Bindungslehre

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Bindungslehre bezeichnet man in der Weberei die Lehre von der Systematik der möglichen Verkreuzungen von Kettfaden (Kette) und Schussfaden (Schuss) in Geweben.[1]

Grundbindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Die drei Grundbindungen, die zu den systematisch aufgebauten Bindungen mit wiederkehrendem Bindungsrapport gehören, sind folgende:

Leinwandbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leinwandbindung
Hauptartikel: Leinwandbindung

Die Leinwandbindung ist die ursprünglichste und einfachste Bindungsart, die sich aus dem Flechten entwickelt hat. Der Schuss geht abwechselnd über und unter den einzelnen Kettfäden hindurch. Beide Seiten eines in Leinwandbindung gewebten Stoffes sehen gleich aus.

Köperbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Köperbindung
Köperbindung, hier Kettköper

Bei der Köperbindung geht der Schuss unter einem Kettfaden hindurch, danach über (mindestens) zwei Kettfäden hinweg, wieder unter einem hindurch, und so weiter. Der nächste Schussfaden verlagert diesen Rhythmus um eins zur Seite (i. d. R. nach rechts) und eins nach oben. Es entsteht ein typisches Diagonalmuster, welches man Köpergrat oder Diagonalgrat nennt. Die beiden Seiten eines in Köperbindung gewebten Stoffes sehen unterschiedlich aus. Die Seite, auf der mehr Kettfäden zu sehen sind, nennt man Kettköper, die andere entsprechend Schussköper.

Atlasbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Atlasbindung
Bindungspatrone eines 5-bindigen Atlas, oben links das Bindungsbild des Gewebes, oben rechts die Trittfolge, unten links der Litzeneinzug, unten rechts die Trittanbindung

Bei der dritten Grundbindung, der Atlasbindung (auch als Satinbindung bezeichnet), führt der Schuss unter einem Kettfaden hindurch, danach über mehr als zwei Kettfäden hinweg, und so weiter. Der nächste Schussfaden verlagert dies um mindestens zwei Kettfäden (i. d. R. nach rechts) und auch nach oben (i. d. R. um eins). Auf diese Weise entsteht ein Gewebe, auf dem auf der Oberseite die parallelen Schussfäden bei weitem überwiegen, was dem Stoff einen vom Lichteinfall abhängigen Glanz verleiht. Der Stoff ist zweiseitig, auf der Rückseite überwiegen entsprechend die Kettfäden (man unterscheidet daher wie bei der Köperbindung zwischen Kettatlas und Schussatlas).

Vom Atlas gibt es nicht viele Abwandlungen, da sich die Bindungspunkte nicht berühren dürfen. Zwei dieser Varianten sind der Streifen- und der Buntsatin. Ein Wechsel zwischen Schuss- und Kettatlas ermöglicht eine Musterung des Stoffes (siehe Damast). Das wohl bekannteste Atlasgewebe ist der Satin, weshalb man auch von Satinbindung spricht.

Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Bindungspatrone

Um Bindungen darzustellen, verwendet man die sogenannte Bindungspatrone.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paul-August Koch, Günther Satlow: Großes Textil-Lexikon: Fachlexikon für das gesamte Textilwesen. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1965, Bd. A-K, S.175