Angststarre

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Als Angststarre bezeichnet man einen besonderen, durch Gefahren- oder Stresssituationen ausgelösten Zustand bei Menschen oder Tieren. In der englischsprachigen Fachliteratur wird die Angststarre meist als defensive immobility oder freezing-like behaviour bezeichnet.

In Gefahren- und Stresssituationen wird vom Nebennierenmark das Stresshormon Adrenalin ausgeschüttet. Das Adrenalin erhöht den Herzschlag (Tachykardie), womit die Muskulatur besser mit mehr Sauerstoff versorgt wird, um den Körper auf einen Kampf oder eine Flucht vorzubereiten (fight-or-flight). Dabei werden eine Reihe nicht benötigter Organe und auch Teile des Gehirns in ihrer Funktion heruntergefahren. Erfolgt aber keine Reaktion in Form von Kampf oder Flucht, so kann nach bis zu 15 Sekunden eine Angststarre eintreten, bei der das bedrohte Lebewesen weder fliehen noch kämpfen kann. Es erstarrt sprichwörtlich vor Angst. Dabei sinkt der Herzschlag (Angstbradykardie), die Muskeln versteifen sich und die Kontrolle über die Körperfunktionen lässt signifikant nach. Die Angststarre und die Angstbradykardie werden dabei durch Nervenimpulse ausgelöst. Sie sollen in Gefahrensituationen das Überleben sichern.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. E. Lengauer Angststarre ist evolutionär bedingt. In: innovations-report.de vom 21. Juni 2005

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • M. G. Pereira u. a.: Sustained and Transient Modulation of Performance Induced by Emotional Picture Viewing. In: Emotion 6/2006, S. 622–34. PMID 17144753
  • T. M. Azevedo u. a.: A freezing-like posture to pictures of mutilation. In: Psychophysiology 42/2005, S. 255–60. PMID 15943678
  • L. D. Facchinetti u. a.: Postural modulation induced by pictures depicting prosocial or dangerous contexts. In: Neurosci Lett 410/2006 S. 52–6. PMID 17056179
  • A. V. Kalueff u. a.: Anxiety and otovestibular disorders: Linking behavioral phenotypes in men and mice. In: Behavioural Brain Research 186/2008, S. 1–11. PMID 17822783
  • F. Calvo F, N. C. Coimbra: Interactions between opioid-peptides-containing pathways and GABA(A)-receptors-mediated systems modulate panic-like-induced behaviors elicited by electric and chemical stimulation of the inferior colliculus. In: Brain Res. 1104/2006, S. 92–102. PMID 16797498
  • A. Mackay-Sim, D. G. Laing: Rats' responses to blood and body odors of stressed and non-stressed conspecifics. In: Physiol Behav 27/1981, S. 503–10.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]