Pulsamplitude

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Das Herz arbeitet in zwei Phasen, der Kontraktionsphase (Auswurfphase, Systole) und der Erschlaffungsphase (Füllungs- oder Ruhephase, Diastole). Es erzeugt somit Druck nur während der Kontraktionsphase. Die Differenz zwischen dem Spitzendruck der Systole und dem Minimaldruck am Ende der Diastole ist die Pulsamplitude, auch als der Pulsdruck (englisch pulse pressure, abgekürzt PP) oder als die Blutdruckamplitude benannt.

Das Blut wird in die großen Gefäße ausgeworfen. Diese sind keine starren Röhren, sondern elastische Schläuche. Dank ihrer Elastizität dehnen sie sich aus und mildern den Druckanstieg, sonst würde der Druck während der Auswurfphase sehr hoch ansteigen. Während der Diastole, wenn das Herz sich entspannt und erneut mit Blut füllt, fällt der Druck entsprechend auch nicht auf Null. Wiederum dank der Elastizität der Gefäße sinkt der Druck nur langsam auf den Minimalwert, den diastolischen Wert des Herzzyklus, ab. Diese druckausgleichende Funktion der elastischen Gefäße wird Windkesselfunktion genannt – in Analogie zu technischen Systemen, wo eine Kolbenpumpe mit einem Windkessel kombiniert wird mit dem genau gleichen Zweck des Druckausgleichs.

Die Höhe der Pulsamplitude wird im Wesentlichen durch die Elastizität der Gefäße, das vom Herzen ausgeworfene Volumen und die Dauer der Diastole bestimmt. Da mit der Ausbildung von Arteriosklerose die Elastizität abnimmt, kann der systolische Druck isoliert ansteigen: So entsteht eine isolierte systolische Hypertonie.

Es gibt keine allgemein anerkannten Norm- oder Normalwerte für den Pulsdruck, aber es werden, unter anderen auch von vielen Blutdruck-Messgeräteherstellern, Werte um oder niedriger als 50 mmHg als normal eingestuft. Verbreitet wird ab etwa 65 mmHg ein Behandlungsbedarf angenommen.

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