Bewegungsmelder

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Bewegungsmelder mit Abdecküberwachung
Erfassungsbereich (Beispiel): rot=innere Überwachungszone, orange=mittlere Ü., gelb=äußere Ü.

Ein Bewegungsmelder ist ein elektronischer Sensor, der Bewegungen in seiner näheren Umgebung erkennt und dadurch als elektrischer Schalter arbeiten kann. Hauptsächlich wird er zum Einschalten einer Beleuchtung oder zum Auslösen eines Alarms eingesetzt.

Ein Bewegungsmelder kann aktiv mit elektromagnetischen Wellen (HF oder Dopplerradar), mit Ultraschall (Ultraschall-Bewegungsmelder) oder passiv anhand der Infrarotstrahlung der Umgebung arbeiten; es gibt auch Kombinationen davon.

Der PIR-Sensor ist der am häufigsten eingesetzte Typ von Bewegungsmeldern. Er reagiert auf kleine Änderungen der Temperatur, beispielsweise wenn eine Person am Sensor vorbeigeht. Bewegungsmelder mittels Dopplerradar reagieren optimal, wenn sich der Abstand zum Sensor ändert.

Anwendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je nach Anwendungsgebiet werden verschiedene Sensortypen eingesetzt.

Lichtschalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anschlussbeispiel
Leiterplatte eines PIR-Bewegungsmoduls für eine Lampensteuerung

Ein auf Infrarot basierender Bewegungsmelder auf Basis eines PIR-Sensors zur Bewegungserkennung hat in der Regel auch einen zusätzlich eingebauten Dämmerungsschalter, der dafür sorgt, dass die Beleuchtung nur bei Dunkelheit vom eigentlichen Bewegungsmelder eingeschaltet werden kann. Bewegt sich eine Wärmequelle vor dem Melder, so schaltet er die Beleuchtung für eine einstellbare Zeitspanne ein und nach Ablauf der eingestellten Leuchtzeit wieder aus. Die meisten Bewegungsmelder haben zwei Einsteller (Potentiometer):

  1. für die Einschaltdauer: legt fest, wie lange der Verbraucher eingeschaltet bleiben soll
  2. für die Umgebungshelligkeit (Hell-Dunkel-Grenze): legt fest, ab welcher Dunkelheitsschwelle der Melder scharf sein soll

Bei den meisten Bewegungsmeldern beginnt der Zähler für die Einschaltdauer zu laufen, wenn die letzte Bewegung erkannt wurde. Wenn der Melder danach eine neue Bewegung erkennt, stellt er den Zähler wieder auf Null. Dies gewährleistet, dass der Verbraucher (z. B. Beleuchtung) nicht ausgeschaltet wird, wenn sich eine Person für längere Zeit im Erfassungsbereich aufhält.

Es gibt zweipolige und dreipolige Melder. Zweipolige Melder benötigen keinen Neutralleiter, da sie diesen über die nachgeschaltete Glühlampe erhalten. Sie sind nicht für andere Leuchtmittel geeignet. Dreipolige Melder benötigen einen Neutralleiter und schalten die nachfolgende Last über ein kleines Relais, damit sind alle Leuchtmittel bis zur maximalen Belastung möglich. In Deutschland gibt die VDE 0100-410:2007-06 vor, dass der PE anders als im Bild bis zum Betriebsmittel (Melder) mitzuführen ist.

Präsenzmelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Präsenzmelder soll die Anwesenheit von Personen bei sitzenden und anderen ruhigen Tätigkeiten erkennen. Hierzu werden hochwertigere Melder verwendet, die bereits auf kleinste Bewegungen reagieren. Zudem sollen diese Melder empfindlich auf Veränderungen der Umgebungshelligkeit reagieren, um beim Unterschreiten eines bestimmten Schwellwerts (z. B. bei Beginn der Dämmerung) zuverlässig die künstliche Beleuchtung einzuschalten.

Präsenzmelder verfügen meist über einen zweiten Schaltkanal, welcher nur auf Bewegungen reagiert, um beispielsweise Lüftung und Heizung unabhängig von der Helligkeit zu steuern.

Um den Erfassungsbereich zu vergrößern und sicherzustellen, dass sich die Personen im empfindlicheren sogenannten „inneren Erfassungsbereich“ befinden, werden Präsenzmelder idealerweise an die Decke montiert. In größeren Räumen sollten sie gruppenweise vernetzt werden, um zu verhindern, dass sich die Beleuchtung lokal ausschaltet, wenn sich in einem Raumteil vorübergehend keine Personen aufhalten.

Mit jeder erkannten Bewegung beginnt bei einem Präsenzmelder die Messung der voreingestellten Zeit bis zur Abschaltung wieder von vorn, während einfachere Bewegungsmelder oft nach Ablauf der eingestellten Zeit die Beleuchtung zunächst ausschalten, bevor sie wieder auf Bewegungen reagieren. Aufgrund dieser Eigenschaft sollten Präsenzmelder in der Lage sein, trotz eingeschalteten Kunstlichts die Zunahme des Tageslichtanteils zu erkennen, um die Beleuchtung auszuschalten, sobald die natürliche Belichtung die Räume ausreichend erhellt.[1]

Einbruchmeldeanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die für Einbruchmeldeanlagen verwendeten Bewegungsmelder unterscheiden sich von den Licht-Bewegungsmeldern. Bewegungsmelder für Einbruchmeldeanlagen verwenden keinen Dämmerungssensor, da eine Bewegung immer gemeldet werden soll, unabhängig von der Umgebungshelligkeit. Dennoch sind häufig in Bewegungsmeldern für Bussysteme (zum Beispiel EIB) Dämmerungssensoren eingebaut, da der Bewegungsmelder bei nicht aktivierter Einbruchmeldeanlage andere Aufgaben erfüllen kann, zum Beispiel als Präsenzmelder. Ist die Einbruchmeldeanlage eingeschaltet (scharf), so löst eine Bewegung im Erfassungsbereich des Melders einen Alarm aus. Der Einsatz von Licht-Bewegungsmeldern als Auslöser von Einbruchmeldeanlagen ist nicht sinnvoll, da viele Bewegungsmelder nach Ausfall und Wiederkehr der Versorgungsspannung den angeschlossenen Verbraucher einschalten und in diesem Fall einen Falschalarm auslösen würden.

Lichtsignalanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Lichtsignalanlagen und auf Autobahnen detektieren PIR-Sensoren das Verkehrsaufkommen zur Steuerung der Lichtsignalanlagen, zur Auslösung einer Stauwarnung oder Ausgabe einer Richtgeschwindigkeit. Diese Sensoren reagieren auf die Wärmestrahlung, die durch die Wärme der Motoren der Fahrzeuge durch die Karosserie abgegeben wird. PIR-Sensoren sind eine Alternative zu Induktionsschleifen und erfordern im Gegensatz zu jenen keinen Eingriff in die Straßendecke – sie sind oft an Ampelmasten oder Brücken angebracht. Baustellenampeln verfügen oft auch über PIR-Sensoren, so kann wenn von einer Seite kein Verkehr kommt der Gegenverkehr länger grün bekommen.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mindestens erforderliche Anschlüsse für Einbruchmeldeanlagen-Bewegungsmelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sabotagekontakt: Öffnen des Gehäuses wird an die Einbruchmeldezentrale gemeldet
  • Alarmkontakt: Auslösung des Infrarot-Sensors wird an die Einbruchmeldezentrale gemeldet
  • Versorgungsspannung: meist 12 V oder, zur Notstromversorgung durch einen Bleiakkumulator, auch 24 V

Zusätzlich erforderliche Anschlüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gehtestfunktion
  • Alarmspeicher, wenn mehrere Bewegungsmelder in einer Meldergruppe geschaltet sind, wird der Bewegungsmelder gespeichert, der als erstes auslöste

Manche Modelle verfügen über zwei getrennte PIR-Sensoren. Ein Alarm wird nur ausgelöst, wenn beide gleichzeitig reagieren. Dadurch wird das Risiko eines Falschalarms verringert. Einige Modelle kombinieren einen PIR-Sensor mit einem Mikrowellen-Sensor (Radar-Bewegungsmelder) oder einem Ultraschall-Bewegungsmelder. Diese Kombinationen werden meist als Dualmelder bezeichnet.

Bei den neueren Modellen ist eine Abdecküberwachung integriert – sobald der Melder durch einen Gegenstand oder Sprühsubstanzen im unscharfen Zustand der Alarmanlage „blind“ gemacht wird, wird an der Einbruchmeldezentrale eine Meldung angezeigt.

Tierresistente Bewegungsmelder gibt es nur für Einbruchmeldeanlagen. Das Auslöseverhalten dieser Bewegungsmelder ist träger als bei normalen Bewegungsmeldern. Die Montage-Richtlinien für tierresistente Bewegungsmelder müssen genau befolgt werden, um einerseits Falschalarme zu vermeiden, andererseits die Erfassungsempfindlichkeit sicherzustellen. Momentan besitzt kein tierresistenter Bewegungsmelder eine VdS-Zulassung.

Leistungsaufnahme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirkleistungsaufnahme beträgt bei handelsüblichen Bewegungsmelder in der Regel weniger als 1 W, jedoch fällt durch das Kondensatornetzteil auch eine Blindleistung an, die sich mit induktiven Lasten wie etwa Transformatoren oder Motoren kompensieren lässt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Projektierungshandbuch (Auszug) (PDF; 3,8 MB) Bewegungs- und Präsenzmelder, Esylux

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adam Merschbacher: Sicherheitsanalyse für Haushalte. VdS Schadenverhütung Verlag, Köln 2002, ISBN 3-936050-03-1
  • Adam Merschbacher: Sicherheitsanalyse für Gewerbebetriebe. VdS Schadenverhütung Verlag, Köln 2003, ISBN 3-936050-04-X
  • Hanno Schaumburg: Sensoren. Teubner, Stuttgart 1992, ISBN 3-519-06125-2, (Werkstoffe und Bauelemente der Elektrotechnik 3).
  • Sven Bär, Jürgen Kitz, Raymond Kleger, Christian Kluge: Energieeffizienz durch Präsenzmelder und Bewegungsmelder Rommert Verlag, Gummersbach 2012, ISBN 978-3-941276-04-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bewegungsmelder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien