Bionator

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Der Bionator ist ein in der Kieferorthopädie verwendetes, herausnehmbares Gerät, welches die Bisslage ändern, beziehungsweise eine Bisserhöhung induzieren können soll. Es gehört in die Gruppe der funktionskieferorthopädischen Geräte, zu der auch der Aktivator und der Funktionsregler gehören. Die Übergänge zwischen diesen Geräten sind teilweise fließend, alle sind aus Kunststoffplatten und Drahtelementen aufgebaut.

Das Besondere am Bionator ist, dass dieser gleich auf beide Kiefer wirkt, ohne dabei aber selbst große Kräfte wirken zu lassen. Ganz im Gegenteil wird die eigene Muskelkraft genützt. Bei jedem Schluckakt und auch beim Sprechen wird die Muskelkraft genützt um den Zahnhalteapparat sukzessiv zu regulieren. Der Bionator dehnt die Muskulatur im Kiefer, diese wird dadurch trainiert, und der Biss wird mit der Zeit normalisiert.

Zum Einsatz kommt der Bionator meist bei Kindern und Jugendlichen, um direkt in der Entwicklung sicherzustellen, einen funktionalen Kiefer zu erhalten. Zudem sind die funktionskieferorthopädischen Geräte generell während der Wachstumsphase am wirksamsten.

Geschichte und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwickelt wurde der Bionator 1952 von Balters, der das Gerät als sein Lebenswerk bezeichnet hat. Für Balters stand die ganzheitliche Betrachtungsweise im Vordergrund, laut ihm sollte das Tragen „Inwelt, Umwelt und Mitwelt“ wieder in Einklang bringen. Neben dem Bionator sollten deswegen auch Übungen zur Körperhaltung, eine korrekte Nasenatmung, ein sicherer Mundschluss und eine richtige Zungenlage erfolgen.

Konstruktion und Wirkungsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das herausnehmbare Gerät liegt locker im Mund. Es besteht aus einer zarten Kunststoffplatte, graziler als beim Aktivator. Sie nimmt nur den Platz an den Seitenzähne und bei den unteren Frontzähnen ein, der Rest ist frei. Dazu kommt ein Drahtgestell mit Zungenbügel, Lippenbügel und zwei Buccinatorschlaufen für die Wangenmuskulatur. Es wirkt gleichzeitig auf beide Kiefer, wobei Kieferfehlstellungen genau so wie Zahnfehlstellungen korrigiert werden können. Nebenbei wird auch die Gesichtspartie gestaltet, es können auch dort ästhetische Verbesserung durch die Normalisierung des Kiefers erreicht werden.

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Durch die Wirkung auf den Kiefer soll auch die Wirbelsäule aufgerichtet werden können. Die evtl. verbesserte Haltung ermöglicht evtl. auch eine bessere Belüftung der Nasennebenhöhlen und eine leichtere Atmung. Dadurch könnte die gesamte Lebensqualität stark gesteigert werden.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirkung und der Nutzen des Bionators ist umstritten. Insbesondere Doppelblindstudien fehlen.[1]

„Es gibt heute keine sinnvolle Indikation für den Einsatz des Bionators in der Kieferorthopädie mehr, da für alle Behandlungsaufgaben leistungsfähigere und zuverlässigere Zahnspangen zur Verfügung stehen.“

Dr. Henning Madsen: die-zahnspange.org[2]

Nach Studien der Universitäten Florida und North Carolina aus den 1990er Jahren, verlängert und verteuert der Bionator den gesamten Behandlungszeitraum.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrike Grohmann: Kieferorthopädische Apparaturen. Bildatlas. 2., bearbeitete und erweiterte Auflage. Steinkopff, Darmstadt 2005, ISBN 3-7985-1477-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Carlos Flores-Mir, Paul W. Major: A systematic review of cephalometric facial soft tissue changes with the Activator and Bionator appliances in Class II division 1 subjects. In: The European Journal of Orthodontics. Band 28, Nr. 6, 9. November 2006, ISSN 1460-2210, S. 586–593, doi:10.1093/ejo/cjl034.
  2. Bionator. die-zahnspange.org, abgerufen am 16. April 2016.
  3. blog.drmadsen.de@1@2Vorlage:Toter Link/blog.drmadsen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF).
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