Besitzergreifung

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Besitzergreifung (Erste Form) geschieht z. B. an Landstrecken entweder als völkerrechtliche Begründung der Gebietshoheit oder als kriegerische Maßregel. Der Anfang muss mit der Aufrichtung einer obrigkeitlichen Gewalt gemacht werden. Die Bewohner des durch Besitzergreifung erworbenen Gebietes werden ipso facto Angehörige des Staates, der die Besitzergreifung vollzieht.

Bei der zweiten Form der Besitzergreifung (occupatio bellica) gelten die besetzten Landesteile als im Kriegszustand, wobei die Regierungsrechte an den Befehlshaber der Okkupationstruppen übergehen.

Besitzergreifung kann zur völkerrechtlichen Gebietsabtretung führen. Dazu bedarf es einer Abtretung der Gebietshoheit durch den Vorbesitzer.

Occupatio im Zivilrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch im Zivilrecht gibt es den Begriff der Besitzergreifung oder occupatio. Mit dieser kann an herrenlosen Sachen durch die Ergreifung in Kombination mit dem Erwerbswillen Eigentum erworben werden.

Besitzergreifung im Kirchenrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im kanonischen Recht der römisch-katholischen Kirche wird die Übernahme eines kanonisch verliehenen Amtes als Besitzergreifung bezeichnet, etwa die Inbesitznahme einer Pfarrei durch den ordentlich investierten Pfarrer laut can. 527 CIC. Ähnlich wird die Amtsübernahme durch einen Diözesanbischof und die Einführung eines neuernannten Kardinals in seiner römischen Titelkirche als Besitzergreifung bezeichnet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg von Alten: Handbuch für Heer und Flotte. Enzyklopädie der Kriegswissenschaften und verwandter Gebiete, Band 2, Bong, Berlin 1909, S. ?.