Anthroposophische Architektur

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Von Rudolf Steiner 1923 entworfenes zweites Goetheanum

Als anthroposophische Architektur wird eine Architekturauffassung bezeichnet, die sich an den Lehren der Anthroposophie von Rudolf Steiner orientiert. In ihren Gestaltungsmitteln lassen sich zeitgebundene Elemente von Jugendstil und Expressionismus erkennen.[1] Die Stilrichtung der anthroposophischen Architektur ist auch als organische Architektur zu verstehen.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gestaltung der Gebäude beruht auf der Lehre, dass Formen in der Natur den Naturgesetzen folgen und ihre Inhalte vermitteln. Aus diesem Grund erscheinen die Gebäude den Formen der Natur nachempfunden. Stilmerkmale sind gerundete organische Formen, aber auch geometrische Formen wie beim Haus Duldeck (zwei ineinander gelegte Rechtecke).[2] Das Dach wird teilweise als Schale oder Kappe entworfen, im Inneren werden natürliche Farben als Lasuren und Materialien wie etwa Holz verwendet.[3]

Bekannte Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundlegendes Vorbild der anthroposophischen Architektur stellen das erste und zweite Goetheanum in Dornach bei Basel dar. Nachdem das erste Goetheaneum 1922 durch Brandstiftung niedergebrannt worden war, entwarf Steiner das zweite Goetheaneum, diesmal allerdings nicht aus Holz, sondern aus Stahlbeton. Die vielfach verwundenen Flächen und die großen Spannweiten stellten sich dabei als Herausforderung für die Statik und den Schalungsbau dar. Im Inneren befinden sich große Räume, die zum Teil einen Höhlencharakter aufweisen, die jedoch nicht mehr von Steiner († 1925) geplant und eingerichtet wurden.[4]

Die anthroposophische Architektur kommt besonders bei der Gestaltung von Waldorfschulen, Theatern und Wohngebäuden, aber auch Krankenhäusern zur Anwendung. So gehört beispielsweise das 1969 eröffnete Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke zu den größten Bauwerken dieses Stils.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilfried Koch: Baustilkunde. Bertelsmann Lexikon Verlag, 2003, ISBN 3-577-10457-0, S. 383.
  2. http://www.goetheanum.org/1627.html
  3. Microsoft Corporation: Microsoft Encarta Professional 2008, Artikel: Anthroposophische Architektur
  4. Marco Bussagli: Was ist Architektur. Kaiser Verlag, 2003, ISBN 3-7043-9017-8, S. 172.