Bierverlag

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Gebäude eines Bierverlags in Hamburg-Duvenstedt
Bierverlag - Panorama
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Bierverlag ist ein veraltender Begriff für Getränkegroßhandelsunternehmen, den jedoch noch etliche Gesellschaften im Namen führen. Das Verb „verlegen“ bedeutet im Mittelhochdeutschen „Geld ausgeben“ oder „etwas auf seine Rechnung nehmen“; in diesem Sinne ist ein Bierverlag für den Brauer, was ein Verlag für den Autor ist.[1]

Da früher das Bier meist in Holzfässern zum Verleger transportiert wurde, hatte der Verleger auch eine eigene Flaschenabfüllanlage. Hier sprach man von der Verlegerabfüllung oder Verlagsabfüllung – im Gegensatz zu der heute noch auf manchen Etiketten zu findenden Bezeichnung Brauerei(ab)füllung.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Partner der Gastronomie vertreiben Bierverleger neben Bier oft auch andere Getränke, die in der Gastronomie benötigt werden, außerdem stellen sie zum Teil Schankanlagen, Mobiliar, Gläser usw. zur Verfügung. Einige Bierverlage verfügen auch über Bierzelte und Schankwagen, die bei Veranstaltungen eingesetzt werden können. Ähnlich wie Brauereien schließen auch einige Bierverlage Lieferverträge mit Gastwirten (Kommissionsware); Vorfinanzierungen und das Bereitstellen von Teilen der Geschäftsausstattung können Existenzgründungen erleichtern.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ammon, Ulrich: Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz und Deutschland sowie in Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol. Berlin (de Gruyter): 2004. Seite 118: „Bierverlag“, „Bierverleger“, „Bierverlegerin“. ISBN 3-110-16575-9.
  • Starke, Holger: Vom Brauerhandwerk zur Brauindustrie. Die Geschichte der Bierbrauerei in Dresden und Sachsen 1800–1914. Köln (Böhlau): 2005. ISBN 3-412-17404-1.
  • Stresemann, Gustav: Die Entwicklung des Berliner Flaschenbiergeschäfts. (zugleich Dissertation an der Universität Leipzig, 1902). Berlin (o. V.): 1902. Digitalisat.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 'Verlag'. In: Meyers. 6. Auflage. Band 20, S. 80. – Erwähnung im Artikel „Verlag“ in Meyers Konversationslexikon (1905)