Beringer (Adelsgeschlecht)

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Die Beringer sind ein konstruiertes anhaltisches Adelsgeschlecht.

Darstellung in den Chroniken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschlecht der Beringer (oder Behern) wurde von dem anhaltischen Chronisten Ernst Brotuff (1497–um 1565) im 16. Jahrhundert konstruiert, um bestehende Rechtsverhältnisse und eine herausragende Stellung der damaligen Anhaltiner Fürsten zu begründen. Die Beringer sollen die Burgen Ballenstedt, Anhalt und Aschersleben am Harz bewohnt und unter den sächsischen Adligen von hoher Bedeutung gewesen sein.

In seiner Genealogischen Geschichte des Hauses Anhalt (Leipzig 1556) führt Brotuff die Beringer (unter Nutzung älterer Traditionsstücke) auf einen von den Sachsen gesandten Herrn Bernthobaldus von Ballenstedt unnd Ascaniae als Stammvater zurück. Dieser Bernthobaldus habe im 6. Jahrhundert als Lohn für seinen Sieg über den Thüringerkönig Herminafried im fränkisch-thüringischen Krieg große Teile des Thüringerreiches erhalten.[1]

Brotuff stellt die angeblichen Beringer Bernthobaldus II. und Beringer I. als sächsische Kriegskönige des 7. Jahrhunderts vor und behauptet, Beringer III. sei von Karl dem Großen getauft und zum ersten Graffen zu Ascanie auff dem Hartze und Ballenstet ernannt worden.[2]

Im Auftrag des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt (1536–1586) stellte der fürstliche Sekretär Bartholomäus Schwanberg (auch: Schwanberger) in den 1580er Jahren eine überarbeitete Chronik zusammen, in die er Brotuffs Konstruktion der sächsischen Beringer-Genealogie weitgehend übernahm.[3]

Wappen von Anhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Anhalt

Im anhaltischen Wappen findet sich in Feld 4 in Silber eine schräglinke rote Zinnenmauer mit geschlossenem goldenen Tor, darauf linksgewendet ein schwarzer Bär mit goldener Krone und silbernem Halsband schreitend. Dieser Bär steht für das Geschlecht der Beringer und das Herzogtum Bernburg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Hecht: Die Erfindung der Askanier. Dynastische Erinnerungsstiftung der Fürsten von Anhalt an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit, in: Zeitschrift für Historische Forschung 33 (2006), Heft 1, S. 1–31, hier S. 18–20, Digitalisat
  • Ernst Brotuff: Genealogia und Chronica des Durchlauchten Hochgebornen Königlichen und Fürstlichen Hauses der Fürsten zu Anhalt, Grafien zu Ballenstedt und Ascanie, Herrn zu Bernburgk und Zerbst, auf 1055 Jahr, in sechs Büchern, mit vielen schönen alten Historien, Geschichten, Königlichen und Fürstlichen Wapen geziret, und beschrieben, Leipzig 1556
  • Bartholomäus Schwanberg: Genealogia und Chronica des hochberümbten Königlichen und Fürstlichen Hausses der Durchlauchten Hochgebornen Fürsten zu Anhalt, Grafien zu Ascanien, Herrn zu Zerbst und Bernburgk, uff Eintausent und dreyundsechzig Jahr sich erstreckendt, welche in Sechs underschiedliche Bücher abgeteilet, und unter andern mitt vielen schönen alten Historien, Auch sonsten mitt herlichenn lehr, trost, und vermannungs Schrifften gezieret, ungedrucktes Manuskript 1587

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Hecht: Die Erfindung der Askanier. Dynastische Erinnerungsstiftung der Fürsten von Anhalt an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit, in: Zeitschrift für Historische Forschung 33 (2006), Heft 1, S. 1–31, hier S. 18, Digitalisat
  2. Michael Hecht: Die Erfindung der Askanier. Dynastische Erinnerungsstiftung der Fürsten von Anhalt an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit, in: Zeitschrift für Historische Forschung 33 (2006), Heft 1, S. 1–31, hier S. 19, Digitalisat
  3. Michael Hecht: Die Erfindung der Askanier. Dynastische Erinnerungsstiftung der Fürsten von Anhalt an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit, in: Zeitschrift für Historische Forschung 33 (2006), Heft 1, S. 1–31, hier S. 20, Digitalisat

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]