Bassena

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Bassena im Stiftsgymnasium Melk, Niederösterreich

Bassena ist in Wien, aber auch sonst in Österreich, ein üblicher Ausdruck für eine allgemein zugängliche Wasserstelle am Gang eines alten Mietshauses. Der Begriff Bassena ist eine Kreuzung des französischen Wortes bassin für Wasserbecken und des bedeutungsgleichen italienischen Wortes bacino.[1] Üblicherweise gab es in jedem Stockwerk im Stiegenhaus eine Bassena, an der die umliegenden Parteien das Kaltwasser holten. Noch heute wird Wasser in Österreich je Haus und nicht je Wohnung abgerechnet.

Die Bassena war nicht nur die Wasserstelle des Hauses, sondern auch allgemeiner Treffpunkt. An der Bassena gedieh vor allem der Tratsch, Bassenatratsch genannt. Der Tratsch konnte leicht zu Streit und Klagen wegen Ehrenbeleidigung führen. Die so genannten Bassena-Prozesse waren bei den Besuchern der Wiener Gerichte überaus beliebt.

Heute wird das Wort auch als Bezeichnung für einen Ort verwendet, an dem viel getratscht wird, oft mit einem negativen Beigeschmack. Aber auch im positiven Sinn wird es mitunter für Kommunikationszentren in größeren Wohnhausanlagen wie beispielsweise Am Schöpfwerk verwendet.[2] Auch ähnliche Einrichtungen wie die „Bassena Stuwerviertel“ im Stuwerviertel führen den Ausdruck Bassena im Namen.[3]

Das Becken selbst wird heute oft als Ziergegenstand verwendet und wird auch nach alten Zeichnungen nachgegossen, während man originale Becken auch auf Flohmärkten oder in Antiquitätenläden kaufen kann.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Boris Paraschkewow: Wörter und Namen gleicher Herkunft und Struktur de Gruyter, Berlin / New York, NY 2014, S. 34, ISBN 3-11-017470-7.
  2. Stadtteilzentrum Bassena am Schöpfwerk
  3. Bassena Stuwerviertel

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bassena – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien