Bogrács

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gulyás in einem Bogrács

Als Bogrács (gesprochen „Bograatsch“) wird in Ungarn der Kochkessel bezeichnet, in dem traditionell und ursprünglich nach ungarischem Brauch über dem offenen Feuer und ohne Deckel das gulyás (zu Deutsch „Rinderhirte“) und andere Suppen und Eintöpfe zubereitet werden. Er wird deutsch auch als Gulaschkessel bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ursprünge des Bogrács reichen bis in die Zeit der Ungarn als Steppenvolk zurück und ist bis heute bei vielen nicht-sesshalten Völkern in der Herkunftsregion in lebendigen Gebrauch. Er entwickelte sich vermutlich aus metallenen Schutzschilden die in Ruhephasen als Kochutensil dienten. Bei vielen Steppenvölkern, z. B. Mongolen ist so eine Verwendung nachgewiesen.

Er besteht in der Regel aus einem großen Kupferkessel, der mit einer Kette und einem Haken an einem Dreibein befestigt ist. Der Kessel wurde von den einwandernden Magyaren in die Pannonische Tiefebene gebracht und dort dann vorwiegend von den Hirten und Heiducken verwendet, um am offenen Feuer einfache Suppe aus geröstetem Fleisch zubereiten zu können, war aber auch auf dem gesamten Balkan verbreitet.

Die Hirten, welche für lange Zeit von den Familien getrennt lebten, kochten sich darin einfache Speisen mit bescheidenen Zutaten, wie Nudeln oder Eiergraupen, Zwiebeln, Speck und Kartoffeln. Brot bekamen sie aus den Siedlungen und Fleisch war natürlich vorhanden. Vorwiegend wurde im Bogrács Eintopf gekocht, wobei bevorzugtes Fleisch Hammel, Rind oder Wild waren.

Bogrács werden heute touristisch vermarktet und in verschiedenen Größen ab etwa 1 Liter bis etwa 100 Liter und in verschiedener Beschaffenheit, aus poliertem Stahlblech, aus Starkblech, in emaillierter Ausführung (die Standardfarben sind außen schwarz und innen grau gesprenkelt), aus Kupfer (ist in der EU als Lebensmittelgefäß unbehandelt nicht zugelassen), aus Guss und aus Edelstahl angeboten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karoly Gundel: Gundel’s Hungarian Cookbook. Verlag Corvina Budapest, ISBN 9631337332.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]