Bilder von Hieronymus Bosch

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Bildnis des Hieronymus Bosch (um 1550, Jacques Le Boucq zugeschrieben)

Die Bilder von Hieronymus Bosch entstanden in der Zeit des ausgehenden Mittelalters an der Schwelle zur Neuzeit durch den niederländischen Maler Hieronymus Bosch (* um 1450; † 1516). Die Zuschreibung der Werke zu ihm ist teilweise ungesichert und umstritten. Die Provenienz vieler Bilder ist sehr lückenhaft. Die Gemälde - allesamt auf Holztafeln - wurden vielfach rezipiert, ihre Bildmotive unterschiedlich gedeutet.

Einzelne Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Narrenschiff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Narrenschiff

An Hieronymus Boschs Bild „Das Narrenschiff“ (zu besichtigen im Louvre in Paris [1]), eine Darstellung der Todsünde „gula“ (Maßlosigkeit, Völlerei), sind im Nachhinein Veränderungen vorgenommen worden. So ist der im Bild zu sehende Baum mit einer größeren Fülle Laubes ausgestattet worden, ohne dass ersichtlich ist, dass Bosch selbst diese Veränderung vorgenommen hat.

Beschreibung

Ein Boot, überladen mit Insassen, die sich an fetten Speisen und Wein laben, bildet den Mittelpunkt des Bildes. Es dümpelt dahin und hat sich vom Festland schon weit entfernt. Sein Mast trägt keine Segel, es ist ein Laubbaum, aus dessen Krone ein dämonisches Gesicht lugt. Ein Steuerruder sucht man vergeblich; der Kochlöffel, den einer der Bootsinsassen achtlos ins Wasser hängt, wird allenfalls dazu führen, dass, wollte man mit ihm rudern, das Schiff sich im Kreis bewegt.

Ein Narr sitzt rechts über dem Geschehen und wendet dem Treiben seinen Rücken zu. Er scheint unbeeindruckt, vielleicht angewidert, er als Narr ist weniger närrisch als das Volk, das sich im Boot lasterhaft und gotteslästernd die Zeit vertreibt. Zwei Personen machen sich einen Spaß daraus, nach einem aufgehängten Pfannkuchen mit dem Mund zu schnappen, ohne die Hände zu benutzen. Die Ähnlichkeit des Pfannkuchens mit einer übergroßen Hostie gemahnt an einen blasphemischen Hintergrund. Ein paar Nackte halten sich im Wasser auf, in das einer sich vom Boot aus übergibt.

Tod eines Geizhalses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tod eines Geizhalses

Hieronymus Boschs Bild „Tod eines Geizhalses“ ist in der National Gallery of Art in Washington, D.C. ausgestellt. Seine Maße – 30 cm breit, knapp 1 Meter hoch – legen die Vermutung nahe, dass es sich ursprünglich um die Innenseite des rechten Flügels eines verschollenen bzw. in seine Einzelteile zerlegtes und verstreutes Triptychons gewesen ist, zu dem die Bilder vom Hausierer, das Narrenschiff (Außenseiten), das Exempel von Gula und Luxuria als auch dieses Bild um den Tod eines Geizhalses gehörten [2]. Das Bild stellt den Gegenpart zu den vergnügt in der freien Natur feiernden jungen und unbesorgten Menschen auf dem Narrenschiff dar.

Mit der Darstellung des Todes eines Geizhalses widmet Bosch sich der Todsünde „avaritia“ (Habgier). Die Raffgier und Geldscheffelei des Klerus und einiger privilegierter Personen, die die Bedürftigkeit des einfachen Volkes ausnutzten und sich auf Kosten der Armen immer weiter bereicherten, waren Bosch stets ein Dorn im Auge gewesen. Sein Bild ist Ermahnung, sich im Angesicht des Todes nicht für den falschen Weg zu entscheiden. Die sieben Todsünden und insbesondere die Fixierung auf weltlichen Besitz sind auch Thema des Triptychons Der Heuwagen und stellen generell das Grundmotiv aller Bildthemen des Malers dar.

Beschreibung

Der Geizhals ist auf dem Bild zwei Mal zu sehen: Im Vordergrund, der eine Rückblende auf sein Leben darstellt, als alter Mann, der Münzen in einen prall gefüllten Geldsack wirft. Teile einer Ritterrüstung, die achtlos am Boden liegen, weisen darauf hin, dass er sein Vermögen im Kampf und mit dem Blut anderer errungen hat, sowie auf seine privilegierte Herkunft aus dem Adelsstand. Rattenähnliche Wesen sind ihm beim Geldscheffeln behilflich. Die Truhe ist überdies gefüllt mit Silbergut sowie versiegelten Briefen, die auf Schuldverschreibungen und Verpfändungen hinweisen.

Im oberen Teil des Bildes liegt der Geizhals als Sterbender im Bett. Er wirkt im Gesicht etwas jünger – man ging im Mittelalter davon aus, man werde das Jenseits in einer körperlich verbesserten Verfassung betreten. Der Tod, bewaffnet mit einem Pfeil, steht im Türrahmen. Ein Engel, der dem Sterbenden zur Seite steht, versucht vergeblich, seine Aufmerksamkeit auf den Lichtstrahl, den das Kruzifix im Fenster aussendet, zu lenken. Der Geizige hat jedoch den Vorhang vorgezogen, sich somit selbst vor dem „rettenden Licht Gottes“ abgeschnitten und ist vielmehr fasziniert von dem Geldbeutel, den ein sich hinter einem Vorhang verbergender Dämon ihm herüberreicht. Über dem Bett hockt der Teufel, der darauf wartet, mit seinem Kescher die Seele des Todgeweihten auffangen zu können.

Dieses Ars-moriendi-Motiv wird in der Bildenden Kunst ab dem Mittelalter hindurch immer wieder tradiert bis ins 19. Jahrhundert. Als Vorlage für diese Bilddarstellung, die das Totenbett eines Gottlosen thematisiert und auch mit Kontrastbildern arbeitete, diente die literarische Vorlage 'Le vray miroir du pecheur et du juste', die mit Holzschnitten versehen eine Art mystischen Seelenspiegel darstellte, gebraucht im Leben, aber vor allem zur Vorbereitung für die Stunde des eigenen Todes und dafür Verhaltensanweisungen gab [3].

Alle drei Gemälde sind in einer Reihe zu sehen, die Szenen aus einem Lebensabschnitt thematisieren - von der unbeschwerten Jugend bis ins hohe Greisenalter. Der Betrachter hat somit die Möglichkeit, sich in seiner Vergangenheit wieder zu finden oder seiner möglichen Zukunft entgegen zu sehen und kann dadurch sein gegenwärtiges Leben reflektieren, das er dem Katechismus angleichen sollte.

Liste weiterer Gemälde (unvollständig)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem catalogue raisonné von 2016[4] nicht mehr Bosch zugeschrieben:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefan Fischer: „Der Garten der Lüste“ von Hieronymus Bosch. Ansätze und Methoden der Forschung, 2001/2007, ISBN 978-3-638-70228-7 bzw. ISBN 978-3-638-28448-6.
  • Stefan Fischer: Hieronymus Bosch: Malerei als Vision, Lehrbild und Kunstwerk (ATLAS. Bonner Beiträge zur Kunstgeschichte, Bd. 6), Köln 2009 (Diss. Uni Bonn), ISBN 978-3-412-20296-5.
  • Fischer, Stefan: Hieronymus Bosch. Das vollständige Werk, Taschen Köln 2013, ISBN 978-3-8365-2628-9.
  • Fischer, Stefan: Im Irrgarten der Bilder. Die Welt des Hieronymus Bosch. Reclam, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-15-011003-4.
  • Heinrich Goertz: „Bosch“, rowohlt monographien, Hamburg 1998, ISBN 3-499-50237-2.
  • Rose-Marie und Rainer Hagen: „Bildbefragungen – Meisterwerke im Detail“, Benedikt Taschen-Verlag 1995.
  • Wilhelm Fraenger: „Hieronymus Bosch“, in: "Von Bosch bis Beckmann. Ausgewählte Schriften". DuMont Verlag, Köln 1985, S. 18–21. ISBN 3-7701-1591-0.
  • Roger H. Marijnissen: Hieronymus Bosch: Das vollständige Werk, unter Mitwirkung von Peter Ruyffelaere, Köln ²1999 [noch teilweise aktuell]
  • Du – Zeitschrift für Kultur, 750, Okt. 2004: Hieronymus Bosch: Verloren im Paradies [neueste Forschung, knapp gefasst]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hieronymus Bosch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Narrenschiff. Louvre, abgerufen am 30. Juli 2017 (englisch).
  2. Stefan Fischer: Im Irrgarten der Bilder. Die Welt des Hieronymus Bosch. Reclam, Stuttgart 2016, S. 172.
  3. Nils-Arvid Bringéus: Volkstümliche Bilderkunde. Callwey, München 1983, ISBN 3-7667-0635-7, S. 61.
  4. Ilsink, Matthijs, Jos Koldeweij, Ron Spronk u. a.: Hieronymus Bosch. Maler und Zeichner. Catalogue Raisonné. Belser, 2016, ISBN 978-3-7630-2742-2, S. 594.