Aristobulos II.

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Aristobulus II. aus „Promptuarii Iconum Insigniorum“

Aristobulos II. (* um 100 v. Chr.; † 49 v. Chr. in Rom) war ein jüdischer König und Hohepriester der hellenistisch beeinflussten aristokratischen Sadduzäer.

Aristobulos war der jüngste Sohn des hasmonäischen Königs Alexander Jannäus. Nach dem Tod von Königin Salome Alexandra, seiner Mutter, im Jahr 67 v. Chr. wurde zunächst Aristobulos’ Bruder und Hohepriester Johannes Hyrkanos II. rechtmäßiger König der Juden. Aristobulos hielt seinen Bruder jedoch für ungeeignet, das Königreich zu führen. Es kam in der Folge zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Brüdern. Da Aristobulos den Großteil der Bevölkerung für sich gewinnen konnte, setzte er sich schließlich gegen Hyrkanos durch und wurde Hohepriester und König. Hyrkanos willigte ein, als Privatmann zu leben.

Der erzwungene Frieden wurde jedoch gestört, als Antipatros, der Vater des späteren Königs Herodes, eingriff. Antipatros war Hyrkanos eng verbunden und mit dem Machtwechsel sah er sich selbst in Gefahr. Antipatros gelang es, die oberste Schicht der Juden erneut für die Sache des Hyrkanos zu gewinnen, wodurch er sich auch den Einfluss auf diesen sicherte. Er brachte Hyrkanos dazu, zu Aretas III., dem König der Nabatäer, zu fliehen, der ihm für die Rückgabe von zwölf zuvor an Jannäus verlorenen Städten militärischen Beistand zusicherte. Im Jahr 65 v. Chr. wurde Aristobulos nach einer Belagerung des Tempels von Jerusalem besiegt.

Die Streitigkeiten der beiden Brüder um den Thron veranlassten nun auch die Römer, 64 v. Chr. ins Geschehen einzugreifen und dadurch ihren Einfluss in der Region zu erweitern. Beide Brüder wetteiferten um die Gunst von Scaurus, dem Quästor des Feldherrn Pompeius, für ihre Sache. Die Entscheidung fiel zugunsten von Aristobulos. Scaurus drängte Hyrkanos und Aretas zum Rückzug.

Im Winter 64/63 v. Chr. erschienen in Antiochia erstmals Abordnungen der beiden streitenden Brüder vor Pompeius selber. Eine Entscheidung sollte aber erst nach dem geplanten Feldzug gegen die Nabatäer erfolgen. Pompeius ermahnte beide Parteien eindringlich, bis zu einer Entscheidung den Frieden zu wahren. Aristobulos ahnte den für ihn schlechten Ausgang der Entscheidung und reiste vorzeitig ab. Pompeius verfolgte ihn und zwang ihn, ihm seine sämtlichen Festungen zu überlassen. Aristobulos wollte nun von Jerusalem aus gegen Pompeius Krieg führen, als dieser jedoch mit einer gewaltigen Streitmacht dort auftauchte, kapitulierte Aristobulos und bot Wertgegenstände und Unterwerfung der Stadt an. Vermutlich waren einige Anhänger Aristobulos’ nicht gewillt, dem Folge zu leisten, und verwehrten den Römern den Einzug in die Stadt. Daraufhin nahm Pompeius Aristobulos gefangen und brachte ihn nach Rom.

Aristobulos gelang es, zu fliehen, er wurde allerdings in Machaerus wieder festgenommen. Caesar bestimmte ihn 49 v. Chr. wieder zum Herrscher der Hasmonäer und stellte ihm römische Truppen zur Verfügung, um seine Herrschaft zurückzuerobern. Pompeius ließ Aristobulos allerdings noch vor dem Antritt seiner Herrschaft vergiften. Der Leichnam des Aristobulos wurde in Honig einbalsamiert, bis Marcus Antonius ihn später nach Judaea schickte und in der Königsgruft der Festung Alexandreion beisetzen ließ.[1]

Alexander, sein erster Sohn, wurde im Jahre 49 v. Chr. in Antiochia hingerichtet. Antigonos, der zweite Sohn des Aristobulos, sollte der letzte Regent eines teilweise eigenständigen Reiches der Hasmonäer werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Flavius Josephus: Antiquitates iudaicae. Buch XIV 7,4.
VorgängerAmtNachfolger
Salome AlexandraKönig von Judäa
67–63 v. Chr.
Johannes Hyrkanos II.