Arpa Dos Ordenes

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Arpa de dos órdenes, Tim Hobrough, Schottland

Als Arpa de dos órdenes wird die Harfe des spanischen Barock bezeichnet. Das Instrument ist mit gekreuzten Saiten bespannt.

In Spanien setzt sich die Harfe mit gekreuzten chromatischen Saiten durch. Wobei die diatonischen Saiten senkrecht und die pentatonischen Saiten schräg gespannt werden. Die Saiten werden im Kreuzungspunkt gezupft: Zum Erreichen der Halbtöne greift der Musiker oder Musikerin durch die diatonischen Saiten hindurch. Die Konstruktion mit dem voluminösen Resonanzkörper und der Klang ähnelt sehr stark der heutigen "südamerikanischen Harfe" und zeichnet sich besonders durch einen kräftigen warmen Bass aus. Als Saitenmaterial wurde fast ausschließlich Naturdarm verwendet, sehr selten auch Seide oder Metall. Die Anzahl der Saiten bei der spanischen Barockharfe beträgt ca. 47.

Die vielleicht bedeutendste Sammlung von Musikstücken für die spanische Barockharfe (Arpa de dos órdenes) ist das Buch Luz y Norte von Lucas Ruiz de Ribayaz (1626–1677) herausgegeben in Madrid, um 1677.

Nachbauten der Arpa de dos órdenes sind von den Harfenbauern Tim Hobrough (Schottland), Pedro Llopis (Spanien) und Rainer M. Thurau (Deutschland) erhältlich.