Konzerthausorchester Berlin

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Konzerthaus Berlin
Intendant Sebastian Nordmann
Geschäftsführender Direktor N.N.
Konzerthausorchester Berlin
des. Chefdirigent ab 2019/20 Christoph Eschenbach
Erster Gastdirigent Juraj Valčuha
Ehrendirigent Iván Fischer
Ehrengastdirigent und Ehrenmitglied Michael Gielen
Ehrendirigent und Ehrenmitglied Kurt Sanderling
Ehrenmitglieder Eliahu Inbal, Ernst-Burghard Hilse
Orchestervorstand Uwe Emmrich (Sprecher)
Matthias Benker, Karoline Bestehorn, David Drost, Christoph Kulicke
1. Konzertmeister Michael Erxleben,
Sayako Kusaka,
Suyoen Kim
Orchesterdirektor Ulf Werner
Adresse Konzerthausorchester Berlin

Konzerthaus Berlin
Gendarmenmarkt
D-10117 Berlin-Mitte

Telefon (030) 20309-2333
Website www.konzerthaus.de
E-Mail orchesterbuero@konzerthaus.de u.werner@konzerthaus.de
Stand August 2018

Das Konzerthausorchester Berlin (bis Juli 2006 Berliner Sinfonie-Orchester/BSO) gehört zu den großen Orchestern in Berlin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Vorgänger des Konzerthausorchesters Berlin wurde 1925 das Berliner Symphonie-Orchester gegründet, das wiederum aus dem Blüthner-Orchester hervorgegangen war. Oskar Fried leitete es, bis er 1934 emigrieren musste. 1952 wurde es als städtische Einrichtung in Ost-Berlin erneut gegründet und erwarb unter Kurt Sanderling, Chefdirigent von 1960 bis 1977, internationale Anerkennung. Zahlreiche renommierte Musiker wie Geiger David Oistrach und Pianist Emil Gilels waren regelmäßig als Solisten zu Gast. Das Orchester, das sich damals noch wie sein Vorgänger aus Vorkriegszeiten Berliner Sinfonie-Orchester (BSO) nannte, wechselte zwischen mehreren Spielorten im Ostteil der Stadt. Trotzdem gelang es Kurt Sanderling, erfolgreiche Abonnementreihen und damit eine große Stammhörerschaft aufzubauen. Ein Schwerpunkt lag auf Musik von Gustav Mahler und Dmitri Schostakowitsch, dessen Werke ihre deutsche Erstaufführung häufig durch das BSO erlebten.

1977 wurde Günter Herbig zum Chefdirigenten berufen, Claus Peter Flor übernahm die Leitung 1984 und das Orchester bekam mit dem Schauspielhaus am Gendarmenmarkt endlich eine eigene Spielstätte. Der imposante Bau von Karl Friedrich Schinkel wurde zum Konzerthaus umgebaut. Von hier aus brachen die Musiker nun auch zu zahlreichen Gastspielreisen um die ganze Welt auf. In der Amtszeit des dänischen Dirigenten Michael Schønwandt (1992 – 1998) wurde das BSO offiziell zum Hausorchester am Konzerthaus Berlin. Unter Nachfolger Eliahu Inbal absolvierte das Berliner Sinfonie-Orchester unter anderem eine erfolgreiche Japan-Tournee mit 15 Konzerten in 13 Städten sowie Gastspielreisen nach Spanien, China und Korea.

Unter Chefdirigent Lothar Zagrosek erhielt das Orchester 2006 seinen neuen Namen: Das Berliner Sinfonie-Orchester wurde zum Konzerthausorchester Berlin und zeigt damit, wie sehr es seinem Haus verbunden ist. Chefdirigent von 2012 bis 2018 war der Ungar Iván Fischer, der dem Klangkörper seitdem als Ehrendirigent verbunden ist. Mit der Saison 2019/20 übernimmt Christoph Eschenbach die Position als Chefdirigenten. Seit der Saison 2017/18 ist Juraj Valčuha Erster Gastdirigent.

Der am 18. September 2011 verstorbene Kurt Sanderling ist Ehrendirigent und Ehrenmitglied des Konzerthausorchesters. Michael Gielen und Eliahu Inbal wurden ebenfalls zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Heute gehört das Konzerthausorchester Berlin mit seinen über 13.000 Abonnenten zu den Klangkörpern mit der größten Stammhörerschaft in ganz Deutschland. In mehr als 100 Konzerten pro Saison begeistert es sein Publikum im Haus am Gendarmenmarkt mit Werken von Monteverdi bis Lachenmann. An der 2010 gegründeten heutigen Kurt-Sanderling-Akademie werden hochbegabte junge Orchestermusikerinnen und -musiker ausgebildet.

Während der letzten Jahre hat das Konzerthausorchester sein Profil auf ein wesentliches Anliegen hin besonders geschärft: Dem Publikum Musik nah zu bringen. Dafür engagieren sich die Musikerinnen und Musiker etwa in neu entwickelten Formaten wie der Mozart-Matinee mit musikalischer Kinderbetreuung, beim begeistert aufgenommenen „Mittendrin“, wo Zuhörer im Konzert direkt neben Orchestermusikern sitzen, oder auch als Mitwirkende der Clips #klangberlins, die in den sozialen Medien millionenfach geklickt und geteilt wurden. Für diesen Gesamtansatz gab es den erstmals vergebenen Preis „Innovatives Orchester 2017“ der Deutschen Orchester-Stiftung. Er ging, so die Begründung der Jury, an „einen Klangkörper (…),  der sich stark über die Verbundenheit mit seiner Heimatstadt Berlin definiert. Die Musikerinnen und Musiker wollen das Orchester für alle Berliner sein und vielfältige Zugänge zur klassischen Musik sowie eine breite kulturelle Teilhabe ermöglichen.“ [1]

Chefdirigenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

#klangberlins[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Screenshot aus der Videokampagne #klangberlins

Das Konzerthausorchester vertonte 2017 typische Berlin-Momente unter dem Motto „Ihr seid Berlin. Wir sind der Klang.“ und dem Hashtag #klangberlins. In insgesamt 13 Videos zeigen die Musiker auf YouTube, wie ihre Stadt klingt. Die Clip-Reihe sorgte weltweit für Begeisterung und Medienecho. Idee, Konzept sowie die Experimentierfreudigkeit des Konzerthausorchesters wurden mit dem „Deutschen Preis für Onlinekommunikation“, „ADC Peaks“ als bestes YouTube-Video 2017 sowie als Finalist beim „Award of Montreux“ ausgezeichnet. Bei den „Cannes Corporate Media & TV Awards“ hat #klangberlins in der Kategorie Webisodes zudem den Goldenen Delphin gewonnen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Müller: Das Berliner Sinfonie-Orchester. Berlin: Nicolai 2002. ISBN 978-3-87584-240-1
  • Festschrift 50 Jahre Berliner Sinfonie-Orchester

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Konzerthausorchester Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Preis „Innovatives Orchester 2017“ der Deutschen Orchester-Stiftung geht ans Konzerthausorchester Berlin - Staatsorchester Mainz erhält Sonderpreis - Deutsche Orchester Stiftung. Abgerufen am 14. August 2018.
  2. Christoph Eschenbach wird Chefdirigent des Konzerthausorchesters Berlin ab der Saison 2019/20, Konzerthaus Berlin, Pressemitteilung vom 13. November 2017