Arikamaninote
| Namen von Arikamaninote | ||||||||||||
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| Thronname |
in ägyptischen Hieroglyphen | |||||||||||
| Eigenname |
in ägyptischen Hieroglyphen | |||||||||||
Arikamaninote war ein nubischer König, der wohl im 5. vorchristlichen Jahrhundert regierte.
Belege
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Dieser Herrscher ist von zwei Denkmälergruppen bekannt. Seine Pyramide Nu 12 in Nuri gehört zu den größten auf dem Friedhof in Nuri. Sie hat eine Seitenlänge von 26,25 m und wurde mindestens einmal, wohl unter dem Herrscher, erweitert. Die ursprünglichen Ausmaße entsprechen denen der anderen Pyramiden dieser Zeit, erst die Erweiterung machte sie besonders groß. In Kawa brachte er auf dem dortigen Amuntempel vier Inschriften an, die uns im Detail über seine Regierungszeit unterrichten.[1]
Herkunft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Arikamaninote war der Sohn von König Malowijebamani und der Nachfolger von Talachamani, der wohl der jüngere Bruder von Malowijebamani war. Arikamaninote bestieg im Alter von 41 Jahren den Thron und regierte mindestens 25 Jahre.
Inthronisation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der längste Text, eingraviert auf der Ostwand der Hypostylenhalle von Tempel T, berichtet von der Inthronisation des Herrschers und seiner Reise zu allen wichtigen Orten des Landes, wo er anscheinend das Wohlwollen des Amun für seine Regierung einholen musste.[2]
Die Inschrift beginnt mit der Titulatur des Herrschers. Danach wird vom Tod des Talachamani berichtet, der in Meroe starb, ein deutliches Anzeichen, dass damals schon diese Stadt als Residenz diente. In dieser Zeit hörte der König von dem Aufstand der Rhrhs-Nomaden.[3] Arikamaninote wurde nun zum König erwählt und unterdrückte daraufhin die Rebellion. Arikamaninote reiste nun von Meroe nach Napata, wo er zum König gekrönt wurde. Anschließend begab er sich nach Kertjen und kämpfte gegen die Meded-Nomaden. Als Nächstes fuhr er nach Kawa, wo er im Tempel des Amun nochmals inthronisiert wurde, das Gleiche wiederholte er in Pnubs. Er fuhr dann wieder nach Kawa, wo er ein Fest für Amun feierte, Schenkungen an den Tempel machte und eine Nacht- und Tagesprozession des Gottes veranstaltete. Daraufhin kam die Königsmutter nach Kawa. Es folgen weitere Inthronisationsriten und es werden weitere Schenkungen an den Amuntempel aufgelistet. Schließlich geht der Herrscher in den Tempel von Kawa und spricht dort mit Amun-Re.
Titulatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Horusname: Ka-nechet cha-em-Waset (Siegreicher Stier, der in Theben erscheint)
- Nebti-Name: Itj-tau-neb(u) (Ergreifer aller Länder)
- Goldname: Waf-chasut-neb(ut) (Bezwinger aller Fremdländer)
- Thronname: Nefer-ib-Re (Schön ist das Herz des Re)
- Eigenname: I-er-ek-Amun-niut (Arikamaninote)[4]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Tormod Eide, Tomas Hägg, Richard Holton Pierce, László Török (Hrsg.): Fontes historiae Nubiorum: textual sources for the history of the Middle Nile Region between the eighth century BC and the sixth century AD. Band 2: From the mid-fifth to the first century BC. University of Bergen, Bergen 1996, ISBN 82-91626-01-4, S. 396–435. (online (nur lesbar); entspricht S. 54–93 dieser PDF-Datei).
Anmerkungen und Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Tormod Eide u. a. (Hrsg.): Fontes historiae Nubiorum. Band 2. Bergen 1996, S. 400–435 (Nr. 71–74 = Kawa IX–XII). – Englische Übersetzungen von Richard Holton Pierce, Kommentare von László Török.
- ↑ Tormod Eide u. a. (Hrsg.): Fontes historiae Nubiorum. Band 2. Bergen 1996, S. 400–428 (Nr. 71 = Kawa IX).
- ↑ Name einer Ethnie oder eines Stamms einer Ethnie. Francis Breyer hält es für wahrscheinlich, dass es sich nur um einen „Schmähnamen“ handelt, etwa „die Bitterarmen“, womit eine Gruppe dieser Nomaden eine andere bezeichnete. Francis Breyer et al.: Napata und Meroë. Kulturgeschichte eines nubischen Reiches. Kohlhammer, Stuttgart 2022, ISBN 978-3-17-037734-9, S. 45.
- ↑ Lesung und Deutung dieses Namens schwanken in der ägyptologischen Literatur; zuletzt hat sich Karola Zibelius-Chen für Jmn-nwt-jrk bzw. Arike-amanote ausgesprochen. Nach ihr ist Jmn-(n)-nwt (Amun der Stadt (= Theben)) eine mehrfach belegte Schreibung des Meroitischen amnote (thebanischer Amun). Der andere Bestandteil jrk steht für meroitisch (y)erike und bezeichnet die Abstammung väterlicherseits. Für die Frage, ob der Gottesname Jmn-n-nwt voran- oder nachgestellt werden sollte, lassen sich unterschiedliche Begründungen geben. Karola Zibelius-Chen: „Nubisches“ Sprachmaterial in hieroglyphischen und hieratischen Texten. Personennamen, Appellativa, Phrasen vom Neuen Reich bis in die napatanische und meroitische Zeit. (= meroitica. Schriften zur altsudanesischen Geschichte und Archäologie. Band 25). Harrassowitz, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-447-06465-1, S. 30–32.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Arikamaninote |
| ALTERNATIVNAMEN | Neferibre |
| KURZBESCHREIBUNG | nubischer König |
| GEBURTSDATUM | 5. Jahrhundert v. Chr. |
| STERBEDATUM | 5. Jahrhundert v. Chr. |