Beide Irak

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Mit den beiden Irak (arabisch العراقين, DMG al-‘irāqain) wurde im islamischen Mittelalter die Doppelregion Irak und westlicher Iran (ohne die Provinz Fars-Persis, aber einschließlich des Gebiets um das heutige Teheran) bezeichnet.

Diese Bezeichnung legte die Auffassung nahe, dass es westlich vom Schatt al-Arab einen arabischen Irak (arabisch العراق العرب, DMG al-‘irāq al-‘arab), die heutige Republik Irak, und östlich davon einen persischen bzw. nichtarabischen Irak (arabisch العراق العجم, DMG al-‘irāq al-‘aǧam, vgl. adscham), die alte Provinz Dschibal, gebe. Bei der Staatsbezeichnung des 1921 gegründeten Königreichs Irak wurde auf das Attribut arabisch, möglicherweise aus Rücksicht auf die kurdische Bevölkerung als zweitem Staatsvolk, verzichtet.

Bis zum Untergang des Abbasiden-Kalifats von Bagdad 1258 im Mongolensturm standen tatsächlich beide Ufer – auf der östlichen Seite zumindest die zum Teil von Arabern bewohnte, heute zu Iran gehörende Region Chusistan – stets unter gemeinsamer Herrschaft. So wurde z.B. von irakischen Buyiden und irakischen Seldschuken berichtet, gemeint waren aber die Herrscher von Ray, Hamadan, Isfahan usw.

Siehe auch: Beide Sizilien, Beide Rom