Barchel

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Barchel
Gemeinde Oerel
Wappen von Barchel
Koordinaten: 53° 28′ 13″ N, 9° 2′ 16″ O
Höhe: 8 m ü. NN
Einwohner: 730
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 27432
Vorwahl: 04766
Barchel (Niedersachsen)
Barchel

Lage von Barchel in Niedersachsen

Barchel ist eine Ortschaft der Gemeinde Oerel im Norden des Landkreises Rotenburg (Wümme), Niedersachsen. Barchel hat etwa 750 Einwohner.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barchel liegt an der "Küstenstraße" (B 71/ B 74) im Elbe-Weser-Dreieck in der Nähe von Bremervörde zwischen Hamburg und Bremen auf einem Ausläufer des großen norddeutschen Geestrückens, der sich von Meppen an der niederländischen Grenze bis zur Nordseeküste zwischen Elbe (Stade) und Weser (Bremerhaven) hinzieht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Barchel wurden Urnengräber entdeckt, die auf eine sehr frühe Besiedelung des Gebietes hinweisen. Barchel erscheint im 14. Jahrhundert das erste Mal in einer Verteilungsurkunde des Gutes Poggemühlen unter dem Namen Berchelte. Der Name Berchelte geht vermutlich auf den altgermanischen Eigennamen Berchthold zurück. Daraus lässt sich schließen, dass der erste Siedler ein Mensch namens Berchthold war. Die Silbe „te“ deutet auf Zaun hin, Berchelte heißt also „Zaun des Berchthold“.

Um 1663 war aus Berchelte schon Barchel geworden. Aufgrund des Bevölkerungszuwachses wuchs auch der Bedarf an Land und Weideflächen. Die Abholzung der ursprünglichen Buchen- und Eichenwälder war die Folge.

Am 1. März 1974 wurde Barchel in die Gemeinde Oerel eingegliedert.[1]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der wesentliche Wirtschaftsfaktor ist nach wie vor die Landwirtschaft. Die Konzentration hat zwar die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe auf einige wenige schrumpfen lassen, diese sind dafür umso größer geworden. Die Konzentration bedeutet auch eine Konzentration auf wenige landwirtschaftliche Produkte. Milchwirtschaft und Fleischproduktion (Mastrinder) sind die Eckpfeiler. Getreide und andere Feldfrüchte sind eher die Ausnahme. Als Teil des norddeutschen "Graslandes" ist das auch nicht weiter verwunderlich.

Waren früher die Kühe den Sommer über auf den Wiesen und Weiden der Gemeinde, so ist heute die reine Stallhaltung zu finden. Immer größere Laufställe entstehen. Die Weiden dienen als Futterquelle und werden sehr rationell mit immer größeren Maschinen bearbeitet.

Biologisch orientierte Landwirte sind in Barchel bisher nicht aktiv.

Neben der Landwirtschaft ist die Logistik Spedition, die Holzwirtschaft bzw. Baumschulen sowie kleinere Handwerksbetriebe und Dienstleister vor Ort vertreten.

Heutige Wirtschaftslage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Wirtschaftslage in Barchel ist mit vielen anderen ländlichen Orten der näheren und weiteren Umgebung vergleichbar. In den vergangenen Jahren schlossen der letzte Lebensmittelladen, die Sparkasse, mehrere Gastwirtschaften sowie schon vor längerer Zeit die örtlichen Ziegelei, die bis dahin den gesamten Ort und darüber hinaus Ziegelsteine für alle Häuser und Straßen lieferte. Der Kindergarten und die Schule wurden ebenfalls geschlossen bzw. nach Oerel verlagert. Damit fehlen wichtigen Komponenten einer intakten Infrastruktur. Zurzeit sind Bestrebungen im Gange, diesen Trend umzukehren. Es gibt Aktivitäten im Rahmen von öffentlichen Programmen ("Dorferneuerung" in Oerel, "Unser Dorf hat Zukunft" in Barchel) sowie auf Basis privater Initiative der Austrocknung entgegenzuwirken. In Oerel und Barchel entsteht zurzeit ein flächendeckendes Glasfasernetzwerk (Unser Oortsnetz) zur Versorgung der Bevölkerung und der lokalen Firmen mit schnellem Internetanschluss, Telefon und Fernsehen. Die Telekom hat die Region bisher als wirtschaftlich uninteressant unversorgt bzw. unterversorgt gelassen.

Die örtliche Wirtschaft setzt sich zurzeit aus einer Zimmerei, einer Fahrschule, einer Kfz-Werkstatt, einer Sanitärfirma, einer Spedition und einigen Kleinbetrieben zusammen.

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein öffentliches Freibad wird von der Samtgemeinde Geestequelle betrieben. Daneben gibt es zahlreiche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung (Chor, Freiwillige Feuerwehr, Schützenverein, Film Club, Nordic Walking usw.).

Besonders zu erwähnen ist der Pferdesport. Barchel hat eine sehr große Anzahl Pferdeliebhaber und -züchter. Verschiedenste Pferderassen sind vertreten. Entsprechend vielfältig sind die Aktivitäten rund ums Pferd. Mounted Games ist sehr beliebt und auch sehr erfolgreich. Springsport, Dressur, Westernreiten, Gangpferdereiten sowie Fahrsport sind zu finden. Die Barcheler Zuchterfolge können sich ebenfalls sehen lassen. Der örtliche Reitverein bietet neben Einstellplätzen seinen Mitgliedern zwei Reithallen an.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Barchel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 242.