Ausbildungsvergütung

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Die Ausbildungsvergütung ist die monatliche Bezahlung eines Auszubildenden im Rahmen der dualen Berufsausbildung. Sie ist weder Lohn noch Gehalt, sondern stellt einen Beitrag zu den Kosten eines Auszubildenden einschließlich eines Taschengeldes dar. Soweit die Vergütung den Betrag von derzeit 325 Euro übersteigt (§ 20 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 SGB IV), werden Sozialversicherungsbeiträge nicht nur beim Arbeitgeber, sondern auch beim Auszubildenden einbehalten. In einigen Bereichen wird auch ein Zuschlag für eine erfolgreich abgelegte Zwischenprüfung gezahlt. Die Ausbildungsvergütung ist meist am letzten Arbeitstag eines Monats fällig.

Höhe der Ausbildungsvergütung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ausbildungsvergütung ist meist in Tarifverträgen festgelegt. Die Höhe der Ausbildungsvergütung variiert nach Berufen und Bundesländern. Die Ausbildungsvergütung muss mit den Ausbildungsjahren ansteigen (§ 17 Berufsbildungsgesetz). Während ein Friseur in den neuen Bundesländern im ersten Lehrjahr 206 € im Monat erhält, bekommt ein Fahrzeuginnenausstatter in den alten Bundesländern 841 €. (Quelle & Details: siehe Weblinks)

Die Höhe der Ausbildungsvergütungen ist regelmäßig in der politischen Diskussion.

  • Zum einen wird darauf hingewiesen, dass die Ausbildungsvergütungen in einigen Branchen unangemessen niedrig seien.
  • Zum anderen wird das Niveau der Ausbildungsvergütungen insgesamt als Grund für eine mangelnde Ausbildungsbereitschaft der Betriebe betrachtet.

Die Ausbildungsvergütung ist nicht mehr angemessen, wenn sie weniger als 80 Prozent der tariflich festgelegten Ausbildungsvergütung in der Branche beträgt.[1]

Steuerliche Behandlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im steuerlichen Sinne gehört die Ausbildungsvergütung unabhängig von ihrer Höhe zu den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit. Ob Lohnsteuer einzubehalten ist, hängt von der Höhe der Ausbildungsvergütung und den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (Lohnsteuerklasse) des Auszubildenden ab. Im Jahr 2014 fällt bei einem unverheirateten Auszubildenden bis zu einem Bruttoarbeitslohn von rd. 907 Euro im Monat keine Lohnsteuer an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Entstehung der Zünfte im 11. bis 14. Jahrhundert bildete sich in Deutschland die Lehre als Form der Berufsausbildung heraus. Der Lehrling erhielt jedoch keine Ausbildungsvergütung, sondern Unterkunft und Verpflegung gestellt. Im Gegenzug war die Familie des Lehrlings verpflichtet, dem Meister ein Lehrgeld zu zahlen. Unabhängig von der Auflösung der Zünfte 1811 in Deutschland wurde diese handwerkliche Tradition fortgeführt. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es zur Norm, dass auf ein Lehrgeld verzichtet wurde. Mit der Verabschiedung des Berufsbildungsgesetzes im Jahr 1969 wurde die Zahlung einer Ausbildungsvergütung gesetzliche Pflicht.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BAG, 29. April 2015, AZ 9 AZR 108/14

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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