Meyers Konversations-Lexikon

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Bände des letzten Großen Meyer (ab 1971) und einer alten kleinen sechsbändigen Ausgabe (ab 1908)

Meyers Konversations-Lexikon ist ein bedeutendes enzyklopädisches Werk allgemeinen Inhalts in deutscher Sprache, das im 19. und 20. Jahrhundert in mehreren Auflagen vom Bibliographischen Institut herausgegeben wurde und nach dessen Gründer Joseph Meyer benannt ist. Die Weiterentwicklung wurde 1986 zugunsten der Brockhaus Enzyklopädie eingestellt, nachdem der Brockhaus-Verlag und das Bibliographische Institut 1984 zum Bibliographischen Institut & F. A. Brockhaus fusioniert waren.

Inhaltsverzeichnis

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Leser von Meyers Konversations-Lexikon konnten mit den Herausgebern am Bibliographischen Institut in Kontakt treten. So enthält jeder Band einen Anhang über den Briefwechsel, das so genannte Korrespondenzblatt. Die ersten Auflagen enthalten bereits zahlreiche Zeichnungen und Pläne.

„Dieser Encyklopädie des menschlichen Wissens sind beigegeben: die Bildnisse der bedeutendsten Menschen aller Zeiten, die Ansichten der merkwürdigsten Orte, die Pläne der größten Städte, einhundert Karten für alte und neue Erdbeschreibung, für Statistik, Geschichte und Religion usw. und viele tausend Abbildungen naturgeschichtlicher und gewerblicher Gegenstände.“

Titelblatt der ersten Ausgabe

Chronik der Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meyers Conversations-Lexicon von 1840
Meyers Konversations-Lexikon (1871–1873), mit erstem Band der Ergänzungsblätter
Meyers aus dem Jahre 1897

Das große Conversations-Lexicon für die gebildeten Stände / "Auflage Null" (1840–1852 / 1855)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Lexikonprojekt von Joseph Meyer (1796-1856), dem Begründer des Bibliographischen Instituts, war das 1840 bis 1855 erschienene "Große Conversations-Lexicons für die gebildeten Stände. In Verbindung mit Staatsmännern, Gelehrten, Künstlern und Technikern", inoffiziell auch „Wunder-Meyer“ oder „Auflage Null“. Mit dem anfangs auf 21 Bände bis 1843 konzipierten Lexikon wollte er im Unterschied zu den bis dahin erschienenen Lexika ein breites Publikum ansprechen. Meyer wollte mit diesem Lexikon „dazu beitragen, das drückende Monopol des Wissens, welches so lange auf den Völkern gelastet, über den Haufen zu werfen“, sein Motto war dabei, dass „die Intelligenz Aller [...] der stärkste Hort der Humanität und Freiheit [ist]“. Statt den geplanten 21 Bänden sind es 52 Bände geworden, 46 Bände A-Z (1839-1852) sowie 6 Supplementbände (1853-1855) mit mehr als 65.000 Seiten zweispaltiger Text, 1.200 Seiten Register und über 90 Millionen Wörtern. Damit war es das größte deutsche Konversationslexikon des 19. Jahrhunderts und zählt zu den wichtigsten Bucherscheinungen dieser Zeit. Innovativ war bei einem deutschen Lexikon die Beigabe von Tafeln und Textillustrationen. Mit diesem Umfang, den Innovationen und dem Stichwortreichtum setzte Meyer neue Maßstäbe in der Geschichte und Entwicklung der Enzyklopädie.[1]

Meyer's Neues Conversations-Lexikon für alle Stände / 1. Auflage (1857–1860 / 1861)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Tod Joseph Meyers im Jahr 1856 übernahm sein Sohn Herrmann Julius die Weiterentwicklung des Lexikons. Herrmann Julius Meyer (1826-1909) ließ das Werk bewusst nicht als 2. Auflage des "großen Conversations-Lexicons für die gebildeten Stände" erscheinen, sondern als Neubearbeitung unter dem Titel "Meyer's Neues Conversations-Lexikon für alle Stände" (ab Band 2: "Neues Konversations-Lexikon für alle Stände"). Hermann Julius hatte im Gegensatz zu seinem Vater keine aufklärerische und erzieherische Intention, sondern wollte hauptsächlich korrekte und objektive Informationen liefern. Dieses neue Selbstverständnis äußerte sich auch in der Reduzierung des Gesamtumfanges. Zwischen 1857 und 1860 erschienen die 15 Bände des Grundlexikons, dazu noch bis 1861 ein Wort- und Sachregister, ein Atlasband und ein Tafel-/Stahlstichband, welche zusammen ein Gesamtumfang von rund 19.000 Seiten hatte (Zum Vergleich: "Das große Conversations-Lexicon für die gebildeten Stände" bestand aus 52 Bänden mit mehr als 65.000 Seiten). Das "Neue Konversations-Lexikon für alle Stände", welches bereits doppelspaltig gedruckte wurde, bildete vom Aufbau und Umfang das Fundament für alle weiteren Ausgaben.[2]

Neues Konversations-Lexikon, ein Wörterbuch des allgemeinen Wissens / 2. Auflage (1861–1867 / 1875)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 2. gänzlich umgearbeitete Auflage erschien zwischen 1861 und 1867 in 15 Bänden unter dem Titel: "Neues Konversations-Lexikon, ein Wörterbuch des allgemeinen Wissens". Hinzu kam ein Register- und Nachtragsband (16. Band, 1868) sowie ein Spezialsupplement (1872). Darüber hinaus wurden zu dieser Auflage noch sieben Bände Ergänzungsblätter zur Kenntnis der Gegenwart (1866–1871) veröffentlicht. In gleichem Kontext als Ergänzungswerk erschienen von 1871 bis 1875 noch neun Bände "Deutsche Warte. Umschau über das Leben und Schaffen der Gegenwart".[3]

Meyers Konversations-Lexikon. Eine Encyklopädie des allgemeinen Wissens / 3. Auflage (1874–1878 / 1884)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 3. Auflage von "Meyers Konversations-Lexikon. Eine Encyklopädie des allgemeinen Wissens" erschien zwischen 1874 und 1878 in 15 Bänden, mit etwa 15.600 Seiten, rund 70.000 Stichworte, fast 400 Tafeln in Stahlstich, Holzstich oder Lithographie sowie nahezu 1.500 eigens für dieses Lexikon gezeichnete Textabbildungen. Es erschien 1880 ein Ergänzungs- und Registerband (16. Band) sowie zwischen 1879 und 1884 fünf Jahres-Supplementen. 1879 erschien von dieser Auflage eine besondere Pracht-Ausgabe in Kalbleder mit breitem Rand und in vergrößertem Format. Sie ist heute eine der gesuchtesten Ausgaben. Die 3. Auflage ist das erste auf Buchdruckrotationsmaschinen hergestellte und die letzte fadengehefte Ausgabe. Bei dieser Auflage sind die Illustrationen größtenteils direkt im Lexikon eingebunden und nicht wie in vorigen Auflagen in separaten Illustrationsbänden. Zudem enthäkt sie zahlreiche Abbildungen aus Brehms Tierleben. Eine weitere Erneuerung waren Aussprachebezeichnungen bei Fremd- und Fachbegriffen. Die 3. Auflage war sehr erfolgreich, so konnte allein von der Normalausführung 130.000 Exemplare verkauft werden, was mehr als dreimal soviel von der vorhergehenden 2. Auflage entspricht.[4]

Meyers Konversations-Lexikon. Eine Encyklopädie des allgemeinen Wissens / 4. Auflage (1885–1890 / 1892)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 4. Auflage von "Meyers Konversations-Lexikon. Eine Encyklopädie des allgemeinen Wissens" erschien von 1885 bis 1890 in 16 Bänden, mit etwa 17.000 Seiten, 3.000 Abbildungen und 556 Karten, Pläne und Tafeln. Im Jahr 1890 folgte noch ein Ergänzungs- und Registerband (Band 17) sowie zwischen 1891 und 1892 zwei Jahressupplementbände. Die Qualität der Reproduktionen konnte durch die Verwendung von holzfreiem Papier deutlich verbessert werden. Neben Schwarzweiß-Tafeln wurden in dieser Ausgabe erstmals 80 Farbtafeln verwendet, welche mittels Chromolithografieverfahren produziert wurden. Sie ist zudem die erste drahtklammergeheftete Ausgabe. Von der 4. Auflage wurden 200.000 Exemplare verkauft; dies entspricht fast eine Verdoppelung gegenüber der 3. Auflage.[5]

Meyers Konversations-Lexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens / 5. Auflage (1893–1897 / 1901)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 5. Auflage von "Meyers Konversations-Lexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens" erschien in 17 Bänden (1893–1897) und umfasste 17.800 Seiten mit etwa 100.000 Artikeln und 10.500 Abbildungen. Zudem erschien ein Nachtragsband (1898) und drei Jahressupplemente (1899–1901). Mit 233.000 verkauften Exemplaren wurde erneut eine Steigerung gegenüber der vorhergehenden Auflage erreicht. Diese Auflage war in sehr vielen verschiedenen Einbandvarianten erhältlich. Insbesondere werden die Prachtausgaben unter ästhetischem Gesichtspunkt als Höhepunkte der deutschen Lexikongeschichte bewertet.[6]

Meyers Großes Konversations-Lexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens / 6. Auflage (1902–1908 / 1920)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 6. Auflage von "Meyers Großes Konversations-Lexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens" erschien zwischen 1902 und 1908 in 20 Bänden und umfasste etwa 150.000 Artikel und Verweise auf mehr als 18.500 Seiten sowie16.800 Abbildungen, Karten und Pläne im Text und 1.522 Illustrationstafeln. Zudem erschien ein Ergänzungen- und Nachträgeband (1909), zwei Jahressupplemente (1909-1911) und drei Kriegsnachtragsbände (1916-1920). Erstmalig verzichtete das Bibliographische Institut auf eine heftweise Auslieferung. Außerdem wurde bei der 6. Auflage erstmals bei einem deutschsprachigen Lexikon die Verlagseinbände aufwendig hergestellt und in dekorativer Jugendstil-Ornamentik gestaltet.[7]

Die 6. Auflage gilt als Höhepunkt der Verlagsgeschichte und – neben der 14. und 15. Auflage des Großen Brockhaus – als Höhepunkt der populären Enzyklopädie in deutscher Sprache.[8] Diese Auflage wurde in fünf Ausgaben – Jugendstil-Bibliothek-, Jugendstil-Pracht-, Kriegs-, Eichenlaub- und Eierstab-Ausgabe – aufgelegt, wobei die beiden letztgenannten die seltensten dieser Auflage sind. Während der Kriegszeit musste die Lexikonarbeit unterbrochen werden und die für 1920/1921 vorgesehene Neuauflage scheiterte.[9]

Meyers Lexikon / 7. Auflage (1924–1930 / 1935)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 7. Auflage von "Meyers Lexikon" erschien in vollständig neuer Bearbeitung erschien in 12 Hauptbänden von 1924 bis 1930 und umfasste rund 10.500 Seiten mit etwa 7.900 Textabbildungen. Es sind zwar mehr Stichworte als bei der vorangegangenen Auflage enthalten; die Artikel sind jedoch kürzer. Die Reduzierung des Umfanges ist durch die Inflation (1914-1923) verschuldet. Zudem erschienen zwischen 1931 und 1933 drei alphabetische Ergänzungsbände sowie 1933 ein Atlas-Ergänzungsband und 1935 ein Orts- und Verkehrslexikon des Deutschen Reiches, der Freien Stadt Danzig und des Memelgebietes. Die 7. Auflage war zudem die erste maschinell fadengeheftete Auflage des Bibliographischen Instituts.[10]

Meyers Lexikon / 8. Auflage (1936–1942)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 8. Auflage von Meyers Lexikon (1936–1942) sollte eigentlich in zwölf Bänden bis 1941 erscheinen. Durch den Zweiten Weltkrieg und der Zerstörung des Verlagsgebäudes im Jahr 1942 wurde die Auflage nur bis zum 9. Band und einem Atlasband fertiggestellt. Die Auflage war ein ökonomischer Misserfolg. Diese Auflage wurde in einer braunen Standardausgabe sowie einer beige-weißen Prachtausgabe herausgegeben. Der Inhalt musste mit der Zensurkommission PPK der NSDAP vor der Erstellung abgestimmt werden. Teilweise erstellte die PPK die Inhalte ganzer Lemmata. Große Teile des Inhalts waren demzufolge tendenziös und nationalsozialistisch ausgerichtet. So musste beispielsweise bei einer Person erwähnt werden, ob sie – nach nationalsozialistischer Diktion – „jüdisch“ war. Personen, die von den Nationalsozialisten als Feinde angesehen wurden – wie der bedeutende Schriftsteller und Nazigegner Thomas Mann –, mussten in einer gegenüber früheren Auflagen sehr verkürzten und inhaltlich verzerrten Form erwähnt werden. Daher wird diese Auflage auch als „Brauner Meyer“ oder „Nazi-Meyer“ bezeichnet.[11] Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die 8. Auflage von den Alliierten konfisziert, daher sind Exemplare heute selten.[12]

Meyers Enzyklopädisches Lexikon / 9. Auflage (1971–1979 / 1985)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da das Verlagsgebäude des Bibliographischen Institutes 1942 durch einen Luftangriff zertört wurde und damit auch seine komplette Stichwortkartei verloren ging, fehlte anfangs die fundamentale Basis für eine neue Auflage . Erst zum 150-jährigen Jubiläum des Verlages erschien von 1971 bis 1985 dann die 9. Auflage unter dem Titel "Meyers Enzyklopädisches Lexikon", welche somit die erste Nachkriegsausgabe und zugleich die letzte große Ausgabe darstellt. Das Grundlexikon umfasst 25 Bände mit mehr als 22.000 Seiten und etwa 250.000 Stichworten, davon 40.000 Personenartikel sowie 100 signierte Sonderbeiträge. In den Bänden 4, 7, 10, 13, 16, 19 und 22 sind fest eingebundene Nachträge angefügt, welche die während des achtjährigen Druckes eingetretenen Aktualisierungen zu den vorangegangenen Bänden enthalten. Bis 1985 erschienen noch ein Nachtragsband (Band 26), ein Atlasband im Großformat (Band 27), ein Personenregister (Band 28), ein Bildwörterbuch Deutsch/Englisch/Französisch (Band 29), ein Deutsches Wörterbuch in drei Bänden (Bände 30–32) sowie 1974 beginnend insgesamt zehn Jahresergänzungsbände.[13] "Meyers Enzyklopädisches Lexikon" war damit das umfangreichste deutschsprachige Lexikon des 20. Jahrhunderts. An Umfang konnte die 9. Auflage erst durch die 21. Auflage der Brockhaus Enzyklopädie (2005/06) mit 30 Bänden abgelöst werden.

Meyers Grosses Universal-Lexikon / "10. Auflage" (1981–1986)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurz vor der Fusion des Bibliographisches Institutes mit F. A. Brockhaus im Jahr 1984 zum Bibliographischen Institut & F. A. Brockhaus AG erschien zwischen 1981 und 1986 das gelegentlich als "10. Auflage" betitelte "Meyers Grosses Universallexikon" in 15 Bänden. Jeder Band hatte über 650 Seiten mit zahlreichen, oft farbigen Abbildungen. Zudem gab es sowie in der vorhergehenden 9. Auflage namentlich signierte Sonderbeiträge. Ein noch geplantes dreibändiges Wörterbuch wurde nicht mehr veröffentlicht.[14]

Weitere Ausgaben und Angebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meyers Hand-Lexikon des allgemeinen Wissens / "Kleiner Meyer"[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als kostengünstige Variante wurde Meyers Hand-Lexikon des allgemeinen Wissens[15] (1. Aufl. 1870/72, Nachdruck 1873/74; 2. Aufl. 1878; 3. Aufl. 1883), der so genannte Kleine Meyer parallel zum Großen Meyer etabliert. In den folgenden Jahren erschienen mehrere neue Auflagen.

Meyers Taschenlexikon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Fusion der beiden Lexikonverlage Bibliographisches Institut und F. A. Brockhaus im Jahre 1984 werden mit Meyers Taschenlexikon in einem Band, Meyers Taschenlexikon in zwölf Bänden und Meyers Großem Taschenlexikon in 25 Bänden in Verbindung mit optimierten Herstellungsverfahren erheblich preisgünstigere Arbeits- statt Repräsentationslexika hergestellt, während unter der Marke Brockhaus bis 2007 das klassische Goldschnitt-Lexikon herausgegeben wurde.

Onlineangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren von 2006 bis 2009 bot der Verlag im Internet etwa 150.000 Artikel aus Meyers Lexikon in 24 Bänden unter dem Namen Meyers Lexikon online kostenlos an. Nach Verlagsangaben wurde das Angebot 14 Millionen Mal im Monat abgerufen.[16] Trotz einer umfangreichen Überarbeitung des Online-Lexikons zum 23. September 2008[17] wurde dieses Angebot am 23. März 2009 eingestellt. Zur Begründung hieß es, dass die Inhalte der Online-Version von Meyers Lexikon stark mit denen der Brockhaus Enzyklopädie korrespondierten und man sich mit seiner Marke Brockhaus komplett aus dem Lexikageschäft zurückziehen werde. In der Zukunft werde man sich mehr auf die Geschäftsfelder Kinder- und Jugendbücher sowie Geografielexika konzentrieren.[18]

Übersicht aller Auflagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auflage Zeitraum Bände Seiten A–Z Exemplare
"Auflage Null" 1840–1852 / 1855 46 + 6 66.643 bis zu 70.000
1. Auflage 1857–1860 / 1861 15 19.144 ca. 40.000
2. Auflage 1861–1867 / 1875 15 + 2 17.559 63.500
3. Auflage 1874–1878 / 1884 15 + 6 20.790 160.000
4. Auflage 1885–1890 / 1892 16 + 3 19.571 200.000
5. Auflage 1893–1897 / 1901 17 + 4 22.307 233.000
6. Auflage 1902–1908 / 1920 20 + 7 23.953 ca. 240.000
7. Auflage 1925–1933 / 1935 12 + 3 + 1 + 1 12.455 > 50.000
8. Auflage 1936–1942 (unvollendet) 9 (A-S) + 1 7.474
9. Auflage 1971–1979 / 1985 25 + 7 + 10 22.210
"10. Auflage" 1981–1986 15 ca. 9.750

Sämtliche Seitenangaben stets mit allen Supplementen der jeweiligen Auflage.

Ausgaben 1839 bis 1942[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das große Conversations-Lexicon für die gebildeten Stände. 46 Bände, (der sogenannte „Wunder-Meyer“ = 0. Auflage). Bibliographisches Institut, Hildburghausen 1839–1852. 6 Ergänzungsbände. 1853–1855. Nachdruck in 52 Bänden. 1858–1859.
  • Neues Conversations-Lexikon für alle Stände. 15 Bände. (= 1. Auflage). Bibliographisches Institut, Hildburghausen 1857–1860.
  • Neues Konversations-Lexikon, ein Wörterbuch des allgemeinen Wissens. 2., gänzlich umgearbeitete Auflage. 15 Bände. Bibliographisches Institut, Hildburghausen 1861–1867; Register (und Nachträge). Band 16. 1868.
  • Meyers Konversations-Lexikon. Eine Encyklopädie des allgemeinen Wissens. 3., gänzlich umgearbeitete Auflage. 15 Bände. Bibliographisches Institut, Leipzig 1874–1878; Ergänzungen und Register. Band 16. 1878; 5 Jahres-Supplemente. Bände 17–21. 1880–1884; Schlüssel 1880. Anmerkung: Es gibt eine Ausgabe der 3. Auflage, die aus 23 nummerierten Bänden besteht: Alle Tafeln und Karten sind hier nicht wie bei den anderen Ausgaben im Grundlexikon eingearbeitet, sondern gesondert in 2 Bänden Illustrationen 22-23 (ohne Jahreszahl) veröffentlicht.
  • Meyers Konversations-Lexikon. Eine Encyklopädie des allgemeinen Wissens. 4., gänzlich umgearbeitete Auflage. 16 Bände. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890. Register, Ergänzungen und Nachträge. Band 17. 1890; Jahres-Supplemente. Bände 18 und 19. 1891, 1892. (Siehe auch unten.)
  • Meyers Konversations-Lexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. 5., gänzlich neubearbeitete Auflage. 17 Bände Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien 1893–1897. Ergänzungen, Nachträge und Register. Band 18. 1898. Jahres-Supplemente. Bände 19–21. 1899, 1900/01, 1901.
  • Meyers Großes Konversations-Lexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. 6., gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. 20 Bände. Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien 1902–1908. Ergänzungen und Nachträge. Band 21. 1909. Jahres-Supplemente. Bände 22–24. 1910, 1912, 1913. Kriegsnachträge. 3 Teile. 1916, 1917, 1920. (Auch diese Ausgabe ist urheberrechtlich frei. Die 20 Hauptbände sind bei Zeno.org verfügbar.)
  • Meyers Kleines Konversations-Lexikon. (7. Auflage in 6 Bänden) Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien 1906/1909. Auch hierzu erschienen die Kriegsnachträge, die inhaltlich identisch mit denen der 6. Auflage sind.
  • Meyers Lexikon. 7. Auflage. In vollständig neuer Bearbeitung. 12 Bände. Bibliographisches Institut, Leipzig 1924–1930. Ergänzungsbände Band 13–15. 1931, 1932, 1933. Atlas-Ergänzungsband. 1933. Orts- und Verkehrslexikon der Deutschen Reiches, 1935.
  • Meyers Lexikon. 8. Auflage. In völlig neuer Bearbeitung und Bebilderung. 12 Bände Bibliographisches Institut AG., Leipzig 1936–1942. Erschienen sind die Bände 1–9 (Rakete bis Soxhlet) und Band 12 (Atlasband), die anderen Bände sind wegen des ökonomischen Misserfolges dieser Auflage nicht erschienen. Diese Ausgabe ist inhaltlich stark ideologisch (propagandistisch) geprägt. Siehe Abschnitt Geschichte des Konversationslexikons.

Ausgaben nach 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erschien der Meyer sowohl in der Bundesrepublik Deutschland als auch in der DDR.

  • Meyers Enzyklopädisches Lexikon in 25 Bänden. 9., völlig neubearbeitete Auflage zum 150-jährigen Bestehen des Verlages. Bibliographisches Institut, Mannheim, Wien, Zürich 1971–79. Nachträge A–Z. Bd. 26. 1980. Weltatlas. Bd. 27. 1974. Personenregister. Bd. 28. 1981. Bildwörterbuch Deutsch-Englisch-Französisch. Bd. 29. 1981. Deutsches Wörterbuch. Bde. 30–32. 1979–81.
  • Meyers Grosses Universallexikon in 15 Bänden. Bibliographisches Institut, Mannheim, Wien, Zürich 1981–86. Ein noch geplantes dreibändiges Wörterbuch erschien nicht mehr.

Die beiden nach dem Zweiten Weltkrieg weiter in Leipzig erschienenen Ausgaben knüpfen nicht unmittelbar an die ersten acht Auflagen an. Die in Leipzig erschienene Ausgabe des „Meyers Neues Lexikon“ ist inhaltlich stark ideologisch geprägt.

  • Meyers Neues Lexikon. (= 1. Auflage). 8 Bde. VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1961–64; Ergänzungen zu Sachbegriffen und geographischen Eigennamen. Bd. 9. 1969.
  • Meyers Neues Lexikon. 2. Auflage in 18 Bänden. VEB Bibliographisches Institut, Leipzig; Lexikon Bde. 1–15, 1971–77; Register A–Z. Bd. 16, 1978; Atlas (Karten). Bd. 17, 1978; Atlas (Register). Bd. 18, 1978.

Der derzeit im Buchhandel verfügbare kürzere Nachfolger ist

  • Meyers Großes Taschenlexikon in 24 Bänden plus DVD-ROM, 10. neu bearbeitete und erweiterte Auflage, Bibliographisches Institut, Mannheim, 8868 Seiten, 150.000 Stichwörter, rund 4000 Fotos, 80 Bildkomplexe, 300 Tabellen, über 1000 Grafiken, rund 500 Karten, mit DVD-ROM für Windows, Mac OS X und Linux mit komplettem Stichwortbestand und ca. 1400 Abbildungen, ISBN 978-3-411-10060-6

1991 erschien in Meyers Lexikonverlag/Mannheim Meyers Memo, in dem der enzyklopädische Stoff nicht alphabetisch, sondern nach neunzehn Wissensgebieten und Themenfeldern aufgeschlüsselt wurde:

  • Meyers Lexikonredaktion: Meyers Memo – Das Wissen der Welt nach Sachgebieten, Meyers Lexikonverlag, Mannheim/Wien/Zürich 1991, ISBN 3-411-07311-X

Retrodigitalisierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den frühen Meyerschen Lexika sind folgende Auflagen retrodigitalisiert online zugänglich.

Vierte Auflage: Die Retro-Bibliothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bände der vierten Auflage
Band von bis
1 Aa Atlantiden
2 Atlantis Blatthornkäfer
3 Blattkäfer Chimbote
4 China Distanz
5 Distanzgeschäft Faidherbe
6 Faidit Gehilfe
7 Gehirn Hainichen
8 Hainleite Iriartea
9 Irideen Königsgrün
10 Königshofen Luzon
11 Luzula Nathanael
12 Nathusius Phlegmone
13 Phlegon Rubinstein
14 Rüböl Sodawasser
15 Sodbrennen Uralit
16 Uralsk Zz
17 Ergänzungsband
18 Supplement 1890–1891
19 Supplement 1891–1892
99 Schlüssel (der 3. Aufl.)

Die 1885 bis 1890 in 16 Bänden erschienene vierte Auflage ist urheberrechtlich frei. Der Rechteinhaber Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG hat dem Projekt zugestimmt und es gefördert.[19] Mittlerweile sind alle Bände als eingescannte Bilder und als OCR-Volltext über das Internet frei zugänglich. Zusammen mit einem Registerband, den Jahressupplementen 1891 und 1892 sowie den meisten großen Bildtafeln (meist DIN A3) sind ca. 20.400 Seiten digitalisiert. Bis auf die Ergänzungsbände 17 und 19 wurden alle Texte bereits mindestens in einem ersten Durchgang überprüft und nachkorrigiert. Die Querverweise im Text („siehe …“) sind durch Hyperlinks mit den dazugehörigen Stichworten verbunden.

Dieses Angebot ist unter www.retrobibliothek.de zugänglich.

Vierte Auflage: Wikimedia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Wikimedia Commons, der Mediendatenbank der Wikimedia-Projekte, wurden alle 16 Bände der 4. Auflage in 16.600 Bilddateien (Textsatz + Illustrationen) online gestellt. Auf dem Schwesterprojekt Wikisource wird dieses Bildmaterial in Textform erschlossen.

Suchschlüssel Wikimedia Commons:

Band 5 Seite 967 ist demnach Commons:File:Meyers b5 s0967.jpg. Ein Band hat etwa 1020 Seiten.

Sechste Auflage: Directmedia und Zeno.org[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 6. Auflage (1905–1909) erschien bei Directmedia als Band 100 der Digitalen Bibliothek in einer Ausgabe mit Faksimiles sowie einer als Studienausgabe bezeichneten Volltextversion ohne Faksimiles. Diese Auflage ist auch über das Projekt Zeno.org zugänglich und liegt dort sowohl textlich als auch als Faksimile (Webrepro) der 6. Auflage vor. Außerdem ist sie mit einer gemeinsamen Suchmaske und Querverweisen mit folgenden Lexika verknüpft:

Artikel der vierten Auflage als Grundstock für Artikel der Wikipedia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den ersten Jahren der deutschsprachigen Wikipedia wurden zahlreiche Artikel aus der gemeinfreien vierten Auflage in die Wikipedia eingestellt, um „den Artikelbestand schnell aufzustocken und Lücken vor allem in den Bereichen zu füllen, in denen bis dahin keine Autoren mit entsprechender Vorbildung aktiv waren“.[20] Die meisten dieser so genannten „Meyers-Artikel“ wurden mittlerweile sprachlich und inhaltlich überarbeitet. Doch finden sich bis heute noch gut 2100 „Meyers-Artikel“, deren Grundstock die von 1885 bis 1892 erschienene vierte Auflage bildet (Stand: Februar 2016). Sie sind am Fuß des jeweiligen Artikels mit einem Hinweis („Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.“) kenntlich gemacht.

Weiterführende Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Hohlfeld: Das Bibliographische Institut. Festschrift zu seiner Jahrhundertfeier. Leipzig 1926
  • Heinz Sarkowski: Das Bibliographische Institut. Mannheim/Wien/Zürich 1976
  • Otmar Seemann (Martin Peche [Bearb.], Hugo Wetscherek [Hrsg.]): Bibliotheca Lexicorum. Kommentiertes Verzeichnis der Sammlung Otmar Seemann. Antiquariat Inlibris, Wien 2001

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Onlineangebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Meyers Konversations-Lexikon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Meyers Konversations-Lexikon – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Wunder-Meyer" oder Auflage Null (1840-1852 / 1856). In: Lexikon und Enzyklopädie.de. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  2. Meyers Konversations-Lexikon 1.Auflage (1857-1860 / 1861). In: Lexikon und Enzyklopädie.de. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  3. Meyers Konversations-Lexikon 2.Auflage (1861-1867 / 1875). In: Lexikon und Enzyklopädie.de. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  4. Meyers Konversations-Lexikon 3.Auflage (1874-1878 / 1884). In: Lexikon und Enzyklopädie.de. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  5. Meyers Konversations-Lexikon 4.Auflage (1885-1890 / 1892). In: Lexikon und Enzyklopädie.de. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  6. Meyers Konversations-Lexikon 5.Auflage (1893-1897 / 1901). In: Lexikon und Enzyklopädie.de. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  7. Meyers Konversations-Lexikon 6.Auflage (1902-1908 / 1920). In: Lexikon und Enzyklopädie.de. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  8. Sarkowski 1976, S. 128 hält Meyer-6 nicht nur für den „bestgemachtesten“ Meyer, sondern das „bislang umfangreichste deutsche Lexikon des 20. Jahrhunderts“ Vgl. auch Martin Peche, Hugo Wetscherek: Bibliotheca Lexicorum. Wien 2001, S. 382.
  9. Siehe Sarkowski 1976, S. 138.
  10. Meyers Lexikon 7.Auflage (1924-1930 / 1935). In: Lexikon und Enzyklopädie.de. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  11. Thomas Keiderling: Enzyklopädisten und Lexika im Dienst der Diktatur? Die Verlage F. A. Brockhaus und Bibliographisches Institut („Meyer“) während des Nationalsozialismus. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 1/2012, München, S. 69–92
  12. Meyers Lexikon 8.Auflage (1936-1942). In: Lexikon und Enzyklopädie.de. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  13. Meyers Enzyklopädisches Lexikon 9.Auflage (1971-1979 / 1985). In: Lexikon und Enzyklopädie.de. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  14. Meyers Grosses Universal-Lexikon (1981-1986). In: Lexikon und Enzyklopädie.de. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  15. Meyers Hand-Lexikon des allgemeinen Wissens in einem Band: Mit vielen Karten … (1871). In: archive.org, abgerufen am 5. Februar 2013.
  16. Starttermin für Online-Brockhaus verschoben. In: ZDNet.de vom 1. April 2008.
  17. Brockhaus sattelt um. boersenblatt.net, 25. September 2008, abgerufen am 2. April 2008.
  18. Wir ziehen uns komplett aus dem Geschäftsfeld lexikalisches Nachschlagen zurück. In: Boersenblatt.net vom 17. Dezember 2008.
  19. retro-Bibliothek: Hauptseite
  20. Frank Schulenburg, Achim Raschka, Michail Jungierek: Der „McDonald’s der Informationen“? Ein Blick hinter die Kulissen des kollaborativen Wissensmanagements in der deutschsprachigen Wikipedia. In: Bibliothek. Forschung und Praxis, Jg. 31 (2002), Nr. 2, S. 225–229, hier S. 227.