Backburning

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Backburning-Methode des Gegenfeuers bei Townsville in Queensland, Australien
Backburning-Methode des Vorfeuers bei Alice Springs im Northern Territory, Australien

Als Backburning (dt. Gegenfeuer) und fuel burning (dt. Vorfeuer) werden in Australien zwei Methoden der Buschfeuervorbeugung und -bekämpfung bezeichnet. Die Methoden einer Feuerbekämpfung mit Feuer werden entweder vor oder bei zu erwartenden sowie gegen Buschfeuer eingesetzt.

Abgrenzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beide Methoden werden in Australien sprachlich kaum abgegrenzt und meist als Backburning bezeichnet.[1] Unter Backburning oder Fuelburning wird in Australien nicht das traditionelle Abbrennen von Landschaften durch die Aborigines (eng. Traditional Aboriginal burning)[2] oder durch die Brandrodung verstanden.

In Nordamerika haben die Ureinwohner auch Feuerlegungen für ihre Zwecke verwendet. Heute werden diese Methoden einer Feuerbekämpfung dort unter dem Begriff Controlled Burning erfasst, der auch die Landschaftspflege mithilfe von Feuer umfasst.

Historie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der Zeit der menschlichen Besiedelung entstanden auf dem australischen Kontinent große Buschfeuer ausschließlich durch natürliche Ursachen wie beispielsweise durch Blitzeinschläge, Vulkane und Selbstentzündungen.

Das kontrollierte Brennen im Busch diente den Aborigines dazu Wege durch Dickicht und stachliges Gehölz zu schaffen, vorhandene Nutzpflanzen zu fördern und neues -wachstum zu initiieren, Jagdmöglichkeiten zu schaffen und nützliche Pflanzen zum unmittelbaren Verzehr oder Kochen zu gewinnen. Feuer diente ihnen auch zur Wärmegewinnung oder Nachrichtenübermittlung, ferner zu spirituellen Zwecken. Die Nutzung des zweckgerichteten Feuers folgte bestimmten Regeln, die sich nach dem Vegetationsverlauf und dem Bedarf der Aborigines richteten. Frühe europäische Forscher und Siedler hielten die Gewohnheiten der Aborigines mit dem Feuer fest. Die Feuerlegungen erstreckten sich in der Landschaft über den gesamten Jahresverlauf. Die meisten Brände waren von relativ geringer Intensität und verbrannten in den meisten Fällen lediglich kleine Flächen, unkontrollierbare Buschfeuer in großem Umfang entstanden dadurch kaum.[2] Die Erfahrungen wurden von Generation zu Generation weitergegeben.

Methoden des Backburning und Fuelburning[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Methode des Vorfeuers (fuel burning) wird häufig nachts oder bei geeigneten Wettervoraussetzungen durchgeführt. Dabei handelt es sich um einen kontrollierten Brennstoffentzug. Es soll durch ein begrenztes Buschfeuer in einem Gebiet leichtentzündliches Brennmaterial (Buschwerk, trockene Gräser, Blätter und Zweige) eines großen zu erwartenden Buschfeuers verbrennen. In etwa fünf Prozent der Buschgebiete im Bundesstaat Victoria wird diese Methode alle 20 Jahre angewendet. Die Durchführung unterliegt staatlichen Behörden und deren Kontrolle.

Die Methode des Gegenbrennens (backburning) wird dann verwendet, wenn schon ein Buschfeuer ausgebrochen ist. Hierbei wird eine Linie aus kleineren Feuern vor dem Buschfeuer gelegt, die die weitere Ausbreitung einzugrenzen sollen.[1][3]

Beide Methoden bergen Gefahren in sich, da sich die Feuer bei Wetteränderungen, vor allem beim Aufkommen starker Winde, unkontrolliert und schnell ausbreiten und Menschen und Siedlungen gefährden können.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tierschützer kritisieren vor allem, dass das Wild beim Gegenfeuer von beiden Feuern eingeschlossen werden könnte, denn normalerweise sind die meisten Wildtiere in der Lage vor einem Feuer zu fliehen.

Durch Feuerlegung sind die Koalas, die sich nur langsam bewegen, gefährdet. Weitere bedrohte Arten sind der Große Kaninchennasenbeutler und Echsen, wie Liopholis kintorei, die beim Feuerlegen gefährdet sind. Dies gilt auch für einzelne seltene Pflanzen wie für den Strauch Boronia viridiflora, der nur im Arnhemland wächst.[4] Ferner werden Vogelnester durch Flammen zerstört. Außerdem kann entstehender Rauch auch Menschen gefährden und bei Ihnen eine Rauchgasvergiftung verursachen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Explainer: backburning and fuel reduction, vom 8. August 2014, auf theconverstation.com. Abgerufen am 27. März 2016
  2. a b Traditional Aboriginal burning vom 12. Juni 2013, auf dpaw.wa.gov.au. Abgerufen am 25. März 2016
  3. Gary Kemble: Back-burning: fighting fire with fire, vom 23. Oktober 2013, auf abc.net.au. Abgerufen am 27. März 2016
  4. Nina Griesshammer, Christian Beuter, Thomas Köberich: Wälder in Flammen. Ursachen und Folgen der weltweiten Waldbrände. WWF Waldbrandstudie, S. 62 ff. Berlin 2012, 6. überarb. Auflage.