Batterie Todt

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Die Batterie Todt 1942
Die Batterie Todt 2008
Eisenbahngeschütz Leopold vor der Batterie Todt

Die Batterie Todt, ursprünglich Siegfried, war während des Zweiten Weltkriegs eine Geschützstellung der Marine-Artillerie-Abteilung 242 der deutschen Kriegsmarine am Cap Gris-Nez am Ärmelkanal im besetzten Frankreich. Ausgestattet war sie mit vier 38-cm-Schiffsgeschützen mit einer Reichweite bis zu 55,7 km.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abschluss des Westfeldzugs beanspruchte der fortbestehende Konflikt mit Großbritannien das Hauptaugenmerk der deutschen Führung. Hitler befahl, mit Planungen für eine Invasion Englands zu beginnen. In diesem Zusammenhang wurden an der Atlantikküste mehrere Fernunterstützungsbatterien mit weit reichenden Geschützen errichtet, die der Kontrolle des Ärmelkanals und der Beschießung der mindestens 35 km entfernten Küste Englands dienen sollten.

Am Cap Gris-Nez, einem Landvorsprung an der Straße von Calais, der engsten Stelle des Ärmelkanals, wurde die Batterie Siegfried als befestigte Geschützstellung errichtet. Es wurden mehr als 800 Tonnen Eisen und 12.000 m³ Stahlbeton pro Geschützturm verbaut. Die Decke der einzelnen Geschützbunker ist 3,5-m dick. Eingebaut wurden 38-cm-Schnelladekanonen C/34 die auch auf den Schlachtschiffen Bismarck und Tirpitz eingesetzt waren.

Am 24. September 1941 begannen die ersten Geschütze der Batterie, die englische Südküste zu beschießen.

Im Februar 1942 erfolgte die offizielle Einweihung bei der zu Ehren des Anfang Februar tödlich abgestürzten Fritz Todt, des Leiters der Organisation Todt, die Batterie umbenannt wurde.

Am 12. Februar spielte die Batterie Todt gemeinsam mit der Nachbar-Batterie-Lindemann eine Rolle bei dem Unternehmen Cerberus, dem Durchbruch der deutschen Kriegsschiffe Scharnhorst, Gneisenau und Prinz Eugen durch den Ärmelkanal, die von der Geschützstellung Feuerschutz erhielten.

Im weiteren Kriegsverlauf wurde die Batterie Teil der Befestigungen des Atlantikwalls, die in der Gegend um die Straße von Calais aufgrund der Nähe zu Großbritannien besonders stark ausgebaut waren, da die deutsche Führung hier die alliierte Landung erwartete. Auch nach der alliierten Landung in der Normandie wurde die Beschießung Englands fortgeführt. Nachdem Bombenangriffe der RAF weitgehend wirkungslos geblieben waren, wurde die Batterie Todt am 29. September 1944 von kanadischen Truppen von der Landseite her erobert.

Drei Bunker haben den Zweiten Weltkrieg ohne größere Beschädigungen überstanden. Einer wurde durch Sprengfallen, die durch zwei Franzosen ausgelöst wurden, zerstört. Ein Bunker beherbergt heute ein Museum, in dem unter anderem noch eine Tafel vorhanden ist, auf der die Geschützbedienung ihre Schüsse gegen England dokumentierte. Eines der zwei erhaltenen K-5-Eisenbahngeschütze steht im Außenbereich.

Im Umland finden sich noch mehrere Bunker, die der Feuerleitung und dem Schutz der Stellung dienten.

Museale Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Turm 1 der ehemaligen Batterie befindet sich seit vielen Jahren das Atlantikwall Museum auf Cap Gris Nez. Es ist die Geschichte der Batterie dargestellt und eine größere Anzahl von militärtechnischen Exponaten. Ein besonderes Ausstellungsstück ist das Eisenbahngeschütz 28-cm-K5 (E).

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geschütze: vier Einzelgeschütze 38-cm-Schnelladekanone C/34
  • Reichweite: 42–55,7 km
  • Dicke der Außenmauern: 3,5 m
  • Durchmesser der Bunker: 40 m

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Watzek: Die Batterie Todt - 60 Jahre danach - Dokumentation. In: Kit Militär Modell Journal. Nr. 6/2002. NMC Nürnberger Modell-Literatur GmbH, Nürnberg 2002, S. 44–48.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Batterie Todt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 50° 50′ 39,7″ N, 1° 35′ 59,7″ O