Andrea D. Bührmann

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Andrea D. Bührmann (* 27. Oktober 1961 in Düsseldorf) ist eine deutsche Soziologin und Professorin der Georg-August-Universität Göttingen.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Studium der Soziologie, Philosophie und Politikwissenschaften, das sie 1988 mit dem MA in Soziologie abschloss, promovierte Andrea Dorothea Bührmann 1995 an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie absolvierte eine Weiterbildung zur Personalreferentin und war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie an der Universität Paderborn. Dort koordinierte Bührmann das DFG-Projekt: „Die Krise der Moderne“. 2004 folgte nach einem DFG-Stipendium die Habilitation im Fach Allgemeine Soziologie. Seitdem hat Bührmann verschiedene Gast- und Vertretungsprofessuren in Dortmund, Salzburg, München und Wien wahrgenommen. 2009 wurde sie außerplanmäßige Professorin an der Universität Münster. Seit 2011 lehrt sie an der Georg-August-Universität Göttingen.

2013 gründete Bührmann das Institut für Diversitätsforschung und leitet es seitdem. Im Sommersemester 2014 forschte sie als Research Fellow an der University of California/Berkeley; im Sommersemester 2015 wurde sie auf eine Gastprofessur an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt berufen.

Seit 2015 ist Andrea Dorothea Bührmann Vizepräsidentin an der Universität Göttingen. Sie ist zuständig für Studium und Lehre sowie für Gleichstellung und Diversität.

In den letzten Jahren erforschte Bührmann gesellschaftliche Transformationsprozesse der Arbeit und ihrer Organisationsstrukturen. Sie konzipierte ausgehend von ihren gendertheoretischen Arbeiten das praxistheoretisch begründete Forschungsprogramm der reflexiven Diversitätsforschung. Dabei fungiert die von ihr mitentwickelte sozialwissenschaftliche Dispositivforschung als methodologischer Bezugspunkt.

Bührmann leitet/e mehrere Forschungs- sowie Evaluationsprojekte zum Thema Diversität und ist Sprecherin des Verbundprojektes "Diversity Turn in Land Use Science". Zugleich ist sie Gutachterin für die österreichische Bundesregierung und arbeitet in Deutschland als Expertin für Diversitätsforschung und -management mit verschiedenen Ministerien auf Landes- und Bundesebene zusammen.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Mit-)Autorin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frauen in Top-Management-Teams. Zur Bedeutung "geglückter" Sichtbarkeit eines "angemessenen" Habitus. LIT Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-643-13069-3 (zusammen mit Katrin Hansen, Astrid Biele Mefebue, Monika Rosenbaum, Ulrike Thiele-Manjali und Anne Mielke)
  • Vom Diskurs zum Dispositiv. Einführung in die Dispositivanalyse. Transcript, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-89942-818-6 (zusammen mit Werner Schneider). 2. Aufl. 2012
  • Arbeit, Sozialisation, Sexualität. Zentrale Felder der Frauen- und Geschlechterforschung. 3., erw. und überarbeitete Auflage. VS, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-531-14554-9 (zusammen mit Angelika Diezinger, Sigrid Metz-Göckel).
  • Der Kampf um „weibliche Individualität“. Zur Transformation moderner Subjektivierungsweisen in Deutschland um 1900. Westfälisches Dampfboot, Münster 2004, ISBN 978-3-89691-559-7 (zugleich Habilitation).
  • Das authentische Geschlecht. Die Sexualitätsdebatte der Neuen Frauenbewegung und die Foucaultsche Machtanalyse. Westfälisches Dampfboot, Münster 1995, ISBN 3-929586-54-1 (zugleich Dissertation, Universität Münster, 1995).
  • Groschengrab und Schuldenberg. Reportage über Spieler, Spielhallen und Kommunalpolitik. Westfälisches Dampfboot, Münster 1988 (zusammen mit Ulrich Kettler, Uwe Kraner, Stefan Rose), ISBN 978-3-924550-28-8.

(Mit-)Herausgeberin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hochzeiten und Heiraten. Themenheft der Zeitschrift GENDER, Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft, Heft 2/2014 (zusammen mit Barbara Schaff).
  • Prekäres Unternehmertum: Unsicherheiten einer sich ausbreitenden Erwerbsform., Wiesbaden 2010 (zusammen mit Hans Pongratz)
  • Self-Controlling / Self-Regulation or Self-Caring - the Sociology of the Subject in 21st Century., London: Cambridge Scholars Publishing, 2010 (zusammen mit Stefanie Ernst)
  • Migrantinnen gründen Unternehmen. Empirische Analysen und innovative Beratungskonzepte., München / Mering 2010 (zusammen mit Ute Firscher und Gerda Jasper)
  • From Michel Foucault's Theory of Discourse to Empirical Discourse Research. Current Methodological Trends and Practices in Social Research. In: Forum Qualitative Social Research (fqs). Volume 8, No. 2, 2007, ISSN 1438-5627 (zusammen mit Rainer Diaz-Bone, Gavin Kendall, Encarnación Guttiérez Rodríguez, Werner Schneider und Francisco J. Tirado).
  • Bührmann, Andrea D. (Hg.): Das Unternehmerinnenbild in Deutschland. Ein Beitrag zum gegenwärtigen Forschungsstand. Lit, Hamburg und Münster 2006, ISBN 978-3-8258-9049-0 (zusammen mit Katrin Hansen, Martina Schmeink und Aira Schöttelndreier).
  • Bührmann, Andrea D. (Hg.): Gesellschaftstheorie und die Heterogenität empirischer Sozialforschung. Festschrift für Hanns Wienold. Westfälisches Dampfboot, Münster 2006, ISBN 978-3-89691-620-4 (zusammen mit Reinhart Kößler, Wichard Puls, Katrin Späte, Hans-Günther Thien und Elisabeth Tuider).
  • Bührmann, Andrea D. (Hg.): Lehrbuchreihe zur sozialwissenschaftlichen Frauen- und Geschlechterforschung. Heidelberg (zusammen mit Martina Althoff, Mechthild Bereswill, Angelika Diezinger, Sabine Hark, Sigrid Metz-Göckel und Birgit Riegraf).
    • Bd. 1: Arbeit - Sozialisation - Sexualität: Zentrale Felder der Frauen- und Geschlechterforschung, 2000 (2. Aufl. 2007; 3. Aufl. 2014)
    • Bd. 2: Feministische Methodologien und Methoden: Traditionen, Konzepte, Erörterungen, 2000
    • Bd. 3: Dis/Kontinuitäten: Feministische Theorie, 2000
  • Bührmann, Andrea D. (Hg.): Das Wuchern der Diskurse. Perspektiven der Diskursanalyse Foucaults. Campus, Frankfurt a. M. 1998, ISBN 3-593-36128-0 (zusammen mit Hannelore Bublitz, Christine Hanke und Andrea Seier).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]