Augenlicht

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Augenlicht ist eine veraltete Bezeichnung für die Sehfähigkeit. Das Erblinden wird auch heute noch häufig als Verlust des Augenlichts bezeichnet.

Der Begriff bezieht sich auf die schon vor langer Zeit als falsch erkannte Annahme, die Augen würden zum Sehen den Blick aktiv (wie Sehstrahlen) aussenden, der ähnlich wie beim Radar das Bild wahrnehmend erfasst.

Psychologisch untermauert wurde diese Ansicht durch das gelegentlich auftretende intensive Gefühl, beobachtet zu werden oder auch durch das gefühlte „Ineinanderfallen“ bei einem intensiven oder auch überraschenden Blickkontakt. In Redensarten wie „wenn Blicke töten könnten …“ oder „stechender, bohrender Blick“ sowie in der Vorstellung vom Bösen Blick lebt diese Auffassung weiter. Auch das Wort Blick selbst geht auf diese Vorstellung zurück, denn seine ursprüngliche Bedeutung ist ‘Blitz, Strahl’.

In einem bekannten Gedicht drückt Goethe das mit den Worten aus: „Wär nicht das Auge sonnenhaft, / Die Sonne könnt es nie erblicken.“[1] Wenngleich das Auge keine Sehstrahlen aussendet, so ist doch der Akt der visuellen Wahrnehmung, insbesondere die Gestalterkennung und die Farbwahrnehmung, kein passives, mechanisches Reagieren auf Lichtreize, sondern physiologisch und psychologisch so komplex, dass über den bloßen Rezeptionsvorgang eines Sinnesorgans hinaus durch das Augenlicht quasi aktiv die Welt ergriffen und begriffen wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahme Xenien III (Nr. 33)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]