Antonia Meiners

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Antonia Meiners (* 1943 in Bamberg)[1] ist eine deutsche Kulturwissenschaftlerin, Autorin und Lektorin mit historischem und kulturpolitischem Themenschwerpunkt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meiners verbrachte ihre Kindheit zusammen mit ihrem älteren Bruder überwiegend in Schulzendorf und Eichwalde. Nach Abschluss der zehnten Klasse an der Mittelschule in Eichwalde absolvierte sie u eine Lehre zur Industriekauffrau im VEB Schwermaschinenbau Wildau. Weil ihr der Beruf nicht zusagte, machte sie auf der Abendschule ihr Abitur nach und arbeitete danach bis 1975, anfänglich durch Vermittlung des Vaters, des Karikaturisten Gottfried Spachholz, als „grafische Hilfskraft“, später als Bildredakteurin bei der Neuen Berliner Illustrierten und studierte in Ostberlin an der Humboldt-Universität Kulturwissenschaften.[1][2][3]

In einem kommunistisch geprägten Elternhaus aufgewachsen, war es ihr als Jugendliche von den Eltern verboten, Ausflüge in den Westteil Berlins zu machen. Sie selbst vertrat zunächst die väterliche Ansicht, „dass es normal und richtig war, den Sozialismus aufzubauen.“[1] Ihr Bruder war bereits zur Zeit des Mauerbaus im August 1961 in Westberlin geblieben. 1975 stellte sie einen Ausreiseantrag, dem anderthalb Jahre später entsprochen wurde.[1][3] 1978 konnte sie so in Westberlin an der Freien Universität Berlin Germanistik und Theaterwissenschaft studieren.[4]

Seit den 1980er Jahren arbeitet sie als freie Lektorin, Herausgeberin und Autorin für verschiedene Buchverlage, hauptsächlich zu historischen und kulturpolitischen Themen.[2] Im Elisabeth Sandmann Verlag publizierte sie unter anderem Bücher zur Frauenbewegung und Frauengeschichte. Ihr Buch Die Suffragetten gibt „erste Einblicke in die Geschichte der Suffragettenbewegung und der Entwicklung des Kampfes um Frauenrechte“. Meiners stellt dazu etwa „25 Frauenrechtlerinnen vor, die sich seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert für das Frauenwahlrecht einsetzten“ und legt „die Unterschiede und Kontroversen zwischen der radikalen, gemäßigten und sozialistischen Frauenbewegung dar“.[5] Das Werk Die Stunde der Frauen[6] ist „ein historisch fundierter Einstieg in die Geschichte der Frauenbewegung ... zwischen Kriegsbeginn und erster Nachkriegszeit“.[7] Anhand von Fotos, Zeitzeugenberichten, Dokumenten, Tagebuchaufzeichnungen, Briefen und Zeitschriften beleuchtet das Buch Wir haben wieder aufgebaut die Situation von Frauen ab 1945 und Kluge Mädchen die Kulturgeschichte der weiblichen Kindheit und den Wandel des Mädchenbildes im Laufe des 20. Jahrhunderts.[8] Daneben erschienen sind unter anderem mehrere Bücher zur Geschichte Berlins beim Nicolai Verlag, wie „Berlin und Potsdam zur Zeit Friedrichs des Großen“, „Berlin 1945“, „Berlin in den 1950er-Jahren“ und „Berlin 1989“. Bei der Edition Braus erschien 2017 „Berlin 1933–1945“.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Tanja Kasischke: Kennedy zuvorgekommen. In: Märkische Allgemeine vom 26. Juli 2013. Abgerufen am 6. Januar 2018
  2. a b Elisabeth Sandmann Verlag: Autoren: Antonia Meiners. Abgerufen am 6. Januar 2018
  3. a b Kulturverein Zeuthen e.V.: Antonia Meiners. Abgerufen am 6. Januar 2018
  4. Suhrkamp: Antonia Meiners. Abgerufen am 6. Januar 2018
  5. Rolf Löchel: Wahlrecht für Hyänen. In: literaturkritik.de vom 30. September 2017. Abgerufen am 6. Januar 2018
  6. Leseprobe: Die Stunde der Frauen, S. 1 bis 39. Abgerufen am 7. Januar 2018
  7. Bernd Ulrich: Sammelrezension: Krieg und Gesellschaft im Ersten Weltkrieg. In: Clio-online – Historisches Fachinformationssystem e.V. - Kommunikation und Fachinformation für die Geschichtswissenschaften vom 16. Juli 2015. Abgerufen am 6. Januar 2018
  8. stern.de: Die besten Bücher des Herbstes. vom 16. Oktober 2006. Abgerufen am 7. Januar 2018