Iran

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جمهوری اسلامی ايران
Dschomhūrī-ye Eslāmī-ye Īrān
Islamische Republik Iran
Flagge des Iran
Hoheitszeichen des Iran
Flagge Emblem
Wahlspruch: استقلال آزادی جمهوری اسلامی

Esteqlāl, Āzādī, Dschomhūrī-ye Eslāmī
(pers. für „Unabhängigkeit, Freiheit, Islamische Republik“)

Amtssprache Persisch
Hauptstadt Teheran
Staatsform Islamische Republik
Regierungssystem präsidentielle Theokratie
Staatsoberhaupt Führer Ali Chamene’i
Regierungschef Staatspräsident Hassan Rohani
Fläche 1.648.195 km²
Einwohnerzahl 75.149.669 (2011)[1]
Bevölkerungsdichte 46 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nominal)
  • BIP/Einw. (KKP)
2011[2]
  • $ 496,243 Milliarden (25.)
  • $ 1.006,540 Milliarden (17.)
  • $ 6.445 (80.)
  • $ 13.072 (70.)
Human Development Index 0,749 (75.)[3]
Währung Iranischer Rial (IRR)
Nationalhymne Ey Iran (de facto)
Sorud-e Melli-ye Dschomhuri-ye Eslami-e Iran (de jure)
Zeitzone UTC+3:30
UTC+4:30 (März bis Oktober)
Kfz-Kennzeichen IR
ISO 3166 IR, IRN, 364
Internet-TLD .ir
Telefonvorwahl +98
Ägypten Tunesien Libyen Algerien Marokko Mauretanien Senegal Gambia Guinea-Bissau Guinea Sierra Leone Liberia Elfenbeinküste Ghana Togo Benin Nigeria Äquatorialguinea Kamerun Gabun Republik Kongo Angola Demokratische Republik Kongo Namibia Südafrika Lesotho Swasiland Mosambik Tansania Kenia Somalia Dschibuti Eritrea Sudan Ruanda Uganda Burundi Sambia Malawi Simbabwe Botswana Äthiopien Südsudan Zentralafrikanische Republik Tschad Niger Mali Burkina Faso Jemen Oman Vereinigte Arabische Emirate Saudi-Arabien Irak Iran Kuwait Katar Bahrain Israel Syrien Libanon Jordanien Zypern Türkei Afghanistan Turkmenistan Pakistan Griechenland Italien Malta Frankreich Portugal Spanien Kanaren Kap Verde Mauritius Réunion Mayotte Komoren Seychellen Madagaskar São Tomé und Príncipe Sri Lanka Indien Indonesien Bangladesch Volksrepublik China Nepal Bhutan Myanmar Kanada Dänemark (Grönland) Island Mongolei Norwegen Schweden Finnland Irland Vereinigtes Königreich Niederlande Belgien Dänemark Schweiz Österreich Deutschland Slowenien Kroatien Tschechische Republik Slowakei Ungarn Polen Russland Litauen Lettland Estland Weißrussland Moldawien Ukraine Mazedonien Albanien Montenegro Bosnien und Herzegowina Serbien Bulgarien Rumänien Georgien Aserbaidschan Armenien Kasachstan Usbekistan Tadschikistan Kirgisistan Russland Vereinigte Staaten Malediven Japan Nordkorea Südkorea Republik China (Taiwan) Singapur Australien Malaysia Brunei Philippinen Thailand Vietnam Laos Kambodscha IndienIran on the globe (Afro-Eurasia centered).svg
Über dieses Bild
Iran in its region.svg

Der Iran (persisch ‏ايران‎ Īrān, Zum Anhören bitte klicken! [iːˈrɑn]a a, vollständig Islamische Republik Iran), veraltet als Persien bezeichnet, ist ein Staat in Vorderasien (Westasien). Mit rund 75 Millionen Einwohnern (Stand 2011) und einer Fläche von 1.648.195 Quadratkilometern zählt er zu den 20 bevölkerungsreichsten und größten Staaten der Erde. Das Land ist seit 1979, als im Zuge der Islamischen Revolution der letzte Schah gestürzt wurde, ein Gottesstaat, der sich als islamische Republik bezeichnet.

Der Iran besteht zum Großteil aus hohen Gebirgen und trockenen, wüstenhaften Becken. Seine Lage zwischen dem kaspischen Meer, dem Persischen Golf und besonders der Straße von Hormus macht ihn zu einem Gebiet von hoher geostrategischer Bedeutung mit langer, bis in die Antike zurückreichender Geschichte.

Nachdem sich zwischen 3200 und 2800 v. Chr. der Elamitische Staat gebildet hatte, vereinigten die iranischen Meder das Gebiet um 625 erstmals zu einem Reich, das die kulturelle und politische Führerschaft in der Region übernahm. Die von Kyros dem Großen begründete Dynastie der Achaemeniden regierte vom heutigen Südiran aus das bis dato größte Reich der Geschichte. Es wurde jedoch im Jahre 330 durch die Truppen Alexander des Großen zerstört. Es folgte das Reich der Sassaniden, das zwischen dem 3. und 7. Jahrhundert neben dem Byzantinischen Reich zu den mächtigsten Staaten der Welt zählte. Nach dem Übergreifen der islamischen Expansion auf den Iran, in deren Verlauf der Islam den Zoroastrismus ersetzte, wurden iranische Gelehrte zu Trägern des Islamischen Goldenen Zeitalters bis die mongolischen Invasionen im 13. Jahrhundert das Land in seiner Entwicklung weit zurückwarfen.

Die Safawiden einigten schließlich das Land und machten 1501 das zwölfer-schiitische Bekenntnis zur Staatsreligion. Unter der 1794 gegründeten Kadscharen-Dynastie begann der Einfluss Persiens zu schrumpfen, Russland und Großbritannien zwangen die Perser zur Aufgabe von Territorium und zu wirtschaftlichen Konzessionen. Im Jahre 1906 kam es zur konstitutionellen Revolution, in deren Ergebnis der Iran sein erstes Parlament und eine Verfassung erhielt, in der Gewaltenteilung vorgesehen war. Als Staatsform erhielt der Iran eine konstitutionelle Monarchie. Im Verlauf einer wechselhaften Geschichte entwickelte sich der Iran zu einem modernen, säkularen Nationalstaat, und dies trotz der teilweisen Besetzung im Ersten Weltkrieg durch russische, britische und türkische Truppen sowie der vollständigen Besetzung im Zweiten Weltkrieg durch sowjetische und britische Truppen, und verschiedener Versuche ausländischer Einflussnahme wie der durch Stalin veranlassten Gründung einer Autonomen Republik Aserbaidschan, sowie eines Staatsstreichs im Jahr 1953. Die zunehmende Unterdrückung der linksliberalen, kommunistischen und islamistischen Opposition führte zu vielseitigen gesellschaftlichen Spannungen, die in der islamischen Revolution von 1979 kulminierten.

Seitdem ist der Iran eine theokratische Republik, die von schiitischen Geistlichen geführt wird, an deren Spitze der Führer (Rahbar) die Macht auf sich konzentriert. Kontrolliert wird er vom sogenannten Wächterrat. Regelmäßige Wahlen werden zwar abgehalten, werden aber aufgrund der umfassenden Einhegung durch die Machthaber, Manipulationsvorwürfen und der unbedeutenden Stellung des Parlamentes sowie des Präsidenten gemeinhin als undemokratisch kritisiert. Der iranische Staat missachtet Menschenrechte gravierend, seine Kontrolle auf religiöse und ideologische Konformität durchdringt das Leben von allen Bürgern und beschneidet die Freiheit jedes Einzelnen. Es gibt im Iran keine Presse- oder Meinungsfreiheit. Seit der Islamischen Revolution haben sich die Beziehungen zu mehreren westlichen Staaten in eine offene Feindschaft gewandelt, die vor allem bezüglich der ehemals befreundeten USA und Israel auch fest in der Staatsideologie verankert ist. Unter anderem dadurch ist der Iran außenpolitisch relativ isoliert; gleichzeitig ist er eine Regionalmacht im Nahen Osten.

Hauptstadt, größte Stadt und wirtschaftliches Zentrum des Iran ist Teheran. Neben ethnischen Persern leben im Iran zahlreiche andere Völker, die alle ihre eigene sprachliche und kulturelle Identität besitzen; Persisch ist jedoch die Amtssprache. Die Völker des Iran verfügen über lange Traditionen, vor allem in Kunsthandwerk, Architektur, Kalligraphie und Poesie; im Land befinden sich zahlreiche Stätten des UNESCO-Welterbes.

Durch seine Bodenschätze, allen voran die größten Erdgas- und die viertgrößten Erdölvorräte der Welt, hat der Iran hohen Einfluss auf die Versorgung der Welt mit fossilen Energieträgern. Abgesehen davon befindet sich die iranische Wirtschaft u. a. bedingt durch den hohen Anteil ineffizienter staatliche Betriebe und die Sanktionen im Gefolge des Konfliktes um das iranische Atomprogramm, in einer tiefen Krise.

Inhaltsverzeichnis

Landesname[Bearbeiten]

Seit frühester Zeit wurde das Land von seiner Bevölkerung als Irān (eine Abkürzung des mittelpersischen Ērān šahr) bezeichnet. Die altpersische Form dieses Namens, Aryānām Xšaθra, bedeutet „Land der Arier“.

Die im Abendland bis ins 20. Jahrhundert gebräuchliche Bezeichnung Persien geht auf Pars (bzw. Parsa/Perser),[4] das Kernland der Achämeniden zurück, die im 6. Jahrhundert v. Chr. ein erstes persisches Großreich schufen. Von den Griechen Persis genannt, bezeichnete es im Wesentlichen die heutige Provinz Fars um Schiras. Von ihr leitet sich auch der Name Fārsi / ‏فارسی‎ /‚Persisch‘ für die persische Sprache ab. Nachdem die Araber das Persische Reich im 7. Jahrhundert eroberten und das /p/ von Parsi nicht aussprechen konnten, änderten sie es zu /f/ um Farsi, wodurch der heutige Name der Landessprache geprägt ist.

Im Deutschen ist sowohl die Form mit als auch die Form ohne Artikel gebräuchlich. Der geographische Begriff Iran bezieht sich auf das gesamte iranische Hochland.

Geographie[Bearbeiten]

Der Iran bei Nacht
Hauptartikel: Geographie des Iran

Der Iran grenzt an sieben Staaten: im Westen und Nordwesten an den Irak (Grenzlinie 1609 Kilometer), die Türkei (511 Kilometer), Aserbaidschan (800 Kilometer) und Armenien (48 Kilometer), im Nordosten und Osten an Turkmenistan (1205 Kilometer) sowie im Osten und Südosten an Afghanistan (945 Kilometer) und Pakistan (978 Kilometer).

Der nördlichste Punkt des Iran liegt auf 39° 47′ nördlicher Breite und befindet sich in etwa auf dem gleichen Breitengrad wie Palma de Mallorca (Spanien). Der südlichste Punkt liegt auf 25° nördlicher Breite und befindet sich in etwa auf dem gleichen Breitengrad wie Doha (Katar). Der westlichste Punkt liegt auf 44° 02′ östlicher Länge und damit in etwa auf selber Länge wie Bagdad (Irak). Der östlichste Punkt liegt auf 63° 20′ östlicher Länge und damit ungefähr auf selber Länge wie Herat (Afghanistan).

Relief[Bearbeiten]

Blick über Teheran nach Norden ins Elburs-Gebirge

Etwa zwei Drittel des Territoriums des Iran nimmt das Hochland des Iran ein, das seinerseits in eine Reihe verschiedener Becken zerfällt. Die Ausdehnung dieser Becken reicht von wenigen Quadratkilometer großen Bolsonen bis hin zu den riesigen Becken der Lut (130.000 km²) und der Großen Kawir (200.000 km²). Die Becken können, je nach ihrer tektonischen Vorgeschichte, zwischen 200 m und 1500 m über dem Meeresspiegel liegen. Die Becken sind voneinander durch Schwellen unterschiedlicher Höhe abgeteilt; einige davon setzen sich in Afghanistan und Pakistan fort.[5]

Das Hochland wird im Westen, Südwesten und Süden von den Gebirgen Zagros und Kuhrud begrenzt. Diese gewaltigen Faltengebirge bestehen aus mehreren nebeneinander in Nordwest-südöstlicher Richtung verlaufende Gebirgsketten, zwischen denen sehr steile Täler sind. Seine höchsten Gipfel sind der Zard Kuh (4571 m) und der Kuh-e-Dinar (4432 m). Der Zagros hat eine maximale Breite von 250 km und eine Länge von 1800 km (Makran-Ketten eingeschlossen) und zählt damit zu den größten geschlossenen Faltengebirgsmassiven der Welt. Der Norden des Iran wird durch mehrere Gebirge geprägt. Im Nordwesten dominiert der armenisch-aserbaidschanische Gebirgsknoten mit dem großen Becken des Urmiasees. Daran schließt sich das 1200 km vom Talysch-Gebirge bis an die turkmenische Grenze reichende Elburs-Kopet-Dag-System an. Hier befindet sich der mit 5670 m höchste Berg des nahen Ostens, der erloschene, gletscherbedeckte Vulkan Damavand, aber auch der 4840 m hohe Alam-Kuh. Der Kopet-Dag ist ein mächtiges Faltengebirge auf der Grenze zum heutigen Turkmenistan.[6] Die fast 6000 m Höhenunterschied vom Kaspischen Meer zum nur 60 km entfernten Damavand gehören zu den steilsten Anstiegen der Welt.

Es gibt nur wenige Tiefländer im Iran. Am südlichen Ufer des kaspischen Meeres befindet sich ein 600 km langes, aber nur wenige Kilometer breites Küstentiefland. An seiner Ostseite schließt sich die turkmenische Steppe an, im Westen die Mugansteppe. Im Südwesten gehört ein kleiner Teil des mesopotamischen Tieflandes zum Iran, von dort verläuft ein schmaler, flacher, aber unfruchtbarer Küstensaum entlang des persischen Golfes.[7]

Geologie und Böden[Bearbeiten]

Schneebedeckter Damavand

Der Iran liegt auf dem Alpidischen Gebirgsgürtel, zu dem allen voran das Zagros-Gebirge zu zählen ist. Das iranische Hochland hingegen besteht aus einem präkambrischen Schild, welches häufig als Erweiterung des Arabischen Schildes gilt. Aus Sicht der Plattentektonik war das Gebiet des heutigen Iran einstmals Teil von Gondwanaland, das sich in der späten Kreidezeit in seine heutige Position bewegt hat. Die Kollision mit der arabischen Platte hat zu starker vulkanischer und seismischer Aktivität geführt, in deren Zuge die Gebirgsbildung stattfand. Dies erklärt auch, warum die Gebirge des Iran teilweise starke Merkmale der präkambrischen Gebirge aufweisen, und warum es keine Gebirge gibt, die zwischen Präkambrium und Trias entstanden wären. Die Sedimente sind im Zentraliran im Schnitt 3000 bis 4000 Meter dick, terrestrischen Ursprunges und sehr homogen. Diese Sedimente lagern teils direkt auf dem präkambrischen Gestein, teils auf im Trias erodierten Landflächen.[8][9]

Die fortwährende Gebirgsbildung führt dazu, dass der Iran von häufigen Erdbeben betroffen ist. Speziell die 1600 km lange und 250 km breite Zagros-Verwerfungslinie ist seismisch extrem aktiv. Hier kommt es im Durchschnitt einmal jährlich zu Erdbeben, die jedoch in der Regel keine katastrophischen Ausmaße annehmen. Die von Starkbeben besonders häufig betroffenen Gebiete liegen entlang des sogenannten „Iranischen Halbmondes“, eine Region entlang der Nord- und Ostgrenzen des Landes, von West-Aserbaidschan bis Makran. Hier befinden sich zahlreiche kleinere Störungen und Verwerfungen, die teils geologisch sehr jung sind und sich durch sehr unregelmäßig auftretende Beben auszeichnen. Perioden mit sehr hoher Bebenzahl wechseln sich ab mit langen Ruhephasen. Die ohnehin schwierige Vorhersage von Erdbeben ist dadurch nicht möglich.

Als gefährdetste Gegend des Landes gilt die Region um Täbris, in der es bereits mehrfach besonders schwere Beben gab, letztmalig im Jahr 2012. Es gibt Anzeichen dafür, dass sich die Bebenaktivität zwischen Nordwesten und Osten abwechselt, und dass momentan der Nordwesten eine Phase relativer Ruhe hat, dafür die Bebenaktivität im Osten ihren Höhepunkt erlebt.[10] Die letzten verheerenden Beben mit Tausenden Todesopfern passierten in Tabas (1978), Rascht (1990) und Bam (2003).

Auf dem Hochland des Iran dominieren Kies- und Steinwüsten mit sterilen Wüstenböden, Sanddünen und saline Böden. In den Endbecken finden sich meist Salz- oder Gipskrusten, weitflächig findet man Serir- oder Hammada-Oberflächen, bei denen das Feinmaterial aufgrund der Vegetationsfreiheit ausgeweht wird. Der Humusanteil dieser Böden liegt meist unter 0,5 %.[11]

Zwischen den Bergketten vereinigen sich mehrere Bodentypen zu Catenen, die Talböden haben meist Füllmaterial aus Schwemmböden und braunen Steppenböden, dadurch erlauben sie landwirtschaftliche Nutzbarkeit. Auch im kaspischen Tiefland dominieren Schwemmböden, braune Wald- und Steppenböden, Regosole und Lithosole; in der Turkmenischen Steppe kommen Lössboden vor.[11]

Gewässer[Bearbeiten]

Im Norden grenzt der Iran auf einer Länge von 756 Kilometern an das Kaspische Meer, den größten See der Erde, gleichzeitig ein Endsee. Im Süden und Südwesten hat das Land eine 2045 Kilometer lange Küste zum Golf von Oman und zum Persischen Golf, die voneinander durch die Straße von Hormus getrennt sind. In dieser für den Transport von Erdöl wichtigen Meerenge bei Bandar Abbas liegen nahe an der iranischen Küste die Insel Qeschm und die namensgebende kleine Insel Hormus. Die Entfernung vom iranischen Festland zur Arabischen Halbinsel (Oman und Vereinigte Arabische Emirate) beträgt hier kaum 50 Kilometer.

Es gibt etwa 1300 kurze, meist geradlinig verlaufende Flüsse, die die Nordflanken der Gebirge Talysch und Elburs entwässern und in das Kaspische Meer münden. Die größten davon sind sich Sefid Rud, Tschalus, Gorgan und Atrak.[12] Die wichtigsten Flüsse, die aus dem Zagros in Richtung des persischen Golfes fließen, sind Karun, Karche, Dez und Schatt al-Arab. Sie führen im Frühling am meisten Wasser und können an ihren Unterläufen verheerende Überschwemmungen verursachen. Im Sommer ist die Wasserführung am niedrigsten und beträgt nur ein Zehntel jener des Frühlings.[13]

Zwei Drittel des Territoriums werden jedoch nicht in Richtung eines Meeres entwässert. In den ariden Becken des iranischen Hochlandes führt kaum ein Fluss ganzjährig Wasser wie der Zayandeh Rud. Nach Niederschlägen fließt das Wasser durch Flüsse oder Bäche aus dem Gebirge und versickert dort meist in Schotterfeldern, seltener mündet es in Seen, die dann häufig salzhaltig sind. Zu solchen Seen gehören der Urmiasee, der Hamun-See, der Bachtegansee und der Maharlu-See.[14]

Die Schotter-, Kalk- und Sandsteinschichten, die sich im Untergrund befinden, sind häufig grundwasserführend. Deshalb gibt es in den gebirgigen Landesteilen zahlreiche Quellen, teils artesische Quellen.[15] Die Menschen machen sich bereits seit 800 v. Chr. mittels Qanaten das Grundwasser nutzbar. Bis vor wenigen Jahrzehnten wurden alle menschlichen Siedlungen im ariden Gebiet mithilfe von Qanaten mit Wasser versorgt.[16] Seit den 1950 er Jahren werden jedoch verstärkt Brunnen und Dämme gebaut, wobei das Absinken des See- und Grundwasserspiegels, die Erschöpfung von Wasservorräten und die Aufsedimentierung von Staubecken die Hauptprobleme für die Wasserversorgung in der Zukunft darstellen.[17] Im Fokus von Umweltschützern ist vor allem der stark salzhaltige Urmiasee, der zeitweise vielen Pelikanen und Flamingos als Lebensraum dient, jedoch von fortschreitender Austrocknung bedroht wird.[18] Die iranische Regierung hat deshalb 900 Mio. $ für die Rettung des Sees freigegeben.[19]

Klima[Bearbeiten]

Wüste Dascht-e Kawir (Satellitenfoto)

Das Klima des Iran wird im Winter durch die Interaktion von Kaltluftströmungen aus Zentralasien und Sibirien einerseits und feuchtwarmen mediterranen Luftmassen andererseits beeinflusst. Im Sommer weht konstant nordöstlicher Passatwind aus dem trocken-heißen Zentralasien. Durch diese Wetterlagen und die geographischen Verhältnisse des Landes ist das Klima regional sehr unterschiedlich.

Die Bergregionen des Nord- und Westiran erhalten durch feuchte Westströmungen im Spätherbst und Winter relativ viel Niederschlag, besonders an den Westhängen des Zagros. Mit zunehmender Höhe nimmt hier auch die Humidität zu. Die Höhenlage und die relative Ferne zu den Meeren bedingen sehr kalte Winter und große Sommerhitze. Das Hochland vom Iran liegt im Regenschatten der Gebirge, es ist daher überall arid mit geringer Luftfeuchtigkeit und großen Schwankungen der jährlichen Niederschlagsmenge. Die Temperaturen sind im Jahresmittel deutlich höher als in den Bergregionen, haben aber auch große Amplitude: extremer Hitze im Sommer, wo Werte über 45 °C keine Seltenheit sind, stehen zum Teil strenge Fröste im Winter gegenüber. Entlang der Golfküste und in Chuzestan hingegen herrscht nie Frost. Die Winter sind mild, die Sommer sehr heiß und oft unerträglich schwül, die Luftfeuchtigkeit ganzjährlich sehr hoch, Niederschläge fallen jedoch extrem selten. Das Klima des kaspischen Küstentieflandes unterscheidet sich grundlegend vom Rest des Landes. Die aus Nordost wehenden Winde laden sich über dem kaspischen Meer mit Feuchtigkeit auf, stauen sich an den Bergmassiven und regnen dort ab. Somit ist diese Region ganzjährig humid bei teils sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Das Klima ist mild im Winter und warm im Sommer, die Extremtemperaturen sind gegenüber dem Hochland deutlich reduziert.

Zu den meteorologischen Besonderheiten gehören der mit großer Konstanz zwischen Mai und September wehende Nordwestwind der 120 Tage, der im Osten und Südosten des Iran aufgrund seines hohen Staubanteils für Mensch und Vegetation äußerst ungünstig ist. Im Hochland, wo durch fehlende Vegetation lokale Luftdruckunterschiede sehr markant sein können, sind regelmäßig Staubtromben beobachtbar.[20]

Städte[Bearbeiten]

Rekonstruktion von Persepolis durch Charles Chipiez (1884)

Bereits in der Antike gab es im heutigen Iran städtische Siedlungen. Von vielen der frühen Städte, wie Susa, Bischapur oder den Residenzstädten Pasargadae und Persepolis, sind jedoch nur Ruinen erhalten, andere sind spurlos verschwunden. Typisch für den Iran ist, dass die Städte außerhalb der Regionen mit genügend Niederschlag entlang der Handelswege entstanden sind, etwa entlang der Linie ZandschanQazvinTeheranSemnanDamghanMaschhadHerat, oder YazdKerman. Im Süden und Südosten des Landes war die Tendenz der Stadtentwicklung am wenigsten ausgeprägt. Für die Standortwahl war immer die Nähe zu Wasserquellen, die man mit Hilfe von Qanaten nutzbar machen konnte, entscheidend. An Orten, die leicht zu verteidigen gewesen wären, bauten die Iraner fast nie.[25] Die typische persische Stadt hatte den Basar und die Freitagsmoschee als Zentrum, darum lagen Karawansereien und die Wohnviertel; all dies war von Stadtmauern und befestigten Toren umschlossen.[26]

Die Urbanisierung begann sich in Teheran bereits im 19. Jahrhundert, im Rest des Landes in den 1920er Jahren zu beschleunigen, wobei Teheran und die Städte rund um Teheran das größte Wachstum verzeichneten. Die Stadtmauern wurden versetzt oder abgerissen, breite Straßen und neue Wohnviertel gebaut. Durch die zentrale Vorgabe dieser Umgestaltungen erhielten die iranischen Städte ein relativ uniformes Stadtbild. Die neuen Viertel und die neu errichtete Infrastruktur folgten in der Regel westlichen Konzepten von Stadtplanung und Architektur. Auch der Kontrast zwischen arm und reich spiegelte sich nun im Stadtbild, was zuvor kein Merkmal persischer Städte war. Bis in die 1970er Jahre verkamen die historischen Stadtzentren, erst die hohen Einnahmen aus der Erdölförderung und das gestiegene Bewusstsein für die Wichtigkeit des architektonischen Kulturerbes führten ab 1973 zu Sanierungsprogrammen. Nach der Islamischen Revolution wuchsen die Städte weiter, zuletzt hat sich dieser Trend jedoch abgeschwächt.[26]

Die Volkszählung des Jahres 2011 ergab, dass es im Iran acht Millionenstädte gibt: Teheran (8.154.051 Einwohner), Maschhad (2.766.258), Isfahan (1.756.126), Karadsch (1.614.626), Täbris (1.494.998), Schiras (1.460.665), Ahwaz (1.112.021) und Ghom (1.074.036).[27] Weitere bedeutende Städte finden sich in der Liste der Großstädte im Iran.

Flora und Vegetation[Bearbeiten]

Landschaft in Mazandaran

Die natürliche Vegetation des Iran ist durch jahrhundertelange Nutzung durch den Menschen weitgehend zerstört. Sie läßt sich in Abhängigkeit von geographischen Faktoren in vier Zonen einteilen. Die Wüsten und Halbwüsten haben, wo der Boden nicht ganz steril ist, ein Pflanzenkleid, das meist weniger als ein Drittel des Bodens bedeckt. Es besteht aus Wermutsträuchern, Rheum ribes, verschiedenen Tragant-Arten, Dorema Ammoniacum, der begehrten Futterpflanze Prosopis farcta und dem Gehölz Zygophyllum atriplicoides. Gräser sind wegen Überweidung selten anzutreffen, zur natürlichen Flora gehören Federgräser und Stipagrostis-Arten.[28]

In den Trockenwäldern des Landes, die den Zagros und andere Gebirge bedecken, kommen verschiedene Eichen, Ahorne, Hainbuchen, kälteresistente Wacholder, Eschen, Paliurus, Oleander und Myrten vor; unter den Sträuchern dominieren Granatapfelsträucher, Weißdorne, Zwergmispeln, Prunus-Arten und Rosengewächse. Mit zunehmender Trockenheit, besonders an den Berghängen im Hochland des Iran, gehen die Trockenwälder in sehr lichte Bergmandel-Pistazien-Baumfluren über, in der auch besonders an Trockenheit angepasste Ziziphus-, Akazien- und sukkulente Arten vorkommen. Für Belutschistan ist die Zwergfächerpalme typisch; der Boden wird in den Trockenwäldern wiederum von Tragant- und Wermutpflanzen bedeckt.[28]

Zwischen dem Elburs-Gebirge und dem Kaspischen Meer finden sich die einzigen Feuchtwälder des Iran, sie werden biogeographisch als Hyrcanischer Wald oder Kaspischer Wald bezeichnet. Sie sind äußerst artenreich und neigen wegen ihrer Schlingpflanzen zur Undurchdringlichkeit. Zur Flora dieser Wälder gehören Bäume wie die Kastanienblättrige Eiche, der Eisenbaum, Ulmen, Buchen, Ahorne, Buchsbäume oder Brombeeren; zahlreiche der Arten sind in der Region endemisch; die Urwälder der Orient-Buche haben sich in dieser Ausdehnung nur im äußersten Osten des Buchenareals erhalten.[29] In Sonderlagen findet man auch Zypressenwälder.[28] Die Hyrcanischen Wälder sind ein Hotspot im Rahmen des CBD-Prozesses (Convention on Biological Diversity). Das Parrotia-Projekt des Iran, des deutschen Bundesamtes für Naturschutz und der Michael-Succow-Stiftung soll zur Anerkennung der Hyrcanischen Wälder als Weltnaturerbe der UNESCO und zu einem nachhaltigen Schutz- und Nutzungskonzept führen.[30]

Sonderformen von Vegetation befinden sich bespielsweise in den Endbecken, wo halophytische Marsch- und Sumpfpflanzen gedeihen. Entlang der Flüsse findet man teilweise Galeriewald aus Weiden und Pappeln. In den Sanddünen existieren Bestände von Saxaul, Calligonum-Arten und Tamariskengewächsen.[28]

Tierwelt[Bearbeiten]

Die Tierwelt im Iran ist sehr vielfältig und spiegelt die verschiedenen Vegetationszonen des Landes wider. Zur Großtierfauna zählen Steppen- und Halbwüstenbewohner wie Gazellen und Halbesel ebenso wie Wildschafe und Wildziegen als typische Gebirgstiere, aber auch Stachelschweine. In den Wäldern des Landes kommen Rothirsche vor. Einige Braunbären, Hyänen, Geparden und Leoparden halten sich noch in entlegenen Gegenden, Tiger und Löwen wurden im Iran dagegen ausgerottet. Der Iran verfügt über mehrere Schutzgebiete, wie das Arasbaran-Schutzgebiet, das Touran-Schutzgebiet, den Golestan-Nationalpark und den Kawir-Nationalpark. Auf einer Insel im Urmiasee wurde eine Population des Mesopotamischen Damhirschs angesiedelt, der in freier Wildbahn ausgestorben war.

Die einzige im Iran endemische Vogelart ist der Pleskehäher.[31]

Umweltproblematik[Bearbeiten]

Luftverschmutzung beim Blick auf Teheran vom Totschāl

Die beschleunigte Industrialisierung des Iran hat zu einer umfassenden Luftverschmutzung in Teheran und anderen großen Städten geführt. Eine weitere Folge ist der enorme Anstieg des Energieverbrauches.[32] Der Iran zählt zu den energieintensivsten Ländern der Welt. Dies ist einerseits auf das Fehlen fortschrittlicher Infrastrukturen sowie staatlicher Subventionen an Energieträger und andererseits auf ein ineffizientes Konsumverhalten der Bevölkerung zurückzuführen.[32]

Wie das iranische Gesundheitsministerium 2010 bekannt gab, ist die Luftverschmutzung mittlerweile so gravierend hoch, dass sich der Anteil der Menschen, die sich mit schweren Atembeschwerden in die Notaufnahmen der Krankenhäuser begeben, um 19 % erhöht hat.[33] So sind bereits in den ersten neun Monaten des Jahres 2010 mindestens 3.600 Menschen allein in Teheran an den Folgen der Luftverschmutzung verstorben.[34]

Die damalige Gesundheitsministerin Marzieh Vahid Dastdscherdi berichtete zudem, dass die iranische Regierung außer der Schließung von Organisationen und Schulen keine anderen Lösungen parat hält, um die Umweltprobleme der großen Städte im heutigen Iran anzugehen.[35] Im Gegensatz zum Gesundheitsministerium scheint die iranische Regierung weniger Bedenken zu haben. Diese fördert unaufhörlich, auch aufgrund ihrer eigenen Anteile in der Automobilindustrie, die Pkw-Verkaufszahlen, wobei allein in Teheran mittlerweile über 3,5 Millionen Fahrzeuge das Straßenbild prägen.[34]

Das iranische Atomprogramm verursacht ebenfalls ernsthafte Probleme in den die Atomanlagen umgebenden Gebieten, einschließlich Wasserquellen, Flora und Fauna.[36] Darüber hinaus ist die regionale Lage mehrerer Atomanlagen sehr beunruhigend. Das Kernkraftwerk Buschehr, das im November 2010 gestartet wurde, befindet sich zum Beispiel in einem seismisch besonders bedrohten Areal.[37] Dieses wurde genau auf der Kreuzung dreier Platten (arabischen, afrikanischen und eurasischen) erbaut. Experten argumentieren, dass ein Erdbeben am und im Gebäude solche Schäden hinterlassen könnte, die dem Ausmaß der Katastrophe von Tschernobyl entsprechen würden.[37] Der kuwaitische Geologe Dschasem al-Awadi hat davor gewarnt, dass die strahlenden Lecks eine ernsthafte Bedrohung für die Golfregion, insbesondere Kuwait, das nur 276 km von der Anlage Buschehr entfernt ist, darstellen würden.[37]

Der Iran sandte zwar eine Delegation unter der Leitung des damaligen Präsidenten Ahmadinedschad zur Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung 2012 nach Rio de Janeiro.[38][39] Die iranische Teilnahme an dem Gipfel sah sich jedoch der Kritik ausgesetzt, dass sich der Iran nicht mit seinen Umweltproblemen befassen will.[40]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsdichte

Der Iran hat heute eine Einwohnerzahl, die etwa jener Deutschlands entspricht, die sich jedoch auf ein viereinhalb mal so großes Territorium verteilt. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt somit 46 Einwohner/km². Die Verteilung der Einwohner ist jedoch sehr ungleichmäßig. Die Gebiete, die hinsichtlich ihrer Umweltbedingungen bevorzugt sind, weisen eine sehr hohe Bevölkerungsdichte auf, etwa die Provinzen am kaspischen Meer (Provinzen Gilan und Mazandaran mit 177 bzw. 129 Einwohner/km²) oder entlang des Alborz (Provinzen Teheran und Alborz mit 890 bzw. 471 Einwohner/km²). Demgegenüber sind die von Wüsten dominierten Landstriche äußerst dünn oder gar nicht besiedelt: in Semnan, Süd-Chorasan und Yazd leben nur 6, 7 bzw. 8 Menschen auf einem Quadratkilometer.[1]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte der Iran weniger als 12 Millionen Einwohner, von denen 25 bis 30 % nomadisch lebten und nur 15 % in Städten.[41] Bis 1976 war die Bevölkerung auf 33,7 Millionen Menschen angewachsen. Die letzte Volkszählung im Jahr 2011 ergab schließlich 75,1 Million Personen. Die Stadtbevölkerung war bis 1956 auf etwa ein Drittel und bis 1976 auf knapp die Hälfte der Gesamtbevölkerung angestiegen; heute (Stand: 2011) leben 70 % aller Iraner in Städten.[1]

Für das starke Anwachsen der Bevölkerung ist vor allem die deutlich gestiegene Lebenserwartung verantwortlich: Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Menschen im Schnitt knapp 30 Jahre alt und die Kindersterblichkeit lag bei 50 %.[41] Im Jahr 2011 betrug die durchschnittliche Lebenserwartung hingegen 74,6 Jahre für Frauen und 72,1 Jahre bei Männern.[1] Gleichzeitig verharrte die Fertilität lange auf sehr hohem Niveau: Im Jahr 1956 bei durchschnittlich 7,9 Kindern pro Frau, und im Jahr 1986 bei 6,39 Kindern pro Frau.[42] Sie ist seitdem sehr stark gesunken und liegt jetzt (Stand: 2013) bei etwas unter 2 Kindern pro Frau.[43] Aufgrund dessen hat sich das natürliche Bevölkerungswachstum verlangsamt, im Zeitraum von 2010 bis 2013 lag es bei 1,1 % pro Jahr.[44] Diese Bevölkerungsentwicklung resultiert in einer im Durchschnitt zwar nach wie vor sehr jungen, aber stetig alternden iranischen Bevölkerung. Während das Durchschnittsalter der Iraner im Jahr 1976 noch bei 22,4 Jahren lag, betrug es 2011 bereits 29,86 Jahre und steigt somit pro Jahrzehnt um etwa zwei Jahre.[1] Drei Viertel der Iraner sind unter 40 und 55 % der Iraner unter 30 Jahren alt.[45]

Im gleichen Zeitraum stieg die Anzahl der Haushalte überproportional an, sodass die durchschnittliche Größe eines iranischen Haushaltes von 5 Personen im Jahr 1976 auf nur noch 3,5 Personen im Jahr 2011 sank.[1]

Migration[Bearbeiten]

Es wird geschätzt, dass heute etwa vier Millionen iranischstämmige Menschen außerhalb des Iran leben;[46] im Jahr 2010 lebten etwa 1,3 Million iranische Staatsangehörige, etwa 1,7 % der Bevölkerung, außerhalb des Landes. Zu den wichtigsten Zielstaaten iranischer Auswanderer gehören die USA, Kanada, die nördlichen EU-Staaten, Israel und die reichen Anrainerstaaten des persischen Golfes wie Katar, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate.[47] Da unter den Auswanderern sehr viele gut ausgebildete junge Menschen sind, sind die Verluste durch Emigration für die iranische Wirtschaft massiv: jährlich 50 Milliarden US-Dollar gehen durch den Braindrain verloren.[48] Die aus dem Exil jährlich in den Iran zurückfließenden Gelder summieren sich auf etwa 1,1 Milliarden US-Dollar.[47] Die heimatverbundene iranische Diaspora ist über iranischsprachige Radio- und Fernsehsender sowie Blogs zudem wichtiger Bestandteil der Meinungsbildung der iranischen Bevölkerung.[49]

Der Iran ist auch Ziel von Immigration. Die Volkszählung 2011 ergab, dass knapp 1,7 Millionen Ausländer im Iran lebten,[1] davon waren knapp die Hälfte als Flüchtlinge gekommen.[47] Der Großteil der Ausländer (1,45 Millionen) kam aus Afghanistan.[1] Afghanen migrieren bereits seit vielen Jahrzehnten in den Iran, einerseits als Arbeitsmigranten, jedoch seit dem sowjetischen Einmarsch und den nachfolgenden Kriegen verstärkt als Flüchtlinge. Da viele Afghanen eine fast identische Sprache wie das Persische sprechen und auch einen sehr ähnlichen kulturellen und religiösen Hintergrund haben, fällt es ihnen relativ leicht, sich im Iran zu integrieren und sich bei Volkszählungen als Perser auszugeben; die Zahl der Afghanen könnte somit deutlich höher liegen. Gleichwohl werden die Afghanen von der ansässigen iranischen Bevölkerung geringgeschätzt und in Verbindung mit Kriminalität gebracht.[50] Neben den Afghanen leben etwa 50.000 Iraker und 17.000 Pakistanis, weitere Herkunftsländer von Immigranten sind Aserbaidschan, die Türkei, Armenien und Turkmenistan.[47]

Ethnien[Bearbeiten]

Insgesamt zählen sich 60 bis 65 % der Bevölkerung zu den Persern. Minderheiten sind etwa 17 bis 21 % Aserbaidschaner,[51][52] 7 bis 10 % Kurden, 6 % Luren, 2 % Araber, 2 % Belutschen, 1 bis 2 % Turkmenen, 1 bis 3 % in Stammesverbänden lebende Turkvölker wie die Kaschgai[51] und weniger als 1 % sonstige Ethnien. Zu letzteren gehören unter anderem christliche Armenier, Aramäer/Assyrer, Georgier sowie Juden.[53][54]

Sprachen[Bearbeiten]

Im Vielvölkerstaat Iran wird eine Vielzahl an verschiedenen Sprachen gesprochen. Die alleinige Amtssprache ist jedoch Persisch, seit Gründung der Islamischen Republik Farsi genannt. Sie gehört zur Familie der indogermanischen Sprachen und hat somit keine gemeinsamen Wurzeln mit der arabischen Sprache, wenngleich das heutige Persisch zahlreiche Lehnwörter aus dem Arabischen aufgenommen hat und mit einem vom Arabischen abgeleiteten Alphabet geschrieben wird. Vielmehr ist die persische Sprache mit den romanischen oder germanischen Sprachen Europas und einigen Sprachen Indiens verwandt. Persisch wird nur von reichlich der Hälfte der Iraner als Muttersprache gesprochen, nur auf der iranischen Hochebene sprechen fast alle Einwohner Persisch. Im Jahr 2000 beherrschten 85 % der Iraner das Persische, 5 % konnten es verstehen und nur 10 % beherrschten es überhaupt nicht. Noch in den 1930er Jahren konnte jede Ethnie nur ihre eigene Sprache sprechen; ins Militär eingezogene Rekruten mussten erst einmal ein halbes Jahr Persisch lernen.[55][41][56]

Die Hälfte der Bevölkerung, deren Muttersprache nicht Persisch ist, zerfällt in eine große Menge an Sprachgruppen, die vor allem entlang der Grenzen lebt. Dazu gehören Sprachen, die mit dem Persischen verwandt sind, wie die kurdischen Sprachen, Mazandaranisch, Gilaki, Paschtunisch, Lurisch, Bachtiarisch, Belutschisch oder Talisch; insgesamt sprechen etwa 70 % der Iraner eine indo-iranische Sprache. Turksprachen werden je nach Quelle von 18-27 % der Iraner vor allem im Nordwesten und Nordosten des Landes gesprochen, dazu gehört vor allem das Aserbaidschanische, aber auch Turkmenisch, Kaschgaisch, Chorasan-Türkisch und Afscharisch. Die arabische Sprache hat im Iran einen Anteil von nur etwa 2 % der Sprecher. Als Sprache des Korans muss sie aber gemäß Verfassung von allen Kindern in der Schule gelernt werden. Da Mehrsprachigkeit bei den Iranern heutzutage eine Selbstverständlichkeit ist, liegen zur genauen Verteilung der Sprecher auf die vielen verschieden Sprachen sehr divergierende Zahlen vor.[55][56]

Die Persische Sprache ist in der iranischen Verfassung als alleinige Amts- und Bildungssprache definiert. Es ist jedoch erlaubt, die Minderheitensprachen neben dem Persischen an den Schulen zu unterrichten. Die englische Sprache ist nach dem Arabischen die zweite Fremdsprache an den Schulen.[55]

Religion[Bearbeiten]

Offiziell bekennen sich 99,4 % der Bevölkerung zum Islam (etwa 90-95 % Schiiten und 5-10 % Sunniten).[57] Der zwölfer-schiitische Islam ist Staatsreligion. Die größte religiöse Minderheit stellen die im Iran entrechteten Bahai mit 150.000 bis 500.000 Anhängern, wobei meist 300.000 angegeben wird.[58] Seit 1979 ist vermutlich über die Hälfte aufgrund der massiven Repressionen ins Ausland geflohen, in der Volkszählung von 2011 werden sie nicht erwähnt.[1] Im Iran herrscht de facto keine Religionsfreiheit und laut Gesetz kann der Abfall vom Islam mit der Todesstrafe geahndet werden.

Nach offiziellen Angaben gibt es noch etwa 280.000 Orientchristen. Zu 90 % sind die Christen des Iran Anhänger der armenisch-apostolischen Kirche, 20.000 bis maximal 40.000 assyrische Christen, etwa 3.000 Mitglieder der Chaldäisch-Katholischen Kirche und wenige Protestanten. Nach Schätzungen leben etwa 10.000 Juden, 30.000 Anhänger des Zoroastrismus und einige tausend Mandäer im Land.

Anhänger von Religionen wie dem Christentum, Bahaitum und dem Judentum gelten als Bürger zweiter Klasse und erfahren gesellschaftliche Benachteiligungen, vor allem in der Ausbildung und im Beruf.[59] Atheisten werden im Iran verfolgt und mit der Todesstrafe bedroht, wenn sie ihre Überzeugung öffentlich machen.[60]

Bildung[Bearbeiten]

In den letzten dreißig Jahren hat sich das Bildungsniveau der iranischen Bevölkerung deutlich verbessert, dies trotz den Wirren, denen das Bildungssystem in den Jahren nach der Islamischen Revolution ausgesetzt war. An den Verbesserungen haben Frauen stärker partizipieren können als Männer. Konkret lag bei der Volkszählung von 2006 die Analphabetenquote aller Bürger über 6 Jahren bei 14 %, während 1976 nur knapp die Hälfte der Männer und nur ein Drittel der Frauen lesen und schreiben konnte. Der Anteil der Analphabeten an der Landbevölkerung ist von 75 % (1976) auf 22 % (2006) gesunken. Der Anteil der Jungen in den Grund- und Mittelschulen liegt nur unwesentlich über jenem der Mädchen, in der höheren Bildung stellten junge Frauen im Jahr 2006 etwa 60 % der Studenten.[61]

Das Bildungssystem des Iran besteht heute aus mehreren Stufen:

  • eine nicht verpflichtende einjährige Vorschule für alle Kinder im Alter von fünf Jahren
  • die fünfjährige Grundschule für alle Kinder ab sechs Jahren
  • daran anschließend eine dreijährige Mittelschule, in der der weitere Bildungsweg des Schülers festgelegt wird; nach ihr endet auch die Schulpflicht.
  • die Sekundarschule, die drei Jahre dauert, in der Regel nicht kostenlos ist und in mehrere Spezialisierungen aufgeteilt ist
  • höhere Bildung an Universitäten, Lehrerbildungsinstitute und Fachhochschulen, wovon es staatliche und private Einrichtungen gibt. Voraussetzung für den Zugang zu höherer Bildung ist der Abschluss der Sekundarschule, die Teilnahme an einem einjährigen Vorbereitungskurs sowie das Bestehen der landesweiten Universitäts-Eintrittsprüfung.[62]

Neben den staatlichen Schulen sind zahlreichen Moscheen religiöse Schulen angegliedert. Die üppigen Budgets, die die Regierung den religiösen Schulen zuteilt, werden für Geldmangel an den staatlichen Schulen und die damit verbundene niedrige Qualität der Lehre sowie für die niedrigen Lehrergehälter verantwortlich gemacht.[63]

Geschichte[Bearbeiten]

Antike und Mittelalter[Bearbeiten]

Das Perserreich um 500 v. Chr.

Der Iran umfasst heute das historische Kernland des alten Persiens, das sich über ein (zeitweise deutlich) größeres Gebiet erstreckte. Noch bis ins 20. Jahrhundert wurde der Iran im offiziellen Sprachgebrauch Europas und Amerikas als Persien bezeichnet. Seine geographische Lage zwischen dem Kaukasus im Norden, der Arabischen Halbinsel im Süden, Indien und China im Osten und Mesopotamien und Syrien im Westen ließen das Land zum Schauplatz einer wechselvollen Geschichte werden.

Im persischen Großraum führt die Geschichte vom Reich der Elamiter und der Meder zum Perserreich der Achämeniden (Kyros II. der Große bis Dareios III.) über Alexander den Großen zu den Parthern und Sassaniden.

Ausbreitung des Islam[Bearbeiten]

Die Kriege mit Byzanz hatten den Sassaniden-Staat militärisch und finanziell so geschwächt, dass Unruhen im Inneren und Verwundbarkeit gegen äußere Feinde die Folge waren. So fiel das Reich einem Einfall der nomadischen Bewohner der arabischen Halbinsel, deren es zuvor schon sehr viele gegeben hatte, zum Opfer: Im Jahre 637 verloren die Perser die Schlacht von Kadesia, kurz danach ging die Hauptstadt Ktesiphon verloren.[64] Die Araber, durch die neue Religion des Islam geeint und motiviert, eroberten so das gesamte Sassanidenreich innert kurzer Zeit, und es begann der langsame Prozess der Islamisierung des Iran. Zwar war Nichtmoslems die Ausübung ihrer Religion erlaubt, sie mussten jedoch eine Steuer bezahlen und zahlreiche Verbote beachten; noch im 13. Jahrhundert gab es große zoroastrische Gemeinden.[65] Da die Araber nicht darauf vorbereitet waren, ein so großes Reich zu regieren, übernahmen sie die Regierungsstrukturen der Sassaniden. Im Unterschied zu anderen arabisch eroberten Gebieten gelang es den Persern deshalb, ihre Kultur weitgehend zu erhalten, das Persische neben dem Arabischen zu einer Sprache des Islam zu machen und in kulturellen, politischen und geistigen Bereichen maßgebend zur Entwicklung des Islam beizutragen.[66]

Trotz der tragenden Rolle der Iraner in der islamischen Kultur waren sie zunächst als Mewali oder gar Dhimmi benachteiligt. Der Imam Ali, der für die Abschaffung dieser Benachteiligung eintrat, hatte deshalb unter den Iranern besonders viele Anhänger. Dies war beim Streit um die Legitimität des Führungsanspruches der islamischen Gemeinde und ihrem folgenden Auseinanderbrechen in Sunnitentum und Schiitentum ein bedeutender Faktor.[67] Auch beim Sturz der Umayyaden-Dynastie im Jahre 750 und der folgenden Begründung der stark am sassanidischen Vorbild orientierten Kalifen-Dynastie der Abbasiden in Bagdad waren iranische Rebellen unter General Abu Muslim entscheidend an den Kämpfen beteiligt. Nachdem die Macht der Kalifen zugunsten des türkischstämmigen Militärs erodiert war, beherrschten im 9. und 10. Jahrhundert faktisch mehrere regionale Dynastien das Land, darunter die Tahiriden, die Saffariden und die Bujiden, die ab 945 als Schutzmacht des Abbassiden-Kalifen auftraten. Unter den Samaniden, deren Hauptstadt sich in Buchara befand, wurden zahlreiche sassanidische Werke in die arabische Sprache übersetzt, was die Aufnahme iranischen Gedankenguts in den Islam beschleunigte. Unter den Samaniden löste sich auch der Islam von seiner arabischen Herkunft und begann, eine kosmopolitische Religion zu werden.[68]

Türkische und Mongolische Invasionen[Bearbeiten]

Bereits im 9. und 10. Jahrhundert wurden aus Turkvölkern Zentralasiens stammende Mamluken genannte Waffensklaven in die Armeen eingegliedert. Beginnend mit dem 11. Jahrhundert wanderten Nomaden der Turkvölker ein und ließen sich auf dem Territorium des heutigen Iran nieder. Sie errichteten auf ihrer militärischen Basis kurzlebige Reiche nach iranisch-samanidischem Vorbild, wobei sie sich als Sunniten vom Abbassiden-Kalifen in Bagdad bestätigen ließen. Zu diesen Herrscherhäusern gehören die Ghaznawiden und die Seldschuken.[69] Sie förderten Kunst, Kultur, Medizin und Wissenschaften: die Arbeiten der bedeutenden Dichter ʿOmar Chayyām, Rumi und Ferdosi fallen in diese Epoche. Nachdem die Seldschuken-Dynastie ihren Zenit überschritten hatte, zerfiel das Land wieder in mehrere lokale Reiche; es kam zu schweren innerschiitischen Kämpfen zwischen den Ismailiten und den Zwölferschiiten.[70]

Im Jahre 1219 kam es zum Einfall der Mongolen unter Dschingis Khan, in dessen Heer auch zahlreiche Türken kämpften. Die Mongolen zerstörten und plünderten die iranischen Städte, die Bevölkerungszahl schrumpfte dramatisch, Ackerland und Bewässerungsanlagen verkamen und die Zentralgewalten lösten sich auf. Von 1256 bis 1335 war Iran Teil des Reiches der Ilchane. Nach der Ermordung des letzten Ilchans konnten sich wieder lokale Reiche bilden. Doch bereits kurze Zeit später wurde das iranische Hochland erneut von Zentralasien aus überrannt, diesmal von den Truppen Tamerlans, der 1381 die Dynastie der Timuriden begründet, die bis 1507 herrschte.[71] Einige Landstriche erholten sich von den Verwüstungen des Mongolensturm nie wieder. Die Wirren der mongolischen und timuridischen Herrschaft trugen zum Aufkommen des Volksislam und der Derwisch-Kultur bei.[72]

Safawiden[Bearbeiten]

Reich der Safawiden und Gebietsverluste

Nach einem Zwischenspiel der turkmenischen Stämme Qara Qoyunlu und Aq Qoyunlu, die zeitweise das gesamte iranische Territorium beherrschen konnten, gelang es den Safawiden, wieder einen stabilen Staat zu errichten. Sie hatten ihren Ursprung in einem turkmenischen Derwischorden, der zu großem Reichtum gelangt war und seine Anhänger militärisch organisierte (Kizilbasch). Sie führten 1501 die Zwölferschia als Staatsreligion ein; sie stellt spätestens seit Ende der Safawidenzeit ein einendes Band im iranischen Vielvölkerstaat dar. Das Reich der Safawiden stand in ständigem Konflikt mit dem osmanischen Reich, das im 16. Jahrhundert am Zenit seiner Macht stand. Der heutige Irak mit seinen für die Schiiten heiligen Schreinen schied im Zuge dieses Konfliktes für immer aus dem iranischen Territorium aus. In diese Zeit fällt auch die Intensivierung der diplomatischen Kontakte mit europäischen Ländern und der Beginn des Seehandels mit Europa am persischen Golf.[73] Den Höhepunkt der Macht erreichten die Safawiden unter Schah Abbas I., der die ihrem jeweiligen Stamm verbundenen Kizilbasch durch eine nur dem Schah treue Armee ersetzte und die Stadt Isfahan zu seiner glanzvollen Residenz machte. Zum Niedergang der Safawiden trug bei, dass das Heer große Ressourcen verschlang, dass die Nachfolger von Abbas I. größtenteils wenig fähig waren und dass die sunnitische Minderheit verfolgt wurde. Die schiitischen Gelehrten gewannen unter den im Niedergang befindlichen Safawiden deutlich an Macht und begannen, eine Oppositionsrolle zum Königstum einzunehmen.[74]

Während der Herrschaft der Safawiden stieg die Zahl der Nomaden weiter an, so dass der Druck auf die sesshaften Bauern wuchs und die Nomaden sich bewaffneten. Diese militärische Macht blieb bis ins 20. Jahrhundert ein wichtiger Faktor. Die Safawidendynastie wurde schließlich von einer Invasion der Afghanen gestürzt. Die Afghanen wurden jedoch von einem Nomadenführer vertrieben, der sich 1736 zu Nadir Schah krönen ließ, umfangreiche Eroberungen machte, jedoch 1747 ermordet wurde. Während der Südiran unter den Zand Ruhe und Wohlstand erlebte, herrschte im Norden Chaos.[75]

Kadscharen[Bearbeiten]

Nāser ad-Dīn Schāh (ca. 1870), der bedeutendste Schah aus der Kadscharen-Dynastie

Der Stamm der Kadscharen war von Abbas I. ursprünglich zu Grenzsicherungszwecken angesiedelt worden. Sie eroberten den Nordiran, stürzten die Zand und krönten 1796 Agha Mohamed zum Schah; eine religiöse Legitimierung ihrer Macht erreichten die Kadscharen im Unterschied zu ihrer Vorgängerdynastie jedoch nicht. Auch das Ziel, ihr Reich auf die Grenzen des Safawidenreiches auszudehnen, verfehlten sie. Bereits zu Beginn der Kadscharenzeit begann die Auseinandersetzung mit Russland und Großbritannien. Bis 1828 ging der Kaukasus an Russland verloren und Russland bekam Mitspracherecht in der iranischen Thronfolgeregelung. Großbritannien erreichte, dass große Gebiete des Ostiran Teil Afghanistans wurden.[76] Angesichts dieser Bedrohungslage wurden erste Versuche unternommen, den iranischen Staat und sein Militär zu reformieren (defensive Modernisierung). Diese Initiativen, die auf Minister oder Prinzen zurückgingen, waren aber aufgrund Geldmangels und des Widerstandes konservativer Würdenträger oder des Schahs selbst nicht erfolgreich. Immerhin wurden mit Dar al-Fonun die erste höhere Bildungseinrichtung gegründet und Lehrbücher übersetzt.[77][78]

Der Umstand, dass die Regierung das Schah kaum fähig war, Steuern einzutreiben, öffnete die Tür für die ökonomische Einflussnahme europäischer Staaten. Dies geschah vor allem durch die Vergabe von Konzessionen, die Ausländern gegen Zahlung geringer Abgaben Teile der Wirtschaft überließ, so etwa ab den 1860er Jahren der Aufbau des Telegraphennetzes, Fischereirechte, der Betrieb von Banken oder Erdöl-Exploration. Der Höhepunkt dieser Entwicklung wurde mit dem Tabakmonopol für ein britisches Konsortium erreicht, dass zu einem vollständigen Tabakboykott und zur Rücknahme der Konzession führte – die erste erfolgreiche Bewegung von Händlern, Geistlichen und Intellektuellen gegen die Herrschenden.[79] Die Geistlichkeit konnte sich in diesem Umfeld als Wahrer der nationalen Interessen profilieren und entwickelte unter Einfluss Intellektueller wie Dschamal ad-Din al-Afghani einen kämpferischen Islam. Als der Schah 1905 angesichts eines Staatsbankrottes weitere Zugeständnisse an Russland machen wollte, kam es zu monatelangen Unruhen, in deren Resultat der Iran sein erstes Parlament erhielt. Es verabschiedete am 5. August 1906 die erste Verfassung, die 1907 umfassend erweitert wurde.[80] Sie sah eine Gewaltenteilung nach westlichem Vorbild, aber auch die Vereinbarkeit aller Gesetze mit dem Islam und ein Kontrollgremium aus fünf Geistlichen vor. Diese Verfassung blieb auf dem Papier bis 1979 in Kraft. Somit beendete die konstitutionelle Revolution die absolute Monarchie im Iran.[81][82]

Die konstitutionelle Monarchie war zunächst kurzlebig. Bereits 1908 putschte Mohammed Ali Schah und ließ das Parlament beschießen.[83] Der ein Jahr dauernde Bürgerkrieg führte zum Rücktritt Mohammad Alis. Die Verfassung von 1906 und damit die konstitutionelle Monarchie wurde wieder in Kraft gesetzt. Die Nachfolge auf dem Thron trat der zunächst durch einen Regenten vertretenen Ahmad Schah an. Russland und Großbritannien hatten das Land untereinander in Einflusszonen aufgeteilt und nötigten den Schah, den zur Lösung der chronischen Finanznot angestellten amerikanischen Experten Morgan Shuster zu entlassen. Während des ersten Weltkrieges wurden auf iranischem Territorium trotz Neutralitätserklärung heftige Kämpfe zwischen Russland, Großbritannien und dem osmanischen Reich ausgetragen. Nach der Oktoberrevolution zog sich die russische Armee zurück. Britische Pläne, aus dem Iran ein britisches Protektorat zu machen, scheiterten jedoch.[84] Gegen Ende der Kadscharen-Dynastie beschränkte sich die Macht des Schahs auf die Hauptstadt. Die Streitkräfte bestanden lediglich aus einer Kosakenbrigade, kommandiert von russischen Offizieren, einer paramilitärischen Gendarmerie, und leichtbewaffneten Kämpfern der Nomaden. Der Staat hatte keinerlei Organisation, seine Macht durchzusetzen, und war von Großgrundbesitzern, Stammesführern und Geistlichen abhängig.[85][86] Zwischen 1917 und 1921 starben im Iran zwei Millionen Menschen, ein Viertel der Landbevölkerung, an Krieg und den folgenden Seuchen und Hungersnöten.[87]

Pahlavis[Bearbeiten]

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Die Teilnehmer des Putsches vom 21. Februar 1921 (von links): Reza Khan, Masoud Keyhan, Oberst Gleerup (Schwedischer Kommandant der Gendarmerie), Seyyed Zia al Din Tabatabai, Hossein Dadgar, Hassan Moschar, Ali Riazi, Kazem Khan Sayah

Am 21. Februar 1921 marschierte Reza Khan als Kommandeur der in Qazvin stationierten Einheit der Kosakenbrigade nach Teheran.[88] Mit diesem unblutigen Putsch wurde der Rücktritt des Premierministers Sepahdar erzwungen. Reza Khan wurde zunächst Oberkommandierender der Kosakenbrigade (Sardar Sepah) und ab Mai 1921 Verteidigungsminister im Kabinett des neuen Premierministers Seyyed Zia al Din Tabatabai. Am 25. Mai 1921 wurde Seyyed Zia al Din Tabatabai auf Druck von Ahmad Schah als Premierminister abgesetzt und Ahmad Qavam zum Premierminister bestimmt. Reza Khan blieb Verteidigungsminister. Er leitete eine umfangreiche Armeereform ein, an deren Ende nicht mehr wie bislang drei voneinander unabhängige militärische Verbände sondern eine einzige iranische Armee stehen sollte. Als erstes formte er aus der persischen Gendarmerie und der persischen Kosakenbrigade durch deren Zusammenführung den Kern der neuen iranischen Armee. Mit Einheiten der Kosakenbrigade ging er gegen Mirza Kutschak Khan vor, der im Norden des Iran eine unabhängige Sowjetische Sozialistische Republik des Iran ausgerufen hatte. Mit dem Sieg über die Separatisten im Dezember 1921 und der Bewahrung der konstitutionellen Monarchie gewann Reza Khan erheblich an Prestige.[89]

Am 26. Oktober 1923 wurde Reza Khan Premierminister. Ahmad Schah ernannte seinen Bruder, den Kronprinzen Mohammad Hassan Mirza, zum Regenten und reiste am 2. November 1923 nach Europa ab.[90] Ahmad Schah hatte zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen können, dass auch das Ende der Kadscharendynastie nahe war. Am 29. Oktober 1923 hatte Mustafa Kemal Pascha in der Türkei die Republik ausgerufen und das Kalifat abgeschafft. Am 20. April 1924 wurde die neue türkische Verfassung in Kraft gesetzt, mit der die Scharia abgeschafft wurde. Bereits am 20. Januar 1924 war in einer türkischen Zeitung ein Artikel erschienen, in dem die Staatsform der Republik auch für den Iran gefordert wurde.[91]

Mit seiner parlamentarischen Mehrheit nahm Reza Khan nun den Aufbau des Iran zu einem Nationalstaat in Angriff. Am 1. April 1925 wurde das Gesetz zur Korrektur des offiziellen Kalenders verabschiedet. Die Monate, die bislang arabische oder türkische Benennungen hatten, trugen jetzt wieder die alten persischen Namen. Die ersten sechs Monate im Jahr dauern 31 Tage, die nächsten fünf Monate 30 Tage und der letzte Monat im Jahr 29 Tage oder im Schaltjahr 30 Tage. Am 21. April wurde per Gesetz die erste staatliche iranische Bank, die Bank Artesh später Bank Sepah (Armeebank) gegründet. Am 5. Mai 1925 wurde das Gesetz zu „Identität und persönlichem Stand“ verabschiedet. Alle Iraner waren nun verpflichtet, einen Nachnamen zu führen und sich bei den neu geschaffenen Meldebehörden registrieren zu lassen. Alle Iraner erhielten einen Personalausweis, in den das Datum, der Name, das Geburtsdatum und der Ehestand eingetragen wurden. Alle Kadscharentitel, auch jene, die als Namensbestandteil benutzt worden waren, wurden ersatzlos gestrichen. Reza Khan selbst legte seinen bis dahin als Namensbestandteil benutzten Titel Sardar Sepah ab und wählte den Nachnamen „Pahlavi“. Am 22. Mai 1925 wurde das gesetzliche Zuckermonopol geschaffen. Auf Zucker wurde eine Steuer erhoben, mit der der Bau der geplanten Transiranischen Eisenbahn finanziert werden sollte. Am 8. Juni 1925 wurde die allgemeine Wehrpflicht mit einem Wehrdienst von zwei Jahren eingeführt.[92] Auf Anweisung Reza Khans dienten zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte des Iran die Söhne der reichen Nachkommen der Kadscharen und Stammesfürsten gemeinsam mit den Söhnen ihrer Diener und Bauern.[93]

Reza Shah[Bearbeiten]

Reza Schah Pahlavi

Am 6. Dezember 1925 trat eine gewählte verfassungsgebende Versammlung zusammen, die nach mehreren Tagen der Beratung am 12. Dezember 1925 mit 257 von 260 möglichen Stimmen eine Verfassungsänderung beschloss, mit der Reza Khan als neues Staatsoberhaupt und seine männlichen Nachkommen in direkter Linie als seine Nachfolger in der Verfassung festgeschrieben wurden. Drei sozialistische Abgeordneten enthielten sich der Stimme, da sie, obwohl sie Reza Khan politisch unterstützten, es mit ihrer republikanischen Gesinnung für unvereinbar hielten, dem Weiterbestehen der Monarchie zuzustimmen. Am 15. Dezember 1925 leistete Reza Khan den Treueeid auf die Verfassung und wurde zum Reza Schah Pahlavi erklärt. Mohammad Ali Foroughi wurde in seinem Amt als Premierminister bestätigt.[94] Die Krönungszeremonie fand am 25. April 1926 statt. Vor der Krönung musste erst eine neue Krone, die Pahlavi-Krone, angefertigt werden, da Reza Pahlavi es ablehnte, die Kadscharenkrone aufzusetzen. Reza Schah Pahlavi erhielt später vom Parlament den Beinamen „Reza Schah der Große“. Sein Sohn Mohammad Reza Pahlavi war bereits am 27. Januar 1926 per Dekret von Reza Schah zum Kronprinzen bestimmt worden.

Mohammad Reza Schah[Bearbeiten]

Am 24. August 1941 besetzten britische und sowjetische Truppen im Rahmen der anglo-sowjetischen Invasion, wenig später auch 30.000 US-Soldaten, den Iran trotz Neutralität. Reza Schah musste auf britischen und sowjetischen Druck hin abdanken, weil er den Alliierten die Nutzung der Transiranischen Eisenbahn als Nachschubweg für die Sowjetunion verwehren wollte.[95] Seine Nachfolge trat sein ältester Sohn Mohammad Reza Pahlavi an.

Teheran-Konferenz 1943, v.li.: Stalin, Roosevelt, Churchill

Vom 28. November bis zum 1. Dezember 1943 fand in Teheran die Konferenz der drei Hauptalliierten des Zweiten Weltkriegs statt.[96]

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es 1951, unter der Regierung Hossein Alas, zu einer Verstaatlichung der Ölindustrie. Auslöser war die britische Anglo-Iranian Oil Company, die das Ölgeschäft des Iran beherrschte und die sich in Verhandlungen strikt weigerte, ihre Gewinne aus dem Ölgeschäft zur Hälfte mit dem Iran zu teilen. In der Folge kam es zum internationalen Boykott des iranischen Öls, allen voran durch die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich, was zu einer internationalen Krise, der Abadan-Krise, und im Iran zu einer Wirtschaftskrise und zum Staatsdefizit führte. Trotz dieser Ereignisse wählte das Parlament Mohammad Mossadegh ein weiteres Mal zum Premierminister des Landes. Es war zu Spannungen zwischen dem Schah und Mossadegh gekommen, was den Schah veranlasste, auf dem Höhepunkt der Krise im August 1953 den Iran zu verlassen. Wenig später wurde Mossadegh durch die Operation Ajax gestürzt, eine Aktion der US-Regierung unter Eisenhower durch Kermit Roosevelt (Junior) und Monty Woodhouse mit Hilfe der CIA. Bereits 1946 hatten die Vereinigten Staaten dem Schah geholfen, die durch eine Abspaltung des Iran entstandene und von der Sowjetunion unterstützte kurdische Republik Mahabad zu zerschlagen.

Schah Mohammad Reza Pahlavi und Schahbanu Farah Pahlavi, 1977

Monarchistische Kräfte unter Führung des Generals Fazlollah Zahedi verhafteten Mossadegh. Der Schah kehrte wieder in den Iran zurück. Die damalige Regierung, mit Zahedi als Premierminister, begann neue Verhandlungen mit einem internationalen Konsortium von Ölgesellschaften. Die Verhandlungen dauerten mehrere Jahre. Am Ende stand ein Abkommen, das bis zur ersten Ölkrise Bestand haben sollte.

Chomeinis Ankunft am 1. Februar 1979

Schah Mohammad Reza Pahlavi (1941–1979) leitete ab 1963 mit der „Weißen Revolution“ umfangreiche wirtschaftliche, politische und soziale Reformen ein. Mit den steigenden Öleinnahmen konnte ein Industrialisierungsprogramm aufgelegt werden, das den Iran in wenigen Jahren von einem Entwicklungsland zu einem aufstrebenden Industriestaat machte. Industrialisierung und gesellschaftliche Modernisierung führten von Beginn an zu Spannungen mit den konservativen Teilen der schiitischen Geistlichkeit. Insbesondere Ajatollah Ruhollah Chomeini sprach sich bereits 1963 gegen das Reformprogramm aus. Neben der islamistischen Opposition, der Fedajin-e Islam, bildete sich eine Linke Guerillabewegung im Iran, die das Land mit „bewaffnetem Kampf“ verändern wollte. Die ab 1977 erfolgende politische Liberalisierung ermöglichte es der Opposition, sich zu organisieren. Es kam zu gewaltsamen Demonstrationen, Mord- und Brandanschlägen, die das Land in seinen Grundfesten erschütterten. Nach der Konferenz von Guadeloupe im Januar 1979, auf der der französische Präsident Valéry Giscard d’Estaing, Präsident Jimmy Carter aus den Vereinigten Staaten, Premierminister James Callaghan aus dem Vereinigten Königreich und Bundeskanzler Helmut Schmidt beschlossen hatten, den Schah nicht mehr zu unterstützen und das Gespräch mit Ajatollah Ruhollah Chomeini zu suchen, verließ Mohammad Reza Pahlavi den Iran. Die islamische Revolution hatte begonnen.

Islamische Revolution und Republik[Bearbeiten]

Am 1. Februar 1979 kehrte Ruhollah Chomeini aus dem französischen Exil zurück; dieser Tag wird seitdem als staatlicher Gedenktag, genannt Fadschr (Morgenröte), gefeiert. Rasch etablierte er sich als oberste politische Autorität und begann aus der ehemals konstitutionellen Monarchie eine „Islamische Republik“ zu formen, unter anderem durch sukzessive und gewaltsame Ausschaltung aller anderen revolutionären Gruppen. Seine Politik war von einer antiwestlichen Linie geprägt und schreckte auch nicht vor Terror und Massenhinrichtungen zurück. Mit zahlreichen ehemaligen Anhängern – so seinem designierten Nachfolger Großajatollah Hossein Ali Montazeri – kam es darüber zum Bruch.

Mohammad Chātami

Von 1980 bis 1988 befand sich Iran im Ersten Golfkrieg, nachdem der Irak angegriffen hatte. Die anhaltende internationale Isolation des Iran lockerte sich zeitweise Ende der 1990er Jahre. Mit dem überraschenden Wahlsieg Mohammad Chātamis bei den Präsidentschaftswahlen 1997 etablierte sich die politische Bewegung islamischer Reformer im iranischen Parlament. So gelang es Chātami zu Beginn seiner Amtszeit, eine Liberalisierung der nationalen Presse durchzusetzen. Die systemkritischen Stimmen bekamen dadurch ein öffentliches Organ, um ihrem Reformwillen Nachdruck zu verleihen.

Das Aufleben der Pressefreiheit dauerte nicht sehr lange an. Der Wächterrat machte die Gesetze mit Verweis auf die Unverträglichkeit mit dem Islam rückgängig und blockierte fortan nahezu alle Reformversuche des Parlaments. Seitdem sehen sich die Reformer mit großen Vertrauensverlusten in den reformwilligen Bevölkerungsgruppen konfrontiert. Die Enttäuschung über die Ohnmacht des Parlaments führte bei den letzten Kommunalwahlen (2003) zu einer sehr geringen Wahlbeteiligung (Landesschnitt 36 %, in Teheran 25 %) und zu einem klaren Sieg der konservativen Kräfte.

Präsidentschaft Ahmadinedschads[Bearbeiten]

Großdemonstration in Teheran am 17. Juni 2009

Die Präsidentschaftswahl am 17. Juni 2005 setzte eine Zäsur, zumal Chātamī nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren durfte. Durch die Wahl des konservativen Mahmud Ahmadinedschad zum Präsidenten und seine konfrontative Außen- sowie repressive Innenpolitik nahm die internationale Isolation erneut zu. Insbesondere seine Wiederwahl im Jahr 2009, die von zahlreichen Manipulationsvorwürfen begleitet wurde, führte zu massiven Protesten im Land, die trotz gewaltsamer Niederschlagung auch friedlicher Demonstrationen vor allem gegen Ende 2009 weiter zunahmen.[97][98] Dabei stand der volksnah auftretende und Subsidien verteilende Ahmadinedschad zusätzlich mit noch radikaleren, radikal-orthodoxen religiösen Gruppen um die einflussreichen, eschatologischen Geistlichen Dschannati, Yazdi und Ahmad Chatami in Konflikt, denen es mehrfach – auch mit Hilfe des Parlaments – gelang, Minister und Vertraute Ahmadinedschads zum Rücktritt zu zwingen. Andere Minister blieben gegen den Willen des Präsidenten mit Unterstützung radikal-orthodoxer Kreise im Amt, konnten aber nicht ihre von Ahmadinedschad gestützten Staatssekretäre entlassen.[99][100] Die Geistlichen warfen Ahmadinedschad vor, einen national-islamischen Kurs, statt eines islamischen Kurses zu verfolgen. Schüler dieser orthodoxen Geistlichen (Haghani-Schule in Ghom) besetzen zahlreiche Schlüsselposition im iranischen Militär und Geheimdienst.

Resultat der Konflikte waren Drohungen gegen Ahmadinedschad[101] und die Radikalisierung von Justiz, Exekutive und Legislative. So forderten Parlamentsabgeordnete 2011 den Tod der ebenfalls systemtreuen, bei den Präsidentschaftswahlen 2009 unterlegenen Oppositionskandidaten Mussawi und Karrubi,[102] beide wurden gemeinsam mit ihren Ehefrauen unter offiziell nicht zugegebenen und illegalen Hausarrest gesetzt, was weltweit scharf kritisiert wurde.[103] Der systemtreue ehemalige Präsident Rafsandschānī verlor den einflussreichen Posten als Vorsitzender des Expertenrats an einen greisen Haghani-Vertreter. Die Vertrauten und Kinder des ehemals als „Richelieu der Iranischen Revolution“ bezeichneten Milliardärs[104] wurden Objekt von mobbenden, gewaltsamen Basitschi-Ausschreitungen auf der Straße.

Ein weiteres Resultat dieser Radikalisierung war eine zunehmende internationale wirtschaftliche und politische Isolation, in deren Folge Privatvermögen eingefroren und Reiseverbote sowie weitere Sanktionen[105][106] gegen zahlreiche hochrangige iranische Militärs, Polizisten, Richter und Staatsanwälte u. a. durch die Europäische Gemeinschaft im April 2011 verhängt wurden.

Präsidentschaft Rohanis[Bearbeiten]

Am 11. April 2013 gab Hassan Rohani, der für iranische Verhältnisse als moderat und politisch dem ehemaligen Präsidenten Rafsandschani nahestehend gilt, seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl im Juni 2013 bekannt. Er bekundete u. a. die Absicht, eine Bürgerrechts-Charta einzuführen, die Wirtschaft wiederaufzubauen und die Zusammenarbeit mit der Weltgemeinschaft zu verbessern, also insbesondere die Isolation des Iran und die Sanktionen, welche zu einer verheerenden Wirtschaftskrise führten, aufgrund des Streits um das iranische Atomprogramm zu überwinden. Im Wahlkampf verteidigte Rohani vehement sein Vorgehen als Chefunterhändler und beharrte in einem TV-Interview darauf, dass es auch unter seiner Verhandlungsführung nie einen Stopp des Atomprogramms gegeben habe, der Ausbau des iranischen Atomprogrammes vielmehr erfolgreich vorangetrieben wurde.[107][108][109] „Besonnenheit und Hoffnung“ sei das Motto der Regierung, die er bilden wolle. Nach den vorläufigen Angaben des Innenministeriums gewann Rohani mit 18.613.329 Stimmen (50,71 %) bereits in der ersten Runde die Wahl.[110]

Kurz vor einem Besuch Rohanis bei der UN-Vollversammlung in New York am 25. September 2013 kündigte er gemeinsam mit dem obersten religiösen und politischen Führer Ali Chamene’i an, dass sich die mit Ahmadinedschad eng verbundene Iranische Revolutionsgarde künftig aus der Politik fernhalten solle.[111] Zudem wurden um den 18. September 2013 rund ein Dutzend politische Gefangene vorzeitig aus der Haft entlassen, u. a. die Menschenrechtsaktivistin Nasrin Sotudeh. Einige Beobachter werteten dies als ersten Ansatz Rohanis, sein Wahlversprechen umzusetzen, im Iran künftig mehr politische Freiheiten zuzulassen, gleichzeitig aber auch als Signal für die vom Iran erhoffte Entspannung des Verhältnisses zum westlichen Ausland.[112][113] In der Tat erreichte Rohani die Aufnahme direkter Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran bezüglich des Atomstreits.[114] Andere, wie Human Rights Watch, begrüßten zwar die Freilassungen, sahen darin aber nicht viel mehr als eine symbolische Geste, da weiterhin hunderte politische Gefangene in iranischen Gefängnissen säßen. Auch müsse das Regime dafür sorgen, dass die Freigelassenen nicht erneut Ziel der Sicherheitskräfte und der Justiz würden.[115] Auch die iranische Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi und Amnesty International kritisierten die Menschenrechtsbilanz Rohanis[116][117][118] und die stark gestiegene Zahl der Hinrichtungen scharf.[119][120]

Zwar zeigte Rohani nicht die exessive israelfeindliche Rhetorik seines Vorgängers, vollzog inhaltlich jedoch keinen Wandel. So erklärte er anlässlich des al-Quds-Tags 2014, es könne für die Palästinenser keinen diplomatischen Ausweg, sondern nur den des Widerstands geben:[121] „Was die Zionisten in Gaza machen, ist ein unmenschlicher Völkermord, daher muss die islamische Welt heute einheitlich ihren Hass und Widerstand gegen Israel erklären.“[121] Zudem verneinte er bei einem Podiumsgespräch auf dem 44. Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums Nachfragen des WEF-Gründers Klaus Schwab, ob er auch freundschaftliche Beziehungen zu Israel anstrebe, das von der Islamischen Republik Iran bisher nicht anerkannt wurde.[122] Auch seine Betonung einer friedlichen Nutzung der Kernkraft sowie sein Angebot zur Vermittlung im syrischen Bürgerkrieg, in welchem der Iran auf Seiten Baschar al-Assads involviert ist, sorgten Mitte September 2013 für internationale Aufmerksamkeit.[123][124] Kritische Stimmen bemerkten, Rohani tue so, „als sei er ein neutraler Beobachter“, obwohl Iran längst Kriegspartei ist.[125]

Politik[Bearbeiten]

Der iranische Staat ist in seiner heutigen Form einzigartig in der Welt und lässt sich von der vergleichenden Politikwissenschaft in keine der gängigen Kategorien einordnen. Er trägt Elemente theokratischer, totalitärer, posttotalitärer und autoritärer, aber auch demokratischer Systeme in sich.[126]

Die heutige Staatsform des Iran geht maßgeblich auf Ajatollah Chomeini und Ajatollah Motahhari zurück und basiert auf dem islamischen Glaubensgrundsatz, dass der menschliche Wille abhängig vom Willen Gottes sei und wahre Freiheit im Gehorsam Gott und seinem göttlichen Gesetz gegenüber liege. Die diesem Grundsatz zugesprochene universelle Gültigkeit überträgt sich entsprechend auf die entwickelte Staatsphilosophie: das Glück der Völker und der Gesellschaften ist nur durch die Befolgung dieser für alle Länder gleichermaßen gültigen göttlichen Gesetze erreichbar.

Da in den Augen Chomeinis nur Gott die Autorität zur Gesetzgebung hat, lehnte er ein gesetzgebendes Parlament nach westlichem Vorbild strikt ab. Der Mensch dürfe die Gesetze Gottes nicht verfälschen, Widerstand gegen oder Kritik an diesen Gesetzen sei Blasphemie. In der Konsequenz propagierte er ein Programmierungsparlament. Die Exekutive der göttlich gegebenen Gesetze obliegt in Chomeinis Staatswesen dem legitimen Führer der muslimischen Gemeinschaft, nach dem schiitischen Bekenntnis also dem Propheten und den rechtgeleiteten Imamen. In Abwesenheit des der Welt entrückten zwölften Imams, an dessen Rückkehr die Schiiten glauben, soll ein profunder Kenner des göttlichen Gesetzes, also ein schiitischer Rechtsgelehrter, die Vertretung des Imams ausüben. Dieses System, das Chomeini Welāyat-e Faghīh (Herrschaft des Rechtsgelehrten) nannte, verleiht dem obersten Rechtsgelehrten an der Spitze des Staates, dem sogenannten Führer, eine göttliche Legitimität und verpflichtet damit die Subjekte des Staates zu absolutem Gehorsam.[127]

Regierungssystem[Bearbeiten]

Regierungssystem des Iran – Herrschaft des Führers

Das höchste und mächtigste Amt im heutigen iranischen Staat ist der Führer, der im Deutschen synonym auch als Oberster oder Herrschender Rechtsgelehrter, geistlicher Führer, religiöser Führer oder Revolutionsführer bezeichnet wird; im Persischen ist die Bezeichnung Rahbar geläufig.[128] Er regiert laut Artikel 5 der Verfassung als Stellvertreter des erwarteten Imams Muhammad al-Mahdi;[129] mit dieser religiösen Legitimierung verfügt er über fast uneingeschränkte Macht: er definiert die Politik des Staates und überwacht deren Ausführung, er ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte und erklärt als solcher Krieg und Frieden, er ernennt den vom Volk gewählten Präsidenten und kann ihn unter gewissen Umständen absetzen. Nicht zuletzt ernennt er den obersten Richter, den obersten Staatsanwalt und die Oberbefehlshaber der Sicherheits- und Ordnungskräfte. Der Oberste Führer wird nicht vom Volk, sondern vom Expertenrat für eine unbestimmte Zeit ernannt und kann von diesem theoretisch auch wieder abgesetzt werden.[128] Bisher gab es nur zwei Amtsinhaber: Ali Chamene’i folgte im Jahre 1989 auf Ruhollah Mussawi Chomeini.

Das zweithöchste Amt ist der Staatspräsident. Er ist der Leiter der Exekutive und ernennt die Regierungsmitglieder, die jedoch vom Parlament bestätigt werden müssen. Der Präsident leitet die Regierungsarbeit, koordiniert die Entscheidungen der Minister und ist für diese dem Parlament und dem Obersten Führer gegenüber verantwortlich. Alle Fragen, die die islamische Führung direkt betreffen, sind jedoch Angelegenheiten des Obersten Führers; diese Regelung kann dazu herangezogen werden, die Befugnisse des Staatspräsidenten nach Belieben zugunsten des Obersten Führers zu beschneiden. Der Präsident wird in allgemeinen Wahlen für eine vierjährige Amtszeit bestimmt und kann nur einmal wiedergewählt werden. Aktueller Amtsinhaber ist seit 2013 Hassan Rohani. Das Amt des Ministerpräsidenten wurde im Rahmen der Verfassungsänderung von 1989 abgeschafft.[130]

Der Wächterrat ist eine sehr mächtige Institution aus zwölf Mitgliedern, von denen sechs vom Obersten Führer ernannt und weitere sechs vom Leiter der Judikative vorgeschlagen und vom Parlament gewählt werden. Seine Aufgabe besteht darin, jedes Gesetz auf Konformität mit dem Islam zu prüfen und gegebenenfalls zurückzuweisen. Darüber hinaus hat der Wächterrat die Interpretationshoheit über die Verfassung und prüft jeden Kandidaten zu Parlaments-, Präsidentschafts- oder Expertenratswahlen auf seine Eignung; Kandidaten, die der Wächterrat nicht zulässt, sind von den Wahlen automatisch ausgeschlossen.[131] Somit hat der Wächterrat direkten Einfluss auf die Gesetzgebung und den Ausgang der Wahlen; seine Rolle ist ein ständiger Streitpunkt zwischen den konservativen und reformorientierten Kräften des Landes.[132] Der Expertenrat ist ein Gremium von 86 Geistlichen, die teils ständige Mitglieder sind und teils für 8 Jahre direkt vom Volk gewählt werden. Es hat die Aufgabe, den Obersten Führer zu wählen; ansonsten tritt es zusammen, um über Gesetzesvorschläge des Parlaments zu beraten, die die Verfassung verletzen.[133]

Der Schlichtungsrat, auch Feststellungsrat genannt, ist ein Gremium, in dem Vertreter des Wächterrates, der Exekutive, Judikative und Legislative sowie sonstige vom Obersten Führer direkt ernannte Mitglieder sitzen. Seine Aufgabe ist das Beraten des Obersten Führers einerseits, andererseits vermittelt er zwischen dem Parlament und dem Wächterrat, wenn der Wächterrat einen Gesetzesvorschlag als den Islam oder die Verfassung verletzend bewertet, und das Parlament den Vorschlag nicht ändern kann.[134][133]

In der Islamischen Konsultativen Versammlung, also dem Parlament des Iran bzw. Madschles werden Sachfragen diskutiert, Budgets aufgestellt und verabschiedet, die Berichte der Regierung geprüft, Gesetzesvorschläge ausgearbeitet, Referenden beschlossen und Untersuchungen angestellt. Das Parlament hat 290 Abgeordnete, die alle vier Jahre in allgemeinen Wahlen bestimmt werden. Kandidaten zur Parlamentswahl müssen vom Wächterrat genehmigt werden.[135]

Somit kann von einer Gewaltenteilung nicht die Rede sein; Artikel 57 der iranischen Verfassung bestimmt, dass Legislative, Exekutive und Judikative, dem Obersten Führer unterstellt sind, dessen Meinung in allen Fragen ausschlaggebend ist.[130][136] Dadurch, dass der Oberste Führer den Wächterrat direkt und indirekt über den von ihn bestimmten Vorsitzenden der Judikative bestimmt, der Wächterrat die Kandidaten für den Expertenrat zulässt, und der Expertenrat wiederum den Obersten Führer wählt, entsteht ein Machtkreislauf, der sich innerhalb der Geistlichkeit abspielt und der vom Rest der Gesellschaft entkoppelt ist.[137]

Gesetzgebung[Bearbeiten]

Das iranische Einkammer-Parlament (Islamischer Konsultativrat; persisch Madschles-e Schora-ye Eslami) besteht aus 290 Abgeordneten, die in allgemeinen, direkten und geheimen Wahlen für eine 4-jährige Amtszeit gewählt werden. Wegen der Auswahl des Wächterrates wird das Parlament (außer von 2000 bis 2003) von den islamisch-konservativen Kräften dominiert. Bei Parlamentswahlen werden keine Parteien sondern Personen gewählt. Voraussetzungen für die Wahl zum Parlamentsabgeordneten sind: ein Alter von 30-75 Jahren, Glaube und aktives Bekenntnis zum Islam (von den Angehörigen religiöser Minderheiten wird ein Bekenntnis zu ihrer Religion verlangt), zur Verfassung und zum Prinzip des Velayat-e Faqih (Statthalterschaft der Rechtsgelehrten), geeignete physische Verfassung und ein akademischer Grad im Range eines Masters, ersatzweise eines Bachelors plus beruflicher und akademischer Praxis. Als Ausschlusskriterien für eine Kandidatur gelten: Aktive Rolle im vorislamischen System, Großgrundbesitzertum, Mitgliedschaft in illegalen Gruppen, Verurteilungen wegen staatsfeindlicher Aktivitäten, Drogenabhängigkeit oder Drogenhandel, Personen, die nach religiösem Recht verurteilt wurden (es sei denn, sie hätten bereut) und für Ausschweifungen bekannte Personen. Die religiösen Minderheiten können folgende Anzahl Parlamentsabgeordneter entsenden: Zoroastrier und Juden jeweils einen Abgeordneten, assyrische und chaldäische Christen gemeinsam einen Abgeordneten und armenische Christen jeweils einen Abgeordneten aus dem Norden und Süden des Landes. Wahlberechtigt sind geistig gesunde Bürger über 18 Jahren.[138] Das Parlament hat, wie die Regierung, legislatives Initiativrecht.[139] Der Präsident muss für sein Kabinett ein Vertrauensvotum seitens des Parlamentes erlangen, bevor er irgendwelche Maßnahmen ergreift. Die Sitzungen des iranischen Parlamentes sind, ausgenommen im Notstand, öffentlich.

Justizsystem[Bearbeiten]

Durch die Islamische Revolution ist 1979 das islamische Recht, die Scharia, als Gesetzesgrundlage eingeführt worden. Da die Scharia in islamischen Ländern niemals kodifiziert worden ist, obliegt die Rechtspflege und Fortentwicklung der Jurisprudenz in einer Art Fallrechtssystem, basierend auf dem iranischen Strafgesetzbuch[140] und dem iranischen Familienrecht.[141] In Bezug auf die Gewaltenteilung wirkte sich die Tätigkeit des ersten Obersten Richters nach der Revolution, Chalkali, äußerst negativ aus. Bis heute gibt es keine Gewaltenteilung im Iran, der oberste geistliche Führer hat weitreichende Befugnisse. Justizminister des Iran ist seit 2013 der konservative Kleriker Mostafa Pour-Mohammadi, der auf Sadegh Laridschani folgte.

Prozesse und Verfahren[Bearbeiten]

Amnesty International kritisiert weiter die iranischen Gerichte bzw. Sondergerichte wegen Nichteinhaltung der internationalen Standards für faire Verfahren. Folter und Misshandlungen an Gefangenen sind üblich. Aufsehen erregte 2006 die Forderung der kanadischen Regierung an Deutschland, den iranischen Generalstaatsanwalt Said Mortasawi in Frankfurt auf dem Flughafen bei seinem Rückflug von Genf festnehmen zu lassen, weil ihm direkte Verwicklungen in den Mordfall der iranisch-stämmigen kanadischen Journalistin Zahra Kazemi vorgeworfen wird.[142]

Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi

Kazemi war im Teheraner Evin-Gefängnis bei Verhören unter anderem mit Mortasawi zu Tode gekommen. Said Mortasawi war iranischer Vertreter bei dem in Genf tagenden UN-Menschenrechtsrat. Zusammen mit dem Chef des iranischen Justizapparats – Mahmud Haschemi Schahrudi – und dem Sicherheitschef des Evin-Gefängnisses, Mohammed Bachschi, gilt Mortasawi als Verantwortlicher für die Behinderung einer freien Berichterstattung im Iran und für massive Menschenrechtsverletzungen und Folter im Teheraner Evin-Gefängnis, welches schon zu Zeiten der gestürzten Schah-Regierung als Foltergefängnis galt.

Haftanstalten[Bearbeiten]

Das Evin-Gefängnis gilt neben dem Ghasar-Gefängnis und dem Towhid-Gefängnis schon seit der Regierungszeit von Schah Mohammad Reza Pahlavi, aber auch nach dessen Sturz unter der Führung Chomeinis und Chamene’is als Foltergefängnis.[143] Nach Aussage der ehemaligen Insassin Marina Nemat, die über zwei Jahre im Evin-Gefängnis inhaftiert war, überlebte von ihren Zellengenossinnen im Trakt 246 keine die Haft.[144] Nach Angaben Nemats war der Trakt, in dem zu Schah-Zeiten 50 Personen einsaßen, während ihrer Haftzeit mit 650 Frauen belegt.[144] Im Kahrisak-Gefängnis südlich von Teheran starben während der Wahlunruhen 2009 drei Menschen. Nachdem mit Mohsen Rouhalamini, der ebenfalls dort festgesetzt worden sein soll, auch der Sohn eines prominenten Konservativen getötet wurde, protestierten konservative Politiker. In der Folge ließ Staatsoberhaupt Chamenei das Gefängnis schließen.[145][146] Gegen zwei Gefängniswärter des Kahrisak-Gefängnisses wurde später die Todesstrafe verhängt, insgesamt kamen 12 Beamte nach den brutalen Misshandlungen bei den Protesten gegen die Präsidentschaftswahlen vor Gericht, von denen neun zu Haft- und Prügelstrafen verurteilt wurden.[147] Ein parlamentarisch berufenes Komitee machte in seinem Bericht Anfang 2010 den damaligen Generalstaatsanwalt Teherans, Said Mortasawi, für die Vorfälle verantwortlich.[148]

Generell verweisen Oppositionsgruppen immer wieder auf die menschenunwürdigen Zustände in iranischen Haftanstalten. So auch bezüglich der Haftanstalt Vakilabad in der nordöstlichen Stadt Maschad.[149] In dem Zuchthaus sei es zu Massenhinrichtungen gekommen; die Haftbedingungen – darunter schwere Folterungen – wurden in einem Bericht des UN-Generalsekretärs am 14. März 2011 beschrieben.[150] Zu Gruppenexekutionen ist es auch in den Gefängnissen von Birdschand und Taibad gekommen.[151] Menschenrechtsaktivisten in Maschhad werfen Ermittlungsbeamten körperliche Misshandlungen und schwere Folter in Haftanstalten vor, um von Häftlingen Geständnisse zu erlangen, die dann bei ihrer Verurteilung oft der einzige Schuldbeweis seien.[151]

Todesstrafe[Bearbeiten]

Der Iran ist nach einer kurzen Phase zurückgehender Hinrichtungszahlen seit mehreren Jahren (Stand 2015) gemessen an der Bevölkerungszahl das Land mit den meisten Hinrichtungen. In absoluten Zahlen rangiert es heute an zweiter Stelle nach China.[152] Vor allem in den Jahren nach der Islamischen Revolution von 1979 wurden die heutigen Hinrichtungszahlen teilweise jedoch noch weit übertroffen. So wurden in Massenexekutionen mehrere tausend politische Gefangene, meist ohne faires Verfahren und teilweise trotz der Verurteilung zu einer Haftstrafe, hingerichtet. Im Jahresbericht von 1985 spricht Amnesty International von insgesamt 6.108 Hinrichtungen zwischen Februar 1979 und Ende 1984.[153] In einem Bericht von 1990 konstatierte Amnesty International tausende Hinrichtungen nach häufig willkürlicher Inhaftierung zwischen 1987 und 1990. Allein zwischen Juli 1988 und Januar 1989 seien über 2000 politische Gefangene, viele von ihnen wegen gewaltloser Aktivitäten inhaftiert, exekutiert worden.[154] Regelmäßig weist Amnesty International darauf hin, dass die in den Jahresberichten angegebenen Zahlen als untere Grenze zu verstehen sind. Insbesondere die Exekutionen politischer Gefangener würden häufig geheimgehalten und seien so nur schwer vollständig erfassbar.[155] Auch heute kommt es immer wieder zu Gruppen- und Massenhinrichtungen,[151][150] ein rechtsstaatlicher Prozess ist nicht gewährleistet.

Die Todesstrafe kann im Iran für Mord, verschiedene Drogendelikte, „politische Vergehen“, Prostitution, Ehebruch und „Verstöße gegen Moral“ sowie Gotteslästerung verhängt werden.[156] Auch für Apostasie ist die Anwendung der Todesstrafe möglich und wird vollstreckt.[157] 2011 wurde die Todesstrafe am häufigsten (81 %) wegen angeblichen Drogenhandels, Gotteslästerung (4,3 %) und Vergewaltigung (4,1 %) vollzogen. Dabei sind Erhängen, Enthauptung, Erschießen und Steinigung als Hinrichtungsarten üblich[156][158] und werden regelmäßig öffentlich ausgeführt. Abseits der Todesstrafe werden zudem nach wie vor Strafen wie die Amputation von Gliedmaßen, die Prügelstrafe und das Ausstechen der Augen verhängt.[159]

Auch Jugendliche unter 18 Jahren werden im Iran zum Tode verurteilt und hingerichtet, obwohl der Iran den UN-Zivilpakt unterzeichnet hat, der dies verbietet.[156] Teilweise wird die Vollstreckung des Urteils bis zum Erreichen der Volljährigkeit aufgeschoben.[160] Seit der Islamischen Revolution wurden zudem über 4000 Homosexuelle öffentlich hingerichtet.[161]

Nur selten werden Exekutionen auf internationalen Druck hin gestoppt bzw. verschoben. Auch Ausländer werden hingerichtet, insbesondere weil der Iran doppelte Staatsbürgerschaften nicht anerkennt und so konsularische Hilfe verhindert.[162] So wurde beispielsweise die aus Iran stammende Niederländerin Sahra Bahrami im Januar 2011 durch Erhängen hingerichtet.[163][164] Bereits 2010 hatte der damalige stellvertretende Außenminister Hassan Ghaschghavi erklärt, dass das islamistische System an der Hinrichtungspraxis festhalten wird:

„Wir leben in einem islamischen Land und wir handeln nach den Regeln des Korans. Selbst wenn wir hunderttausend Menschen exekutieren müssen, werden wir mit der Durchsetzung dieser Regeln fortfahren.“[165]

Die jährliche Entwicklung der Anzahl vollstreckter Todesstrafen in der Islamischen Republik Iran wird wie folgt von den Vereinten Nationen (für den Zeitraum 2004 bis Ende 2014) sowie in nur leichter Abweichung von Amnesty International (zwischen 1979 und 2014) und dem Iranischen Menschenrechts-Dokumentationszentrum (IHRDC) (von 2011 bis 2015) dokumentiert – eine hohe Dunkelziffer wird durchgängig vermutet:[166][155]

Hinrichtungen in der Islamischen Republik Iran, 1979–2015
Jahr Hinrichtungen
2015*
  
651
2014
  
753
2013
  
687
2012
  
580
2011
  
676
2010
  
546
2009
  
402
2008
  
350
2007
  
317
2006
  
177
2005
  
94
2004
  
99
2003
  
108
2002
  
113
2001
  
139
2000
  
75
1999
  
165
1998
  
k. A.
1997
  
143
1996
  
110
1995
  
47
1994
  
139
1993
  
93
1992
  
330
1991
  
775
1990
  
750
1989
  
1500
1988
  
1342
1987
  
158
1986
  
115
1985
  
470
1984
  
661
1983
  
399
1982
  
624
1981
  
2616
1980
  
700
1979
  
900**
Quellen:
      UN Bericht zur Lage der Menschenrechte in der Islamischen Republik Iran, März 2015,
[167]
      Iranisches Menschenrechts-Dokumentationszentrum (IHRDC), April 2015,[168]
      Amnesty International Jahresberichte Iran.[155]

* bis Mitte Juni
** nach Angaben von AI 800-1000 seit der Islamischen Revolution im Februar

Nachdem 2005 im Iran nach Angaben von Amnesty International noch 94 Menschen hingerichtet wurden, darunter acht Minderjährige, stiegen die Zahlen in den folgenden Jahren deutlich auf teilweise weit über 600 Menschen an. 2009 wurden etwa 400 Personen hingerichtet.[169] Allein 112 Todesurteile wurden zwischen der umstrittenen Präsidentenwahl am 12. Juni und der zweiten Amtseinführung von Präsident Mahmud Ahmadinedschad am 5. August vollstreckt.[170] 2011 warf Amnesty International der iranischen Führung vor, zum Jahresanfang täglich mehr als zwei Menschen hinzurichten und sprach von einem Tötungsrausch.[171] Der Europäische Rat nennt namentlich zahlreiche Richter und Berufungsrichter – u. a. der Revolutionsgerichte in Teheran (Abteilungen 15, 26 und 28) und Maschad – auf Sanktionslisten und wirft diesen summarische Todesurteile en masse ohne faire Anhörungsverfahren vor. Verantwortlich genannt und sanktioniert werden auch mehrere Staats- und Generalstaatsanwälte, u. a. Ghorbanali Dorri-Nadschafabadi, Gholamhossein Mohseni-Edschei und Said Mortasawi.[172]

Nach der Amtseinführung Hassan Rohanis am 14. Juni 2013 stiegen die Exekutionszahlen nochmals deutlich. So wurden zwischen Juli 2013 und Juni 2014 nachweislich insgesamt 852 Personen hingerichtet.[120][173][174] Allein im Januar 2014 wurden über 70 Menschen im Iran hingerichtet,[175] unter anderem der Dichter Haschem Schaabani. Damit wurden mit 33 Tötungen allein in der zweiten Januarwoche mehr Todesstrafen vollstreckt als im gesamten Januar des Vorjahres.[176] Auch im Februar hielt die Hinrichtungswelle an.[177] Die in den vergangenen Jahren leicht unter den Angaben der UN liegenden Zahlen des IHRDC verzeichneten für das Jahr 2014 insgesamt 721 Hinrichtungen, davon nur 268 offiziell verkündet;[178] der Report der UN vom März 2015 spricht von mindestens 753 hingerichteten Menschen für 2014, von denen 53 öffentlich getötet wurden und die beinahe zur Hälfte (362 Hinrichtungen) international als minderschwer und nicht der Todesstrafe fähig bewertete Drogenkriminalität betrafen.[167] Insbesondere die Vollstreckung des Todesurteils gegen die 26-jährige Reyhaneh Jabbari sorgte für internationale Empörung.[179] Im Jahr 2015 stiegen die Exekutionszahlen mit inzwischen mehr als drei Toten pro Tag weiter an; bis Mitte Juni 2015 wurden 651 Menschen hingerichtet.[168]

Hinrichtung Minderjähriger[Bearbeiten]

Laut Scharia sind Jungen ab 15 Jahren und Mädchen schon ab neun Jahren volljährig und voll strafmündig. Das Mindestheiratsalter und damit auch die Straffähigkeit wurde im Iran im Mai 2002 vom Schlichtungsrat für Mädchen auf 13 und für Jungen auf 15 Jahre bestimmt.[180] Immer wieder werfen Menschenrechtsgruppen wie Amnesty International dem Iran vor, als einer der letzten Staaten zum Tatzeitpunkt Minderjährige zum Tode zu verurteilen und hinzurichten.[181] So stellte Amnesty International in einem Bericht für das Jahr 2006 fest, dass mindestens drei Hinrichtungsopfer zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Tat und ein weiterer noch am Tag der Hinrichtung minderjährig waren.[159] 2007 seien bei einem massiv Anstieg der Hinrichtungszahlen unter anderem mindestens sieben zur Tatzeit Minderjährige hingerichtet worden. Zudem hätten sich noch mindestens 75 minderjährige Straftäter in Todeszellen befunden.[182] Auch in den folgenden Jahren wurden regelmäßig jugendliche Straftäter exekutiert: acht im Jahr 2008,[183] fünf in 2009,[184] einer in 2010,[185] und drei bis sieben im Jahr 2011.[186] Auch in den jüngsten Berichten von 2013 und 2015 ist die Rede von etwa 100 jugendlichen Straftätern, die in Todeszellen auf ihre Hinrichtung warten.[187][188] Laut dem UN-Bericht zur Lage der Menschenrechte in der Islamischen Republik Iran vom März 2015 wurden 2014 mindestens 13 Jugendliche exekutiert.[167]

Die Todesurteile seien dabei häufig das Ergebnis überhasteter Prozesse und widersprächen selbst den strafprozessualen Regeln der Scharia. So wurde in der Stadt Neka ein sechzehnjähriges Mädchen wegen angeblich unkeuschen Verhaltens von dem Richter Hadschi Radschai verurteilt und nach der von diesem betriebenen Bestätigung aus Teheran hingerichtet, obwohl die Hinrichtung als Verstoß gegen den vom Iran unterschriebenen Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte einen völkerrechtswidrigen Akt darstellt. Der Westdeutsche Rundfunk nannte 2007 sechs weitere Minderjährige, die wegen des gleichen Vergehens von einem Todesurteil bedroht sind.[189] Die Wiener Zeitung warf dem wahlkämpfenden Präsidenten des Iran – Mahmud Ahmadineschad – vor, die Hinrichtung der zum Tatzeitpunkt 17-jährigen Delara Darabi 2009 als Wahlkampfmittel zu benutzen. Auch ihre Hinrichtung war nach iranischem und islamischem Recht illegal.[190]

Menschenrechte[Bearbeiten]

Anhänger Mostafa Moins bei einer Kundgebung für Menschenrechte 2005

Freedom House bewertet das politische System des Iran im Jahr 2012 als „nicht frei“, mit großen Mängeln in den Bereichen der politischen Rechte, der Bürgerrechte und in einem generellen Abwärtstrend.[191] Im Demokratieindex von 2010 wird es als „autoritäres Regime“ eingestuft, wobei der mangelhafte Wahlprozess und die fehlende Akzeptanz der gesellschaftlichen Pluralität besonders negativ auffallen; es belegt Platz 158 von 167.[192] Im Korruptionswahrnehmungsindex belegte der Iran im Jahr 2011 Platz 120 von 182.[193] Der ehemalige Verteidigungsminister Ahmad Vahidi wird von der Argentinischen Justiz und von Interpol wegen Mordes gesucht, so wie der ehemalige Geheimdienstminister Ali Fallahian.

Nach Jahren der massiven Repression durch die neuen Machthaber gab die Wahl Mohammad Chātamis im Jahr 1997 vielen Anlass für Hoffnung auf eine Besserung der Menschenrechtslage. So konnten sich in der Folge auch diverse Nichtregierungsorganisationen gründen. Die Bemühungen erfuhren schließlich durch die Verleihung des Friedensnobelpreises im Jahre 2003 an die iranische Menschenrechtsaktivistin Schirin Ebadi internationale Beachtung. Oppositionsgruppen kritisierten jedoch die verbreitete Einschätzung Chātamis als eines Reformers und wiesen anlässlich der zurückgehenden internationalen Isolierung des Iran darauf hin, dass weiterhin „die echten Reformer in Iran im Gefängnis [sitzen]“, die Opposition im Iran wie im Ausland verfolgt werde und die Menschenrechtsverletzungen fortbestünden.[194] Auch Amnesty International berichtete von anhaltenden massiven Menschenrechtsverletzungen in großer Zahl, unter anderem von 73 Toten und mehreren Hundert Verletzten bei Übergriffen von Polizei- und Sicherheitskräften bei drei öffentlichen Kundgebungen im Jahr 2005.

In den folgenden Jahren verschlechterte sich die Menschenrechtslage im Iran jedoch abermals deutlich. Die politische wie alltägliche Repression wie auch die Zahl der Hinrichtungen nahm unter Mahmud Ahmadinedschad wieder zu und fand in der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste nach den iranischen Präsidentschaftswahlen 2009 ihren vorläufigen Höhepunkt. Ein Bericht des Menschrechtsrates der Vereinten Nationen (UN), der vom UN-Sicherheitsrat aufgefordert worden war, die Situation der Menschenrechte des Iran zu untersuchen, sprach Ende März 2011 von unveränderten und zahlreichen Verletzungen grundlegender Menschenrechte im Iran.[150] Genannt wurden insbesondere eine steigende Anzahl von Hinrichtungen, Amputationen, willkürliche Verhaftungen, unfaire Gerichtsverfahren, Folter sowie Misshandlungen von Menschenrechtsaktivisten, Rechtsanwälten, Journalisten und Oppositionellen. Die Regierung des Iran wurde daraufhin vom UNO-Sicherheitsrat aufgefordert, die nationale Gesetzgebung zu überprüfen, insbesondere den Strafrechtskatalog und das Minderjährigen-Recht, um eine Kongruenz mit internationalem Recht herzustellen. Weiterhin solle Iran Todesstrafen und andere Formen der Bestrafung unterlassen, soweit sie internationalem Recht widersprechen.

Die an die Wahl Hassan Rohanis im Jahr 2013 geknüpften Hoffnungen auf eine Entspannung der innenpolitischen Lage, eine Entlassung der vielen seit 2009 inhaftierten politischen Gefangenen sowie auf größere politische wie alltägliche Freiheiten zerschlugen sich nach einigen als an den Westen gerichtete, symbolische Gesten kritisierte Maßnahmen sehr schnell.[115][112][113] Unter anderem nominierte Rohani im August 2013 den konservativen Kleriker Mostafa Pour-Mohammadi als Justizminister.[195]

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi kritisierte die Menschenrechtsbilanz Rohanis scharf und warf der Regierung vor, über die Freilassung von politischen Gefangenen zu lügen. Keine ihrer Erwartungen sei erfüllt.[116] Laut Ebadi habe Rohani vielleicht „den Ruf eines moderaten Reformers“, sende bisher aber in Bezug auf Menschenrechte die „falschen Signale“.[117][118] Ebadi und Amnesty International weisen dabei auch auf den starken Anstieg der Hinrichtungszahlen auf ein Rekordniveau seit Rohanis Amtsantritt hin.[119][120]

Status der Minderheiten[Bearbeiten]

Nichtmuslimische religiöse Minderheiten (inklusive der rechtlich anerkannten Zoroastrier, Juden und Christen) werden im Iran seit der Revolution systematisch benachteiligt. Insbesondere zeigt das die Verfolgung der Bahai, welche die größte religiöse Minderheit stellen und als Apostaten gelten. Von der Regierung werden die Bahai zu Erzfeinden des Schiitentums und des Nationalstolzes stilisiert und dienen immer wieder als Sündenböcke, die instrumentalisiert werden, um die emotionale Unterstützung der Massen zu gewinnen. Ebenso wird die Verfolgung der Sufi (islamische Mystiker) von Seiten der Regierung toleriert bzw. unterstützt.[196] Die Anzahl von Iranern mit jüdischem Glauben hat sich seit 30 Jahren auf ein Viertel vermindert, obwohl die jüdische Minderheit seit 1906 im Parlament vertreten ist. Von den tolerierten Minderheiten, den sogenannten Religionen des Buches, zu denen offiziell auch die Zoroastrier zählen, werden regelmäßig Ergebenheitsadressen an die religiöse Staatsführung abverlangt. In dem vom christlichen Missions- und Hilfswerk Open Doors veröffentlichten Weltverfolgungsindex für Christen rangiert Iran auf Platz 8 (Stand 2013).[197]

Weiterhin werden Aufstände der Kurden mit massiven militärischen Sanktionen beantwortet, bei denen zahlreiche Zivilisten umkamen.[143] Führende kurdische Politiker wurden durch Bombenanschläge – so beim Mykonos-Attentat – im Ausland ermordet. Bei der Verurteilung eines Teiles der Täter wurden von Gericht als Verantwortliche die iranischen Politiker Ali Chamene’i, Alī Akbar Hāschemī Rafsandschānī und Ali Fallahian genannt.[198] Weiter wird von einem kurdischen Oppositionellen des Iran berichtet, der im Juli 2005 von Sicherheitskräften getötet und anschließend mit einem Jeep durch die Straßen der Stadt geschleift wurde. Daraufhin kam es zu Aufständen unter der kurdischen Bevölkerung, die wiederum zu 21 Todesopfern und über 190 Verhaftungen führten.

Ahwazi, Aserbaidschaner, Belutschen, Kurden und Turkmenen werden im Iran diskriminiert. So ist der Einsatz der jeweiligen Muttersprache in Regierungseinrichtungen verboten. Der Zugang zum Bildungswesen und zum Arbeitsmarkt ist im Vergleich zu Iranern stark eingeschränkt.[199]

Siehe auch: Kurdenstaat

Politische Verfolgung[Bearbeiten]

Angehörige von verschiedenen oppositionellen politischen Gruppierungen, darunter auch die linken Volksmodschahedin, sind von Todesurteilen und Folter bedroht.[143] Gewaltfreie politische Forderungen, so auch die vom verstorbenen Chomeini-Antipoden Husain Borudscherdi vorgetragene Forderung nach traditionell schiitischer Trennung von Staat und Religion sowie nach Gewaltenteilung, werden mit Haft und Folter beantwortet, so im Falle des international bekannten Hossein Kazemeyni Borudscherdi. Seit der gewaltsamen Unterdrückung der Proteste nach den iranischen Präsidentschaftswahlen 2009 – die größten Massenproteste seit der Islamischen Revolution 1979 – kommt es zur verschärften Verfolgung Oppositioneller, besonders durch die allgegenwärtige islamische Bassidschi-Miliz, welche einen Teil der iranischen Revolutionsgarde stellen.

Meinungsfreiheit[Bearbeiten]

Informations- und Redefreiheit sind im Iran nicht gegeben. Journalisten, Weblogger, Menschenrechtsaktivisten und Oppositionelle müssen mit Repressalien, Verhaftung, Folter und sogar mit der Todesstrafe rechnen.[200][201][202] Im Sommer 2007 verschlechterten sich die Bedingungen für die Pressefreiheit erheblich. Zeitungen wurden verboten und Journalisten verhaftet. Beispielsweise wurde die reformorientierte Zeitschrift Scharq wegen eines Interviews mit der in Kanada im Exil lebenden lesbischen Schriftstellerin Saghi Qahraman verboten.[203] Beobachter sahen einen direkten Zusammenhang mit den schlechten Umfrageergebnissen für den damals amtierenden Staatspräsidenten Ahmadinedschad. Unter dem seit August 2013 amtierenden Präsidenten Hassan Rohani verschlechterte sich die Lage mit einer „regelrechten Jagd auf Blogger und Internet-Aktivisten“ jedoch nochmals dramatisch.[202]

Frauen[Bearbeiten]

Frauen werden im Iran per Gesetz diskriminiert,[204] eine Gleichberechtigung der Frauen ist nicht gegeben und wird von der Führung abgelehnt.[205] Menschenrechtsgruppen kritisierten deshalb die Wahl des Iran in die UN-Frauenrechtskommission (2010 bis 2015) durch den Wirtschafts- und Sozialrat scharf.[205] Iran hat neben fünf anderen Ländern die UN-Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau nicht unterzeichnet.

Die Diskriminierung von Frauen im Iran ist vielfältig. Frauen sind durch die im Iran angewandte Scharia in fast allen Rechtsbereichen unter Verstoß gegen völkerrechtlich bindende Menschenrechtsverträge stark benachteiligt.[205] Beispielsweise sind Frauen zu verschiedenen Berufen wie dem Richteramt nicht zugelassen, es bestehen u. a. Benachteiligungen beim Zeugenrecht, beim Ehe- und Scheidungs- sowie beim Sorgerecht. In manchen Fällen werden weibliche Zeugen vor Gericht gar nicht erst zugelassen, außerdem zählt die Aussage einer Frau vor Gericht nur halbsoviel wie die eines Mannes.[205][206] Auch im sogenannten „Vergeltungsrecht“ haben Leben und Gesundheit von Frauen nur den halben Wert.[205]

Im Iran haben Ehemänner zudem „das Recht“ auf die sexuelle Verfügbarkeit der Ehefrau und dürfen dies auch mit Gewalt durchsetzen; Vergewaltigungen in der Ehe sind somit de jure ausgeschlossen. Auch allgemeine häusliche Gewalt des Ehemanns gegen die Frau ist weitgehend erlaubt. So darf der Mann seine Frau schlagen, wenn er „Ungehorsam fürchte“. Schläge oder sexuelle Gewalt durch den Mann sind ausdrücklich kein Scheidungsgrund, umgekehrt kann der Mann seine Frau jedoch jederzeit verstoßen.[205] Innerfamiliäre „Ehrenmorde“ sind durch die iranischen Gesetze praktisch straffrei, in anderen Fällen kommt es zur Zahlung von „Blutgeld“.[205] Darüber hinaus dürfen Ehefrauen ohne die Einwilligung des Mannes nicht verreisen.[207]

In iranischen Gefängnissen sind Frauen häufig Opfer sexueller Belästigungen bis hin zu Vergewaltigungen. In einigen Fällen schlossen iranische Geistliche auch gegen den Willen der Frauen „Zeitehen“ zwischen Pasdaran und weiblichen Gefangenen, sodass Vergewaltigungen vor einer Hinrichtung „legal“ wurden. In einem Bericht über die Menschenrechtssituation in der Islamischen Republik stellte der Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen 1990 fest, dass zum Tode verurteilte Jungfrauen vor der Hinrichtung zwangsverheiratet und vergewaltigt werden,[208] weil Jungfrauen nach islamischem Gesetz nicht hingerichtet werden dürfen.[209][210] Trotz der Bestätigung durch einige hohe iranische Politiker, bestreiten die Behörden solche Vergewaltigungen während der Haft.[205]

Daneben bestehen eine Verschleierungspflicht sowie weitere Kleidungsvorschriften für Frauen, die von der Sittenpolizei streng kontrolliert und durchgesetzt werden.[211] Gerade in großen Städten missachten viele Frauen jedoch regelmäßig die engen Vorschriften und tragen beispielsweise ein lose um den Kopf geschlungenes Tuch oder einen engen Mantel.[212] Auch gibt es regelmäßige Proteste gegen diese Sittenpolitik, diese werden aber unterdrückt. Beobachtern zufolge haben sich die Repressionen gegen Frauen seit 2014 massiv verstärkt.[213] Immer wieder werden zudem Säureanschläge auf Frauen verübt, die sich angeblich nicht korrekt kleideten.[213]

Die Islamische Republik Iran geht zudem rigoros gegen Frauen und Männer der iranischen Frauenrechtsbewegung vor. Beispielsweise wurde die Rechtsanwältin Nasrin Sotoudeh u. a. zu fünf Jahren Haft wegen „Verstoßes gegen die islamischen Kleidervorschriften“ verurteilt, da sie in einer im Iran nicht veröffentlichten Videobotschaft kein Kopftuch getragen hatte.[205]

Immer wieder werden diskriminierende Gesetzesentwürfe eingebracht und verabschiedet. So wird zur Erfüllung der von Ali Chamenei ausgegebenen Losung der Verdopplung der Bevölkerungszahl über Verhütungsverbote und zusätzliche Benachteiligungen kinderloser Frauen am Arbeitsmarkt diskutiert, bestehende Familienplanungsprogramme wurden bereits gestrichen.[214] 2014 verbot der Oberste Führer das Chatten zwischen nicht-verwandten Männern und Frauen.[215] Seit längerem wird über den Fall von Razieh Ebrahimi berichtet, die mit 14 Jahren verheiratet wurde, mit 15 ein Kind bekam und im Alter von 17 Jahren ihren gewalttätigen Ehemann erschoss. Ihr droht (Stand: August 2014) die Todesstrafe.[216]

Homosexualität[Bearbeiten]

Homosexualität widerspricht laut iranischer Rechtsprechung dem Islam. Für „sexuelle Handlung zwischen Männern, entweder mit Eindringen oder in Form von Tafkhiz (Aneinanderreiben von Oberschenkel und Penis)“ gilt die Todesstrafe, häufig in Verbindung mit einer öffentlichen Auspeitschung.[217] Im Juli 2005 sorgte die öffentliche Auspeitschung (228 Peitschenhiebe) und Hinrichtung von zwei Jugendlichen wegen homosexueller Handlungen weltweit für Aufsehen,[218] auch weil vermutet wurde, dass der offizielle Grund der Hinrichtung, Vergewaltigung eines Dreizehnjährigen, von den Behörden erst nachträglich hinzugefügt worden sei.[219]

Auch andere homosexuelle Handlungen werden bestraft. So sieht das iranische Recht beispielsweise für das „Küssen aus Wollust“ bis zu 60 Peitschenhiebe vor.[217] Aufgrund einer Fatwa von Ajatollah Chomeini sind im Gegensatz zu anderen islamischen Ländern geschlechtsangleichende Maßnahmen sowie der anschließende Wechsel des juristischen Geschlechts im Iran erlaubt.

Außenpolitik[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung: Sanktionen/Verhandlungen aktualisieren; teilweise Belege nötig; genereller Ausbau (v.a. Beziehungen zur arabischen Welt) Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Der Iran ist seit der Islamischen Revolution von 1979 international weitgehend isoliert. Insbesondere wichen die zuvor guten Beziehungen zu den Vereinigten Staaten und Israel einer offenen und staatsideologisch verankerten Feindschaft. Entsprechend ist die iranische Außenpolitik heute wesentlich von einem antiamerikanischen und einem antiisraelischen Paradigma bestimmt.[220] In Verbindung mit letzterem wird häufig auch Antisemitismus als Teil der Staatsideologie ausgemacht.[221]

Neben der Menschenrechtslage im Iran, die regelmäßig von UN-Resolutionen verurteilt wird,[222] ist seit einigen Jahren vor allem das iranische Atomprogramm der wichtigste Anlass für internationale Kritik. In mehreren Resolutionen schloss sich der UN-Sicherheitsrat bezüglich des iranischen Atomprogramms den Forderungen der IAEO an und verabschiedete auch mehrfach völkerrechtlich verbindliche Sanktionen gegen die Islamische Republik.[223]

Zur Zeit unterhält der Iran zu 99 Staaten offizielle diplomatische Beziehungen.[224]

USA[Bearbeiten]

Ab 1979 prägte Chomeini die Bezeichnung „Großer Satan“ für die USA,[225] deren Politik er zu diesem Zeitpunkt seit etwa zwei Jahrzehnten für „alle Probleme aller muslimischer Völker verantwortlich“ machte[226] und gegen die er bei Massenveranstaltungen die Parole „Tod den USA“ skandieren ließ.[227]

Nachdem am 29. Mai 2007 in Bagdad die ersten diplomatischen Gespräche zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten seit der Islamischen Revolution stattgefunden hatten, verband sich damit die Hoffnung auf eine allmähliche Entspannung der bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Hauptsächlich war es in den Unterhandlungen zwischen den Botschaftern Ryan Crocker und Hassan Kasemi um ein Sicherheitskonzept für den Irak gegangen. Das Verhältnis zwischen Iran und „dem Westen“ kühlte allerdings mit der von Fälschungsvorwürfen überschatteten iranischen Präsidentschaftswahl 2009 und der anschließenden gewaltsamen Niederschlagung der Proteste stark ab. Zum iranischen Neujahrsfest Nouruz im Jahr 2010 erinnerte US-Präsident Barack Obama die iranische Führung an ihre „selbstgewählte“ Isolation, erneuerte jedoch wie bereits ein Jahr zuvor (vor den Unruhen) sein Angebot eines Neubeginns der Beziehungen, damit die „große Zivilisation ihren rechtmäßigen Platz in der Gemeinschaft der Nationen wieder einnehmen“ könne.[228]

Israel[Bearbeiten]

Im Rahmen des antiisraelischen Paradigmas[220] hat der Iran nach 1979 auch sämtliche politischen und wirtschaftlichen Kontakte zum bis dahin befreundeten Israel abgebrochen und erkennt den als „kleiner Satan“[229] bezeichneten Staat nunmehr nicht an. Die israelische Regierung wird als „zionistisches Regime“ der so genannten „besetzten Gebiete“, Israel als zu beseitigendes „Krebsgeschwür“[230] bezeichnet, womit das gesamte von den Vereinten Nationen anerkannte Staatsgebiet Israels gemeint ist.[231][232][233][234][235][236] Die antizionistische Rhetorik ist regelmäßig mit eindeutigen antisemitischen Konnotationen und Bildern versehen, sodass die „immer wieder behauptete Unterscheidung von Zionisten und Juden ad absurdum“ geführt wird.[237] Propagandistischer Höhepunkt ist der seit 1979 jährlich stattfindende al-Quds-Tag mit seinen staatlich organisierten Massendemonstrationen gegen Israel. Ferner wurden 2006 und 2014 sogenannte „internationale Holocaust-Konferenzen“ veranstaltet, bei denen Antizionisten, Rechtsextremisten und Islamisten den Holocaust leugneten und das Existenzrecht Israels bestritten.[238] Zudem unterstützt Iran im Rahmen seiner antiisraelischen Staatsdoktrin offen radikalislamische Terrorgruppen wie Hamas und Hizbollah im bewaffneten Kampf gegen Israel.[239] In einer vieldiskutierten Rede vom 26. Oktober 2005 griff der iranische Präsident Ahmadinedschad die seit 1979 von beiden Führern vorgegebene und regelmäßig von verschiedenen Repräsentanten des Iran vorgetragene Vernichtungsdrohung gegen Israel auf und forderte: „Das Regime, das Jerusalem besetzt hält, muss aus den Annalen der Geschichte (safhe-ye ruzgār) getilgt werden.“[240] In einigen Medien, darunter auf der Webseite der staatlichen iranischen Rundfunkanstalt IRIB, wurde der Satz mit „Israel muss von der Landkarte getilgt werden“ übersetzt.[241]

Arabische Länder[Bearbeiten]

Die Mehrheit der arabischen Länder sieht den Nachbarn Iran mit großer Skepsis. Dies liegt unter anderem in dem einst von Chomeini proklamierten Revolutionsexport und dem allgemeinen Streben nach Einfluss in der Region begründet, welcher sich auch in der Finanzierung und militärischen Unterstützung bestimmter Gruppierungen äußert.

Isolation und Sanktionen[Bearbeiten]

Karte mit den wichtigsten Standorten des iranischen Atomprogramms

Als schiitische Mittelmacht und in der Tradition einer jahrtausendealten Kulturnation greift der Iran in die Innenpolitik seiner Nachbarländer ein, woraus sich zahlreiche diplomatische Spannungen ergeben.[242] Insbesondere durch seine Politik der ballistischen und vermuteten atomaren Aufrüstung sowie durch die massiven Verletzungen grundlegender Menschen- und Minderheitenrechte geriet der Iran in eine zunehmende internationale Isolation, die auch mit massiven wirtschaftlichen Konsequenzen für die Bevölkerung verbunden ist. So hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen seit 2006 in mehreren Resolutionen verschiedene Wirtschaftssanktionen und Reiseverbote gegen den Iran verhängt,[243] Geldtransfers in und aus dem Iran gestalten sich zunehmend kompliziert bis unmöglich.[244] Mitte März 2012 wurde erstmals in der Geschichte der SWIFT der internationale Datenverkehr zwischen SWIFT und Iranischen Banken blockiert, um den Sanktionsregeln der Europäischen Union zu genügen,[245] wodurch nahezu vollständig Geldtransfers zwischen Europa und dem Iran unterbunden werden. Institutionen, Banken, Firmen, Universitäten, Regierungsstellen und auch Einzelpersonen sind auf Sanktionslisten der Vereinten Nationen, der Europäischen Union[105][106][246] sowie der Vereinigten Staaten[247] und Kanada[248][249] aufgelistet, für welche ein teils totales Handels- bzw. Reiseverbot besteht. Darunter fällt auch der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi in seiner Funktion als ehemaliger Leiter der Iranischen Atomenergieorganisation sowie Minister für Atomenergie im Kabinett Ahmadinedschad II.[250]

Am 20. Januar 2014 wurden die Sanktionen zunächst für 6 Monate erheblich gelockert. Die Unterzeichnung eines Abkommens zur dauerhaften Regelung wurde in der Folge immer wieder verschoben und schließlich am 14. Juli 2015 in Wien als erfolgt verkündet.[251]

Verbündete[Bearbeiten]

Der Iran trat nach der Revolution 1979 der Bewegung der blockfreien Staaten bei.[252] Im August 2012 beherbergte der Iran zum zweiten Mal das Gipfeltreffen der Organisation, an dem 120 Mitgliedsländer teilnahmen, und übernahm die rotierende Präsidentschaft für die nächsten drei Jahre.

Der Iran pflegt gute Beziehungen mit Syrien. Während des Bürgerkrieges kämpfte die al-Quds-Einheit auf der Seite des Präsidenten Baschar al-Assad. Ebenso soll die al-Quds-Einheit vermutlich US-Ziele im Irak angreifen, falls Barack Obama in Syrien intervenieren sollte.[253]

Anfang September 2012 wurde in Teheran ein wissenschaftliches und technologisches Kooperationsabkommen mit dem ebenfalls politisch isolierten Nordkorea unterzeichnet. An dem Treffen zwischen Forschungsminister Kamran Daneschdschu und dem nordkoreanischen Außenminister Pak Ui-chun nahmen auch Mahmud Ahmadinedschad und Kim Yŏng-nam teil. Das Abkommen sieht die Errichtung gemeinsamer Labors, den Austausch wissenschaftlicher Arbeitsgruppen und Technologietransfers in den Bereichen Informationstechnik, Energie, Umwelt, Landwirtschaft und Ernährung vor.[254]

Anfang Dezember 2013 wurde eine Kooperation und längerfristige Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen mit Afghanistan vereinbart.[255]

Mitgliedschaften in internationalen Organisationen[Bearbeiten]

Sozialsystem[Bearbeiten]

Eines der bereits 1970 in der Schrift Der islamische Staat von Ajatollah Ruhollah Chomeini niedergeschriebenen Ziele des islamischen Staates ist die Verbesserung der Lebensumstände der armen Bevölkerung und die Beseitigung sozialer Ungleichheit. Chomeini schrieb:

„Niemand kümmert sich um die Armen und Barfüßigen […] Der Islam löst das Problem der Armut. Dieses Problem steht in seinem Programm an oberster Stelle […]. Nach den Grundsätzen des Islam muß zuerst das Leben der Armen, der Hilflosen verbessert werden.“[256]

93 % der iranischen Bevölkerung erhalten Direktzahlungen von 40 US$ monatlich, seit im Zuge der Subventionsreformen die direkte Subventionierung von Grundnahrungsmitteln und Treibstoff abgebaut wurde. Abgesehen von den Unterstützungsprogrammen der religiösen Stiftungen,[257] unterhält der Staat 28 Organisationen für Sozialhilfe, Sozialversicherung und Hilfsprogramme. Grundlage ist das Gesetz zur sozialen Sicherheit.[258] Die dem Ministerium unterstellte Organisation für soziale Sicherheit bietet Sozialversicherungen in Form von Arbeitslosengeld, Renten, Mutterschaftsgeld, Krankengeld und Gesundheitsservice (2.Gesundheitsanbieter im Land, für Rentner, Arbeitslose, Sozialversicherte).[259] Die Weltbank attestierte der IRI 2011 einen im Vergleich mit den regionalen Standards relativ hohe soziale Indikatoren, bedingt durch die Anstrengungen der Regierung, den Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung zu erhöhen. Der Fokus des derzeitigen Fünfjahresplanes liegt weiterhin auf der Sozialpolitik.[260]

Trotz dieser Bemühungen gibt es weiterhin große Probleme mit Armut. Ein Bericht des nationalen Statistik-Centers nannte 2011 eine Anzahl zwischen 44,5 und 55 % der städtischen Bevölkerung unter der Armutsgrenze lebend und bemängelte Manipulationen bei der Veröffentlichung von Statistiken zur Armut.[261] Laut offiziellen Statistiken gibt es 2,5 Millionen Straßenkinder im Iran, die erst in letzter Zeit in das Blickfeld der staatlichen Wohlfahrtsorganisationen geraten sind.[262]

Der Iran beherbergt die zweitgrößte Flüchtlingspopulation weltweit (überwiegend aus Afghanistan). In der Hilfe für Flüchtlinge, die von den sonstigen staatlichen Sozialleistungen nicht profitieren, arbeitet die UNHCR mit staatlichen Wohlfahrtsorganisationen und der Imam-Chomeini-Hilfskomitee zusammen.[263]

Drogenkriminalität[Bearbeiten]

Iran hat ein massives Drogenproblem mit der weltweit vierthöchsten Rate an Drogentoten (Stand 2011).[264] Trotz der Bestrafung vieler Drogendelikte mit der Todesstrafe steigen Herstellung und Konsum harter Drogen im Iran rasant an. Laut Drogenbekämpfungs- und Gesundheitsbehörden sind über 2,2 Millionen Iraner abhängig von illegalen Drogen, 1,3 Millionen davon werden in gemeldeten Behandlungsprogrammen betreut. Insbesondere Crystal Meth wird zurzeit (Stand 2015) besonders nachgefragt. Sowohl Studenten während der Examen für die Universitätszulassung als auch Arbeiter, die sich nur mit mehreren Jobs über Wasser halten können, nutzen die Droge als Wachmacher.[265]

Die Behörden befürchten, dass sich die große Nachfrage nach illegalen Drogen im Iran jedoch auch in einem zunehmenden Missbrauch von Heroin niederschlagen wird, auf das Crystal-Meth-Abhängige umsteigen könnten.[265] Durch seine Nachbarschaft zu Afghanistan, dem Hauptanbaugebiet des zur Opiumherstellung nötigen Mohn und größten Drogenexporteur der Region, ist der Iran eines der wichtigsten Transitländer für Opium- bzw. Heroinschmuggel. Ein beträchtlicher Anteil der in Afghanistan produzierten Opiate wird über die sogenannte „Balkan-Route“ über den Iran in Richtung Westen transportiert. Gemeinsam mit Afghanistan und Pakistan und gefördert durch das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) hat Iran in den letzten Jahren den Einsatz von Soldaten und Anti-Drogen-Polizisten an seiner östlichen Grenze verstärkt.[266] Das UNODC steht dadurch in der Kritik, die repressive Politik des Iran zu stützen und so für die vielen Hundert Hinrichtungen pro Jahr wegen Drogendelikten mitverantwortlich zu sein. In der Konsequenz entschied beispielsweise die dänische Regierung 2013, wie von vielen Menschenrechtsorganisationen gefordert, ihre Hilfszahlungen für das über die UNODC laufende iranische Antidrogenprogramm einzustellen.[267] Auch Amnesty International kritisierte eine Kooperation der Europäischen Union mit dem Iran im Kampf gegen die Drogen. Diese fördert ein iranisches Projekt mit 9,5 Millionen Euro, auch die deutsche Bundespolizei ist über den Aufbau eines kriminaltechnischen Labors beteiligt. Die EU müsse sich gerade bei solchen Kooperationen nachdrücklich gegen die Todesstrafe bei Drogendelikten einsetzen.[264]

Bestrafung[Bearbeiten]

Das iranische Anti-Betäubungsmittel-Gesetz von 1988 wurde in Folge des steigenden Drogenproblems des Landes zweimal, 1997 und 2011, erweitert und kriminalisiert ein breites Spektrum von Drogendelikten.[268] Das Gesetz kennt insgesamt 17 Vergehen, die mit der Todesstrafe zu belegen sind. Dabei wird beispielsweise zwischen bloßem Mitführen, Besitz, Anbau von Ausgangsprodukten, Herstellung, Handel und schwerem, bewaffneten Drogenschmuggel nicht unterschieden, stattdessen ist die Todesstrafe mit Überschreiten eines Grenzwertes obligatorisch. Dieser ist bei Heroin, Morphin, Kokain, LSD, Ecstasy, Methamphetamin und anderen synthetischen Substanzen auf 30 Gramm und bei Opium auf fünf Kilogramm festgesetzt. Weitere Vergehen, wie der Gebrauch der im Iran als Drogen eingeordnete Substanzen (unter anderem Alkohol), werden je nach Ausmaß mit Geld- und Gefängnisstrafen sowie Auspeitschungen geahndet, können insbesondere bei wiederholtem Gesetzesverstoß jedoch ebenfalls mit dem Tod bestraft werden. Im Ergebnis werden jährlich hunderte wegen angeblichen Drogenhandels hingerichtet – die Mehrheit der Exekutierten.[269][270] Ethnische und religiöse Minderheiten sind überproportional betroffen.[269] Aufgrund der häufig im Eilverfahren durchgeführten, nicht fairen Prozesse haben die Beschuldigten kaum eine Chance ihrer Verurteilung und Hinrichtung zu entgehen.[269]

Rehabilitation, Behandlung, Prävention[Bearbeiten]

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Die UNODC arbeitet an verschiedenen Programmen zur Behandlung und Rehabilitation der Drogenabhängigen des Iran mit. Dazu gehören Therapieprogramme in speziellen Einrichtungen ebenso wie Substitutionsprogramme mit Methadon und Buprenorphine (150.000 Patienten).[271] und Rückfallprophylaxe mit Naltrexon.[272] Inhalt der Programme sind die gängigen Bestandteile wie psychologische Behandlung, Sozialarbeit, Familienberatung und der Besuch von Selbsthilfegruppen wie die Narcotics Anonymus, die im Iran arbeiten.[273] und insgesamt 150.000 Betroffene betreuen.[274] Es gibt derzeit 700 privat geführte Behandlungseinrichtungen für Drogenabhängige. Universitäts- und psychiatrische Kliniken behandeln ebenfalls Suchtkranke. Die Präventionsprogramme der Regierung beinhalten sowohl Aufklärung über Medien und Veranstaltungen als auch psychosoziale Bestandteile wie lebenspraktische und „soft skills“ Trainings, besonders für Jugendliche und weibliche Gefängnisinsassen, als auch die Schulung von Multiplikatoren und Stärkung nachbarschaftlicher Gemeinschaften.[275]

Staat und Drogenhandel[Bearbeiten]

Nach Angaben des US-Finanzministerium sind hochrangige iranische Militärs, namentlich General Gholamreza Baghbani, der Anführer der Quds-Brigade in Zahedan nahe der Grenze zu Afghanistan und Pakistan, als Hauptakteur im Drogengeschäft mit Afghanistan maßgeblich am Drogenhandel beteiligt.[276] Am 21. Januar 2011 berichtete die Zeitung Die Welt mit Bezug auf Depeschen der US-amerikanischen Botschaft in Baku ebenfalls von einer maßgeblichen Beteiligung iranischer Regierungsbehörden am Drogenhandel.[277]

Militär[Bearbeiten]

Wappen des iranischen Verteidigungsministeriums
Hauptartikel: Streitkräfte des Iran

Mit dem Aufbau eines Militärs nach westlichem Vorbild wurde im Iran erst in den 1920er Jahren begonnen. Reza Schah wendete zeitweise bis zu 40 % der iranischen Staatsausgaben für militärische Zwecke auf[278], das Militär wurde zu einer der wichtigsten Stützen der Herrschaft der Schahs. Vor der islamischen Revolution verfügte der Iran über die fünftgrößte Streitmacht der Welt, hatte 400 000 Mann unter Waffen und importierte moderne Waffensysteme in großen Mengen, so dass sich bis zu 20 000 amerikanische Militärberater im Land befanden. Nach der Revolution kam es im Militär zu politischen Säuberungen, der etwa 17 000 Offiziere zum Opfer fielen, was zu chaotischen Zuständen und geminderter Schlagkraft im Iran-Irak-Krieg führte.[279]

In den regulären Streitkräften des Iran (Artesh) dienen heute etwa 400 000 Soldaten. Die Revolutionswächter (Pasdaran) verfügen über 120 000 Soldaten. Beide verfügen über Land-, See- und Luftstreitkräfte. Während die regulären Streitkräfte im konventionellen Bereich besser ausgerüstet sind, besitzen die Revolutionswächter starke Verflechtungen mit der politischen Elite des Landes. Zu den Revolutionswächtern gehört auch die Al-Quds-Einheit für Missionen im In- und Ausland. Der dritte Arm des iranischen Militärs ist die Miliz Basidsch-e Mostaz'afin, die sich unter dem Kommando der Revolutionswächter befindet und Aufstände niederschlagen sowie Invasionen abwehren soll.[280] Ursprünglich zählte zu den Aufgaben der Revolutionswächter auch der Revolutionsexport, dies vergrößerte und legitimierte jedoch die Präsenz des US-Militärs in den Nachbarländern des Iran. Deshalb verfolgte der Iran seit den 1990er Jahren eine Strategie der Abschreckung und Entspannung; seit 2001 fürchtete man jedoch einen Feldzug der USA gegen den Iran und begann trotz der internationalen Isolation, sich militärisch für dieses Szenario vorzubereiten.[281]

Die Revolutionswächter sind nicht nur eine militärische, sondern auch eine wirtschaftliche Kraft im Iran. Dank ihrer Verflechtung mit der Politik haben sie mit zahlreichen Unternehmen eine dominierende Stellung in Bau-, Öl-, Gas-, Elektronik- und Rüstungsindustrie aufgebaut, die sie weiterhin festigen. Dies birgt die Möglichkeit, dass der Iran sich in einen militarisierten Staat wandelt.[282]

Provinzen[Bearbeiten]

  1. Teheran
  2. Ghom
  3. Markazi („Zentral“)
  4. Qazvin
  5. Gilān
  6. Ardabil
  7. Zandschān
  8. Ost-Aserbaidschan
  9. West-Aserbaidschan
  10. Kordestān
  11. Hamadān
  12. Kermānschāh
  13. Ilam
  14. Lorestān
  15. Chuzestān
  16. Tschahār Mahāl und Bachtiyārī
  1. Kohgiluyeh und Boyer Ahmad
  2. Buschehr
  3. Fārs
  4. Hormozgān
  5. Sistan und Belutschistan
  6. Kerman
  7. Yazd
  8. Esfahān
  9. Semnān
  10. Māzandarān
  11. Golestān
  12. Nord-Chorāsān
  13. Razavi-Chorāsān
  14. Sür-Chorāsān
  15. Alborz
Bahrain Katar Oman Kuwait Türkei Armenien Aserbaidschan Turkmenistan Afghanistan Pakistan Irak Saudi-Arabien Vereinigte Arabische Emirate Sistan und Belutschistan Süd-Chorasan Kerman (Provinz) Hormozgan Fars Buschehr (Provinz) Yazd (Provinz) Razavi-Chorasan Nord-Chorasan Golestan Māzandarān Semnan (Provinz) Teheran (Provinz) Alborz (Provinz) Ghom (Provinz) Tschahār Mahāl und Bachtiyārī Kohgiluyeh und Boyer Ahmad Chuzestan Ilam (Provinz) Lorestan Markazi Isfahan (Provinz) Gilan Ardabil (Provinz) Qazvin (Provinz) Hamadan (Provinz) Kermānschāh (Provinz) Kordestān Ost-Aserbaidschan Zandschan (Provinz) West-AserbaidschanIran, administrative divisions - de - colored.svg
Über dieses Bild

Der Iran ist in 31 Provinzen, welche Ostans (Persisch: ostān, Plural ostānhā) genannt werden, unterteilt. Jeder Provinzverwaltung steht ein Gouverneur, der Ostandar (Persisch: ostāndār) genannt wird, vor. Dieser wird vom Innenminister mit Zustimmung des Kabinetts ernannt.

Die Provinzen untergliedern sich weiter in Verwaltungsbezirke (vergleichbar etwa einem deutschen Landkreis) welche Schahrestan (persisch ‏شهرستان‎, Singular: schahrestān, Plural: schahrestānhā) genannt werden.

Verwaltungsbezirke wiederum werden in Bezirke, welche Bachschs (persisch ‏بخش‎, DMG baḫš) genannt werden, unterteilt.

Im Jahr 2006 gab es im Iran 30 Ostans, 336 Schahrestans, 889 Bachschs, 1016 Städte (‏شهر‎ Schahr) und 2400 Dörfer (‏دهستان‎ Dehestan).[283] Am 23. Juni 2010 wurde aus dem nordwestlichen Teil der Provinz Teheran die neue Provinz Alborz geschaffen.

Zu den größten Städten zählen Teheran (Stadt 7,1 Mio.; Ballungsraum 12 Mio.), Maschhad (2,3 Mio.), Isfahan (1,5 Mio.), Karadsch (1,4 Mio.), Täbris (1,4 Mio.), Schiras (1,2 Mio.), Ghom (1,0 Mio.), Ahwaz (850.000) und Kermānschāh (770.000).

Wirtschaft[Bearbeiten]

Hauptartikel: Wirtschaft des Iran
Berge des Elburs über dem Neubaugebiet von Elahiyeh

Im theokratischen Staat Iran sind weite Teile der Wirtschaft verstaatlicht. Dazu zählen z. B. bis auf wenige Ausnahmen die Banken. Weitere wirtschaftliche Bereiche sind privat oder genossenschaftlich organisiert. Allgemein wird die kapitalistisch ausgerichtete Wirtschaft als Kommandowirtschaft bezeichnet, in der die politischen Machtzentren versuchen die Wirtschaft zu steuern. Der staatlichen Planung liegen jeweils Fünfjahrespläne zugrunde.[256]

Wichtigste Wirtschaftssparte sind die reichen Erdöl- und Erdgas-Vorkommen im Iran. Weitere wichtige Wirtschaftssparten sind die Textilindustrie, die Landwirtschaft und die Zement- und Baustoff-Produktion.

Der Iran hat eine arbeitsfähige Bevölkerung von 23,68 Millionen Menschen, die aber zum größten Teil mangelhaft ausgebildet ist. Die Arbeitslosigkeit beträgt etwa 15 %[Beleg?] (Stand 2007). Laut Bundeszentrale für Politische Bildung liegt sie inoffiziell bei über 50 % einschließlich verdeckter Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung. Der Dienstleistungssektor bietet 45 % der Arbeitsplätze, wobei der Staat einen sehr großen Verwaltungsapparat betreibt. Die Landwirtschaft bietet 30 % und die Industrie 25 %.

Trotz vieler Probleme und internationaler Sanktionen wird die Wirtschaft des Iran aufgebaut. Die Stahlproduktion des Iran wuchs von 0,55 Mio. Tonnen im Jahr 1980 über 1,6 Mio. Tonnen im Jahr 1990 und 6,6 Mio. Tonnen im Jahr 2000[284] auf 14,5 Mio. Tonnen im Jahr 2012.[285] Die Zementproduktion stieg von 7,5 Mio. Tonnen im Jahr 1980 über 23,9 Mio. Tonnen im Jahr 2000 und 35,0 Mio. Tonnen im Jahr 2007 auf 70 Mio. Tonnen im Jahr 2012.[286][287] Damit ist der Iran der viertgrößte Zementhersteller weltweit.

Wirtschaftszahlen[Bearbeiten]

Wachstum des BIP (Bruttoinlandsprodukts)
in % gegenüber dem Vorjahr
Jahr 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
BIP (real) 7,2 5,1 4,7 5,9 7,8 0,6 4,0 5,9 3 3 -5,8
Quelle:bfai[288] | worldbank[289] *Schätzung **Prognose
Staatsverschuldung in % des BIP
Jahr 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010
 % 27 28,9 25,3 17,2 19,7 16,8 16,2
Quelle: indexmundi/CiA factbook[290]
Entwicklung der Inflationsrate
(in % gegenüber dem Vorjahr)
Jahr 2007 2008 2009 2010
Inflation 18,4 25,4 10,3 8,5*
Quelle: bfai[288] *geschätzt
Entwicklung des Außenhandels
(in Mrd US$ und in % gegenüber dem Vorjahr)
06/07 07/08 08/09
Mrd.US$  % gg. Vj. Mrd.US$  % gg. Vj. Mrd.US$  % gg. Vj.
Einfuhr 50,0 + 16,3 58,2 + 16,4 68,5 + 17,7
Ausfuhr 76,2 + 18,5 97,7 + 28,2 100,6 + 3,0
Saldo + 26,2 + 39,5 + 32,1
Quelle:bfai[288]

Außenhandel[Bearbeiten]

2008/2009 exportierte der Iran Güter im Wert von 101,3 Milliarden US-Dollar. Die größten Export-Partner waren 2009 China (16,6 %), Japan (12,3 %), Indien (10,2 %), Südkorea (7,3 %) und Türkei (4,5 %).[291] Das wichtigste Exportgut ist Erdöl. Der hohe Erdölpreis erlaubt Iran Quersubventionen seiner Industrie und Staatskasse.

Der Import betrug 2008/2009 70,2 Milliarden US-Dollar. Die größten Importpartner waren 2009 die Vereinigten Arabischen Emirate (14,7 %), China (13,8 %), Deutschland (9,5 %), Südkorea (7,5 %) und Italien (5,2 %).[291]

Gegen den Iran wurden verschiedene Embargos verhängt. Für die Länder der Europäischen Union sind die Beschränkungen der Verordnung (EG) Nr. 423/2007 einschlägig.[292]

Staatshaushalt[Bearbeiten]

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 84,78 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 97,71 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsüberschuss in Höhe von 3,9 % des BIP.[293]

Die Staatsverschuldung betrug 2010 16,2 % eines BIP von 818,7 Milliarden $.[293]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Religiöse Stiftungen[Bearbeiten]

Einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor stellen die religiösen Stiftungen (Bonyād) dar. Sie kontrollieren ca. 80 % der Wertschöpfung. Die Regierung plant, den privaten Sektor deutlich zu erhöhen.[295] Das System der Bonyāds bestand bereits unter dem Schah und erfüllte schon damals karitative Aufgaben, wie sie auch schwarze Kassen für die herrschende Elite darstellten. Auch heute werden den Bonyāds Vorwürfe wegen mangelnder Transparenz, Korruption und Vetternwirtschaft gemacht. Steuervorteile würden die Entwicklung eines privaten Wirtschaftssektors behindern. Die Bonyāds agieren in Form von Holdings und sind in großen Teilen der Wirtschaft marktbeherrschend, so z. B. im Bereich des Exports, beim Baumaterial (Beton), Reedereien und Petrochemie, außerdem betreiben sie Hotels, Universitäten und Banken. Verantwortlich sind die Bonyāds alleine dem Revolutionsführer und Staatsoberhaupt Āyatollāh Ali Chamene’i.[296][297] Die beiden größten Stiftungen, deren Besitz je auf bis zu 15 Milliarden US$ angesetzt wird, sind die Bonyād-e-Mostafezān (Stiftung für Entrechtete)[298] sowie der Āstān-e Qods-e Razavi von Meschhed, ursprünglich die Verwaltung eines Heiligengrabs, inzwischen aber ein Großkonzern. Im Sozialsystem des Iran sind die Bonyāds neben dem Staat der größte Faktor und unterstützen ungefähr die Hälfte der bedürftigen Bevölkerung.

Privatisierung[Bearbeiten]

Bereits seit 2001 betreiben die iranischen Regierungen Programme zur Förderung der Privatwirtschaft. Der Verfassungsartikel 44 musste dafür geändert werden.[299] 2006 gab die Regierung ein Privatisierungsprogramm heraus, das strategisch wichtige Industrien im Ölsektor und im Finanzbereich einschloss. Die Umsetzung des Programms war schwach, weil der private Sektor wenig Interesse an Investitionen zeigte.[300] 2008 gab die Regierung ein weiteres Programm zur Ermutigung der privaten Investitionen heraus. Von den Privatisierungsbestrebungen profitiert auch die Iranische Revolutionsgarde, deren Rentenkassen große Firmen z. B. in der Telekommunikationsindustrie aufkaufen. Inwiefern die Kommandeure der Revolutionsgarden direkten Einfluss auf die Geschäftsführung der erworbenen Firmen nehmen, ist umstritten. Da Kapitalmonopole im Iran nicht wie in anderen Ländern vorhanden sind, sind viele Firmen mit akkumuliertem Kleinkapital und durch Rentenkassen finanziert. Eine direkte Einflussnahme der Revolutionsgarden auf die Geschäftsführung ist nicht in jedem Fall zu erkennen, so sitzt im Aufsichtsrat der von den Revolutionsgarden erworbenen Telekom kein Mitglied der Pāsdārān. Auch dieser Kauf war zur Hälfte privat finanziert. Kritisiert werden Steuervorteile gegenüber privaten Unternehmen sowie die Zollfreiheit der Revolutionsgarden. Am Ausbau der Teheraner Metro sind die Nationale Baugesellschaft, die den Revolutionsgarden gehören soll, und die religiöse Stiftung Bonyād-e Mostazafin va Dschānbāzān („Stiftung der Unterdrückten und Kriegsversehrten“) je zur Hälfte beteiligt. Die Pāsdārān selber bestreiten jede direkte wirtschaftliche Aktivität und weisen insbesondere den Vorwurf des Schmuggels, der von Präsident Ahmadineschad erhoben wurde, zurück.[301]

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Die landwirtschaftliche Nutzfläche beträgt trotz zahlreicher Gebirge und Wüsten 10 % der Landesfläche, wobei ein Drittel künstlich bewässert wird. Die Landwirtschaft ist einer der größten Arbeitgeber des Landes. Wichtige Produkte sind Pistazien, Weizen, Reis, Zucker, Baumwolle, Früchte, Nüsse, Datteln, Wolle und Kaviar. Seit der Revolution von 1979 wurde der Anbau von Weintrauben wegen des islamischen Alkoholverbots auf den 200.000 Hektar Rebfläche fast vollständig auf Tafeltrauben und Rosinen umgestellt. Bei Rosinen ist der Iran inzwischen nach der Türkei der zweitgrößte Exporteur der Welt, bei Safran mit ungefähr 90 % Marktanteil des globalen Bedarfs mit Abstand der größte.

Bergbau und Rohstoffe[Bearbeiten]

Förderung, Verbrauch und Export von Erdöl im Iran
Förderung, Verbrauch und Export von Erdgas im Iran

Die Förderung und Verarbeitung von Erdöl und Erdgas spielen in der iranischen Wirtschaft eine besonders wichtige Rolle. Das erste iranische Erdöl wurde in Masdsched Soleyman im Jahr 1908 von der britischen Burma Oil Company, die die D'Arcy-Konzession übernommen hatte, gefunden.[302] In der Folge wurde die Anglo-Persian Oil Company gegründet, die in britischem Besitz war, aber einen Anteil der Gewinne an den iranischen Staat abliefern musste. Die ausländische Kontrolle über das iranische Öl und die niedrigen Zahlungen, die der iranische Staat aus dem Ölgeschäft erhielt, mündeten ab 1946 zur Forderung, die Ölindustrie zu verstaatlichen, später zur Abadan-Krise und zum Sturz der Regierung Mossadegh.[303] Im Jahr 1960 war der Iran Gründungsmitglied der OPEC. Seit der Islamischen Revolution sind alle natürlichen Ressourcen in staatlichem Eigentum, alle Öl- und Gasprojekte laufen über die staatlichen Firmen National Iranian Oil Company, National Iranian Gas Company und National Petrochemical Company. Die Produktionsniveaus von vor der Revolution (6 Millionen Barrel pro Tag) wurden seitdem wegen Kriegen, nicht getätigten Invenstitionen und des Rückganges der Ergiebigkeit existierender Quellen nicht mehr erreicht.[304]

Die Förderung und Verarbeitung von Erdöl und Erdgas trugen im im Jahr 2012 etwa 20 % zum iranischen BIP bei. Im gleichen Jahr war der Iran der drittgrößte Förderer von Erdgas und der sechstgrößte Förderer von Erdöl.[305] Es wird geschätzt, dass zu Ende des Jahres 2012 157 Milliarden Barrel Erdöl, d.h. 9,4 % der weltweiten Erdölvorkommen, und 33,6 Billionen Kubikmeter Erdgas, d.h. 18 % der weltweiten Erdgasvorkommen, im Iran lagern.[306] Im Jahr 2014 förderte der Iran täglich 3,4 Millionen Barrel Erdöl. Davon verblieben 1,8 Millionen Barrel für den Eigenverbrauch im Land; die Raffineriekapazitäten lagen 2014 bei 2 Millionen Barrel pro Tag. Trotzdem mussten etwa 61 000 Barrel pro Tag an Erdölprodukten importiert werden. Im Jahr 2013 wurden darüber hinaus 163 Milliarden Kubikmeter Erdgas gefördert (4,8 % der weltweiten Menge) und fast zur Gänze im Inland verbraucht. South Pars ist das größte Gasfeld des Landes, es liegt im Persischen Golf und enthält 40 % der iranischen Gasreserven.[304] Somit gehört der Iran zu den größten Erdgasverbrauchern der Welt. Um das Wachstum des Energiebedarfes zu verlangsamen, und um Verschwendung sowie Schmuggel einzudämmen, wurden im Jahr 2010 die Subventionen gekürzt, weitere Maßnahmen werden noch folgen.[304]

Die Erdöllagerstätten des Iran befinden sich größtenteils im Südwesten des Landes und setzen sich teilweise auf das Territorium von Nachbarstaaten fort. Etwa 70 % der Erdölvorkommen sind onshore, etwa 80 % der Lagerstätten wurden vor 1965 entdeckt.[304] Von den Häfen am Persischen Golf muss das Öl durch die dichtbefahrene Straße von Hormus zu den Empfängerländern transportiert werden; durch diese Straße flossen 2013 täglich 17 Millionen Barrel Erdöl und 3,7 Tcf verflüssigtes Erdgas.[304]

Aufgrund der internationalen Sanktionen gegen den Iran sank die Erdölförderung zwischen 2011 und 2014 stark und die Förderung von Erdgas nahm nur sehr leicht zu. Die Einnahmen für den iranischen Staat sanken von 118 Milliarden US-Dollar 2011/12 auf rund 56 Milliarden US-Dollar 2013/2014. Der Rückgang in der Fördermenge wird vor allem auf den Mangel an ausländischer Technologie und Investition, den Rückzug ausländischer Partner bei der Erschließung neuer Quellen und auf die nicht mögliche Versicherungsdeckung für Tankertransporte zurückgeführt.[304]

Der Bergbau und die Weiterverarbeitung der abgebauten Rohstoffe tragen weitere 14,2 % zum BIP des Iran bei. Zu den wichtigsten dieser Rohstoffe gehören Kohle (1,3 Millionen Tonnen 2012), Eisen (24 Millionen Tonnen), Kupfer (260 000 Tonnen), Aluminium (230 000 Tonnen), Blei (40 000 Tonnen) und Mangan (70 000 Tonnen). Die Minen sind teils in privatem Besitz, teils werden sie über das staatliche Unternehmen IMIDRO von der Regierung kontrolliert.[305]

Atomprogramm[Bearbeiten]

Hauptartikel: Iranisches Atomprogramm
Dieser Abschnitt bedarf einer Überarbeitung: Sammlung von einmal aktuell gewesenen Medienmeldungen. Kommt deshalb nicht auf den Punkt, schweift vom Thema ab, Belege nicht geeignet (wenn nicht tot). Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Auf der politischen Agenda des neu gewählten Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad stand im Jahre 2005 unter anderem der Punkt: eine Abwendung von diplomatischen Eingeständnissen in internationalen Verhandlungen (Atomstreit). Im Februar 2006 forderte die deutsche Bundeskanzlerin Merkel den Iran auf der 42. Münchner Sicherheitskonferenz nachdrücklich zum Einlenken im Atomstreit auf. „[…] Iran hat mutwillig die roten Linien überschritten“, warf sie Teheran vor. Es gebe die „berechtigte Befürchtung“, dass sein Atomprogramm nicht der friedlichen Nutzung, sondern militärischen Optionen diene: „Wir wollen und müssen die Entwicklung iranischer Nuklearwaffen verhindern.“ Das Land dürfe eine mögliche Überweisung des Konflikts in den UNO-Sicherheitsrat nicht zum Anlass nehmen, die Beziehungen zur internationalen Gemeinschaft abzubrechen. Es handele sich nicht um eine Provokation – vielmehr sei der Sicherheitsrat der legitime Ort zur Lösung des Konflikts. Merkel unterstrich auch die Bedeutung der Rolle Russlands. Je breiter die internationale Übereinstimmung sei, desto eher sei ein Einlenken der iranischen Führung möglich. An die Adresse des bei der Konferenz anwesenden iranischen Vize-Außenministers Abbas Araghtschi sagte Merkel, es fehle auch eine klare Stellungnahme zu den Äußerungen von Präsident Mahmud Ahmadinedschad zum Existenzrecht Israels. Gerade von Deutschland könne Iran in dieser Frage „nicht die geringste Toleranz erwarten“.[307]

Die iranische Regierung kündigte im März/April 2006 an, sie wolle den hohen Eigenbedarf an Erdgas durch ein eigenes Atomprogramm reduzieren. Viele Staaten fürchteten jedoch, dass die islamistische Regierung damit auch die Entwicklung der Atombombe vorantreiben werde (siehe IAEO und UNO-Sicherheitsrat, März/April 2006).

Am 31. Juli 2006 verabschiedete der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine moderatere Resolution, welche Iran bis zum 31. August 2006 Zeit ließ, das Programm zur Urananreicherung zu unterbrechen, ansonsten müsse das Land sich auf wirtschaftliche und diplomatische Sanktionen gefasst machen. Der Iran ging postwendend hinsichtlich der geplanten Maßnahmen auf Konfrontationskurs, indem er mitteilte, dass die Maßnahme Verhandlungen über ein Anreizbündel, welches im Juni 2006 dem Land offeriert wurde, erschwere. Dieses Bündel sollte Iran eine Aussetzung der Uran-Anreicherung schmackhaft machen.[308]

Die iranische Führung ließ am 6. August 2006 verlauten, dass sie im Widerspruch zur jüngsten Resolution des UN-Sicherheitsrats die Arbeiten zur Urananreicherung bei Bedarf ausweiten wolle. „Wir werden unsere Atomtechnologie fortentwickeln, wann immer es notwendig sein wird,“ sagte der Chefunterhändler des Iran Laridschani in Teheran.[309]

Der US-Enthüllungsjournalist Seymour Hersh erhob am 19. November 2006 schwere Vorwürfe gegen die US-Regierung. Diese solle bewusst Informationen des CIA zurückhalten, die belegten, dass keinerlei Beweise für Nutzung des Atomprogramms zu militärischen Zwecken vorliege. Laut Hersh spielt die US-Regierung die Geheimdienst-Erkenntnisse herunter, um an ihrer harten Politik gegen Teheran weiterhin festhalten zu können.[310]

In einem Interview mit der Zeitung „Jungle World“ im Februar 2011 bestätigte der frühere, außenpolitisch mit dem iranischen Atomprogramm direkt befasste iranische Diplomat Abolfazl Eslami im Wesentlichen die Vorwürfe gegen die iranische Führung, Atomwaffen anzustreben:

„[Ich] konnte mir nicht vorstellen, dass sie an einer Atombombe arbeiten. Aber als sie den Vorschlag (erg.: der EU-Troika) zurückwiesen, wurde mir klar, dass sie wirklich genau das tun. Sie wollen keine Nuklearanlage für das iranische Volk, wie sie offiziell immer behauptet haben. Zivile Nuklearanlagen sind nur ein Vorwand, um an Nuklearwaffen zu kommen. Wir iranischen Diplomaten waren uns dessen anschließend vollständig bewusst. Deshalb habe ich dann auch die NPT-Sektion der UN verlassen. Ich ging dann als Botschaftsberater nach Tokio.“[311]

Am 21. August 2010 wurde der Reaktor des Kernkraftwerk Buschehr trotz heftiger Proteste der westlichen Welt bestückt. Am 4. September 2011 wurde er erstmals an das Stromnetz angeschlossen.[312]

Laut einer am 14. Januar 2013 veröffentlichten Studie der unabhängigen US-Militärforschungseinrichtung ISIS (Institute for Science and International Security) könnte der Iran bis Mitte 2014 genug hochangereichertes Uran produziert haben, um Atombomben herstellen zu können. Das Expertenteam für Nichtverbreitung von Kernwaffen zeigen sich in dem 166 Seiten langen Report sehr skeptisch, dass die iranische Regierung ihr Nuklearprogramm ausschließlich für friedliche Zwecke der Energiegewinnung zu verwenden plant.[313]

Automobilindustrie[Bearbeiten]

In der Automobilindustrie waren 2010 rund 500.000 Menschen beschäftigt, damit ist die Branche der zweitgrößte Arbeitgeber nach der Ölindustrie und der Iran der größte Automobilproduzent im Mittleren Osten.[314] 2012 ist die Automobilproduktion des Iran jedoch scharf eingebrochen; es wurden nur noch 989.110 Fahrzeuge produziert – 40 Prozent weniger als 2011. Darunter fallen 848.000 PKW und 141.110 Nutzfahrzeuge.[315] Die beiden größten Automobilhersteller sind die staatliche SAIPA – derzeitig im Privatisierungsprozeß[316] – und Iran Khodro. Die IKCO produziert neben einheimischen Modellen wie Dena und Runna in Lizenz Modelle von Peugeot.[317] SAIPA hat die IKCO im Jahr 2010 das erste Mal in der Rangfolge überholt. Nach Ansicht des Business Monitor International’s Iran Autos Report wird sich die Belastbarkeit der iranischen Automobilindustrie erst in den nächsten Jahren zeigen, wenn der einheimische Markt gesättigt ist und der Iran zunehmend auf dem internationalen Markt agiert, denn bisher ist der Produktionsanstieg noch überwiegend auf die Unterstützung der Regierung zurückzuführen.[318] 12,64 % der zugelassenen Kraftfahrzeuge werden mit Gas betrieben. Der Iran liegt damit weltweit an fünfter Stelle der Nutzung von gasbetriebenen Kraftfahrzeugen.[319] Der schwedische LKW-Produzent Scania eröffnete 2011 eine neue Produktionslinie in Qazvin und löst damit Daimler-Chrysler ab, das seine Geschäftskontakte mit dem Iran abgebrochen hat.[320]

Tourismus[Bearbeiten]

Erklärtes Ziel der iranischen Regierung ist es, mehr Touristen anzulocken, um Deviseneinnahmen und Arbeitsplätze zu generieren. Bis ins Jahr 2025 sollen jährlich zehn Millionen Personen den Iran besuchen. Als besondere touristische Anziehungspunkte gelten:

  • Strände am Kaspischen Meer und am persischen Golf, die insgesamt 3.000 Kilometer Küstenlänge umfassen
  • Sandwüsten Kawir und Lut
  • Städte wie Teheran und Isfahan mit ihren alten Bauten, Museen und Bazaren[321]

Korruption[Bearbeiten]

Der Iran hat ein enormes Korruptionsproblem. Laut dem internationalen Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International aus dem Jahr 2014 belegt der Iran unter 174 gelisteten Ländern Platz 136 und liegt damit gleichauf mit Russland, Kamerun, Kirgisistan, dem Libanon und Nigeria.[322]

Subventionsreformen[Bearbeiten]

In der zweiten Jahreshälfte 2010 begann die iranische Regierung mit der Umsetzung einer lange geplanten Reform von Subventionen auf Energiepreise, Getreide, Brot und öffentlichen Personenverkehr. Der IWF attestierte dem Iran dazu gute Startbedingungen beim Rückgang der Inflation von über 30 % auf 10 % ab September 2009. Im ersten Jahr der Reformen wurden $ 60 Milliarden an Subventionen zurückgefahren, 15 % des Bruttoinlandproduktes. Grund für die Reform sind die steigenden Energiepreise auf dem Weltmarkt, bei künstlich niedrig gehalten Preisen im Inland, was dazu führte, dass der Iran zu einem der größten Energieverschwender wurde, während gleichzeitig Haushalte mit niedrigem Einkommen von den Subventionen kaum profitierten. Der IWF nennt eine Summe von durchschnittlich $ 4000 jährlicher Subventionen für einen vierköpfigen Haushalt, wobei es aber einen großen Teil Iraner gibt, deren Jahreseinkommen unter $ 4000 liegt. Man verspricht sich also sowohl einen sparsameren Umgang mit Energie als auch die Entwicklung energiesparender Technologien, z. B. in der iranischen Autoproduktion, und mehr soziale Gerechtigkeit durch Direktzahlungen an einkommensschwache Haushalte sowie erhöhte Staatseinnahmen durch mehr Exportkapazitäten bei Öl und Gas. Insgesamt gehen 30 % des durch die gestrichenen Subventionen eingesparten Geldes direkt an die Bürger zurück, 20 % werden an die Industrie zur Entwicklung von Energiesparmaßnahmen gezahlt, der Rest verbleibt zum Ausgleich der erhöhten Energiepreise im Staatshaushalt. Es sind 93 % der iranischen Bürger für die Direktzahlungen registriert. Pro Person eines Haushaltes werden ca. $ 80 alle zwei Monate ausgezahlt. Der IWF zog im Juni eine positive Zwischenbilanz der Reformen: Trotz der bis um das 20fache erhöhten Energiepreise stieg die Inflationsrate maßvoll auf 14,2 % im Mai 2011. Es wird eine vorübergehende Abschwächung des Wirtschaftswachstums und ebenso vorübergehender Anstieg der Inflationsrate erwartet, der IWF konstatiert aber jetzt schon mehr soziale Gerechtigkeit und geringeren Energieverbrauch.[323][324][325]

Arbeitsmarkt[Bearbeiten]

Nach der islamischen Revolution bestimmte Ajatollah Chomeini, dass nur Gläubige, die an die Islamische Republik glauben, Spitzenaufgaben in Staat und Wirtschaft übernehmen dürfen: Fromme und rechtschaffene Personen müssen staatliche Aufgaben übernehmen, weil sonst der Staat verderbe. Dieses Prinzip gilt heute im gesamten staatlichen Bereich des Landes, der 70 % der Wirtschaftsleistung erbringt. Das im Auswahlgesetz von 1996 verankerte Gozinesh-Verfahren sieht die Auswahl des Personals anhand religiöser Denkweise sowie ideologischer, moralischer und politischer Faktoren vor. Diese Kriterien werden anhand von Fachfragen zu religiöser Praxis, dem Koran sowie Politik, Ideologie und Geschichte der Islamischen Republik abgeprüft, darüber hinaus werden Nachbarn und Familie befragt. Die Konformität von Arbeitnehmern, die das Gozinesh-Verfahren bestanden haben, werden am Arbeitsplatz weiterhin überwacht. Diese Praxis führt dazu, dass das Potential an gut ausgebildetem Personal vergeudet wird, dass gut ausgebildete Personen in Berufen arbeiten müssen, für die sie überqualifiziert sind, und das entscheidende Positionen von Leuten bekleidet werden, die dafür nicht geeignet sind. Viele säkular eingestellte Menschen müssen somit für ihren Arbeitsplatz ein Doppelleben führen. Diese Umstände tragen maßgeblich zum Braindrain qualifizierter Personen aus dem Iran bei.[326]

Neben der hohen Arbeitslosigkeit ist Kinderarbeit und die Beschäftigung von Billiglohnarbeitern vor allem aus Afghanistan verbreitet. Für die Beschäftigten gibt es keine gewerkschaftliche Vertretung. Besonders Billiglohnarbeiter sind starken Repressionen ausgesetzt.[327][328]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Veresk Mazandaran

Verkehr[Bearbeiten]

Der Iran hat ca. 2.500 km Autobahnen, sowie ein großes Netz weiterer Straßen incl. ausgebauter Schnellstraßen. Siehe bei Wikipedia - Liste der Autobahnen und Schnellstraßen im Iran.

Seit 1888 verfügt der Iran über ein Eisenbahnnetz.

Die staatliche Fluggesellschaft Iran Air befliegt nationale und internationale Routen.

Energie- und Wasserversorgung[Bearbeiten]

Im Iran wurden im Jahr 2013 etwa 224 Milliarden kWh an elektrischer Energie generiert, 92 % davon in Wärmekraftwerken, die mit Erdgas (70 %) oder Erdöl befeuert wurden. Die verbleibenden 8 % kamen aus Atomkraft, Wasserkraft und anderen erneuerbaren Energiequellen.[304] Es wird erwartet, dass der Bedarf an elektrischer Energie weiter steigen wird, wenngleich die Regierung zu Beginn des Jahres 2014 die Strompreise um 25 % angehoben hat und im Jahre 2015 eine weitere Anhebung plant, um das Wachstum zu vermindern und den Druck auf die existierenden Kapazitäten zu dämpfen. Um den Bedarf zu decken, aber auch um noch mehr elektrische Energie exportieren zu können, hat das Energieministerium den Bau von 35 neuen Kraftwerken vorgeschlagen.[304]

Das momentan einzige Atomkraftwerk des Iran ist die Anlage in Buschehr, die eine Leistung von 700 MW haben soll.. Mit seinem Bau wurde bereits in den 1970er Jahren begonnen, aufgrund von Islamischer Revolution, Beschädigungen im Irak-Iran-Krieg und Problemen mit dem Auftragnehmer Rosatom, den man mit der Fertigstellung betraut hatte, ging das Kraftwerk erst im Jahre 2013 ans Netz. Es existieren Pläne für zwei weitere Blöcke in Buschehr, die jeweils 1000 MW leisten sollen. Bereits seit langem ist ein weiteres Atomkraftwerk in Darkhovin in Planung. Pläne, an 15 weiteren Standorten Atomkraftwerke zu errichten, sind aufgrund der internationalen Sanktionen gegen den Iran bisher nicht in die Umsetzung gelangt.[304]

Dieser Absatz bedarf einer Überarbeitung: Daten veraltet, Belege teils tot. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Der Iran entwickelte sich zu einem großen Staudammbauer. 157 Dämme wurden gebaut, 84 befinden sich im Bau oder Planung, vor der Islamischen Revolution gab es nur 13 Staudämme im Land.[329] Abgesehen von der Produktion von Elektrizität, die dann wiederum mehr Öl für den Export freigibt, will das Land damit die fortschreitende Wasserknappheit handhaben.[330][331] Das größte Projekt ist der Bachtiyari-Staudamm in der Provinz Lorestan im Südwesten des Iran, im Zagros Gebirge. Er soll der größte doppelbögige Staudamm der Welt werden, mit einer Höhe von 315 Metern. Bedingt durch seine schwierige geographische Lage ist es nicht notwendig Menschen dafür umzusiedeln.[332]

Kultur[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Persien, hierbei insbesondere das südliche Fars, weist in der Dichtkunst zahlreiche Berühmtheiten auf, von denen Firdausi, Hafis und Saadi einige der bekanntesten sind. In der Neuzeit gewann die Prosa in der persischen Literatur zunehmende Bedeutung, so beispielsweise mit den Werken Sadegh Hedayats, der erhebliche und teils wegweisende Neuerungen sowohl im Stil als auch im Bereich der Themenwahl vornahm. Außerhalb des Rahmens der klassischen persischen Poesie entwickelten sich in der Dichtkunst im zwanzigsten Jahrhundert neue Richtungen, zu denen insbesondere das Neue Persische Gedicht (Sche’r-e Nou) und das Weiße Gedicht (Sche’r-e Sepid) zu zählen sind. Eine unübliche Kunstform wählte in jüngerer Zeit die im französischen Exil lebende Comic- Autorin Marjane Satrapi, die im autobiographischen Werk Persepolis von ihrer Kindheit und Jugend während der islamischen Revolution erzählt sowie in Sticheleien Gespräche unter Frauen ihrer Familie aufzeichnete.

Die heute vorliegende, vorislamische Literatur reicht bis zu den dem Religionsstifter Zarathustra zugeschriebenen Hymnen, den Gathas, sowie den Yaschts zurück. Es existieren Werke in verschiedenen alten iranischen Sprachen. Hierzu gehören insbesondere avestische sowie mittelpersische Arbeiten, welche zu einem großen Teil zoroastrische Themen, jedoch auch unter anderem historische und manichäische Inhalte behandeln.

Architektur[Bearbeiten]

Schah Tscheragh-Schrein in Schiras
Schahyad-Turm in Teheran

Die traditionelle iranische Architektur spiegelt die klimatischen und sozialen Gegebenheiten des Landes wider. Um das sehr heiße und trockene Sommerwetter zu überstehen, wurden bereits seit drei Jahrtausenden, Qanate, unterirdische Wasserspeicher und Eishäuser gebaut. Mit Windtürmen wird frische Luft in die teils unter der Erde liegenden Wohnräume gebracht, wo man es über Wasserflächen streichen lässt, um die Räumlichkeiten zu kühlen. Als Baumaterial dient vor allem Lehm und daraus gebrannte oder ungebrannte Ziegel; dieses Baumaterial schützt gegen Hitze und hält bei Kälte die Wärme im Raum. Mauern, seien es Stadtmauern oder Mauern um das eigene Haus, widerspiegeln die zahlreichen Überfälle, unter denen die Bevölkerung des Iran zu leiden hatte, aber auch die religiös bedingte Notwendigkeit, das private Leben vom öffentlichen Leben zu trennen. So hat das traditionelle Wohnhaus keine Fenster nach außen, sondern nur in einen Innenhof. Die aus dem Zoroastrismus stammende Vorliebe für das Licht als Quelle von Schönheit, aber auch die Vorliebe für reiche Verzierungen, hat sich bis in die heutige Zeit als prägendes Element der Architektur des Iran überliefert. Die traditionelle iranische Stadt trennt Wohnviertel von Geschäftsvierteln, wo sich auch Basar und Hauptplatz befinden. Ethnischen und religiösen Minderheiten sind meist auch eigene Stadtviertel zugewiesen; reiche und arme Bewohner wurden jedoch nicht voneinander getrennt.[333]

Die früheste präislamische Architektur des Iran ist in Form von Überresten von Häusern aus Lehmziegeln erhalten (Tappe Zaghe nahe Qazvin). Die Elamiten bauten riesige Zikkurate, die mit Mosaiken aus glasierten Ziegeln verkleidet waren, wie in Tschogha Zanbil. Die erste größere Stadt war die geplant gebaute Residenz der Meder-Könige, Ekbatana. Aus der Zeit der Achämeniden sind zahlreiche architektonische Reste von den typischen eleganten, mit Reliefs geschmückten Palästen, Mausoleen und Feuertempeln erhalten, allen voran die Hauptstädte Pasargadae und Persepolis. Unter den Parthern hielten Gewölbe, Kielbögen sowie der starke Gebrauch von Steinmetz- und Stuckarbeiten Einzug. Die Sassaniden orientierten sich an den Bauwerken der Achämeniden, ihre Bauwerke waren durch kunstvolle Bemalungen charakterisiert.[334]

Nach der Einführung des Islam im Iran änderte sich auch das architektonische Schaffen. Moscheen, zunächst noch einfache Gebäude, wurden bald nach iranischem Geschmack Kuppelgebäude, verziert mit Kalligraphien, Stuck, Muqarnas, Fliesen, Mosaiken und Spiegelarbeiten. Zu den architektonisch bedeutendsten religiösen Gebäuden zählen der Imam-Reza-Schrein, der Schrein der Fatima Masuma, der Schah-Abdol-Azim-Schrein oder Schah Tscheragh. Die Verzierung der Moscheen mit Fliesen nicht nur außen, sondern auch innen, kam im 13. Jahrhundert auf, wobei die Fliesen Blumen-, Kalligraphie- oder geometrische Motive haben können. Die Safawiden waren besondere Förderer der Architektur, sie ließen ihre Hauptstadt Isfahan mit dem Ensemble um den Meidan-e Emam, Gärten und Palästen wie dem Tschehel Sotun ausstatten; die Zand verschönerten Schiras mit zahlreichen Bauwerken wie der Zitadelle oder Gartenanlagen wie dem Bāgh-e Eram.[335]

In der Zeit der Kadscharen hielten europäische Konzepte Einzug in die iranische Architektur. Vor allem die Beaux-Arts-Architektur ist in zahlreichen staatlichen Neubauten sichtbar. In der Zwischenkriegszeit wurden viele Gebäude von europäischen Architekten für den Iran geplant, die nur oberflächlich mit persischen Formen geschmückt sind. Das Stadtbild vieler Städte wurde mit großen Plätzen und Denkmälern bereichert, wovon der Schahyad-Turm aus dem Jahre 1971 der bekannteste ist. Nach der Islamischen Revolution wurde alles Westliche und Vorislamische zunächst abgelehnt, seitdem sind Bauformen erschienen, die iranische, islamische und westliche Traditionen vereinen, wofür das Abbasi Hotel in Isfahan steht. Angesichts der schnell wachsenden Stadtbevölkerung ist heute vielerorts jedoch die schnelle Wohnraumbeschaffung ohne architektonische Überlegungen dominierend.[336]

Feste und Feiertage[Bearbeiten]

Eine Ta'zieh-Aufführung in Schiras

Es gibt im Iran eine so hohe Anzahl an Feiertagen und Festen, dass kritische Stimmen befürchten, die Wirtschaft nehme vom vielen Feiern Schaden.

Die Islamischen Festtage zählen zu den wichtigsten im Leben der Iraner; dabei gibt es Feste, die generell zur islamischen Religion gehören und andere, die nur im schiitischen Islam gefeiert werden. Zu den generell islamischen Feiertagen gehören die Freitage, der Ramadan und das Fest des Fastenbrechens oder das Opferfest, wobei die Tradition, ein Kamel für das Opferfest zu schmücken, mit einer Prozession durch die Stadt zu treiben und dann zu opfern, in der Pahlavi-Zeit abgeschafft wurde. Von den Feiertagen, die mit dem Leben des Propheten Mohammed in Zusammenhang stehen, werden der Geburtstag, die Nachtreise und sein Tod gefeiert, wobei dies von konservativen Muslimen nicht gern gesehen, aber als Zeichen der Gemeinsamkeit mit den sunnitischen Muslimen trotzdem begangen wird. Die wichtigsten schiitischen Feiertage werden im Monat Muharram begangen. An Tasua und Aschura werden in allen Städten von religiösen Bruderschaften Prozessionen organisiert, bei denen sich die Teilnehmenden selbst geißeln oder übergroße Objekte, die an den Tod des Imam Husain ibn Ali in der Schlacht von Kerbela erinnern, mittragen. Typisch für den Iran sind die zu diesem Anlass aufgeführten dramatischen Aufführung namens Ta'zieh, die das Martyrium von Husain nachspielen. Dabei wird es sehr gern gesehen, wenn die Teilnehmer echte, ungehemmte Trauer zeigen. Betrauert wird indes nicht nur der Tod von Husain, sondern besonders auch von der Prophetentochter Fatemeh, seines Schwiegersohnes Ali, Imam Dschafar und Imam Ali Reza.[337]

Feuerspringen zu Tschahar Schanbeh Suri, 1975

Vier Mal im Jahr werden wichtige Feste gefeiert, die aus der zoroastrischen Tradition stammen, heute aber weitgehend säkularisiert sind und die im iranischen Kulturraum von fast allen Völkern begangen werden. Dies sind Tschahar Schanbeh Suri, Nouruz, Sizdah be dar und Yalda. Noruz ist das iranische Neujahrsfest, das zur Tag- und Nachtgleiche im Frühling stattfindet. Es symbolisiert einen Neuanfang, für den die Leute ihre Häuser gründlich säubern, neue Kleidung tragen und sich gegenseitig beglückwünschen. Zentrales Element der Feiern ist das Arrangieren eines Sofreh, eines besonders schönen Tuches, auf dem man sieben Gegenstände mit symbolisch positiver Bedeutung anordnet, wobei alle diese Gegenstände mit dem persischen S (Haft Sin) beginnen müssen. Am Mittwoch vor dem Noruz-Fest werden an Tschahar Schanbeh Suri Freudenfeuer entzündet und wer immer kann, springt über eines der Feuer, um im kommenden Jahr Glück und Gesundheit zu haben. Sizdah Bedar wird am 13. Tag des neuen Jahres gefeiert; da die Zahl 13 als Unglückszahl gilt, soll man sich an diesem Tag nicht ärgern oder streiten. An Sizdah Bedar bevölkern die Iraner die Parks und Gärten und vergnügen sich bei Picknicks. An Yalda, der längsten Nacht des Jahres, entzünden die Menschen ein Feuer und versuchen, es die ganze Nacht brennen zu lassen. In dieser Nacht schlafen die Leute nicht, sondern unterhalten sich bei Essen, Geschichtenerzählen oder auch Tanz und Musik.[338]

Wie in allen anderen Ländern gibt es auch Feiertage, die dem Erinnern an bedeutende Ereignisse in der nationalen Geschichte dienen sollen. Im Falle des Iran wird vor allem Ereignissen aus dem Zusammenhang mit der Islamischen Revolution und dem Leben von Ajatollah Chomeini gedacht, wobei die Feierlichkeiten in der Regel von der Regierung organisiert werden. Der Feiertag mit der größten Anteilnahme der Bürger ist der Todestag von Chomeini, der jedes Jahr am 4. Juni begangen wird. Familien, die das herrschende System unterstützen (oder als solche wahrgenommen werden wollen), besuchen einen Ort, der mit dem Leben Chomeinis verbunden ist, um dort zu trauern: Chomeinis Geburtsort, sein Mausoleum, den Chomeini-Schrein oder die Stadt Ghom. An diesem Tag hängen überall schwarze Fahnen und besonders zurückhaltende Kleidung wird von allen erwartet. Andere nationale Feiertag finden anlässlich der Verhaftung Chomeinis nach den Unruhen von 1963 statt (5. Juni), des Sieges der Islamischen Revolution (12. Februar), der Verstaatlichung der Anglo-Iranian Oil Company (20. März) und der Volksabstimmung über die Errichtung der Islamischen Republik (1. April) statt.[339]

Küche[Bearbeiten]

Hauptartikel: Persische Küche

Beispiele typischer Gerichte der persischen Küche sind Āsch (Eintopfsuppe), Ābguscht (Schmorfleischsuppe), Tschelo Kabāb (Kabāb mit Reis), Dschudsche Kabāb (Kabābspieß), Chorescht-e fesendschān (Hähnchen in einer Walnuss- und Granatapfel-Soße), Ghormeh Sabzi (Grüner Eintopf), Kaschk (Joghurtbrei), Lavaschak (Obstmasse), Torschi (Eingelegtes) und Ālbālu Polo (Sauerkirschreis).

Film[Bearbeiten]

Hauptartikel: Iranischer Film
Iranische Kinospielfilmproduktion[340]
Jahr Anzahl
1975 68
1985 42
1995 k.A.
2005 26

Die ersten Filme, die jemals im Iran gespielt wurden, gehen auf Mozaffar ad-Din Schah zurück, der im Jahre 1900 von einem Staatsbesuch in Frankreich einen Cinématographen mitbringen ließ. Die Filme, die sein Fotograf Mirza Ebrahim Khan Akkas Baschi aufnahm, wurden fortan Teil der Unterhaltung des königlichen Hofes. Das neue Medium hatte aber große Schwierigkeiten, in der iranischen Gesellschaft akzeptiert zu werden: Die ersten Kinos wurden der Hexerei bezichtigt, man behauptete dass dort der Satan angerufen würde und dass Kinobesucher unmoralischen Aktivitäten nachgehen würden; der damalige religiöse Führer Ajatollah Fazlollah Nuri verlangte die Schließung der Kinos. Speziell die ersten iranischen Schauspielerinnen waren zahlreichen Anfeindungen und gesellschaftlicher Isolation ausgesetzt. In den frühen 1930er Jahren gab es immerhin 26 Kinos im Land. Die Pioniere des Filmes im Iran kamen entweder aus dem Ausland zurück wie Khan Baba Motazedi oder waren armenische Immigranten wie Hovhannes Ohanian. Sie schufen auch die ersten iranischen Filme, größtenteils Dokumentationen oder Gemische aus Komödie und Melodrama, wie sie in den folgenden Jahrzehnten populär bleiben sollten. Der erste persischsprachige Tonfilm wurde von Abdolhossein Sepanta im Jahre 1933 in Indien produziert; im Jahre 1935 beauftragte die Regierung Sepanta mit der Schaffung des ersten Filmes, der für Bildungszwecke bestimmt war: ein Streifen über den Dichter Firdausi.[341]

Unter Reza Schah Pahlavi wurde das Kino gefördert. Der Schah ließ Filme produzieren, um seine Zeremonien, Regierungstätigkeit und Errungenschaften zu präsentieren. Er schuf günstige Bedingungen für den Import ausländischer Filme, so dass Produktionen aus den USA, Russland und Europa dominierten. Die einheimische Filmindustrie beschränkte sich auf die Synchronisierung. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg begannen erste Filmproduktionen im Studio Mitrā Film von Esmail Koushan, der nach ein paar finanziellen Fehlschlägen mit Scharmsār (Geschändet) seinen ersten Erfolg erzielte; dieser Film war an die damals populären indischen Filme angelehnt. Es folgte eine Teilung des iranischen Films in zwei Strömungen: das Sinemā Farsi mit größtenteils billigen, kommerziell orientierten Produktionen und die Filme der Neuen Welle (mowdsch-e now), die von in Europa ausgebildeten Schauspielern und Regisseuren produziert wurden und künstlerisch anspruchsvoll, meist aber nur außerhalb des Iran erfolgreich waren. Im Rahmen der Weißen Revolution der Pahlavi-Regierung wurden schließlich Filmakademien, die Produktionsfirma Telefilm und Kunstfestivals gegründet. Ein großes Budget wurde der Filmproduktion unter staatlicher Kontrolle zugeteilt.[342]

Kino in Schiras

Die Islamische Revolution brachte das Filmschaffen im Land zunächst zum Stillstand: zahlreiche Kinos, die von den islamistischen Aktivisten als Hort der Korruption betrachtet wurden, wurden zerstört – dazu zählte auch der Anschlag auf das Kino Rex in Abadan mit 430 Todesopfern. Den Künstlern wurden die Finanzierungen entzogen, sie wurden willkürlichen Regelungen unterworfen, illegaler Aktivitäten beschuldigt, verhaftet, manche sogar hingerichtet. Die neuen Machthaber erkannten aber auch das propagandistische Potential des Mediums und nutzten es beispielsweise zur Verbreitung „islamischer Werte“ und im Kontext des Irak-Iran-Krieges. Erst seit den 1990er Jahren gibt es wieder Filmschaffen zu anderen Sujets im Land, wobei die Regeln je nach politischer Lage extrem restriktiv sein können. Das gilt besonders für weibliche Figuren, die immer nach moralischen und islamischen Maßstäben korrekt dargestellt sein müssen.

Dieser auch filmisch reflektierten (beispielsweise in Taxi Teheran) widrigen Produktionsbedingungen zum Trotz, existiert heute eine lebendige, international wahrgenommene iranische Filmszene mit international hoch angesehenen iranischen Regisseuren wie Abbas Kiarostami, Majid Majidi und Jafar Panahi. Viele Filme dürfen im Iran selbst jedoch nicht gezeigt werden. Wegen der Zensur, des behördlichen Drucks auf Darsteller und Produzenten sowie der Verhängung von Ausreisebeschränkungen und Berufsverboten leben inzwischen einige Filmschaffende, wie die Schauspielerin Golshifteh Farahani oder der Regisseur Mohsen Makhmalbaf im Exil. 2012 erhielt Nader und Simin – Eine Trennung von Asghar Farhadi als erster iranischer Film einen Oscar als Bester fremdsprachiger Film.

Neben den vielschichtigen subtil-suggestiven Werken der Neuen Welle, die hohen ästhetischen Ansprüchen genügen und die bei internationalen Festivals immer wieder ausgezeichnet werden, ist im Inland vor allem die zweite Strömung des häufig mit Gewaltszenen versehenen Film Farsi erfolgreich.[343] Ausländische Filme werden offiziell kaum gezeigt, sind der Bevölkerung aber über den Schwarzmarkt meist dennoch zugänglich.

Medien[Bearbeiten]

Iranische Zeitungen in Teheran
Siehe auch: Iranische Musik

Teheran ist das Medienzentrum des Landes. Hier erscheinen die wichtigsten Tageszeitungen wie u. a. Abrar, Ettelā’āt, Hamschahri, Dschumhori-yi Islami, Keyhan, Resalat, Schargh, die englischsprachigen Tehran Times, Kayhan International, Iran Daily, Iran News sowie die Literatur- und Kunstzeitschrift Nafeh. Die bekanntesten Nachrichtenagenturen sind Islamic Republic News Agency, Iranian Students News Agency und Mehr News Agency.[344] Sämtliche Zeitungen, Nachrichtenagenturen und die staatlichen Rundfunk- und Fernsehsender (IRIB) unterliegen staatlicher Zensur. Nach Artikel 110 der Iranischen Verfassung unterstehen diese direkt dem obersten Rechtsgelehrten.

Zusätzlich gibt es über 30 persischsprachige Fernsehsender aus dem bei Los Angeles liegenden San Fernando Valley, Kalifornien, die über Satellit oder Internet im Iran empfangen werden können.

Sport[Bearbeiten]

Dizin, das Skigebiet im Elburs-Gebirge
Miniaturmalerei zu Tschaugān (Polo), 16. Jahrhundert, Täbris

Die Sportart Polo entstand im alten Iran und erreichte mit der Zeit den Rang eines Nationalsports. Das im Persischen als „Tschaugān“ bekannte Spiel war bereits im achämenidischen Persien beliebt und findet in der iranischen Literatur vielfach Erwähnung.[345] Auch bei der Entwicklung des Spiels Schach spielte Persien eine wichtige Rolle. Über Indien gelangte das Spiel nach Persien, wo es modifiziert wurde. Durch die Islamisierung Persiens kam das Schachspiel durch die Araber schließlich nach Europa. Der Name des Spiels bezieht sich in der deutschen Sprache auf das persische Wort „Schāh“, welches als „König“ übersetzt werden kann.

Fußball ist die populärste Mannschaftssportart des Iran. Bisher gelang der iranischen Nationalmannschaft viermal die Qualifikation zu einer Fußball-Weltmeisterschaft: 1978 in Argentinien, 1998 in Frankreich, 2006 in Deutschland und 2014 in Brasilien. Bei diesen WM-Turnieren schied Iran stets in der Vorrunde aus und konnte lediglich ein Spiel gewinnen (1998: 2:1 gegen die Vereinigten Staaten). Drei Mal errang Iran ein Unentschieden (1978: 1:1 gegen Schottland, 2006: 1:1 gegen Angola, 2014: 0:0 gegen Nigeria), acht Spiele wurden verloren (1978: 0:3 gegen die Niederlande und 1:4 gegen Peru, 1998: 0:1 gegen Jugoslawien 0:2 gegen Deutschland und 2006: 1:3 gegen Mexiko und 0:2 gegen Portugal, 2014: 0:1 gegen Argentinien und 1:3 gegen Bosnien und Herzegowina). Dreimal gewann Iran die Asienmeisterschaft (1968, 1972 und 1976).

Beliebt ist im Iran auch Hallenfußball (Futsal). Die iranische Nationalmannschaft gewann seit der Einführung der Asienmeisterschaft 1999 sieben Mal in Folge den Titel in Asien. Lediglich 2006 errang mit Japan eine andere Mannschaft als die iranische den asiatischen Titel. Der Iran nahm an vier der fünf bisher ausgetragenen Futsal-Weltmeisterschaften teil. Größter Erfolg der iranischen Hallenfußballer bei Weltmeisterschaften bleibt der 4. Platz bei der Futsal-WM 1992 in Hongkong. Damals unterlag der Iran Spanien im Spiel um Platz 3 mit 6:9. Bei den Turnieren 1996 (Spanien), 2000 (Guatemala) und 2004 (Taiwan) schied der Iran in der Vorrunde aus. An der WM 1989 in den Niederlanden nahm der Iran nicht teil.

Beliebte Mannschaftssportarten sind zudem Volleyball, Basketball und Wasserball. Im Volleyball gelang es dem Iran, sich sogar für die Volleyball-WM der Herren, die im Herbst 2006 in Japan stattfand, zu qualifizieren. Die Iraner schieden allerdings in der Vorrunde aus.

Wichtige und traditionelle Individualsportarten sind Ringen und Gewichtheben. Zahlreiche iranische Olympiasieger und Weltmeister zeugen von der Stärke iranischer Athleten in diesen beiden Sportarten. So hält beispielsweise der iranische Gewichtheber Hossein Rezazadeh den aktuellen Weltrekord in der +105 kg Klasse. Darüber hinaus gewann Rezazadeh bei den Olympischen Sommerspielen in Sydney (2000) und Athen (2004) je eine Goldmedaille und ist somit bisher der einzige iranische Sportler, der zwei Mal Olympiasieger wurde.

Zu den erfolgreichen Sportarten gehören in jüngster Zeit darüber hinaus Taekwondo und Judo. So gewann Hadi Saei Bonehkohal in Athen als erster Iraner die olympische Goldmedaille im Taekwondo (Klasse 58–68 kg). Der iranische Judoka und Weltmeister Arasch Miresmaili sorgte 2004 für einen Eklat bei den Olympischen Spielen in Athen: Das Los bescherte dem Favoriten auf die Goldmedaille in der ersten Runde der Judowettkämpfe den israelischen Kämpfer Ehud Vaks. Da es iranischen Sportlern untersagt ist, gegen israelische Sportler anzutreten, missachtete Miresamili das Gewichtslimit in seiner Klasse absichtlich und wurde somit disqualifiziert. Nachträglich wurde er mit ca. 125.000 $ von der iranischen Regierung genauso belohnt wie die beiden Olympiasieger von Athen Rezazadeh und Saei Bonehkohal.

Die iranische Olympiamannschaft gewann in Athen zwei Gold-, zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen und belegte in der inoffiziellen Nationenwertung gemeinsam mit der Slowakei den 29. Platz. Die sechs Medaillen für den Iran wurden in den Sportarten Ringen (zwei Silber- und eine Bronzemedaille), Gewichtheben (eine Goldmedaille) und Taekwondo (eine Gold- und eine Silbermedaille) errungen.

Auch wenn der Motorsport aus Kostengründen im Iran eher eine Randsportart ist, erfuhr zumindest die nationale Rallyemeisterschaft überproportional Beachtung, da die in ihrer Heimat sehr populäre Laleh Sadigh sowohl 2004 als auch 2005 gegen ihre männlichen Kontrahenten triumphieren konnte. Daraufhin wurde sie als „Ikone des Feminismus“ gefeiert.[346]

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  •  Katajun Amirpur, Reinhard Witzke: Schauplatz Iran. Ein Report. In: Herder-Spektrum. 5535, Herder, Freiburg im Breisgau/ Basel/ Wien 2004, ISBN 3-451-05535-X. Rezension auf der Webseite des Eurasischen Magazins.
  • Hakan Baykal: Vom Perserreich zum Iran. 3000 Jahre Kultur und Geschichte. Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-2035-3.
  • Christopher de Bellaigue: Im Rosengarten der Märtyrer. Ein Portrait des Iran. C.H. Beck, München 2006, ISBN 3-406-54374-X.
  • Eckhart Ehlers: Iran. (= Wissenschaftliche Länderkunden. Band 18). Darmstadt 1980.
  • Philipp W. Fabry: Iran, die Sowjetunion und das kriegführende Deutschland im Sommer und Herbst 1940. Göttingen 1980.
  • Philipp W. Fabry: Zwischen Schah und Ayatollah. Ein Deutscher im Spannungsfeld der iranischen Revolution. Darmstadt 1983.
  •  Carsten Felgentreff, Hans-Joachim Bürkner, Manfred Rolfens (Hrsg.): Die Islamische Republik Iran. Eine Studienreise (= Praxis Kultur- und Sozialgeographie. 39). Universitätsverlag Potsdam, Potsdam 2006, ISBN 3-939469-25-4 (Komplettansicht bei Google Bücher).
  • W. Bode, H.D. Knapp (Hrsg.): Schutz der Biologischen Vielfalt und integriertes Management der Kaspischen Wälder (Nordiran). (= Naturschutz und Biologische Vielfalt. 12). [bilingual Deutsch/Farsi]. Bundesamt für Naturschutz, Bonn-Bad Godesberg 2005, ISBN 3-7843-3912-3.
  •  Navid Kermani: Iran. Die Revolution der Kinder (= Beck’sche Reihe. 1485). 2., erweiterte und aktualisierte Auflage. C. H. Beck, München 2005, ISBN 3-406-47625-2 (Beschreibung und Pressestimmen auf der Webseite des Autors. Vorschau bei Google Bücher.).
  •  Parinas Parhisi: Frauen in der iranischen Verfassungsordnung. Dissertation. In: Beiheft zu „Verfassung und Recht in Übersee“. 24, Nomos, Baden-Baden 2010, ISBN 978-3-8329-5492-5.
  •  Volker Perthes: Iran. Eine politische Herausforderung. Die prekäre Balance von Vertrauen und Sicherheit (= Edition Suhrkamp. 2572). Suhrkamp, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-518-12572-4.
  • Mahmoud Rashad: Iran. DuMont, Köln 1998, ISBN 3-7701-3385-4.
  •  Ralf Rettig: Ursachen der sozialen Revolution in Iran. Eine komparative Analyse von Iran und Ägypten. Diplomarbeit. Universität Konstanz, 1998 (PDF-Datei im Konstanzer Online-Publikations-System).
  •  Roman Laal Riahi: Der Iran von den Qajaren bis zur Islamischen Republik. Politische Kultur unter den Bedingungen asymmetrischer Interaktion. Dissertation. Der Andere Verlag, Tönning/ Lübeck/ Marburg 2010, ISBN 978-3-86247-053-2.
  • Bruno Schirra: Iran – Sprengstoff für Europa. Econ, Berlin 2006, ISBN 3-430-17957-2.
  • Claudia Stodte: Iran. Edition Temmen, Bremen 1999, ISBN 3-86108-860-6.
  • Ray Takeyh: Hidden Iran – Paradox and Power in the Islamic Republic. New York 2006, ISBN 0-8050-7976-9.
  •  Wahied Wahdat-Hagh: Die islamische Republik Iran. Die Herrschaft des politischen Islam als eine Spielart des Totalitarismus. Dissertation (= Konfrontation und Kooperation im Vorderen Orient. 10). LIT, Münster 2003, ISBN 3-8258-6781-1.
  • Kirsten Winkler: KulturSchock Iran. Reise Know-How Verlag, 2005, ISBN 3-8317-1390-1.
  • Lydia Henninger: Salam Iran – Die acht Paradiese. Books on Demand, 2011, ISBN 978-3-8423-2814-3.
  • Peter Hahn: Rudolf Nadolny - Der unbequeme Diplomat. (= Diplomatische Profile. Oase Verlag, Badenweiler 2014, ISBN 978-3-88922-100-1.)
Nachschlagewerke und Handbücher

Weblinks[Bearbeiten]

 Portal: Iran – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Iran
 Wiktionary: Iran – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Iran – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Iran – in den Nachrichten
 Wikimedia-Atlas: Iran – geographische und historische Karten
 Wikisource: Iran – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Iran – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Statistical Centre of Iran: Selected Findings of the 2011 National Population and Housing Census. Abgerufen am 1. Juli 2015 (auf der Website der UN-Statistikkommission (PDF, 46 KB)).
  2. Internationaler Währungsfonds: World Economic Outlook Database (April 2012), imf.org, abgerufen am 9. Juli 2015.
  3. Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen: Human Development Reports: Iran (Islamic Republic of), hdr.undp.org, abgerufen am 9. Juli 2015.
  4.  Mahmoud Rashad: Iran: Geschichte, Kultur und lebendige Traditionen – antike Stätten und islamische Kunst in Persien.. DuMont, Darmstadt 2006, ISBN 3-7701-3385-4, S. 9.
  5.  Eckart Ehlers: Iran, Grundzüge einer geographischen Länderkunde. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1980, ISBN 3-534-06211-6, S. 27–31.
  6.  Eckart Ehlers: Iran, Grundzüge einer geographischen Länderkunde. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1980, ISBN 3-534-06211-6, S. 31–35.
  7.  Eckart Ehlers: Iran, Grundzüge einer geographischen Länderkunde. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1980, ISBN 3-534-06211-6, S. 36–37.
  8.  Eckart Ehlers: Iran, Grundzüge einer geographischen Länderkunde. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1980, ISBN 3-534-06211-6, S. 23–27.
  9. Eckart Ehlers: Geology. In: Ehsan Yarshater (Hrsg.): Encyclopædia Iranica. Band 10(5), S. 456–460, Stand: 15. Dezember 2001, eingesehen am 29. Juni 2015 (englisch, inkl. Literaturangaben)
  10. Daniel Balland, Habib Borjian, Xavier de Planhol und Manuel Berberian: Earthquakes. In: Ehsan Yarshater (Hrsg.): Encyclopædia Iranica. Band 7(6), S. 626–640, Stand: 15. Dezember 1996, eingesehen am 29. Juni 2015 (englisch, inkl. Literaturangaben)
  11. a b  Eckart Ehlers: Iran, Grundzüge einer geographischen Länderkunde. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1980, ISBN 3-534-06211-6, S. 111–116.
  12.  Eckart Ehlers: Iran, Grundzüge einer geographischen Länderkunde. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1980, ISBN 3-534-06211-6, S. 83–84.
  13.  Eckart Ehlers: Iran, Grundzüge einer geographischen Länderkunde. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1980, ISBN 3-534-06211-6, S. 87–88.
  14.  Eckart Ehlers: Iran, Grundzüge einer geographischen Länderkunde. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1980, ISBN 3-534-06211-6, S. 84–87.
  15.  Eckart Ehlers: Iran, Grundzüge einer geographischen Länderkunde. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1980, ISBN 3-534-06211-6, S. 89.
  16.  Eckart Ehlers: Iran, Grundzüge einer geographischen Länderkunde. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1980, ISBN 3-534-06211-6, S. 90–93.
  17.  Eckart Ehlers: Iran, Grundzüge einer geographischen Länderkunde. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1980, ISBN 3-534-06211-6, S. 93–95.
  18. Irans größter See droht zu versalzen, taz, 11. September 2011, abgerufen am 10. Juli 2015.
  19. Sam Khosravifard: Campaigners Fear Lake Urmia Drying Up, Payvand Iran News, 30. April 2010, abgerufen 10. Juli 2015.
  20.  Eckart Ehlers: Iran, Grundzüge einer geographischen Länderkunde. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1980, ISBN 3-534-06211-6, S. 63–81.
  21. National Oceanic and Atmospheric Administration: Esfahan Climate Normals 1961–1990. Abgerufen am 4. Juni 2015.
  22. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatNational Oceanic and Atmospheric Administration: Bandar Abbas 1961–1990. Abgerufen am 29. Dezember 2012.
  23. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatNational Oceanic and Atmospheric Administration: Täbris Climate Normals 1961–1990. Abgerufen am 4. Juni 2015.
  24. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatNational Oceanic and Atmospheric Administration: Ramsar 1961–1990. Abgerufen am 29. Dezember 2012.
  25. Xavier De Planhol: CITIES. In: Ehsan Yarshater (Hrsg.): Encyclopædia Iranica. Band 5(6), S. 603–607, Stand: 15. Dezember 1991, eingesehen am 29. Juni 2015 (englisch, inkl. Literaturangaben)
  26. a b Eckart Ehlers: Modern Urbanization and Modernization in Persia. In: Ehsan Yarshater (Hrsg.): Encyclopædia Iranica. Band 5(6), S. 623–629, Stand: 15. Dezember 1991, eingesehen am 29. Juni 2015 (englisch, inkl. Literaturangaben)
  27.  United Nations: 2013 Demographic Yearbook. United Nations Publishing, New York 2014, ISBN 978-92-1-051107-0, S. 283–284.
  28. a b c d  Eckart Ehlers: Iran, Grundzüge einer geographischen Länderkunde. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1980, ISBN 3-534-06211-6, S. 98–106.
  29. Bayerische Landesanstalt für Forst- und Waldwirtschaft
  30. W. Bode und H.D. Knapp (Hrsg.): Schutz der Biologischen Vielfalt und integriertes Management der Kaspischen Wälder (Nordiran). [bilingual Deutsch/Farsi]. Bundesamt für Naturschutz, Bonn-Bad Godesberg 2005, ISBN 3-7843-3912-3 (Naturschutz und Biologische Vielfalt; 12)
  31. Iran Country Profile bei BirdLife International, abgerufen am 12. August 2013.
  32. a b „Middle East Environmental Law: Iran“, Vermont Law School.
  33. Hossein Dschaseb und Ramin Mostafawi, „Public holiday in Iran’s capital due to pollution“, ’Reuters Africa’, 30. November 2010.
  34. a b „Pollution in Tehran – The smoggiest of all capitals: A not-so-divine cloud enwraps Iran’s capital“, ’The Economist’, 29. Dezember 2010.
  35. Hossein Dschaseb und Ramin Mostafavi, „Public holiday in Iran’s capital due to pollution“, Reuters Africa, 30. November 2010.
  36. „Iran Don’t Belong in Rio“, Iranian.com, 30. Mai 2012.
  37. a b c Fabio Perugia, „The Nightmare of an Iranian Earthquake“, Il Tempo, 15. März 2011.
  38. Emilio Cardenas, „Ahmadinejad, again in Latin America“, La Nacion, 5. Juni 2012.
  39. „Iranian president to attend Rio+20 Conference“, Iran Daily Brief, 30. Mai 2012.
  40. „Ahmadinejad comes to Rio +20 to show that Iran has friends“ – 57 seconds in, J10 News, 30. Mai 2012.
  41. a b c  Ervand Abrahamian: A History of Modern Iran. Cambridge University Press, 2008, ISBN 978-0-521-52891-7, S. 2.
  42. Mehdi Amani: Fertility. In: Ehsan Yarshater (Hrsg.): Encyclopædia Iranica. Band 9(5), S. 536–542, Stand: 15. Dezember 1999, eingesehen am 29. Juni 2015 (englisch, inkl. Literaturangaben)
  43.  United Nations: 2013 Demographic Yearbook. United Nations Publishing, New York 2014, ISBN 978-92-1-051107-0, S. 815.
  44.  United Nations: 2013 Demographic Yearbook. United Nations Publishing, New York 2014, ISBN 978-92-1-051107-0, S. 60.
  45.  United Nations: 2013 Demographic Yearbook. United Nations Publishing, New York 2014, ISBN 978-92-1-051107-0, S. 197–198.
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  66.  Monika Gronke: Geschichte Irans, Von der Islamisierung bis zur Gegenwart. 3. Auflage. C.H. Beck Verlag, 2009, ISBN 978-3-406-48021-8, S. 28.
  67.  Monika Gronke: Geschichte Irans, Von der Islamisierung bis zur Gegenwart. 3. Auflage. C.H. Beck Verlag, 2009, ISBN 978-3-406-48021-8, S. 16–19.
  68.  Monika Gronke: Geschichte Irans, Von der Islamisierung bis zur Gegenwart. 3. Auflage. C.H. Beck Verlag, 2009, ISBN 978-3-406-48021-8, S. 31–33.
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  80. Wilhelm Litten: Die neue persische Verfassung: Übersicht über die bisherige gesetzgeberische Arbeit des persischen Parlaments - Teheran 1907. Reprint, Berlin 2014.
  81.  Ervand Abrahamian: A History of Modern Iran. Cambridge University Press, 2008, ISBN 978-0-521-52891-7, S. 47–48.
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  85.  Ervand Abrahamian: A History of Modern Iran. Cambridge University Press, 2008, ISBN 978-0-521-52891-7, S. 62.
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  124. Reinhard Baumgarten: Moderat im Ton, hart in der Sache In: Tagesschau. 18. September 2013.
  125. Rohani will im Syrien-Konflikt vermitteln, Spiegel Online, 20. September 2013.
  126. Houchang E. Chehabi: Das politische System der Islamischen Republik Iran - eine vergleichende Studie. In: Azadeh Zamirirad (Hrsg.): Das politische System Irans. Potsdam 2011, ISBN 978-3-941880-25-2, S. 51–52.
  127.  Parvin Javadi: Moderne, Subjekt, Staat: zur Rolle der Bildung in der Kontroverse zwischen Individuum und Staat in Iran. 1. Auflage. Schwarz, Berlin 2014, ISBN 978-3-87997-442-9, S. 92–103.
  128. a b Renate Schmidt: Die Velayat-e Faqih In: Azadeh Zamirirad (Hrsg.): Das politische System Irans. Potsdam 2011, ISBN 978-3-941880-25-2, S. 66-68.
  129. Heinz Halm: Der schiitische Islam. Von der Religion zur Revolution, München 1994, S. 47–50.
  130. a b Renate Schmidt: Die Velayat-e Faqih In: Azadeh Zamirirad (Hrsg.): Das politische System Irans. Potsdam 2011, ISBN 978-3-941880-25-2, S. 68–70.
  131. Artikel 4 sowie 91-99 der Verfassung des Iran
  132. Renate Schmidt: Die Velayat-e Faqih In: Azadeh Zamirirad (Hrsg.): Das politische System Irans. Potsdam 2011, ISBN 978-3-941880-25-2, S. 70-71.
  133. a b Renate Schmidt: Die Velayat-e Faqih In: Azadeh Zamirirad (Hrsg.): Das politische System Irans. Potsdam 2011, ISBN 978-3-941880-25-2, S. 70.
  134. Artikel 112 der Verfassung des Iran
  135. Renate Schmidt: Die Velayat-e Faqih In: Azadeh Zamirirad (Hrsg.): Das politische System Irans. Potsdam 2011, ISBN 978-3-941880-25-2, S. 73–74.
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  137. Renate Schmidt: Die Velayat-e Faqih In: Azadeh Zamirirad (Hrsg.): Das politische System Irans. Potsdam 2011, ISBN 978-3-941880-25-2, S. 64–65.
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  140. Das iranische Strafgesetzbuch wird auf Deutsch unter dem Titel „Strafgesetze der Islamischen Republik Iran“ herausgegeben vom „Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht“ in der Übersetzung von Dr. Silvia Tellenbach mit der, ISBN 3-11-014884-6.
  141. Das iranische Familienrecht wird auf Deutsch herausgegeben von Farzad Chodadadi Tahaschi unter dem Titel „Das iranische Familienrecht aus der Perspektive der internationalen Zuständigkeit Deutscher Gerichte“ mit der, ISBN 3-8300-2109-7, angenommen als Dissertationsarbeit der Universität Münster
  142. Internet-Zeitung 123recht.net: Deutschland zur Festnahme des Generalstaatsanwalts des Iran aufgefordert − Kanada stellt Antrag wegen Tod einer Journalistin
  143. a b c Hans-Peter Drögemüller: Iranisches Tagebuch. 5 Jahre Revolution. Verlag Libertäre Assoziation e. V., 1. Auflage. Hamburg, 1983, ISBN 3-922611-51-6, S. 197.
  144. a b Marina Nemat: Ich bitte nicht um mein Leben. Aus dem Amerikanischen von Holger Fock und Sabine Müller. Weltbild Verlag, Augsburg 2007. Das Buch wurde am 30. Juli 2007 in der Tageszeitung FAZ besprochen (S. 31).
  145. Iran: Behörden lassen 140 Demonstranten frei. In: RP Online. 28. Juli 2009, abgerufen am 12. Juni 2015.
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  147. Todesurteil für iranische Schergen, NZZ, 2. Juli 2010.
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32.49611111111154.295Koordinaten: 32° N, 54° O