Blattwerk

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Blattwerk als Sockel des Bamberger Reiters

Als Blattwerk, auch Laubwerk (frz. feuillage, ital. fogliami), wird jede aus Blättern gestaltete Verzierung bezeichnet. Blattwerk wird in allen Stilepochen mehr oder weniger stilisiert oder naturnah dargestellt. Das Blattwerk ist eine für die gotische Schmuckformen typische Erscheinung, die als Blätter oder als Knospen in Stein geschlagen, in Holz geschnitzt oder gemalt wurden. Blattwerkornamente befinden sich an Spitze von Türmen, an Giebeln als Giebelblume und als Fialen, Wimpergen, Bogenfelder und Schlusssteinen gotischer Bauwerke. Gotische Kreuzblume und die Krabbe zählen ebenso hierzu. Anfänglich werden in der Gotik strenge Blattwerkformen ausgearbeitet, die sich mit der Entwicklung der Gotik als wuchernde Blattformen darstellen. Es werden vor allem heimische Blattmotive verwendet. Die steinernen Motive werden von Steinmetzen geschlagen, die in der Zeit der Gotik auch Laubmacher oder Blatthauer genannt werden.

Das bedeutendste und künstlerisch wertvollste Blattwerk der Gotik bildet der steinerne Sockel des Bamberger Reiters im Bamberger Dom. Auf dem rechten Konsolstein dieses Sockels befindet sich die in Deutschland bekannteste Blattmaske.

Den Titel „Laubwerk“ trugen im 15. Jahrhundert auch Anweisungen zur Gestaltung von mit Rankendekor ausgestatteten Buchmalereien.[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludger Alscher, Günter Feist, Peter H. Feist Lexikon der Kunst, Architektur, Bildende Kunst, Angewandte Kunst, Industriegestaltung, Kunsttheorie. Band I, S. 304, Verlag Das europäische Buch, Westberlin 1984
  • Günter Donath, Frank Richter ; mit einem Beitrag von Holger Kunde: Gärten aus Stein : die Pflanzenwelt des Naumburger Meisters. Michael-Imhof-Verlag, Petersberg 2015, ISBN 978-3-7319-0315-4, S. 272.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Doris Oltrogge, Solange Michon und Robert Fuchs: Laubwerk - Zur Texttradition einer Anleitung für Buchmaler aus dem 15. Jahrhundert. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 7, 1989, S. 179–213