Kantonsschule

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Kantonsschule
(Gymnasium, Mittelschule, Collège, Lycée, Liceo)
Staat Schweiz
Schultyp (allgemein) weiterführende Schule
ISCED-Ebene 3A
Schulträger Kantone
Voraussetzung Sekundarschulabschluss, Aufnahmeprüfung
Dauer 3–4 Jahre (KZG) bzw. 6 Jahre (LZG)
Stufen: 11.–14. bzw. 9.–13. Schulstufe
Regelalter 16–19 bzw. 13–18
Schulabschluss Maturität
Schwerpunkte zahlreiche Schwerpunkte
Anzahl 170 (2003)[1]
Schüler 63.400 (2003)[1]

Aula der Kantonsschule Luzern
Erstes Zürcher Kantonsschul­gebäude; heute Pädagogische Hochschule Zürich
Die ehemalige Kantonsschule Zürich, Farbaquatinta aus dem 19. Jahrhundert

Die Kantonsschule ist ein Schweizer Gymnasium oder französisch Collège, das als weiterführende Schule von einem Kanton getragen wird. Der Abschluss erfolgt durch eine Maturitätsprüfung und berechtigt zum Studium an Schweizer Universitäten und Fachhochschulen, teils mit Numerus clausus. Während der obligatorischen Schulzeit umfasst die Kantonsschule nur das Untergymnasium.

In der Schweiz ist seit 1993/1994 der Frauen- grösser als der Männeranteil und belief sich im Jahr 2003/2004 auf 56 Prozent. 2004 wurden rund 16'000 Maturitätszeugnisse ausgestellt.[1]

Voraussetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das sogenannte Kurzzeitgymnasium schliesst an die zweite oder dritte Sekundarklasse an und dauert vier Jahre. Einige Kantone kennen auch ein sogenanntes Langzeitgymnasium, das direkt an die 6. Primarschulklasse anschliesst und dementsprechend sechs Jahre dauert. Beide Varianten führen zur Maturität. Kantonsspezifisch wird für die Aufnahme in die Kantonsschule teils eine Aufnahmeprüfung verlangt. Je nach gewähltem Schwerpunkt können die Bedingungen variieren.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gymnasium umfasst die vier beziehungsweise sechs Jahre vor der Matura. Schulabgänger mit Matura sind in der Regel zwischen 18 und 19 Jahren alt. Der Aufbau des Schweizer Schulsystems variiert stark zwischen Kantonen.

Kantonale Unterschiede[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanton Zürich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kanton Zürich sind die ersten zwei von vier Jahren, im Gegensatz zu den beiden letzten, nicht in Richtungen unterteilt:

  • eine Richtung berechtigt einen Übergang in die Schwerpunkte Gestalten, Musik, Griechisch, Latein, Spanisch, Italienisch oder andere Sprachen;
  • eine andere Richtung führt in die Schwerpunkte Physik und Mathematik-Anwendungen, Biologie und Chemie, Wirtschaft, Musik oder Gestalten;
  • wieder eine andere in die Schwerpunkte Gestalten, Musik, Spanisch, Italienisch oder Russisch.

Kanton St. Gallen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kanton St. Gallen ist bei Anmeldung zur Aufnahmeprüfung das gewünschte Schwerpunktfach anzukreuzen. Dieses wird die ganzen vier Jahre unterrichtet. Es kann höchstens einmal in der ganzen Schulzeit gewechselt werden. Üblicherweise werden die Klassen nach Schwerpunktfächern getrennt zusammengestellt, aber meist gibt es auch gemischte Klassen (z. B. wenn es nur zehn Latein-Schüler und nur zehn Wirtschaft-Schüler sind).

Schwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2004 existiert das neue Maturreglement MAR und es werden folgende Schwerpunktfächer am Gymnasium angeboten, jedoch nicht jedes Gymnasium bietet alle Schwerpunkte an und es bestehen kantonale Unterschiede. Schwerpunktfächer sind:

Abhängig vom Kanton erfolgt im letzten Jahr vor der Maturitätsprüfung Unterricht in einem Ergänzungsfach. Dieses Fach ist zum Beispiel Psychologie oder Philosophie, frei wählbar und es zählt für den Maturerfolg so viel wie Deutsch, Französisch, Englisch, Mathematik und das Schwerpunktfach.

Maturität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um zur Maturaprüfung zugelassen zu werden, ist in den meisten Kantonen das Verfassen einer Maturaarbeit notwendig. Sie umfasst in der Regel mindestens 20 Seiten und muss – wie auch die mündliche Präsentation der «Forschungsergebnisse» – mindestens als genügend benotet werden.

Die Maturaprüfung umfasst in der Regel den Schulstoff der vorherigen zwei Jahre. Geprüft wird bei jedem Schwerpunkt Deutsch, Französisch und Mathematik sowie das Schwerpunktfach in jeweils vierstündigen schriftlichen Prüfungen. Dazu kommen kurze Mündlich-Prüfungen in Deutsch, Französisch (jeweils Literatur), Mathematik, dem Schwerpunktfach und Ergänzungsfach.

Für den Prüfungserfolg zählt in jedem Fach sowohl der Mittelwert der Noten der letzten zwei Semester als auch der Durchschnitt der schriftlichen und mündlichen Prüfung. Aus diesen beiden Mittelwerten (sogenannte Erfahrungs- und Prüfungsnote) wird die Maturitätsnote gebildet. In anderen Fächern wie Geschichte oder Geografie zählen nur die Erfahrungsnoten. Jeder Kandidat erhält neun Maturnoten, von jenen höchstens vier ungenügend sein dürfen, die doppelt kompensiert werden müssen (3.5 wird mit einmal 5 oder zweimal 4.5 ausgeglichen).

Weitere Lehrgänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An einigen Kantonsschulen werden auch Lehrgänge angeboten, die nicht zur Matura führen, wie die Fachmittelschule (FMS), bis 2005 Diplommittelschule genannt. Neben der Fachmittelschule gibt es auch die Wirtschaftsmittelschule (WMS). Daher lassen sich die Kantonsschulen meist nicht als reine Gymnasien bezeichnen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Daten IDES 2004/2005.