Zippalanda

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Auf der Karte wird Ziplanda bei Çadır Höyük lokalisiert.

Zippalanda (Ziplanda, Zipalda) war eine hethitische Stadt in Zentralanatolien. Ihre Lage ist umstritten. Maciej Popko will sie Alaca Höyük gleichsetzen, Ronald L. Gorny bevorzugt Kuşakli Höyük (auch Uşakli Höyük) in der Provinz Sivas und seit neuestem Çadir Höyük im Tal des Kanak Su.

Heilige Stadt[Bearbeiten]

Nach den Paragraphen §§ 50ff. des althethitischen Gesetzes war Ziplanda neben Arinna und Nerik eine der drei heiligen Städte (šiunan URU „Götterstadt“), zu denen früh noch die Hauptstadt Ḫattuša als Ort der Götterversammlung trat.[1] Der Kult galt dem ursprünglich hattischen Wettergott von Ziplanda und dessen Eltern, nämlich dem Wettergott des Himmels und der Sonnengöttin der Erde. Sowohl der Wettergott von Ziplanda als auch die Sonnengöttin hatten Tempel in Zippalanda. Im Gebet des Muwattalli (KUB VI 45146) wird der Berggott Taḫa (Kalehısar/Karahısar?) unter den Göttern von Zippalanda erwähnt. Zudem wird die Quellgrotte der Ištar genannt.

Keilschrifturkunden aus Boğazköy erwähnen die tazzili-Priester von Zippalanda (KBo 16.49 obv. i 13). Sie waren anscheinend im Kult des Berggottes Taḫa tätig. Die Städte Šanaḫuitta, Tapikka (Maşat Höyük), Taptiga, Takašta, Katapa, Karaḫna und Ḫattuša waren für die Versorgung des Gottes Taḫa bzw. seiner Priester und seines Tempels zuständig.

In Ḫattuša gab es ein Zippalanda-Tor. Während des nuntariyašḫa-Festes zog der hethitische König nach seiner Rückkehr aus Annita durch das Zippalanda-Tor nach Ḫarranašša und dann weiter nach Zippalanda, wo er den 13. Tag des Monats verbrachte, bevor er über Katapa, Taḫurpa und Tippuwa in die Hauptstadt zurückkehrte. Auch anlässlich des AN.TAḪ.ŠUM-Frühlingsfestes suchte er Zippalanda auf.

Texte, die Zippalanda erwähnen[Bearbeiten]

  • KBo 16.78
  • KBo 30.155
  • KUB 20.25+10.78

Literatur[Bearbeiten]

  • Billie Jean Collins: Hattušili I, The Lion King. In: Journal of Cuneiform Studies. 50, 1998, S. 15–20.
  • Ronald L. Gorny: Besprechung von Zippalanda: Ein Kultzentrum im hethitischen Kleinasien. In: Journal of the American Oriental Society. 117/3, 1997, S. 549–557.
  • O. R. Gurney: The Hittite Names of Kerkenes Dağ and Kuşaklı Höyük. In: Anatolian Studies. 45, 1995, S. 69–71.
  • Volkert Haas: Geschichte der hethitischen Religion. In: HdO. 1/15, Brill, Leiden 1994, S. 445–446, S. 589.
  • Maciej Popko: Zippalanda: Ein Kultzentrum im hethitischen Kleinasien. 1994.
  • Maciej Popko: Zur Geographie des nördlichen Zentralanatoliens in der Hethiterzeit. In: Th. P. J. van den Hout, J. de Roos (Hrsg.): Studio Historiae Ardens: Ancient Near Eastern studies presented to Philo H. J. Houwink ten Cate on the occasion of his 65th birthday. Nederlands Historisch-Archaeologisch Instituut, Istanbul 1995, S. 253–259.
  • Maciej Popko: Zippalanda and Ankuwa once more. In: Journal American Oriental Society. 120/3, 2000, S. 445–448.
  • Itamar Singer: The AGRIG in the Hittite Texts. In: Anatolian Studies. 34, 1984, S. 97–127.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Maciej Popko: Arinna. Eine heilige Stadt der Hethiter. (Studien zu den Boğazköy-Texten, Bd. 50). Harrassowitz, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-447-05867-4, S. 4.