Barrow Island (Western Australia)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Barrow Island
Satellitenfoto der Barrow Island
Satellitenfoto der Barrow Island
Gewässer Indischer Ozean
Geographische Lage 20° 50′ S, 115° 23′ OKoordinaten: 20° 50′ S, 115° 23′ O
Barrow Island (Westaustralien)
Barrow Island
Länge 27 km
Breite 11,5 km
Fläche 202 km²
Höchste Erhebung 76 m
Barrow Island auf einer Karte von 1897
Barrow Island auf einer Karte von 1897

Die Barrow Island ist eine 202 km2 große Insel in den Subtropen. Sie liegt etwa 50 km nordwestlich der Küste Westaustraliens und gehört zur Ashburton Shire (darin zum Ashburton Ward) in der Region Pilbara. Im Nordwesten schließt sich in 7,4 km Entfernung der Lowendal-Archipel und 10 Kilometer weiter nördlich die Inselgruppe der Montebello-Inseln.

Entdeckung und Namen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Insel fanden sich Hinweise auf eine Besiedlung durch die Ureinwohner Australiens, die Aborigines, im Zeitraum etwa von vor 50.000 bis vor 6.800 Jahre, als durch den Anstieg des Meeresspiegels eine Landverbindung zum Kontinent verschwand.[1] Obwohl die Insel seit dem 16. Jahrhundert immer wieder erwähnt wurde, so sichtete sie auch Nicolas Baudin auf der Baudin-Expedition im Jahr 1803. Er hielt sie für das australische Festland. Erst 1816 erhielt sie von Phillip Parker King ihren heutigen Namen nach John Barrow, einem britischen Staatsmann und einer der Gründer der Royal Geographical Society.

Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Barrow-Island ist ein Spinifex-Grasland mit zahlreichen Termitenhügeln auf der das Bergkänguru, Brillen-Hasenkänguru, Bürstenkänguru, Golden Bandicoot und Barrow-Insel-Mouse lebt. Neben der endemischen Wallriffschildkröte, halten sich die Suppenschildkröte, Echte Karettschildkröte und gelegentlich Unechte Karettschildkröte auf. Sieben Arten von Zahnwalen und drei Bartenwale wurden gezählt, auch Buckelwale halten sich im etwa 4100 ha großen Barrow Island Marine Park zeitweise auf und ferner Dugongs. In den Gewässern des marinen Parks befinden sich auch bedeutende Korallenriffe mit tropischer Flora und zahlreichen kleinen Fischen. Es gibt 150 Arten von Steinkorallen im Meeresgebiet.[2] Neben dem marinen Park umschließt die Barrow Island Marine Management Area das Seegebiet um die Insel, außer der Südküste.

Unter den 15 Vogelarten ist der endemische Vogel, Malurus leucopterus edouardi, eine Unterart des Weißflügel-Staffelschwanz und der Fischadler.

In den Kalksteinhöhlen der Insel kommen endemische Fische wie die blinde Schläfergrundel Milyeringa justitia[3], sowie troglobiote und amphibische Arten vor.

Wirtschaftliche Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1954 wurde auf der Insel Erdöl gefunden, das seit 1964 ausgebeutet wird. Heute sind 400 Ölquellen aktiv, was die Insel zur größten Erdölförderstätte Australiens macht. 2009 begannen die Arbeiten zur größten Flüssiggasproduktion der Welt. Bis zu 8 % der globalen Nachfrage sollen durch das Gorgon-Gasprojekt gedeckt werden. Vor allem asiatische Abnehmer haben Verträge über mehr als 200 Milliarden Dollar abgeschlossen.[4]

Umwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. April 1996 wurde auf Barrow Island mit 408 km/h die – abgesehen von Tornados – höchste je auf der Erde gemessene Windgeschwindigkeit registriert.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Evidence of the earliest occupation of the coasts of Australia from Barrow Island, Northwest Australia. In: phys.org. 19. Mai 2017, abgerufen am 15. Juni 2017 (englisch).
  2. Management Plan for the Montebello/Barrow Islands. Marine Conservation Reserves 2007–2017. Management Plan No 55. S. 8, in englischer Sprache
  3. Larson, H.K., Foster, R., Humphreys, W.F. & Stevens, M.I. (2013): A new species of the blind cave gudgeon Milyeringa (Pisces: Gobioidei, Eleotridae) from Barrow Island, Western Australia, with a redescription of M. veritas Whitley. Zootaxa, 3616 (2): 135–150.
  4. faz.net: Das Zauberwort lautet Flüssiggas
  5. World Record Wind Gust: 408 km/h, WMO Info Note No. 58 vom 22. Januar 2010, abgerufen am 4. Februar 2010