Bare-Knuckle

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Bare-Knuckle Boxing
John L. Sullivan (irisch-amerikanischer Bare-Knuckle-Boxer)
John L. Sullivan (irisch-amerikanischer Bare-Knuckle-Boxer)
Art: Boxen
Herkunft: England[1]
Entstehungszeit: unbekannt
Liste von Sportarten

Der Begriff Bare-Knuckle (bloßfäustig, wörtlich: bloßer Fingerknöchel) stammt aus dem Boxsport. Es beschreibt im Boxsport das Kämpfen ohne Boxhandschuhe. Boxkämpfe mit der bloßen Faust bergen ein höheres Verletzungsrisiko als Boxkämpfe mit Boxhandschuhen, da sowohl Faust als auch das Ziel des Faustschlags ohne Polster aufeinandertreffen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Faustkampf mit bloßen Fingerknöcheln gab es schon im Altertum. Er wurde nachweislich in Griechenland, Vorderasien und Afrika (Ägypten, Nubien usw.) ausgeübt. Bevor sich mit den Queensberry-Regeln das Tragen von Boxhandschuhen durchgesetzt hatte, wurde im professionellen Boxsport meistens mit den bloßen Fäusten (bare-knuckle) oder Bandagen geboxt. Boxkämpfe mit bloßer Faust sind kein Teil des heutigen Boxsportes mehr.

Wettkampf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In vielen Ländern können Wettkämpfe nicht mehr legal ausgetragen werden, da die Verletzungsgefahr sehr hoch ist. Jedoch werden die Kämpfe oft illegal im Untergrund durchgeführt, z. B. in Großbritannien, Irland, USA, Deutschland und Polen. Im Zuge der steigenden Popularität von Mixed Martial Arts stieg auch das Interesse an professionellen Bare-Knuckle Meisterschaften. Am 2. Juni 2018 fand in Cheyenne, Wyoming, USA unter dem Namen Bare Knuckle Fighting Championship die erste legale Meisterschaft der USA seit 130 Jahren statt.[2]

In Südafrika ist eine Variante als Musangwe bekannt, deren Wurzeln in Traditionen der dort lebenden Hirten zu finden ist.[3][4]

Filme mit Darstellungen von Boxkämpfen mit der bloßen Faust[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In der Komödie Snatch – Schweine und Diamanten des Regisseurs Guy Ritchie spielt Brad Pitt einen Bare-Knuckle-Boxer alias One-Punch Mickey, der seine Gegner – sehr zum Missfallen eines Gangsterbosses – mit nur einem Schlag in den K. o. befördert.
  • Im Thriller Fight Club (ebenfalls mit Brad Pitt und mit Edward Norton) dreht es sich um Bare-Knuckle-Kämpfe, wobei hier der Aggressionsabbau und der Kick im Vordergrund stehen.
  • Im Film In einem fernen Land schlägt sich ein irischer Auswanderer (gespielt von Tom Cruise) nach seiner Ankunft in den USA mit Bare-Knuckle-Kämpfen durch.
  • Im Actionfilm Hard Times („Ein stahlharter Mann“) von 1975 spielt Charles Bronson einen Boxer in den 30er Jahren zur Zeit der großen Depression, der sich mit zahlreichen illegalen Bare-Knuckle-Kämpfen ein Zubrot verdient. Dieser Film zeigt die Welt des Boxens ohne Faustschützer von seiner authentischsten Seite.
  • In der Fernsehserie Highlander sieht man in der Folge Tod eines Boxers einen Bare-Knuckle-Kampf von Duncan MacLeod, gespielt von Adrian Paul.
  • Im Gangster-Epos Gangs of New York mit Leonardo DiCaprio sind ebenfalls mehrere Bare-Knuckle-Boxkämpfe zu sehen.
  • Im irischen Film Strength and Honour aus dem Jahre 2007 nimmt ein Vater an Bare-Knuckle-Meisterschaften teil, um die medizinische Behandlung seines Sohnes bezahlen zu können.
  • Im Action-Drama Fighting aus dem Jahre 2009 kämpft Channing Tatum mit seiner Teilnahme an illegalen Bare-Knuckle-Turnieren ums nackte Überleben.
  • In Der Mann aus San Fernando und dessen Fortsetzung Mit Vollgas nach San Fernando mit Clint Eastwood finden etliche Bare-Knuckle-Kämpfe statt.

Außerdem gibt es vom TV-Sender Arte eine Dokumentation von 2007 über den "Musangwe Fight Club" in Südafrika.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ned Beaumont: Championship Streetfighting. Boxing as a Martial Art. Paladin Press, Boulder CO 1997, ISBN 0-87364-934-6.
  • James Brady: Strange Encounters. Tales of Famous Fights and Famous Fighters. Hutchinson, London 1948.
  • Dennis Brailsford: Bareknuckles. A Social History of Prize Fighting. Lutterworth Press, Cambridge 1988, ISBN 0-7188-2676-0.
  • Bartley Gorman, Peter Walsh: King of the Gypsies. The undefeated bareknuckle Champion of Great Britain and Ireland. Milo, Bury 2001, ISBN 0-9530847-6-0.
  • Lenny McLean: Der Guv'nor. Englands härtester Mann erzählt sein Leben. Bombus, München 2003, ISBN 3-936261-09-1.
  • Bob Mee: Bare Fists. The History of bare-knuckle Prize-Fighting. Overlook Press, Woodstock, NY u. a. 2001, ISBN 1-58567-141-X.
  • Jake Shannon: The Classical Pugilism and Bare-Knuckle Boxing Companion. 2 Bände. Lulu Enterprises Incorporated, Raleigh NC 2005, ISBN 1-4116-2765-2 (Bd. 1), ISBN 1-4116-3547-7 (Bd. 2).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ollhoff, Jim (2008). Martial Arts Around the Globe (The World of Martial Arts). Abdo Group. pp. 20-21. ISBN 1599289792
  2. https://www.fastcompany.com/40579781/bareknuckle-fighting-makes-its-fully-legal-return-after-130-years
  3. Bleacher Report:Musangwe!!! A South African Fight Tradition (Memento des Originals vom 6. April 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/bleacherreport.com
  4. SABC News vom 2. Mai 2009@1@2Vorlage:Toter Link/www.sabcnews.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. Musangwe Fight Club