Dekret 7784, Die Welt, 7. August 2017
  144. Greg Morsbach: Venezuela aims for biggest military reserve in Americas, The Guardian, 4. März 2006
  145. n-tv: Venezuela wird „Festung“, n-tv, 20. September 2006
  146. n-tv.de
  147. n-tv.de
  148. janes.com
  149. Venezuela auf Platz 8 unter den Waffeneinführern
  150. Mehr Ausgaben für die Militärs als für die Polizei (El Universal)
  151. Waffen für Venezuela (Lenta, laut Kommersant)
  152. Russland billigte den Kauf von weiteren Panzern
  153. Russia extends payment term in Venezuelan debt, El Universal, 29. September 2016
  154. Peru weist Venezuelas Botschafter aus, DW, 11. August 2017
  155. Peru hilft Flüchtlingen aus Venezuela, DW, 10. August 2017
  156. 17 Länder verurteiltenVenezuela, stol.it, 9. August 2017
  157. Venezuelanisches Öl weiterhin garantiert, nicaragua-forum.de, 24. Februar 2015
  158. Das Regime in Caracas streckt die Fühler Richtung Moskau und Peking aus, NZZ, 4. August 2017
  159. Caracas isoliert sich selbst, NZZ, 27. April 2017; Zwischentitel: Erdöl gegen Freundschaft
  160. Günther Maihold: Außenpolitik als Provokation: Rhetorik und Realität in der Außenpolitik Venezuelas unter Präsident Hugo Chávez, Stiftung Wissenschaft und Politik, Juli 2008
  161. sueddeutsche.de: Säbelrasseln in Südamerika – Venezuela kappt Beziehungen zu Kolumbien vom 4. März 2008
  162. ELPAÍS.com: Bogotá destapa los apoyos a las FARC vom 4. März 2008
  163. Venezuelanalysis: Chavez-Obama Meeting at Summit Relaunches US-Venezuela Relations, 20. April 2009
  164. Snowden wird Asyl aus humanitären Gründen angeboten: Guardian Artikel, 6. Juli 2013
  165. Wer vom Leid in Venezuela profitiert NZZ, 20. Mai 2017
  166. Venezuelas Schulden bei Rosneft: Russlands Hintertür ins US-Ölgeschäft, SPON 1. September 2017
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Koordinaten: 8° N, 65° W