Abū ʿAbd ar-Rahmān as-Sulamī

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Abū ʿAbd ar-Rahmān Muhammad ibn al-Husain as-Sulamī (arabisch أبو عبد الرحمن محمد بن الحسين السلمي, DMG Abū ʿAbd ar-Raḥmān Muḥammad b. al-Ḥusain as-Sulamī; * 937 in Nischapur, Iran; † 3. November 1021 ebenda, nach islamischem Kalender 325 H–412 H), war ein persischer und islamischer Sufi (Mystiker).

Kindheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Vater, al-Husayn ibn Muhammad ibn Musa, ein damals bekannter Sufi-Lehrer, führt as-Sulami schon während seiner Kindheit in die islamische Mystik ein. Als der Vater später seine Familie verlässt um nach Mekka überzusiedeln, lebt er bei seinem Großvater mütterlicherseits, Amr Ismail ibn Nudschayd, der als einer der größten Theologen seiner Zeit gilt. Der wohlhabende Großvater ist für as-Sulami nicht nur wie ein Vater, sondern er ist auch sein Lehrer und Wohltäter. Die Tiefe dieser Beziehung lässt sich daran erkennen, dass er den Namen Sulami annimmt, der der Name des Stammes seiner Mutter ist (Sulaym). As-Sulami begleitet seinen Großvater auch zu Lesungen und Diskussionen, die mit anderen großen Männern jener Zeit stattfinden.

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine traditionelle Erziehung beginnt damit, die Koran-Rezitation zu erlernen, anschließend studiert er Grammatik und Literatur. Er gilt später selbst als ein großer Überlieferer der Tradition des Propheten Mohammed und der Koran-Interpretation.

Reisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

As-Sulami bereist verschiedene Städte in Chorasan, Turkestan, dem Irak und Arabien. Obwohl er von keinen Besuchen in Syrien oder Ägypten berichtet, scheint er die Länder zwischen Samarkand und Balkh im Osten und Kairo und Mekka im Westen genauestens zu kennen. Anscheinend reist er nicht in die Länder westlich von Ägypten oder des Maghreb (Nordafrika und Spanien), weil er nur spärlich von Sufi-Meistern aus diesen Gegenden berichtet.

Während seiner Reisen sammelt er das Wissen und die Weisheit vieler Sufi-Heiliger, die er später in seinen Werken zitiert, speziell in Tabaqat as-Sufiyyah (wörtlich Die Klassen der Sufis). Dort erwähnt er 105 Sufis und ihre Lehren. In Bagdad und Mekka erlangt er den Großteil seines Wissens, indem er dort eine große Anzahl an Sufi-Lehrern systematisch befragt.

In Nischapur gründet as-Sulami einen eigenen Konvent (hânqâh), der noch lange nach seinem Tod bestand. Zu seinen Schülern zählen unter anderem al-Qushayri und Ahmad b. al-Husain al-Baihaqî.

Literarische Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem schon erwähnten Buch Tabaqat as-Sufiyyah existiert heute noch ein weiteres Manuskript im originalen arabischen Text, nämlich Kitab al-futuwwah (etwa: Das Buch der Ritterlichkeit), aufbewahrt im Hagia-Sophia-Museum in Istanbul.

Daneben verfasste Sulami ein Wörterbuch sufischer Begriffe (daradschât al-muâmalât). In den haqâ‘iq at-tafsîr sammelte er Kommentare bedeutender Sufis zum Koran. Ein weiteres Werk, die risâlat al-malâmatîya befasst sich mit einer zur damaligen Zeit in Nischapur recht aktiven und umstrittenen Sufi-Bewegung, der Malamatiya (den „Tadlern“), deren gemäßigtem Zweig auch as-Sulamis Großvater angehörte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ibn al-Husayn al-Sulami: The Sufi way of Chivalry. Rochester 1983, 1991. ISBN 0-89281-317-2.
  • Lutz Berger: Geschieden von allem außer Gott. Sufik und Welt bei Abû Abd ar-Rahmân as-Sulamî. Hildesheim 1998.
  • Richard Hartmann: As-Sulamîs Risâlat al-Malâmatîya. aus Der Islam, Straßburg 1918, S. 157–203.
  • Der Sufi-Weg zur Vollkommenheit

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]