Bezirksschule

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Als Bezirksschule bezeichnet man eine Schulform, die in einigen Kantonen der Schweiz, beispielsweise Aargau oder Solothurn, nach dem sechsjährigen Besuch einer Primarschule absolviert werden kann.

Kanton Aargau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezirksschule, auch als Progymnasium oder Untergymnasium bezeichnet, ist im Kanton Aargau die Schule mit dem höchsten Leistungsniveau. In anderen Kantonen nimmt diese Funktion die Sekundarschule oder die Kantonsschule (Untergymnasium) ein. Seit 2014 dauert die dreijährige Bezirksschulzeit vom 7. bis zum 9. Schuljahr, davor dauerte sie vier Jahre, vom 6. bis zum 9. Schuljahr.

Fächer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 2009

  • Hauptfächer sind Deutsch und Mathematik. Weitere Pflichtfächer sind: Französisch, Englisch, Geografie, Geschichte, Biologie, Chemie, Physik, Bewegung und Sport, Bilderisches Gestalten, Musik, sowie Ethik und Religion.
  • An Freifächern gibt es neben Vertiefung in den oben genannten Pflichtfächern eine grosse Palette: Instrumentalunterricht, Textiles Werken, Werken, Chorgesang, Italienisch, Latein, Französisch (Praktikum), Realienfächer-Praktikum, geometrisch-technisches Zeichnen, Hauswirtschaft und Freies Gestalten. Griechisch ist vom Kanton ab dem Schuljahr 2004/05 vom Lehrplan gestrichen worden.

Abschlussprüfung:

Im Kanton Aargau wird am Ende der 3. Klasse Bezirksschule (9. Schuljahr) eine Abschlussprüfung (AP) abgelegt. Die Abschlussprüfung gilt als bestanden, wenn ein Notendurchschnitt von mindestens 4.0 erreicht wird.

Geprüft wird in Deutsch, Französisch (schriftlich und mündlich) und Mathematik. Weiter zählen für den Abschluss die Vorschlagsnoten des ganzen letzten Schuljahres in Deutsch, Französisch, Mathematik, Englisch, Geschichte, Chemie, Biologie, dazu der Mittelwert aus Musik und Zeichnen.

Berechtigungen:

Notenskala: von 6 (= beste Note) bis 1 (= schlechteste Note)

Kanton Solothurn (heute umbenannt in Sekundarschule)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Unterschied zum Aargau ist im Kanton Solothurn die Bezirksschule nicht die höchste Oberstufe. Sie ist gedacht für Schüler, die in der Primarschule gute Noten erzielt haben, aber nicht in die Kantonsschule (Gymnasium) können oder wollen. Sie ist grundsätzlich für anspruchsvollere Berufslehren gedacht. Es gibt aber auch Sonderzüge, deren Unterrichtsthema mehr auf den Übertritt in die Kantonsschule bzw. eine höhere Schule ausgelegt ist. Nach zwei Jahren muss man mindestens einen Durchschnitt von 5 in den Promotionsfächern vorweisen, um in die Kantonsschule aufgenommen zu werden.

Fächer sind:

  • Im ersten Jahr:
    • Promotionsfächer: Mathematik (Arithmetik+Geometrie), Deutsch, Französisch und Englisch
    • Andere Fächer: Geschichte/Geographie, Biologie, Turnen, Werken, Zeichnen, Musik, Hauswirtschaft, Religion
  • Im zweiten Jahr:
    • Promotionsfächer: Wie im ersten Jahr
    • Andere Fächer: Geschichte/Geographie, Physik, Chemie, Informatik, Turnen, Werken, Zeichnen, Musik, Religion
    • Freifächer: Italienisch, Musik-Chor und Naturwissenschaftliche Praktiken
  • Im dritten Jahr:
    • Promotionsfächer: Wie im ersten Jahr aber noch Ergänzungsmathematik
    • Andere Fächer: Geschichte/Geographie, Biologie, Physik, Chemie, Informatik, Turnen, Werken, Zeichnen, Musik, Hauswirtschaft
    • Freifächer: wie im zweiten Jahr

Personen nicht-christlicher Religionszugehörigkeit sowie konfessionslose Jugendliche können sich vom Religionsunterricht dispensieren lassen. Das Fach Ethik als Alternative dazu wird in der Solothurner Volksschule nicht angeboten. Im Rahmen der laufenden Sekundarstufen-Reform sollen im Bereich des neuen Fachs Erweiterte Erziehungsanliegen Ansätze in dieser Richtung geschaffen werden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]