Bodenfeuchte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Ein Boden ist wassergesättigt, wenn alle Poren des Bodens mit Wasser gefüllt sind. Ein Teil dieses Bodenwassers dringt als Sickerwasser in tiefere Zonen, während ein anderer Anteil, das Haftwasser, das gegen die Schwerkraft im Boden gehalten wird, die eigentliche Bodenfeuchte bildet.

Einteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bodenfeuchte wird in der Bodenkunde in die Stufen nass, feucht, frisch, trocken und dürr eingeteilt.

  • Ein nasser Boden liegt in so geringer Höhe über dem Grundwasser, dass die Bodenfeuchte beim Herausheben des Bodens abläuft. Nach ergiebigen Niederschlägen staut sich das Wasser.
  • Ein feuchter Boden gibt beim Zusammendrücken noch Wasser ab.
  • Ein frischer Boden besitzt einen mäßigen Wassergehalt, der beim Zusammendrücken nicht abläuft.[1]
  • Ein dürrer Boden besitzt kein spürbares, flüssiges Wasser.[2]
  • Als trockener Boden wird meist ein Sandboden bezeichnet, dessen einzelne Körner kaum Feuchtigkeit erkennen lassen.

Extremwerte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der maximale Wert der Bodenfeuchte wird als Feldkapazität definiert, dies ist die Wassermenge, die ein vollständig mit Wasser gesättigter Boden nach zwei bis drei Tagen Ablaufzeit unter normierten Bedingungen noch halten kann. In den meisten Böden entspricht dies einer Saugspannung von −60 hPa bis −300 hPa.

Der minimale Extremwert der Bodenfeuchte liegt für Pflanzen beim permanenten Welkepunkt (PWP), bei dem Sonnenblumen (Helianthus annuus) und Kiefern (Pinus sylvestris), selbst bei guter Durchwurzelung, dem Boden nicht mehr genug Wasser entziehen können und irreversibel welken. Er wird üblicherweise bei einer Saugspannung von −1,5 MPa (bzw. pF-Wert 4,2) angesetzt.

Die Wasserleitfähigkeit des Bodens ist beim permanenten Welkepunkt so gering, dass die Transpirationsverluste der Pflanze nicht mehr ausgeglichen werden können. Das Porenvolumen des Bodens ist im Bereich der Grobporen und Mittelporen entwässert. Der verbleibende Anteil der Bodenfeuchte, der für die Pflanzen nicht mehr nutzbar ist, wird auch als Totwasser bezeichnet.

Messmethoden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Heinrich Hartge: Einführung in die Bodenphysik. Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-89681-6, S. 212–216.
  • Deming Zhao, Claudia Kuenzer, Congbin Fu, Wolfgang Wagner: Evaluation of the ERS Scatterometer-Derived Soil Water Index to Monitor Water Availability and Precipitation Distribution at Three Different Scales in China. In: Journal of Hydrometeorology. Bd. 9, Nr. 3, 2008, ISSN 1525-755X, S. 549–562, doi:10.1175/2007JHM965.1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Was ist „frischer Boden“? Wochenblatt für Landwirtschaft & Landleben, 4. August 2010.
  2. Emil Ramann: Bodenkunde. Springer, Berlin 1911, S. 356.
  3. Andrey Tetyuev: Bodenartunabhängige Bodenfeuchtemessung mittels Impedanzspektroskopie. Dr. Hut, München 2009, ISBN 978-3-86853-206-7 (Zugleich: Chemnitz, Technische Universität, Dissertation, 2009).