Bahnstrecke Walthersdorf–Crottendorf

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Walthersdorf (Erzgeb)–Crottendorf ob Bf
Strecke der Bahnstrecke Walthersdorf–Crottendorf
Streckennummer: 6625; sä. WC
Kursbuchstrecke (DB): 537 (1996)
Streckenlänge: 5,176 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 26,3 
Minimaler Radius: 169 m
Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h
Strecke – geradeaus
von Schwarzenberg
   
0,000 Walthersdorf (Erzgeb) 587 m
   
nach Annaberg-Buchholz
   
1,250 Walthersdorf (Erzgeb) Hp 590 m
   
1,555 Zschopaubrücke (10 m)
   
3,916 Crottendorf unt Bf (ehem Bf) 630 m
   
5,176 Crottendorf ob Bf 650 m

Die Bahnstrecke Walthersdorf–Crottendorf war eine Nebenbahn in Sachsen. Sie verlief im Zschopautal von Walthersdorf nach Crottendorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Crottendorf ob Bf (Dezember 1996)

Eröffnet wurde die Strecke am 1. Dezember 1889 als normalspurige Sekundärbahn. Obwohl Walthersdorf Anschlussbahnhof zur Bahnstrecke Annaberg-Buchholz–Schwarzenberg war, verkehrten alle Züge stets von und nach Schlettau.

In den 1980er Jahren wurde die Strecke überregional bekannt, als letztmals in Deutschland Dampflokomotiven der Baureihe 86 planmäßig alle Züge beförderten. Diese Einsätze endeten erst 1988.

Nach der politischen Wende im Osten Deutschlands 1989 verlor die Strecke schnell ihre Bedeutung im Personen- und Güterverkehr: der Güterverkehr wurde offiziell am 1. Januar 1995 eingestellt, der Reisezugverkehr wurde noch bis zum 31. Dezember 1996 aufrechterhalten. Am 1. Juni 1999 wurde die Strecke stillgelegt.[1]

Heute befindet sich auf der ehemaligen Bahntrasse ein asphaltierter Radweg.

Streckenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihren Anfang hatte die Bahnstrecke Walthersdorf–Crottendorf im Bahnhof Walthersdorf (Erzgeb) an der Bahnstrecke Annaberg-Buchholz–Schwarzenberg. Die rund 5 Kilometer lange Bahnstrecke verlief im Tal der oberen Zschopau stets gen Süden. In der Ortslage von Waltersdorf lagen die Gleise östlich des Flusses, sie wechselten im Oberdorf auf die Westseite. Kurz vor dem Endbahnhof in Crottendorf wurde die Dorfstraße und die Zschopau nochmals überquert. Bei Kilometer 5,176 endete die Bahnstrecke im Oberdorf von Crottendorf. Heute verläuft auf der Trasse ein Radweg.

Betriebsstellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walthersdorf (Erzgeb)

Im Bahnhof Walthersdorf (Erzgeb) zweigte seit der Eröffnung im Jahr 1889 die normalspurige Sekundärbahn nach Crottendorf ab. Sie wurde 1999 stillgelegt, nachdem der Personenverkehr bereits 1996 eingestellt wurde. Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Walthersdorf (Erzgeb) beherbergt ein kleines Eisenbahnmuseum.[2]

Die Station trug folgende Namen:

  • bis 1905: Walthersdorf Haltestelle
  • bis 1910: Walthersdorf Bahnhof
  • bis 1911: Walthersdorf i Sachsen
  • bis 1921: Walthersdorf (Sa)
  • seit 1921: Walthersdorf (Erzgeb)

Walthersdorf (Erzgeb) Hp

Walthersdorf Haltepunkt wurde zeitgleich mit Walthersdorf Haltestelle am 1. Dezember 1889 eröffnet. Die Station trug folgende Namen:

  • bis 1910: Walthersdorf Haltepunkt
  • bis 1911: Walthersdorf i Sachsen Haltepunkt
  • bis 1921: Walthersdorf (Sa) Hp
  • seit 1921: Walthersdorf (Erzgeb) Hp

Der Personenverkehr endete am Haltepunkt Walthersdorf am 31. Dezember 1996. Das hölzerne Wartehäuschen wurde in das Eisenbahnmuseum Schwarzenberg umgesetzt.[3] Kurz hinter dem Haltepunkt querte die Bahnstrecke die Hauptstraße von Walthersdorf.

Crottendorf unt Bf

Crottendorf unt Bf wurde am 1. Dezember 1889 als Haltestelle Mittelcrottendorf eröffnet. 1905 wurde diese zum Bahnhof, der 1915 in Crottendorf unt Bf umbenannt wurde. 1965 erfolgte die Zurückstufung zum Haltepunkt. Die Station lag in Höhe der ev.-luth- Kirche von Crottendorf und besaß ein hölzernes Wartehäuschen, welches nicht mehr vorhanden ist. Der Personenverkehr endete am 31. Dezember 1996. Auf dem Areal um den erhalten gebliebenen Güterschuppen entstand ein Parkplatz, die Trasse wurde zu einem Radweg umgewandelt.

Crottendorf ob Bf

Crottendorf ob Bf wurde am 1. Dezember 1889 als Haltestelle Obercrottendorf eröffnet. 1905 wurde diese zum Bahnhof, der 1915 in Crottendorf ob Bf umbenannt wurde. Das Empfangsgebäude des Bahnhofs ist noch vorhanden. Der Personenverkehr endete am 31. Dezember 1996. Die "Ladestraße" und die "Bahnhofstraße" zeugen von der Zeit des aktiven Bahnverkehrs.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Siegfried Bergelt: Die Nebenbahn Schlettau–Crottendorf. In: Der Modelleisenbahner. 28(1979)8, S. 222–224.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Liste der seit 1994 stillgelegten bundeseigenen Strecken im Land Sachsen. 21. August 2012, abgerufen am 6. Januar 2013 (MS Excel; 27 kB).
  2. Webseite des Museumsbahnhofs Walthersdorf
  3. Webseite des Eisenbahnmuseums Schwarzenberg