Bangkok Metro

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Eingang der Haltestelle Huay Kwang

Die Bangkok Metro (Thai: รถไฟฟ้ามหานคร, Aussprache: [rót faj fáː mahǎː nákʰɔːn] - wörtl. etwa: „hauptstädtischer elektrischer Zug“; kurz รถไฟฟ้า MRT, Aussprache: [rót faj fáː em ʔaː tʰiː], umgangssprachlich auch: รถไฟใต้ดิน, [rót faj tâj din] - „Untergrundbahn“ oder MRT) ist Bangkoks U-Bahn-System. Es wurde von der Bangkok Metro Co. Ltd (BMCL) unter der Aufsicht der Mass Rapid Transit Authority of Thailand (MRTA) gebaut. Die 2004 eröffnete Bangkok Metro ist nach dem Bangkok Skytrain das zweite Massenverkehrssystem in der thailändischen Hauptstadt. Hinzu kommt seit 2010 der Airport Rail Link.

Haltestelle Si Lom: ein Zug fährt ein

Linien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blaue Line[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bau der ersten Strecke, offizieller Name Chaloem-Ratchamongkhon-Linie („Feier der königlichen Schirmherrschaft“), umgangssprachlich „Blaue Linie“, begann 1999. Sie ist 21 Kilometer lang und hat 18 Haltestellen, die sich derzeit zwischen Bang Sue und Hua Lamphong befinden. Umsteigemöglichkeiten zur Skytrain bestehen in Si Lom/Saladaeng (an der Kreuzung Rama IV. und Silom Road), Sukhumvit/Asok (an der Kreuzung Sukhumvit Road und Soi 21 Asok) und Chatuchak/Mo Chit am Chatuchak-Wochenendmarkt. Die Kapazität pro Fahrtrichtung beträgt ca. 40.000 Fahrgäste pro Stunde.

Netzplan von Bangkok Metro, Bangkok Skytrain und Suvarnabhumi Airport Rail Link (Stand 2015)

Durch mehrfache Verzögerungen wurde die Strecke schließlich für einen begrenzten öffentlichen Testlauf am 13. April 2004 eröffnet. Die offizielle Eröffnung fand am 3. Juli 2004 um 19:19 Uhr durch König Bhumibol Adulyadej und Königin Sirikit statt. Fahrgäste berichteten, dass das U-Bahn-System innerhalb der darauffolgenden halben Stunde auf volle Kapazität ausgelastet war.

In Bau befindlich sind Erweiterungen nach Norden bis Tha Phra, sowie nach Süden bis nach Bang Khae, mit einer möglichen Ausführung als Ringstrecke. Mit einer Fertigstellung wird für 2017 gerechnet.

Liste der Haltestellen
  • Bang Sue (offizielles Kürzel: BAN, สถานีบางซื่อ) – Umsteigemöglichkeit zu den Bahnhöfen Bang Sue Junction sowie Phahon Yothin der State Railway of Thailand (SRT)
  • Kamphaeng Phet (KAM, สถานีกำแพงเพชร) – Chatuchak-Markt und MOF Farmers' Market, Park-and-ride-Möglichkeit
  • Chatuchak Park (CHA, สถานีสวนจตุจักร) – Umsteigemöglichkeit zum Bangkok Skytrain (Haltestelle Mo Chit)
  • Phahon Yothin (PHA, สถานีพหลโยธิน) – Einkaufszentrum Central Plaza Lat Phrao und St. John's University.
  • Lat Phrao (LAT, สถานีลาดพร้าว) – Park-and-ride-Möglichkeit
  • Ratchadaphisek (RAT, สถานีรัชดาภิเษก)
  • Sutthisan (SUT, สถานีสุทธิสาร)
  • Huai Khwang (HUI, สถานีห้วยขวาง)
  • Thailand Cultural Centre (CUL, สถานีศูนย์ วัฒนธรรมแห่งประเทศไทย) – Park-and-ride-Möglichkeit; geplante Umsteigemöglichkeit mit der geplanten Orange Linie; Einkaufszentren Jusco, Carrefour und Robinson
  • Phra Ram 9 (RAM, สถานีพระราม 9) – Einkaufszentren Fortune Town und IT mall
  • Phetchaburi (PET, สถานีเพชรบุรี) – Umsteigemöglichkeit zum Bahnhof Makkasan (auch: City Air Terminal) in die Suvarnabhumi Airport City Line und Suvarnabhumi Airport Express des Suvarnabhumi Airport Rail Link
  • Sukhumvit (SUK, สถานีสุขุมวิท) – Umsteigemöglichkeit zum Skytrain (Haltestelle Asok); Geschäftsstelle der Siam Society
  • Queen Sirikit National Convention Center (SIR, สถานีศูนย์การประชุมแห่งชาติสิริกิติ์) – Stock Exchange of Thailand
  • Khlong Toei (KHO, สถานีคลองเตย)
  • Lumphini (LUM, สถานีลุมพิน) – Suan Lum Night Bazaar und Lumphini-Park (Suan Lumphini).
  • Si Lom (SIL, สถานีสีลม) – Umsteigemöglichkeit Skytrain (Haltestelle Sala Daeng); Lumphini-Park
  • Sam Yan (SAM, สถานีสามย่าน) – Chulalongkorn-Universität
  • Hua Lamphong (HUA, สถานีหัวลำโพง) – Hauptbahnhof Hua Lamphong der State Railway of Thailand (SRT)

Violette Linie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf der violetten Linie

Die Violette Linie, offiziell Chalong-Ratchadham-Linie wurde am 6. August 2016 eröffnet. Die Strecke verläuft von der Station Khlong Bang Phai in der Provinz Nonthaburi zur Station Tao Poon, an der in naher Zukunft eine Umsteigemöglichkeit zur Blauen Linie entsteht. Sie ist die erste Metrolinie, die zum Großteil außerhalb Bangkoker Stadtgebiets verläuft. Finanziert wurden die Kosten von 36 Milliarden Baht (720 Millionen Euro) für die 23 Kilometer lange Strecke durch die Japan Bank for International Cooperation. Allerdings sind die Kosten durch die abgegebenen Gebote überschritten worden.

Geplante Linien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geplant ist bis 2022 der Bau der Orange Line (Bang Kapi – Samsen).

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um sich die Möglichkeit offenzuhalten, Strecken gemeinsam mit dem Bangkok Skytrain zu betreiben, sind die beiden Fahrzeugtypen sehr ähnlich. Die von der Siemens AG in Österreich hergestellten Fahrzeuge fahren automatisch.

Eine Drei-Wagen-Einheit ist 65,1 m lang und 3,12 m breit und wiegt leer 107,0 t. Die Spurweite ist 1435 mm (Normalspur). Die Züge beziehen aus der Stromschiene 750 V Gleichstrom und erreichen maximal 80 km/h. Eine Einheit besteht aus zwei Triebwagen und einem Beiwagen (Achsfolge Bo’Bo’ + 2’2’ + Bo’Bo’). Die maximale Anfahrbeschleunigung beträgt 1,3 m/s², die Bremsverzögerung 1,0 m/s². Eine Einheit bietet 126 Sitzplätze und 760 Stehplätze (6 Personen/m²), insgesamt also 886 Plätze. Bei maximal zulässiger Beladung (175,4 t) beträgt die maximale Achslast 15,4 t. An jedem Wagen befinden sich auf jeder Seite vier Türen. Der Wagenboden liegt 1160 mm über Schienenoberkante.

Auf der neuen Violetten Linie sind neue Fahrzeuge aus japanischer Herstellung (u. A. East Japan Railway Company und Toshiba) im Einsatz.

Vorkommnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 17. Januar 2005 kam es zu einem Unfall, bei dem um 9.30 Uhr während der Hauptverkehrszeit in der Station Thailand Kulturzentrum (Thailand Cultural Centre) ein Leerzug rückwärts auf einen mit 700 Fahrgästen fast vollbesetzten Zug rollte. Dabei wurden 237 Menschen verletzt. Nach einer zweiwöchigen Unterbrechung wurde der Betrieb am 1. Februar wieder aufgenommen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]