Bezold-Jarisch-Reflex

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Der Bezold-Jarisch-Reflex ist ein vom Herzmuskel ausgehender Schonreflex.[1] Benannt wurde der Reflex nach den deutschen Physiologen Albert von Bezold (1836–1868) und Adolf Jarisch junior (1891–1965).[2]

Der klassische Bezold-Jarisch-Reflex wird durch verminderte Dehnung im linken Ventrikel ausgelöst und führt zu Bradykardie (Verminderung der Herzschlagfrequenz).[3]

Bei einem Herzversagen (z. B. bei Herzinfarkt) werden die Blutgefäße erweitert (Vasodilatation). Hierdurch wird eine Senkung der Herzfrequenz (Bradykardie) und eine Erniedrigung des Blutdruckes (Hypotonie) erreicht.

Die den Reflex auslösenden Rezeptoren liegen im Herzmuskel der Herzkammern. Bei Schädigung durch z. B. chemische Stoffe, mangelnde Herzmuskeldurchblutung oder Sauerstoffunterversorgung des Herzmuskels, werden die Rezeptoren gereizt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst F. Gersmeyer: Der Kreislaufkollaps. Springer, 1961. (Ausgabe 2013 ISBN 978-3-642-86146-8.)
  • Sebastian Schulz-Stübner: Regionalanästhesie und -analgesie: Techniken und Therapieschemata für die Praxis. Schattauer Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-7945-2192-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christoff Zalpour (Hrsg.): Springer Lexikon Physiotherapie. Springer, 2014, ISBN 978-3-642-34730-6, S. 163.
  2. Ernst F. Gersmeyer: Der Kreislaufkollaps. Springer, 1961, OCLC 488431839, S. 152 ff.
  3. Sebastian Schulz-Stübner: Regionalanästhesie und -analgesie: Techniken und Therapieschemata für die Praxis. Schattauer Verlag, 2003, ISBN 3-7945-2192-7, S. 72 f.