Ankuwa

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Auf der Karte ist Alışar Höyük mit Ankuwa gleichgesetzt, Ziplanda mit Çadır Höyük und Arinna mit Alaca Höyük

Ankuwa (hattisch: Ḫanikku; altassyr. Amkuwa) war eine hethitische Stadt in Zentralanatolien. Sie lag vermutlich südlich der heiligen Stadt Zippalanda. Zwischen Zippalanda und Ankuwa fanden feierliche Prozessionen statt, die vermutlich mit dem Kult des Berggottes Taḫa verbunden waren.

Die Lage der Stadt ist umstritten. Nach einem hethitischen Itinerar von Kultdienern, dauerte die Reise von Ḫattuša nach Ankuwa zu Fuss drei Tage, wobei in den Orten Imralla und Ḫupigašša übernachtet wurde. Nach gängiger Meinung wird sie mit Alışar Höyük gleichgesetzt und Zippalanda im 15 Kilometer nördlich davon gelegenen Çadır Höyük und der Berg Taḫa mit dem Kerkenes Dağı. M. Popko lokalisiert es dagegen bei Eskiyapar, 10 km südöstlich von Alaca Höyük, das nach ihm Zippalanda ist, wobei dann der Kalehısar der Taḫa ist.[1] Letztere Orte werden jedoch gemeinhin mit der heiligen Stadt Arinna und dem Berg Ḫulla gleichgesetzt.

Nach einem altassyrischen Text aus Kültepe war Amkuwa zeitweise mit Sinaḫuttum (vielleicht Šanaḫuitta[2]) und Kapitra verbündet und rebellierte gegen Ḫatti.

Ankuwa war eine bedeutende Kultstadt mit alten ererbten hattischen Kulten. Die Hauptgöttin war „Ankuwas Königin“ (hatt. Ḫanikkun Kattaḫḫa, heth. Ankuwaš Kattaḫḫa). Sie wird häufig in Vertragstexten erwähnt, oft zusammen mit dem Wettergott von Zippalanda. Die Verehrung dieser Göttin breitet sich auch auf benachbarte Städte aus.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Maciej Popko: Zippalanda and Ankuwa once more. Journal of the American Oriental Society 120/3, 2000, 445-448.
  2. Ronald L. Gorny: Hittite imperialism and anti-imperial resistance as viewed from Alișar Höyük. Bulletin of the American Schools of Oriental Research 299/300, 1995, 71