Baugeräteliste

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In der Baugeräteliste (kurz BGL) werden alle relevanten, bei der Bauausführung und Baustelleneinrichtung üblicherweise verwendeten Baumaschinen und Baugeräte mitsamt den zugehörigen technischen und wirtschaftlichen Daten (ohne Nennung von Fabrikat oder Typenbezeichnung)[1] in mehr als 15.000 Datensätzen aufgeführt. Die Baugeräteliste bildet den Branchenstandard für die Verrechnung der Kosten von Baumaschinen. Sie ist seit Jahrzehnten ein anerkanntes Standardwerk in der Bauwirtschaft.

Die aktuell gültige Druckausgabe stammt aus dem Jahr 2020 und ersetzt die Vorgängerausgabe aus dem Jahr 2015. Mit der 2020er Version wird die BGL erstmals gemeinsam vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und dem Fachverband der Bauindustrie Österreich herausgegeben.

Neben der Printausgabe (Buch) kann auf eine gebührenpflichtige Online-Version zugegriffen werden. In der Online-Version erfolgt im Bedarfsfall eine fortlaufende Aktualisierung des Datenbestandes durch die Aufnahme neuer Geräte und Ausrüstungen.

Die Gliederung der BGL orientiert sich an der auf europäischer Ebene abgestimmten EUROLISTE.[1] Auf diese Weise wird eine europaweite Vergleichbarkeit der Kostenansätze ermöglicht und die Zusammenarbeit europaweiter Arbeitsgemeinschaften vereinfacht.

Geräteschlüssel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maschinen und Geräte werden in der BGL anhand eines mehrstelligen Geräteschlüssels eindeutig beschrieben. Ausgehend von der Gerätehauptgruppe wird weiter nach Gerätegruppe, Geräteuntergruppe, Geräteart, Gerätegröße und Zusatzausrüstung bzw. Zusatzgerät unterschieden.[2] Folgendes Beispiel soll zum Verständnis der Schlüsselstruktur dienen:

D.3.10.0055.AA – Radlader mit einer Motorleistung von 55 kW und Schnellwechseleinrichtung
D Gerätehauptgruppe Geräte für Erdbewegung und Bodenverdichtung
D.3 Gerätegruppe Ladegeräte
D.3.1 Geräteuntergruppe Frontlader mit Reifenfahrwerk
D.3.10 Geräteart Frontlader – Radlader
D.3.10.0055 Gerätegröße Motorleistung 55 kW
D.3.10.0055.AA Zusatzausrüstung Schnellwechseleinrichtung

Die Gerätegröße wird auch als Kenngröße bezeichnet und dient zur Unterscheidung innerhalb einer Geräteart. Kenngrößen können beispielsweise das Gewicht, die Tragkraft oder die Motorleistung einer Maschine oder eines Gerätes sein. Der jeweiligen Kenngröße sind weitere Daten, wie beispielsweise der mittlere Neuwert und die monatlichen Reparaturkosten sowie die monatlichen Abschreibungs- und Verzinsungsbeträge, zugeordnet.

Gerätehauptgruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die BGL gliedert sich in folgende 21 Gerätehauptgruppen:

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die BGL findet insbesondere für Bauunternehmen Anwendung als:

  • Grundlage für die innerbetriebliche und zwischenbetriebliche Verrechnung von Gerätekosten, z. B. zwischen Geräteverwaltung und Baustelle oder zwischen Arbeitsgemeinschaften und ihren Partnerfirmen bzw. Gesellschaftern;
  • Grundlage für die Organisation und Disposition von Geräten;
  • Hilfsmittel für die Beurteilung von Geräte- und Maschinenkosten, insbesondere bei Wirtschaftlichkeitsvergleichen;
  • Hilfsmittel für die Betriebsplanung und die Arbeitsvorbereitung hinsichtlich Wahl und Beurteilung von Geräteeinsätzen;
  • Hilfsmittel für Investitionsplanung, Bilanzierung und steuerliche Bewertung;
  • Hilfsmittel für die Bewertung bei Versicherungsfällen, Sachverständigengutachten und gerichtlichen Entscheidungen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Manfred Hoffmann: Zahlentafeln für den Baubetrieb. Teubner Verlag, 2006, ISBN 3-519-65220-X, Seite 858 .
  2. Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und Fachverband der Bauindustrie Österreich: BGL Baugeräteliste 2020. Bauverlag, 2020, ISBN 978-3-7625-3690-1, Seite 14.