Apoyando

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Die Apoyando Zupftechnik (von links nach rechts): Die hohe e-Saite wird „durchgedrückt“, der Finger kommt auf der nächst unteren H-Saite zum Liegen.

Apoyando (Aussprache: [apoˈʝando], span. „aufgestützt“, „angelehnt“), auch angelegter Anschlag oder durchgezogener Anschlag, ist eine Zupftechnik der Gitarre. Sie bildet den Gegensatz zu der Zupftechnik Tirando.

Technik und Klang[Bearbeiten]

Beim Apoyando wird die gespielte Saite mit der betreffenden Fingerspitze „durchgestrichen“, so dass der Finger nach dem Anschlag auf der nächstunteren Saite zum Aufliegen kommt. Der zupfende Finger ist dabei im Gegensatz zur gewöhnlichen Technik fast ganz durchgestreckt. Die so produzierten Töne sind lauter und klingen voller und weicher als mit Tirando gebildete Töne.

Anwendung[Bearbeiten]

Apoyando wird besonders bei lateinamerikanischen Stücken und dem Flamenco gespielt, um einzelne Melodietöne hervorzuheben oder Läufen einen ausdrucksstärkeren Klang zu verleihen. Beim Flamenco spielt besonders der Daumen Apoyando, denn er spielt Melodie oder hervorstechende Basslinien. Die Apoyando-Technik kann helfen, den Wechselschlag bei Läufen (z. B. Tonleitern oder Solos) zu beschleunigen: Das Durchstrecken der Finger führt zu einer „trommelnden“, „schlagenden“ Bewegung, die im Gegensatz zu der „klauenförmigen“, „ziehenden“ Bewegung des Tirando nach einiger Übung bereits sehr schnell ausgeführt werden kann.

Literatur[Bearbeiten]

  • Matanya Ophee: Die Geschichte des Apoyando. Gitarre & Laute 1982, 6, S. 354–365