Begleitautomatik

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Eine Begleitautomatik, vereinfacht auch Begleitautomat oder englischsprachig Arranger genannt, ist häufig Bestandteil eines Keyboards zur Anreicherung der gespielten Musik mit Klängen, die der Einzelspieler nicht ansteuern kann (Schlagzeug, Bass, diverse Instrumente). Auch eine Bauform in einem räumlich getrennten Gehäuse ist üblich.

Eine Akkorderkennung liest aus den gespielten oder gehaltenen Noten meist der linken Hand die zu Grunde liegende "Harmonie" (Begleitakkord) aus und spielt diesen im jeweiligen Muster (Walzer, Rock, frei oder fest programmierten Rhythmen) mit Bass und Begleitinstrumenten immer wiederkehrend (Pattern) über ein bis vier oder mehr Takte, bis vom Spieler der Akkord gewechselt wird. Bei den billigen Instrumenten überwiegen die eintaktigen Patterns; darum ermüdet der Zuhörer schneller. Ausgefeiltere Lösungen variieren die Begleitung manchmal rein zufällig (Band-in-a-Box) oder je nach Notendichte der rechten Hand.

Die Führung des Schlagzeugs muss nicht fest an den Grundrhythmus der übrigen Instrumente gekoppelt sein. So ist es möglich, eine rockige Gitarrenband mit einem südamerikanischen Schlagzeug zu ergänzen; aber auch ungewöhnliche Kombinationen (etwa 3/4- und 4/4-Takt gleichzeitig) sind möglich. Bei frei programmierbaren Lösungen gilt das auch für die einzelnen Instrumente untereinander.

Die Firma Böhm vertrieb lange die separate Instrumenteneinheit PM-1 und das passende Schlagzeug DD-19.

Es gibt auch rein softwaremäßig realisierte Lösungen, deren Bedienergonomie aber selten für eine Live-Darbietung taugt.

Wenn Alleinunterhalter flexibel innerhalb des Liedes reagieren müssen (noch ein Refrain), sind sequenzerbasierte Techniken (oder gar bespielte Bänder/ CDs) nicht geeignet; ausschließlich Begleitautomaten erlauben die Änderung des Arrangements in Echtzeit.

Meist sind die Rhythmen vorgegeben und manchmal zu Gruppen oder Variationen zusammengefasst. Fast obligatorisch sind Intros, Fill-ins und Überleitungen, die jeweils durch Fuß- oder Fingertaster abgerufen werden können.

Die Begleitinstrumente (siehe oben, aber auch komplexe Arrangements ganzer Orchester und Effektinstrumente sind möglich) werden von einer Akkorderkennung angesteuert. Diese kann die meist mit der linken Hand (es gibt auch "Ein-Finger"-Automatiken) beeinflusst werden. Unterschiedlich und vom Rhythmus oder "Style" abhängig ist, ob beispielsweise ein "reiner" Dur-Akkord mit großer oder kleiner Septime oder noch mehr Tönen angereichert wird. Typische Beispiele für solche erwünschten Anreicherungen sind Cha-Cha-Cha und bluesige Styles wie R&B.