At Her Majesty’s Pleasure

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At Her Majesty’s Pleasure (ggf. auch at His Majesty’s Pleasure; deutsch nach dem Belieben ihrer Majestät) ist ein englischer Rechtsbegriff, der hauptsächlich zur Beschreibung der Dienstzeit von Personen, die vom englischen Monarchen ernannt werden, verwendet wird. Die Zeitdauer ist dabei nicht festgelegt, grundsätzlich kann der Monarch jederzeit die Ernennung wieder rückgängig machen.

Der Begriff, der im gesamten Commonwealth üblich ist, findet meist auf die Dienstzeit von Gouverneuren, Richtern oder besonderen Ministern (Minister of the Crown) Anwendung. Erfolgt die Ernennung nicht durch den britischen Monarchen, sondern den örtlichen Gouverneur, wird von „at/during the Pleasure of the Governor(-General)“ gesprochen. So werden die australischen Minister of the Crown „during the Pleasure of the Governor-General“ ernannt.

Der Begriff findet darüber hinaus im englischen Strafrecht Anwendung. Eine Freiheitsstrafe aufgrund einer schweren Straftat oder eine Zwangseinweisung in eine psychiatrische Anstalt kann auf unbestimmte Zeit – „at Her Majesty’s Pleasure“ – ausgesprochen werden. Dann muss über die gesamte Haftzeit hinweg regelmäßig überprüft werden, ob die Tat verbüßt ist und der Täter wieder in Freiheit entlassen werden kann. Im Vereinigten Königreich muss bei minderjährigen Tätern, die eine mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe bewehrte Tat begangen haben, seit dem Jahr 2000 die Strafe „at Her Majesty’s Pleasure“ verhängt werden.