Brad Pitt

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Dieser Artikel behandelt den Schauspieler. Für den gleichnamigen australischen Amateurboxer siehe Brad Pitt (Boxer).
Brad Pitt im Oktober 2014 in Washington, D.C. bei der Premiere von Herz aus Stahl

William Bradley „Brad“ Pitt (* 18. Dezember 1963 in Shawnee, Oklahoma) ist ein US-amerikanischer Schauspieler und oscarprämierter Filmproduzent.

Leben und Karriere

Frühe Jahre und Karrierebeginn

Brad Pitt, der englische, irische, schottische und deutsche Vorfahren hat,[1] wuchs mit seinen beiden jüngeren Geschwistern Doug und Julie in Springfield (Missouri) auf. Sein Vater William Alvin Pitt war Manager eines Fuhrunternehmens, während seine Mutter Jane Etta Pitt (geborene Hillhouse) Schulberaterin war. Beide gehören der evangelischen Konfession an und sind strenge Baptisten.[2]

Pitt sang als Kind und Jugendlicher im Kirchenchor und wurde sehr religiös erzogen. Nach seinem Schulabschluss auf der Kickapoo High School begann er 1982 ein Studium für Journalismus und Werbung an der University of Missouri, wo er Mitglied der Studentenverbindung Sigma Chi war.

1985 brach er das Studium zwei Wochen vor seinem Abschluss ab,[1] obwohl ihm nur noch zwei Kurse fehlten.[3] Er zog nach Los Angeles, um Schauspieler zu werden. Über seinen Nebenjob als Chauffeur für Stripperinnen kam Pitt in Kontakt mit Roy London, damals einer der renommiertesten Schauspiellehrer in Los Angeles, der ihm den Einstieg in die Filmbranche ermöglichte.[1] Er hielt sich zunächst mit kleineren Jobs über Wasser, etwa mit einem Werbespot für Levi’s-Jeans.

Sein Filmdebüt gab Pitt 1987 in Hunk; seine Rolle in der Komödie war jedoch so unbedeutend, dass sein Name nicht im Abspann genannt wurde. Auch seine Rollen als Kellner im Thriller No Man’s Land – Tatort 911 und Partygänger in der Literaturverfilmung Unter Null fanden keine Erwähnung im Filmnachspann. Ein breiteres Publikum bekam Pitt erstmals in der Fernsehserie Dallas zu Gesicht, als er in vier Episoden (1987/88) die Nebenrolle des Randy spielte. 1988 trat Pitt in einer Gastrolle an der Seite von Johnny Depp in 21 Jump Street – Tatort Klassenzimmer auf und hatte 1987 und 1989 Gastauftritte in der US-Sitcom Unser lautes Heim.

Seine erste Hauptrolle spielte Pitt 1988 in dem Liebesfilm The Dark Side of the Sun, eine US-amerikanisch-jugoslawische Koproduktion, die in Montenegro gedreht und erst 1997 veröffentlicht wurde, als Pitt bereits weltberühmt war. Nebenrollen spielte er in dem Fernsehfilm Gebot des Schweigens (1988) und in der Komödie Happy Together (1989), gefolgt von einer Hauptrolle im Slasher-Film Todesparty II (1989).

Durchbruch und internationale Schauspielkarriere

Die Aufmerksamkeit der Filmbranche erregte Pitt im Jahr 1991, als er in dem Film Thelma & Louise den jungen Liebhaber von Geena Davis spielte. An der Seite von Kim Basinger und Gabriel Byrne übernahm er 1992 die Rolle des Detective Frank Harris in Cool World, einer Kombination aus Real- und Zeichentrickfilm. Danach engagierte ihn Robert Redford für seinen Film Aus der Mitte entspringt ein Fluß (1992), und in dem Thriller Kalifornia (1993) spielte er einen skrupellosen Serienkiller. In dem Film True Romance (1993), die erste Zusammenarbeit mit Quentin Tarantino, der das Drehbuch für den Film geschrieben hatte, spielte er die kleine Nebenrolle des Floyd.

Der internationale Durchbruch als Schauspieler gelang Pitt schließlich an der Seite von Tom Cruise in der Romanverfilmung Interview mit einem Vampir (1994), spätestens mit dem Drama Legenden der Leidenschaft (1994) avancierte er zum Teenie-Idol. Diesem Image versuchte er schon bald zu entfliehen, indem er in kontrovers diskutierten Filmen wie Sieben (1995) einen Polizisten in einem psychisch extrem belastenden Fall und in 12 Monkeys (1995) einen Psychopathen verkörperte. Für die Rolle des Jeffrey Goines in 12 Monkeys erhielt er einen Golden Globe als bester Nebendarsteller und eine Oscar-Nominierung.

In Sleepers spielte er 1996 neben Robert DeNiro, Dustin Hoffman, Kevin Bacon sowie Minnie Driver und erhielt für diese Rolle erstmals eine Gage im zweistelligen Millionenbereich.[4] Neben Harrison Ford spielte er in Vertrauter Feind (1997) einen IRA-Terroristen und verkörperte in Jean-Jaques Annauds Sieben Jahre in Tibet (1997) den österreichischen Bergsteiger Heinrich Harrer. Die Volksrepublik China erteilte ihm wegen seiner Mitwirkung an dem Film ein lebenslanges Einreiseverbot.[5]

1998 spielte Pitt an der Seite von Anthony Hopkins und Claire Forlani in Rendezvous mit Joe Black den Tod in Menschengestalt. In Fight Club (1999) verkörperten er und Edward Norton jeweils eine Hälfte eines an Persönlichkeitsspaltung leidenden Mannes. In Guy Ritchies Komödie Snatch – Schweine und Diamanten (2000) spielte Pitt mit schwer verständlichem Akzent eine Nebenrolle und erhielt hierfür eine Nominierung für den Satellite Award. 2001 war er an der Seite von Julia Roberts in The Mexican zu sehen und spielte neben Robert Redford in dem Thriller Spy Game – Der finale Countdown. Für seinen Gastauftritt in der Sitcom Friends, in der seine damalige Ehefrau Jennifer Aniston eine der Hauptrollen spielte, erhielt er eine Emmy-Nominierung. 2002 hatte Pitt außerdem zwei Gastauftritte in der Serie Jackass, bei denen er in einem Gorillakostüm durch die Straßen rannte und an einem Entführungssketch teilnahm.

In Steven Soderberghs erfolgreichen Neuverfilmung von Frankie und seine Spießgesellen unter dem Titel Ocean’s Eleven ist er unter anderem neben George Clooney, Matt Damon, Andy García und Julia Roberts in der Rolle des Robert „Rusty“ Ryan zu sehen, die er auch in den Fortsetzungen Ocean’s Twelve (2004) und Ocean’s Thirteen (2007) übernahm. Mit seiner Rolle als Achilles in Troja (2004) und der Actionkomödie Mr. & Mrs. Smith an der Seite von Angelina Jolie feierte er weitere kommerzielle Erfolge.

Eine weitere Golden-Globe-Nominierung brachte ihm seine Rolle in Alejandro González Iñárritus mehrfach für den Oscar nominiertem Drama Babel (2006) ein. Für die Titelrolle des Jesse James in Andrew Dominiks Western Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford (2007) wurde Pitt mit der Coppa Volpi, dem Darstellerpreis der 64. Filmfestspiele von Venedig, prämiert.

Im Jahr darauf erhielt er für die erneute Zusammenarbeit mit David Fincher bei der Literaturverfilmung Der seltsame Fall des Benjamin Button (2008) neben Cate Blanchett eine weitere Golden-Globe- und Oscar-Nominierung, diesmal als bester Hauptdarsteller. 2009 wirkte er an der Seite von Christoph Waltz in Tarantinos kontrafaktischem Kriegsfilm Inglourious Basterds mit.

2011 erschienen mit The Tree of Life und Die Kunst zu gewinnen – Moneyball gleich zwei Filme mit seiner Beteiligung. Für letzteren war er ein weiteres Mal für einen Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert.

Tätigkeit als Filmproduzent

2002 gründete Brad Pitt zusammen mit Brad Grey und seiner damaligen Ehefrau Jennifer Aniston die Filmproduktionsfirma Plan B Entertainment. Seit 2006 ist Pitt der alleinige Eigentümer der Gesellschaft. Mit Plan B Entertainment realisierte Pitt unter anderem die Filme Departed – Unter Feinden (2006), Ein mutiger Weg (2007) mit seiner Lebensgefährtin Angelina Jolie in der Hauptrolle, Eat Pray Love (2010), The Tree of Life (2011) sowie Kick-Ass und Kick-Ass 2.

Der von ihm ebenfalls produzierte Actionfilm World War Z (2013) erzielte weltweit ein Einspielergebnis von über 540 Mio. US-Dollar[6] und ist damit bislang Pitts finanziell erfolgreichste Produktion.

Bei Kritikern feierte Pitt mit Die Kunst zu Gewinnen – Moneyball (2011) und 12 Years a Slave große Erfolge. Beide Filme erhielten eine Oscar-Nominierung als bester Film und 12 Years a Slave wurde bei den Golden Globe Awards 2014 und der Oscarverleihung 2014 als bestes Drama bzw. Bester Film ausgezeichnet. Zudem gewann der Film weitere Oscars in den Kategorien Beste Nebendarstellerin und Bestes adaptiertes Drehbuch.

Privatleben

Von 1990 bis 1993 war Brad Pitt mit Juliette Lewis liiert, die er bei den Dreharbeiten zu dem Fernsehfilm Zum Sterben viel zu jung (1991) kennengelernt hatte und mit der er auch für Kalifornia vor der Kamera stand. Während der Arbeit an dem Thriller Sieben verliebte sich Pitt in seine Filmpartnerin Gwyneth Paltrow, mit der er von 1995 bis 1997 liiert und kurzzeitig auch verlobt war. 1998 wurden Pitt und die Schauspielerin Jennifer Aniston ein Paar. Sie heirateten am 29. Juli 2000. Im Januar 2005 trennte sich das Paar, am 2. Oktober 2005 wurde die Ehe geschieden.

Seit den Dreharbeiten zu Mr. und Mrs. Smith ist Pitt mit seiner damaligen Filmpartnerin Angelina Jolie liiert. Das Paar wird in der Boulevardpresse häufig als „Brangelina“ bezeichnet. Nach der Verlobung im Jahr 2012 heiratete das Paar am 23. August 2014 in Frankreich. Pitt und Jolie haben sechs gemeinsame Kinder: Im Dezember 2005 stellte Pitt einen Adoptionsantrag für Jolies Adoptivkinder Maddox (aus Kambodscha) und Zahara (aus Äthiopien). Im Mai 2006 wurde die erste leibliche Tochter des Paares, Shiloh Nouvel, in Namibia geboren. Im März 2007 adoptierte Jolie – aus Gründen des vietnamesischen Adoptionsrechts zunächst alleine – den Jungen Phan Quang Sang (* 2003) aus einem Waisenhaus in Ho-Chi-Minh-Stadt. Später adoptierte auch Pitt den Jungen, den das Paar in Pax Thien umbenannte.[7] Am 12. Juli 2008 brachte Jolie in Nizza die Zwillinge Knox Léon und Vivienne Marcheline zur Welt.[8] Alle Kinder tragen den Nachnamen Jolie-Pitt.

Sonstiges

Pitt hat großes Interesse an Architektur.[9] Er kam während des Baus seines Hauses in Kontakt mit den Mitgliedern von Graft,[10] die er dann mit dem Entwurf für sein Arbeitsstudio und für ein Ökohotel beauftragte.[11] Über seine Stiftung Make It Right beauftragte er namhafte Architekturbüros mit Entwürfen für Doppelhäuser zum Wiederaufbau nach den Zerstörungen durch Hurrikan Katrina in New Orleans.[12][13] Er legte dabei besonderen Wert auf Nachhaltigkeit, Klimaneutralität und Erschwinglichkeit.[14]

Laut der britischen Zeitung The Guardian gehört Pitt zu den fünf einflussreichsten Personen in Hollywood. Die ersten vier Plätze belegen James Cameron, Steven Spielberg, Leonardo DiCaprio und John Lasseter. Seine Frau Angelina Jolie steht auf Platz 18.[15]

Pitt war zeitweise Veganer.[16][17] Außerdem bezeichnet er sich heute zu 80 % als Agnostiker und zu 20 % als Atheist.[18]

Er wurde in den Jahren 1995 und 2000 vom US-amerikanischen People Magazin zum Sexiest Man Alive gewählt.

Für seine Mitwirkung als Schauspieler in dem Film „Sieben Jahre in Tibet“ erhielt Brad Pitt ein lebenslanges Einreiseverbot in die Volksrepublik China. [19]

Filmografie

Darsteller

Spielfilme

Pitt 2011 bei der Uraufführung seines Films The Tree of Life bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes

Fernsehserien

Synchronsprecher

Produzent

Auszeichnungen

Brad Pitt zählt seit vielen Jahren zu den erfolgreichsten Schauspielern und wurde in seiner Karriere mit über 50 Preisen ausgezeichnet und erhielt über 100 Nominierungen. [20] Im Jahr 1996 wurde Pitt für seine Darstellung 12 Monkeys als bester Nebendarsteller mit dem Golden Globe geehrt. Im selben Jahr erhielt er seine erste Oscarnominierung. Seit einigen Jahren ist Brad Pitt zunehmend als Produzent tätig und erhielt auch in dieser Rolle verschiedene Auszeichnungen. Als Mit-Produzent des Dramas 12 Years a Slave konnte Pitt 2014 erstmals den Oscar gewinnen. Zudem war Brad Pitt Mit-Produzent von Departed - Unter Feinden, welcher 2007 ebenfalls den Oscar als bester Film erhalten hat. Zu dieser Verleihung ließ die Academy jedoch nur Graham King als Nominierten zu, sodass Brad Grey und Pitt nicht ausgezeichnet wurden.[21] Die folgende Auflistung zeigt die bekanntesten Nominierungen und Auszeichnungen, welche Pitt in seiner Karriere bislang erreichen konnte.

Oscar

Golden Globe Award

British Academy Film Award

Emmy

  • 2002: Nominierung in der Kategorie bester Gastdarsteller in einer Comedy-Fernsehserie für Friends
  • 2014: Auszeichnung in der Kategorie bester Fernsehfilm für The Normal Heart
  • 2015: Nominierung in der Kategorie bester Fernsehfilm für Nightingale

Internationale Filmfestspiele von Venedig

Saturn Award

Synchronsprecher

Pitts deutsche Synchronsprecher waren Martin Keßler, Benno Fürmann, Timmo Niesner, Axel Malzacher, Bernd Vollbrecht, Bernd Schramm, David Nathan, Michael Deffert, Christian Stark, Tobias Lelle und Frank Schröder. Tobias Meister ist der bekannteste und meistgebuchte Pitt-Synchronisator.

Literatur

Weblinks

 Commons: Brad Pitt – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Aussage Brad Pitts während seines Inside the Actors Studio-Interviews vom 10. Februar 2012.
  2. Sag Brad, wie hast du's mit der Religion?. Abgerufen am 16. November 2013.
  3. [1]
  4. Brad Pitt Salary imdb.com, abgerufen am 21. Januar 2014 (englisch)
  5. Biographie von Brad Pitt bei der New York Times
  6. World War Z – Total Lifetime Grosses Worldwide Box Office Mojo, abgerufen am 23. Januar 2014.
  7. sueddeutsche.de Maddox, Zahara, Shiloh und nun Pax Thien
  8. http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,565557,00.html
  9. Architekt Brad Pitt, kino.de vom 4. Juni 2003, abgerufen am 11. Dezember 2011
  10. Wohndesign: Die müssen Sie kennen, stern.de vom 8. Oktober 2005, abgerufen am 11. Dezember 2011
  11. Brad Pitt baut mit Berliner Architekten Ökohotel spiegel.de vom 4. Juni 2008, abgerufen am 11. Dezember 2011
  12. „Make It Right House“ in New Orleans detail.de, abgerufen am 11. Dezember 2011.
  13. Make it right! Erste Häuser in New Orleans fertig baunetz.de, 5. Januar 2009, abgerufen am 11. Dezember 2011.
  14. Brad Pitt:Bauanleitung für eine bessere Welt, The European, 25. November 2009, abgerufen am 11. Dezember 2011
  15. Film Power 100: the full list
  16. ibtimes.com: Angelina Jolie, Brad Pitt disagree over „red meat“.
  17. [2]
  18. [3]
  19. Biographie von Brad Pitt bei der New York Times
  20. Brad Pitt - Awards In: IMDB.com. Abgerufen am 14. Januar 2016.
  21. Brad Pitt Misses Out on Oscars Producer Prize In: CelebritySpider.com. Abgerufen am 15. Januar 2016.